#071 BIFORA Museum

#071 BIFORA Museum

#071 BIFORA Museum

BIFORA war eine Uhrenmarke mit weltweiter Bekanntheit aus der Gold- und Silberstadt Schwäbisch Gmünd. Der BIFORA Freundeskreis e.V. bewahrt die Geschichte der großen Uhrenmarke und unterhält ein Museum in der alten Bidlingmaier’schen Uhrenfabrik in Schwäbisch Gmünd. Ein Museum, dass die Geschichte der Uhrenindustrie auf der Ostalb lebendig werden lässt und auch für Kinder spannend ist!

Das BIFORA-Werk

Josef Bidlingmaier, Jahrgang 1870, erlernte in Schwäbisch Gmünd das Handwerk des Goldschmiedes und machte sich nach verschiedenen Stationen in der Schweiz, in Pforzheim und den USA mit seinem Bruder und einem Angestellten selbstständig. Es wurden Goldringe für Uhrketten und Glasanhänger für Taschenuhrketten, später auch Gold-Zieharmbänder gefertigt.

Bis zum Ende des 1. Weltkrieges wuchs die Belegschaft auf 60 Mitarbeiter an. Durch rückläufigen Umsatz blieb die Firma auf einem größeren Posten fertiger Armbänder sitzen. Aus der Not heraus entschloss man sich zu den Armbändern auch Gehäuse zu fertigen und sie mit Schweizer Uhrwerken auszustatten – die erste Bidlingmaier-Uhr war geboren! 

Die Firma war damit erfolgreich und wuchs ständig, im Jahre 1928 zog man von den zu klein gewordenen Räumen in der Charlottenstraße in das neu gebaute Werk in der Hauffstraße am Bahnhof, wo heute das BIFORA-Museum sitzt.

BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd

Zeit & Zeitmessung

Das Museum beginnt seine Erzähl-Reise aber lange bevor der schwäbische Tüftler auf der Ostalb das Licht der Welt erblickte. Es erzählt anhand ausgewählter Exponate die Geschichte der Zeitmessung. Sonnenuhren, Wasseruhren, Öl-, Sand- und Kerzenuhren zeigen die frühen Versuche der Menschheit, die Zeit möglichst exakt zu bestimmen.

BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd

Schließlich zeigt man an verschiedenen Uhren die Entwicklung und Minitaturisierung der modernen Räderuhren von der Turm- über die Wand- bis zur Taschenuhr und dann zur Taschenuhr. An laufenden Uhrwerken erlebt man einen ersten Einblick in die faszinierende Mechanik, die auf den ersten Blick völlig unverständlich erscheint.

Räderwerk Uhr

Firmengeschichte

Im selben Jahr, in dem man in das neue Werk zog, 1928, präsentierte Bidlingmaier das erste selbstproduzierte Uhrwerk. Damit war man unabhängiger von den Schweizer Zulieferern.

Dies war ein großer Meilenstein für die Firma und auch in der deutschen Uhrengeschichte! Das sogenannte Kaliber 2025 war ein Handaufzugwerk, dass über die Krone täglich aufgezogen werden musste. Es war das erste in Deutschland gefertigte Formuhrwerk speziell für Armbanduhren und das erste deutsche Armbanduhrwerk mit Ankerhemmung. 

BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd

Aus diesen Besonderheiten entstand auch der Firmenname: BIdlingmaier FORmwerk Ankerhemmung. Dieser Name wurde allerdings erst ab 1934 verwendet. Die Fertigungstiefe der Uhren war sehr hoch, fast alle Teile wurden im eigenen Werk in Schwäbisch Gmünd hergestellt, selbst die Lagerrubine. Nur die Federn wurden von einem Zulieferer gekauft. Die Firma J. Bidlingmaier entwickelte sich zu einem führenden deutschen Uhrenhersteller.

Auch während des Krieges ging die Produktion von Armbanduhren weiter, daneben wurden Zeitzünder für Bomben hergestellt, die ebenfalls im Museum bewundert werden können.

Nach dem Krieg, im Jahre 1951, stellte BIFORA das erste deutsche Autmatikuhrwerk, das Kaliber 103 SA, vor. Bei diesen Uhren wird die Feder über die Bewegung am Handgelenk aufgezogen. Die patentrechtlich geschützten „BIMAG-Werke“ entwickelten sich zu einem Verkaufsschlager. 

1955 präsentierte man mit UNIMA den ersten Bifora Chronometer. Ein Chronometer ist eine besonders ganggenaue Uhr, die sich nur so nennen darf, wenn sie von einem offiziellen Observatorium nach einem genau festgelegten Messprotokoll geprüft wurde. In der Blütezeit, den 1960er Jahren bis Anfang der 1970er-Jahre beschäftigte BIFORA über 1.000 Mitarbeiter und stellte täglich bis zu 400 Armbanduhren her.

BIFORA Uhr

Wer nicht gerade Uhrenliebhaber oder Uhrmacher ist, für den ist dieser Teil der Ausstellung erst einmal recht kompliziert. Unruh, Ankerhemmung, Kaliber, Federhaus -was ist das alles? Dafür gibt es im BIFORA-Museum einen kostelosen Audioguide und sehr engagierte ehrenamtliche Museumsmitarbeiter.

Bei meinem Besuch habe ich den Audioguide irgendwann abgesetzt und mich von einem Mitarbeiter durch die Ausstellung führen lassen, der in den 70ern noch selbst bei BIFORA arbeitete und mir wunderbare Einblicke in die Welt der Uhren gab.

Bifora Werke

Quarzkrise & Konkurs

In den 1960er-Jahren kam es weltweit zum größten je dagewesenen Umbruch in der Geschichte der Uhrenherstellung: die Quarzuhr kam auf. Diese Uhren hatten keine mechanischen Teile mehr und übertrafen die damaligen mechanischen Uhren in der Ganggenauigkeit um drei Zehnerpotenzen und sie waren unempfindlicher gegen mechanische Einflüsse. 

Anfangs waren die Quarzuhren noch sehr teuer, die erste Quarzuhr, die Seiko Astron kostete so viel wie ein Kleinwagen, aber bald überschwemmten billige asiatische Quarzuhren den Markt. 

Auch BIFORA baute Quarzwerke, mit der flat-line (siehe Bild) sogar die damals flachste Quarzuhr der Welt, die vom Design her an die noch heute erhältlichen Ceramica des Schweizer Herstellers RADO erinnert.

Bifora Quartzwerk

Gegen die asiatische Übermacht konnte man sich aber nicht erwehren. 1.000 der 1.600 Schweizer Uhrenhersteller verschwanden. Auch die deutsche Uhrenindustrie befand sich im Niedergang. Im Zentrum der DDR-Uhrenindustrie überlebten die Volkseigenen Betriebe (VEB) in Ruhla und Glashütte, „geschützt“ durch den Eisernen Vorhang. Im zweiten deutschen Zentrum der Uhrenindustrie, auf der Alb und im Schwarzwald überlebte nur Junghans dank der Funkuhr diese Krise.

1977 musste BIFORA mit damals 270 Mitarbeitern Konkurs anmelden und die Geschichte der Armbanduhren aus Schwäbisch Gmünd endete vorerst. Doch die Zeiten haben sich geändert und die Zahl der Liebhaber hochwertiger mechanischer Uhren wächst. Inzwischen gibt es auch in Gmünd wieder zwei Uhrenhersteller: Biegert und Funk stellt mit QLOCKTWO hochwertige und moderne Wanduhren her und es gibt wieder eine BIFORA Uhren-Manufaktur GmbH, die in den alten Fabrikgebäuder der BIFORA alte BIFORA-Werke aus Lagerbeständen generalüberholt und in neue Gehäuse einsetzt. Aktuell kann man dort sechs Uhrenmodelle mit Handaufzugwerk Made in Schwäbisch Gmünd kaufen.

Bifora Quarzwerk

Uhrenherstellung

Im Bereich Uhrenherstellung werden alte Maschinen präsentiert und erklärt. Hier macht es besonders Spass mit Zeitzeugen, die selbst an diesen Maschinen saßen zu sprechen und sich die Funktion erklären zu lassen. Besonders beeindruckt hat mich ein Apparat zur Vergrößerung der winzigen Bauteile. Mit aus heutiger Sicht einfacher Mechanik konnte man mit diesem Gerät kleinste Abweichungen in der Fertigung erkennen.

BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd

Modellvielfalt

Einen großen Raum nimmt natürlich die Ausstellung der verschiedenen Uhrmodelle von den Anfangstagen der BIFORA bis in die 1970er Jahre ein. Hübsch präsentiert findet man ganz verschiedene Zeitmesser, die in Schwäbisch Gmünd gebaut und in alle Welt exportiert wurden. Die 1972er Olympia-Uhr für die Sommerspiele in München, Taucheruhren, die vom Design an die legendäre Rolex Submariner erinnert und viele weitere! 

BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd
BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd

Eine Taucheruhr von 1978 mit Datumskomplikation, zentraler Sekunde und drehbarer Lünette in einem Design, dass auch heute noch wettbewerbsfähig wäre.

BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd

Werbung im Wandel der Zeit

Neu gestaltet wurde ein Bereich zum Marketing der BIFORA. Ich fand es sehr spannend, die Veränderung der Anzeigen über die Jahrzehnte zu studieren. Das Merchandising zu Ereignissen wie der Olympischen Spiele von München oder das Sponsoring von Segelflugzeugen auf dem Hornberg.

BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd
BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd

Kinderprogramm „Die Zeitreise“

Ein Highlight ist „Die Zeitreise“ ein Programm für Kinder. Das Programm ist für Gruppen und nur nach Voranmeldung möglich. Es eignet sich für Schulklassen oder auch Kindergeburtstage. Als Teil des Programms baut jedes Kind seine eigene mechanische Uhr, die am Ende für 15€ auch erworben werden kann.  Die Pendeluhr funktioniert nach dem Zusammenbau und durch das transparente Gehäuse kann man den Zahnrädern bei der Arbeit zusehen.

Wir haben jedenfalls unseren Kindergeburtstag im BIFORA-Museum schon gebucht und unser Großer freut sich schon riesig!

BIFORA Uhrenmuseum Schwäbisch Gmünd

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#062 Kreuzweg am Hohenrechberg

#062 Kreuzweg am Hohenrechberg

#062 Kreuzweg am Hohenrechberg

In eindrucksvoller Weise stellt die italienischsprachige katholische Gemeinde San Giovanni Bosco Schwäbisch Gmünd jedes Jahr an Karfreitag den Leidensweg Jesu auf dem Kreuzweg am Hohenrechberg nach. Eine Alternative zum „Gmünder Klassiker“, dem Kreuzweg auf den St. Salvator.

Tour-Info

  • Ausdauer 30% 30%
  • Abenteuer 50% 50%
  • Spaß 10% 10%
  • Verpflegung 100% 100%

HINWEIS: 

Was Kindern gefällt

Den Leidensweg Jesu so plastisch zu erleben ist sehr eindrücklich. Außerdem ist die barocke Kirche, die Ruine und die Aussicht vom Gipfel toll!

Ideale Witterung

Es ist Karfreitag. Also gehen wir den Kreuzweg, egal wie das Wetter ist.

Verpflegung

An Feiertagen ist sowohl das Haus Rechberg neben der Kirche als auch die Burgschenke auf der Ruine geöffnet.

An- & Abreise

Start- und Zielpunkt ist der Parkplatz in der Graf-Ulrich-Straße in Rechberg

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Das normale Programm für den Gmünder am Karfreitag, den Pilgerweg auf den St. Salvator, habe ich bereits letztes Jahr im Ausflugstipp #005 St. Salvator | Pilgerweg zum Karfreitag beschrieben.

Dieses Jahr habe ich einen Geheimtipp für euch. Die italienische Gemeinde San Giovanni Bosco stellt den Leidensweg Jesu auf dem Kreuzweg am Hohenrechberg dar.

Treffpunkt ist am 29.03.2024 um 15.30 Uhr an der Abzweigung zur Ruine, ca. 500m oberhalb des Parkplatzes. 

Kreuzweg Hohenrechberg San Giovanni Bosco

Es handelt sich nicht um ein Schauspiel mit Unterhaltungsfaktor, sondern eine Darstellung der Leiden Jesu. Entsprechendandächtig läuft die Prozession ab. Die Gebete sind auf italienisch, es gibt aber an jeder Station eine kurze Einführung auf deutsch.

Kreuzweg Hohenrechberg San Giovanni Bosco

Nach dem Kreuzweg und dem Besuch der wunderbaren barocken Wallfahrtskirche kann man entweder im „Haus Rechberg“ neben der Kirche einkehren, oder denselben Weg zurück nehmen und die Burg besichtigen

St. Maria Hohenrechberg

Mein Vorschlag ist der Abstieg über den Rittersteig hinter dem Haus Rechberg. Egal für welchen Weg ihr Euch entscheidet: der Rechberg an sich ist immer eine Wanderung wert, der Kreuzweg mit der Gemeinde San Giovanni Bosco ein ganz besonderes Erlebnis.

Kriegerdenkmal Rechberg
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#061 Großdeinbacher Osterweg

#061 Großdeinbacher Osterweg

#061 Großdeinbacher Osterweg

Der Großdeinbacher Osterweg der Evangelischen Kirche existiert seit 2021. An 13 Stationen ist das Passions- und Ostergeschehen dargestellt. An den Stationen des insgesamt 1,5 Kilometer langen Osterwegs finden sich Erläuterungstexte aus der Bibel für Erwachsene und Kinder. Zudem kann mit dem Handy ein QR-Code abgelesen werden – so gibt’s die Audioversion zum Hören. Ein bisschen Zeit sollte man also in den Spaziergang investieren. Der Großdeinbacher Osterweg ist geöffnet von Sonntag 17. März 2024 bis Sonntag 7. April 2024.

Tour-Info

  • Ausdauer 10% 10%
  • Abenteuer 10% 10%
  • Spaß 70% 70%
  • Verpflegung 0% 0%

HINWEIS: Weitere Infos finden sich auf der Webseite der Evangelischen Kirche Großdeinbach

Was Kindern gefällt

Die Stationen sind individuell und kreativ gestaltet, die Kinder werden eingebunden.

Ideale Witterung

Es ist Ostern, das Fest der Auferstehung des Gottessohnes. Also gehen wir den Osterweg, egal wie das Wetter ist.

Verpflegung

Länge und Anspruch sind eher ein Spaziergang, daher ist keine Verpflegung notwendig.

An- & Abreise

Start- und Zielpunkt ist der Parkplatz hinter der Grundschule Großdeinbach.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Der Osterweg in Großdeinbach jedes Jahr neu gestaltet. Evangelische Kirche, Katholische Kirche, die Grundschule und Großdeinbacher Bürger arbeiten jedes Jahr neue Ideen aus. Aktuelle Informationen gibt es auf der Seite der Seelsorgeeinheit Limeshöhe.

Großdeinbacher Osterweg

Der Osterweg

Eine genaue Beschreibung der Tour, wie man sie vom Ostalbwanderer kennt macht für den Osterweg keinen Sinn. Man muss sich selbst darauf einlassen, deshalb soll es an dieser Stelle genügen einige Impressionen der letzten Jahre vorzustellen.

Großdeinbacher Osterweg
Großdeinbacher Osterweg
Großdeinbacher Osterweg
Großdeinbacher Osterweg
Großdeinbacher Osterweg
Großdeinbacher Osterweg
Großdeinbacher Osterweg

Fazit

Ein schöner Spaziergang, ein liebevoll gestalteter Weg, der einlädt mit seinen Kindern über Ostern und was wir dort feiern zu sprechen.

Großdeinbacher Osterweg
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#051 Neujahrsgottesdienst auf dem Kalten Feld

#051 Neujahrsgottesdienst auf dem Kalten Feld

#051 Neujahrsgottesdienst auf dem Kalten Feld

Traditionell findet am 1. Januar der Neujahrsgottesdienst beim Franz-Keller-Haus auf dem Kalten Feld statt. Ein toller Wander-Gottesdienst und ein guter Einstieg in das Wanderjahr. Nach dem Gottesdienst gibt es die erste Rote des Jahres am Franz-Keller-Haus und einen Kalte-Feld-Tee zum Aufwärmen.

Tour-Info

  • Ausdauer 50% 50%
  • Abenteuer 60% 60%
  • Spaß 60% 60%
  • Verpflegung 100% 100%

HINWEIS: Ich habe für diesen Ausflugstipp keine Tour vorgegeben. Stattdessen werden im Artikel „Wege auf das Kalte Feld“ viele verschiedene Routenvorschläge für jeden Geschmack vorgestellt.

Kaltes Feld Holzfiguren

Der Gottesdienst

Am 1. Januar ist im Wanderkalender des Ostalbwanderers ein Termin fest eingetragen: um 14 Uhr ist am Franz-Keller-Haus ökumenischer Neujahrsgottesdienst. Wie du dorthin kommst überlasse ich dir. Probiere doch mal etwas neues, und such dir aus den Routen im Artikel „Wege auf das Kalte Feld“ einen aus, den du noch nicht kennst!

Neujahrsgottesdienst Franz-Keller-Haus-Kaltes Feld

Franz-Keller-Haus

Die Villa Maus dient den Pfarrern als Kanzel. Daher bietet es sich an die Wanderung mit einer Einkehr auf dem Kalten Feld zu verbinden. Je nach Witterung steht die erste Bratwurst des neuen Jahres oder ein Kalter-Feld-Tee ganz oben auf dem Speiseplan. Zum Jahreswechsel 2022/2023 war der Gottesdienst bei frühlingshaften 14°C wirklich gut besucht, das Team vom Kalten Feld hatte die Besuchermassen trotzdem gut im Griff.

Kalte-Feld-Tee

Was ist Dein Lieblings-Weg auf das Kalte Feld? Habe ich Dich inspiriert mal etwas anderes auszuprobieren? Schreib es mir in die Kommentare!

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EXTRA: Wege auf das Kalte Feld

EXTRA: Wege auf das Kalte Feld

EXTRA: Wege auf das Kalte Feld

Viele Wege führen auf den höchsten Berg der Ostalb. Es gibt schnelle Wege mit nur wenigen Höhenmetern und ausgedehnte Tagestouren. Als Anregung, einmal etwas Neues zu versuchen gibt es hier eine Übersicht der Touren mit Zeit-, Längen und Höhenangaben.

Dreikaiserbergblick

Hier gibt es eine Übersicht der Touren. Weiter unten findet ihr eine Kurzinfo zu den einzelnen Routen, wie gewohnt mit einer Komoot-Karte zu jeder Wanderung. Zielpunkt ist immer das Franz-Keller-Haus.

Alle .gpx-Dateien der Touren findest du am Ende des Artikels zum Download.

Tour Länge Höhenmeter
Hornberg-Route 1,86km 100m
Tannweiler-Route 2,08km 170m
Bertholdsteig 3,94km 310m
Staatswald-Route 6,42km 410m
Waldstetter Au 5,27km 400m
Über den Sauren 3,89km 360m
Über die Sprungschanzen 3,00km 180m
Christental-Route 3,94km 280m
Zick-Zack-Weg 3,08km 280m
Hochleite 5,17km 360m

 

Hornberg-Route

Die kürzeste Tour mit dem kleinsten Anstieg, sie eignet sich auch für einen kleinen Sonntagsspaziergang. Parkplätze gibt es direkt am Flughafen. Der Weg führt am Fluggelände vorbei. Vom Trauf des Kalten Feldes hat man einen schönen Blick zurück auf die Start- und Landebahn des Flughafens.

Fliegerfest Hornberg

Tannweiler-Route

Ein wenig länger und einige Höhenmeter mehr ist diese Tour ab dem Wanderparkplatz am Tanzbödele kein Spaziergang mehr. Man benötigt mindestens festes Schuhwerk für den Aufstieg ab dem Christentalpass.

Wir wandern um das Schwarzhorn herum, vorbei am Reiterleskapelle auf das Kalte Feld. Wahlweise kann man sich beim Aufstieg etwas weiter rechts halten und die Ruine Graneggle besuchen. Oben angekommen lockt der Christentalfels mit einem schönen Ausblick auf Heldenberg und Christental.

Reiterles Kapelle

Bertholdsteig

Ein steiler Steig führt uns von Herdtlinsweiler auf das Kalte Feld, der großteils im Wald verläuft und daher auch im Sommer angenehm zu gehen ist. 

In Herdtlinsweiler lockt das Hofcafé zu einer Einkehr und wir können die Christi-Himmelfahrts-Kapelle besuchen. 

Mit wenigen Metern Umweg können wir auch der Skihütte Weiler i.d.B. einen Besuch abstatten. Ab Flugplatz verläuft der Weg wie oben beschrieben.

Blick auf den Bernhardus

Staatswald-Route

Ab Bettringen ist man mit Hin- und Rückweg schon bei einer Tagestour, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Dafür bekommt man aber auch einiges geboten. Wir durchwandern das Naturschutzgebiet Lindenfeld, entdecken auf dem Staatswald alte US-Bunker. Mit einem kleinen Umweg kann man noch das Naturschutzgebiet Tannrutschung durchstreifen bevor es hinüber auf den Hornberg geht. Nach der steilen Hornbergsteige gibt es den schönsten Aussichtspunkt auf der Ostalb, den Dreikaiserbergsblick.

Bunker 856 "Gas Chamber"

Diese Route habe ich im Artikel „#004 Bunkerwald Waldstetten“ näher beschrieben.

Waldstetter Au

Fast so lange wie ab Bettringen und von den Höhenmetern vergleichbar ist dieser Weg doch wesentlich weniger anstrengend. In meist sanftem Anstieg führt er uns zum Flughafen auf dem Hornberg und dann weiter hinauf auf das Kalte Feld.

Alternativ kann man auch hier das Rutschgebiet Tannrutschung und die US-Bunker mit einbauen, was den Weg aber wesentlich länger und steiler macht.

Blick vom Flugplatz Hornberg

Diese Route habe ich im Artikel „#016 Fliegerberg Hornberg“ näher beschrieben.

Über den Sauren

Der kürzeste Weg von Waldstetten führt über den „Sauren“, vorbei am Saurenhof zum Flugplatz. Ich mag ihn nicht, er ist größtenteils asphaltiert und steil. Alternativ kann man von Weilerstoffel starten und kommt oberhalb des Saurenhofs auf diesen Weg.

Diese Variante ab Weilerstoffel habe ich im Artikel „#016 Fliegerberg Hornberg“ näher beschrieben.

Über die Sprungschanzen

Von Degenfeld aus sind es „nur“ 180 Höhenmeter und auch nur 3km. Der Weg beginnt am Fuß der Skisprungschanzen und führt uns an den Schanzen vorbei hinauf auf den Grat zwischen Galgenberg und Kaltem Feld. Es bietet sich an die Tour um eine Runde an der Traufkante des Galgenbergs entlang zu erweitern. Am Kalten Feld führt uns der Weg an vielen Holzfiguren entlang, die im Wald versteckt sind.

Aufstieg Kaltes Feld

Diesen Weg habe ich im Artikel „#039 Durch das Degenfelder Tal“ näher beschrieben.

Durch das Christental

Wer die Sagenlandschaft des Christentals erwandern will kann am Wanderparkplatz in Nenningen starten und durch das Tal zur Reiterleskapelle und dann weiter über die Ruine Graneggle und den Christentalfels auf das Kalte Feld wandern. Als Rückweg bietet sich der Zick-Zack-Weg (nächste Route unten) an. 

Christentalstausee

Zick-Zack-Weg

Ein knackiger Anstieg, der alpin anmutet, ist der Zick-Zack-Weg ab Nenningen. Es bietet sich an, den Weg als Rückweg für die Christental-Route zu wählen um einen schönen Rundweg zu bekommen.

Zick-Zack-Weg vom Kalten Feld ins Christental

Diese Route habe ich im Artikel „#032 Sagenhaftes Christental“ näher beschrieben.

Hochleite

Wer noch mehr alpinen Flair sucht als über den Zick-Zack-Weg, der sollte die Hochleite wählen. Es geht von Weißenstein her steil hinauf auf den Kreuzberg und dann mit ein paar Steigungen über den Grat zum Kalten Feld. Es gibt neben alpinen Aufstiegen herrliche Ausblicke nach Nenningen,

Am Christentalfels

GPX-Dateien

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Was ist Dein Lieblings-Weg auf das Kalte Feld? Habe ich Dich inspiriert mal etwas anderes auszuprobieren? Schreib es mir in die Kommentare!

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#049 Mitternächtliche Christmette auf Hohenrechberg

#049 Mitternächtliche Christmette auf Hohenrechberg

#049 Mitternächtliche Christmette auf Hohenrechberg

Für mich ist Weihnachten, wenn der Musikverein Wißgoldingen in der verdunkelten barocken Wallfahrtskirche am Ende der Christmette das ‚Stille Nacht‘ spielt. Es ist für mich zu einem festen Ritual geworden, meinen gut gefüllten Magen am Heiligen Abend gegen 23 Uhr auf den Rechberg zu schleppen und um Mitternacht die Christmette zu genießen.

Tour-Info

  • Ausdauer 10% 10%
  • Abenteuer 70% 70%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 20% 20%

HINWEIS: Der Gottesdienst beginnt immer um Mitternacht, Inos gibt es bei der Seelsorgeeinheit unterm Hohenrechberg.

Was Kinder gefällt

Lange aufbleiben und eine Nachtwanderung auf den Rechberg machen ist toll. Die barocke Kirche mit dem Weihnachtsschmuck und die musikalische Umrahmung durch den Musikverein Wißgoldingen.

Ideale Witterung

Heilig Abend ist Christmette, das Wetter ist egal. Vor Jahren habe ich die Messe wegen überfrierendem Regen mal ausfallen lassen, ansonsten geht die kurze Wanderung immer.

Verpflegung

Im „Haus Rechberg“ direkt neben der Kirche kann man sich vor und nach der Messe mit Getränken versorgen. Verkaufsschlager sind Tee und Glühwein. 

An- & Abreise

Wir parken direkt am Wanderparkplatz in Rechberg und laufen über asphaltierte Wege nach oben.

GPX-Datei

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Die Tour

Die Tour an sich ist kurz und wenig spektakulär, denn es ist tiefe Nacht, wenn wir gegen 23 Uhr vom Wanderparkplatz loslaufen. Vor allem am Kreuzweg, wenn wir nach der Ruine an der Nordflanke unterwegs sind, pfeift oft ein eisiger Wind. Warme Kleidung und, falls man den Weg nicht gut kennt, eine Taschenlampe sind empfehlenswert. 

Christmette um Mitternacht auf dem Rechberg

Heilige Messe

Die Christmette auf dem Rechberg ist eine sehr besondere Messe für mich. Die letzten Jahre war ich alleine auf dem Hohenrechberg, da meine Kinder noch zu klein waren. Der Marsch auf den Wallfahrtsberg zur Christmette ist eine innere Einkehr nach dem Trubel der Vorweihnachtszeit und dem Heiligen Abend – außerdem ist es ein netter Verdauungsspaziergang!

Die Christmette wird umrahmt vom Musikverein Wißgoldingen und es ist einfach nur schön, wenn am Ende der Messe die Kirche verdunkelt wird und man gemeinsam mit dem Orchester im Schein der Christbäume das „Stille Nacht“ singt.

Christmette um Mitternacht auf dem Rechberg

Ausblick

Leider hat man nicht immer das Glück, aber wenn am Heiligen Abend genug Fernsicht herrscht um ins Tal zu blicken, dann bietet sich ein toller Blick auf die beleuchtete Stadt. 2022 war es wieder einmal so weit. Vom Nordfels an der Kirche konnte man Straßdorf, Waldstetten, Schwäbisch Gmünd und das Remstal bei Nacht bewundern.

Christmette um Mitternacht auf dem Rechberg

Christmette

Habe ich Deine Lust geweckt? Sehen wir uns am Heiligen Abend um Mitternacht zur Christmette? Schreib es mir in die Kommentare!

In jedem Fall wünsche ich Dir und Deiner Familie von Herzen eine gesegnete und friedliche Weihnacht!

Christmette um Mitternacht auf dem Rechberg
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#048 Krippendorf Herdtlinsweiler

#048 Krippendorf Herdtlinsweiler

#048 Krippendorf Herdtlinsweiler

Das Krippendorf Herdtlinsweiler am Fuße des Hornbergs ist eine Attraktion für Kinder und Erwachsene. Die Herdtlinsweiler Bürger bauen jedes Jahr in ihrem kleinen Dorf viele Krippen aus aller Welt auf. Die Bushaltestelle wird umfunktioniert, eine alte Scheune und das ehemalige Backhäusle des Dorfes. Es gilt viele Krippen im Dorf zu entdecken!

Tour-Info

  • Ausdauer 10% 10%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 50% 50%

HINWEIS: Die Lamba-Schuir (Lampen-Scheune ist nur zwischen den Jahren geöffnet, im Advent besteht keine Einkehrmöglichkeit. Das Hofcafé Mangold ist nur Mittwoch (14-22 Uhr), Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Zusätzlich am 1. Sonntag des Monats von 12 bis 22 Uhr.

Was Kinder gefällt

Ganz klar: durch das Dorf rennen und die Krippen entdecken!

Ideale Witterung

Es ist mehr ein Spaziergang als eine Wanderung, daher ideal für Tage an denen das Wetter für eine „richtige“ Wanderung zu ungemütlich ist. Die Strecke ist kinderwagentauglich.

Verpflegung

Zwischen den Jahren in der Lamba-Schuir, Mittwoch bis Freitag im Hofcafé Mangold.

An- & Abreise

Im Wohngebiet am Ortsausgang von Weiler in den Bergen.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Tour

Wir laufen nur ein kurzes Stück von Weiler nach Herdtlinsweiler. Wenn das Krippendorf viel besucht ist, ist leider auch die Straße für herdtlinsweiler’sche Verhältnisse vielbefahren.

TERMINE IM ÜBERBLICK

Adventsandachten Kapelle 03./10./17. Dezember, jeweils 14 Uhr
Krippendorf geöffnet bis Lichtmeß (02. Februar)
Lamba-Schuir 01.01 und 04.01 bis 06.01 von 11 – 20 Uhr
Hofcafé Mangold Öffnungszeiten
Krippendorf Herdtlinsweiler

Hadlaburg

Herdtlinsweiler, im Schwäbischen „Hadlaburg“, ist ein beschaulicher Teilort von Weiler in den Bergen. Das Bauerndorf hat einen ganz besonderen Reiz, insbesondere, wenn es sich im Advent zum „Krippendorf“ herausgeputzt hat.

Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler

Krippen

Die erste Krippe in Herdtlinsweiler wurde von Stephan Kirchenbauer-Arnold aufgestellt. Heute leitet Frank Messerschmidt ein Team, dass ab November vier Wochen damit beschäftigt ist die Krippen aus aller Herren Länder ins richtige Licht zu setzen.

Darunter sind Krippen aus Bananenblättern aus Südamerika, aus Ton, Krippen die einst von einer Gmünder Spielzeugfirma aus „Flüssigholz“ gefertigt wurden und eine Krippe vom Berg Tabor in Galiläa. Daneben erzgebirgische Holzkunst und das Highlight im Backhäusle: über 1 Meter große Figuren sind im ehemaligen Backhäusle zu einer wunderschönen Krippe gruppiert.

Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler

Christi-Himmelfahrts-Kapelle

2013 gründete sich in Herdtlinsweiler der Verein „Kapelle in Herdtlinsweiler e.V.“ unter der Federführung von Stephan Kirchenbauer-Arnold, den Gmündern als Erfinder, Autor und Regisseur der Staufersaga bekannt. 2015 schließlich begann der Bau, der im Mai 2016 eingeweiht wurde. Kirchenbauer-Arnold hatte von seinen Reisen viele Teile der Innenausstattung mitgebracht.

Zwei Fenster der Kapelle im Krippendorf Herdtlinsweiler stammen aus Portugal, von den Philippinen kommt die Holzdecke, bei einer von einem Antiquariat gekauften Madonna aus dem 17. Jahrhundert ist die Herkunft nicht klar. Herzogin Diane von Württemberg, deren persönlicher Sekretär Kirchenbauer-Arnold war, malte die drei Fenster in der nördlichen Apsis. Der Lorcher Maler Hans Kloss, bekannt durch sein Stauferrundbild im dortigen Kloster, steuerte den Heiland an der ochsenblutfarbenen Fassade bei.

Während des Krippendorfes dient die Kapelle als Ausstellungsort für einige Krippen. Am 1., 2. und 3. Advent findet jeweils um 14 Uhr eine Adventsandacht in der Kapelle statt, anschließend gibt es Glühwein.

Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler

Lamba-Schuir

Das Wohnhaus und der elterliche Bauernhof von Oberbürgermeister Arnold – „der einzige OB Deutschlands der eine Kuh melken kann“ (Arnold über Arnold) – war das erste Haus in Herdtlinsweiler, dass an die Elektrizitätsversorgung angeschlossen wurde. Daher bekam das Gebäude den Beinamen „Lamba Schuir“ (Lampenscheune). An ausgewählten Tagen ist die Lamba-Schuir geöffnet, neben weiteren Krippen in der bunt beleuchteten Scheune wird dort auch Punsch und Glühwein ausgeschenkt. 

Dieses Jahr ist die Lamba-Schuir vom 23.12 – 06.01 täglich von 11-20 Uhr geöffnet.

Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler
Krippendorf Herdtlinsweiler

Habe ich dich in Adventsstimmung versetzt? Besuchst du dieses Jahr das Krippendorf oder hast du einen anderen vorweihnachtlichen Tipp? Schreib es in die Kommentare!

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EXTRA: Schlittenfahrt XXL

EXTRA: Schlittenfahrt XXL

EXTRA: Schlittenfahrt XXL

Auf einem Schlitten einen Hügel hinunterrutschen kann jeder. Mich als Vater hat es früher genervt mit meinen Kindern Schlittenfahren zu gehen. Zig mal hintereinander einen (oder zwei, drei) Schlitten einen Hügel hochziehen war nicht meines.  Irgendwann kam mir eine Idee: wenn der Berg lange genug ist muss man den Schlitten nur einmal hochziehen. Seitdem haben wir deutlich mehr Spaß! Die schönsten Schlittentouren um Schwäbisch Gmünd gibt es hier!

Tour-Info

  • Ausdauer 90% 90%
  • Abenteuer 100% 100%
  • Spaß 100% 100%
  • Verpflegung 25% 25%

HINWEIS: Teilweise führen die Schlittenrouten über Wege auf denen Fahrzeuge, Radler und Wanderer auftauchen können. Ihr seid groß und selbst verantwortlich für euer tun!

Schlittenhügel Schwäbisch Gmünd

Was Kinder gefällt

Durch den Schnee stapfen, einen Schneemann bauen und natürlich am Ende mit einem Schlitten ins Tal zurück flitzen!

Ideale Witterung

Schnee. Je mehr desto besser! 

Verpflegung

Variante 1 benötigt ein Rucksackvesper, Variante 2 enden am Hofcafé Mangold.  Variante 2 bietet zusätzlich die Möglichkeit am Franz-Keller-Haus oder am Knörzerhaus einzukehren. Variante 3 hat keine Einkehrmöglichkeit und  Variante 4 endet in Weilerstoffel mit den Gaststätten Veit und Hölzle.

An- & Abreise

Alle Varianten starten am Wanderparkplatz Furtlepass. Da wir mit dem Schlitten ins Tal fahren sollte man sich dort absetzen und anschließend wieder abholen lassen. Natürlich kann man auch vom Tal aus laufen.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Idee

Statt immer denselben Hügel heraufzulaufen und wieder hinunterzufahren unternehmen wir eine Wanderung bis zum Gipfel und fahren dann eine lange Piste hinunter. Ich habe euch vier verschiedene Varianten rund um das Kalte Feld zusammengestellt wo das prima geht.

Schlittenhügel Schwäbisch Gmünd

Das geht übrigens auch mit Snowboards, und speziell in Coronazeiten haben auch viele Skifahrer ihre Bretter aufs Kalte Feld geschleppt um sich ein wenig Spaß im Tiefschnee zu gönnen.

Schlittenfahren auf der Ostalb

Die Ausrüstung

Anfangs war ich noch viel mit der Kraxe unterwegs. Den Dreijährigen Huckepack und drei Plastikrutscher hinten dran ging es zuerst auf den Berg und dann hinunter ins Tal. Zuletzt haben wir die Holzschlitten dabei. „Moderne“ Plastik-Bobs gehen natürlich auch haben aber die Felsen auf der Alb nicht so gerne. Solange genug Schnee liegt sind sie gut, da leichter.

Auf jeden Fall sollte man sich warm genug einpacken und eine Thermoskanne Tee mitnehmen.

Schlittenfahren auf der Ostalb

Variante 1 Bernhardus – Herdtlinsweiler

Das ist die längste und schönste Variante. Vom Furtlepass steigen wir über den Trampelpfad zum Bernhardus und fahren dann mit dem Schlitten den Wirtschaftsweg hinunter. Nachdem wir den Furtlepass überquert haben kommt der zweite Teil der Abfahrt nach Herdtlinsweiler. Zum Abschluss dann eine Einkehr im Hofcafé Mangold.

Schlittenfahren auf der Ostalb

Alleine die Winterstimmung am Bernharduskapelle rechtfertigt es einen Schlitten über den Steig nach oben zu schleppen.

Schlittenfahren auf der Ostalb

Für kleinere Kinder eine gute Sache: unser Dreijähriger hat den Marsch durch den Schnee auf den Bernhardus schon etwas mitgenommen. Zwischendurch kann man die Kleinen auch ein Stück ziehen. Das spart die Muckibude.

Variante 2 Kaltes Feld – Herdtlinsweiler

Fast ähnlich lang ist die Abfahrt vom Kalten Feld. Wir wandern westlich des Flughafens nach oben zum Franz-Keller-Haus und genießen einen Kalte-Feld-Tee. Anschließend geht es über das Knörzerhaus zum Wirtschaftsweg östlich des Flughafens. Von dort startet der erste Teil der Abfahrt bis zum Flughafen.

Nach einem kleinen Fußmarsch fahren wir dann vom Furtepass über die Wiesen nach Herdtlinsweiler.

Schlittenfahren auf der Ostalb

Der beste Moment: vor Papa auf dem Schlitten sitzen, vor uns die letzte Abfahrt von 1,5km von der Weilermer Skihütte nach Herdtlinsweiler.

Schlittenfahren auf der Ostalb

Variante 3 Hornberg – Waldstetten

Die Variante für Faule: direkt am Hornberg über den Sauren vorbei am Saurenhof bis zum Wanderparkplatz südöstlich von Waldstetten. Die Abfahrt ist steil und macht Laune, endet aber im Nirgendwo.

Schlittenfahren auf der Ostalb

An diesem Tag sind wir von Bettringen über das Lindenfeld, Staatswald und Hornbergsteige auf den Hornberg. Von dort haben wir die Variante 3 nach Waldstetten genommen. Der Aufstieg hat es in sich für die Kinder, aber auch das ist möglich. Einfacher ist es natürlich ab dem Furtlepass.

Variante 4 Hornberg Weilerstoffel

Auch diese Variante ist etwas für Faule. Wir starten Richtung Sauren biegen dann aber  auf halbem Weg links ab nach Weilerstoffel. Die Abfahrt ist weniger steil, dafür hat man am Ende mit dem Hölzle und dem Veit zwei Einkehrmöglichkeiten.

Schlittenfahren auf der Ostalb

Weitere Ideen…

Diese vier Varianten sind natürlich nicht abschließend. Während Corona war z.B. die Strecke entlang des alten Degenfelder Skilifts sehr populär. 

Schlittenfahren auf der Ostalb

Ehemalige Bergstation des Sessellifts am Kalten Feld.

Was ist dein Schlittenhügel der Wahl? Hab ich deine Lust auf eine XXL-Schlittentour geweckt? Schreib es in die Kommentare!

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#043 Martinsgans auf dem Rechberg

#043 Martinsgans auf dem Rechberg

#043 Martinsgans auf dem Rechberg

Martini ist der klassische Tag für einen Gänsebraten. Eine ganze Gans plus eine schöne Wanderung gibt es auf dem Rechberg! Wir laufen über den Pfefferweg, von Waldstetten die Ostflanke des Rechbergs hinauf und essen im „Haus Rechberg“ auf dem Gipfel den Martini-Klassiker.

Tour-Info

  • Ausdauer 70% 70%
  • Abenteuer 30% 30%
  • Spaß 60% 60%
  • Verpflegung 100% 100%

HINWEIS: Die Gans muss unbedingt vorbestellt werden. Am Besten frühzeitig bei Familie Mila vom Haus Rechberg anmelden! Übrigens: Gans gibt es dort nicht nur zu Martini.

Was Kinder gefällt

Eine tolle Wanderung über kleine Trampelpfade und das Essen auf dem Rechberg.

Ideale Witterung

An Martini kann man sich das Wetter nicht immer aussuchen, aber die Tour passt zu (fast) jedem Wetter. Wer es weniger schlammig möchte kann über die Asphaltstraße ab Rechberg zum Gipfel laufen.

Verpflegung

Das ist in diesem Fall selbsterklkärend: Gänsebraten! Eine Gans macht 4 Erwachsene satt. Wir sind mit einem befreundeten Paar gewandert, die Kinder aßen Kinderschnitzel. Inkl. Getränke mit insgesamt 4 Erwachsenen und vier Kindern, eine Gans, Kinderessen und Getränken ~120€ pro Paar (2022)

An- & Abreise

Wir parken am Friedhof Waldstetten in der Rechbergstraße.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Tour

Wir laufen einen Rundkurs mit immerhin 300 Höhenmetern hoch/runter auf 6km. Auch wenn die Tour nicht sehr lange ist, ist sie nicht ohne. Einen Großteil des Aufstieges geht es zudem über kleine Trampelpfade durch den Wald nach oben.

Rechberg

Pfefferweg

Nach einem kurzen Marsch durch das Wohngebiet und eine kleine Wiese betreten wir auf einem Trampelpfad den Wald. Der Pfad führt uns über gut 2km fast auf der Luftline die 300 Höhenmeter hinauf auf den Rechberg. 

Der Pfad ist wenig begangen, wir kreuzen nur vier Waldwege und oberhalb der Häge die Straße Straßdorf – Rechberg. Ansonsten sind wir recht alleine unterwegs, gut möglich dass wir bis zum Gipfel keiner Menschenseele begegnen.

Rechberg

Rechberg

Der Rechberg bietet mit der barocken Wallfahrtskirche, mit dem Kriegerdenkmal, dem Friedhof, einem kleinen Spielplatz und den Ausblicken in verschiedenen Richtungen die Möglichkeit sich eine Stunde zu beschäftigen. Ich reserviere den Tisch im Gasthaus eher spät und plane eine Stunde Puffer ein. Wenn wir den Puffer nicht benötigen besichtigen wir den Gipfel vor dem Essen, ansonsten danach.

Rechberg
Rechberg

Haus Rechberg

Die Gans wird mit einer Wunderkerze serviert, die die Kinder schwer beeindruckt hat und wird direkt am Tisch tranchiert. Sie schmeckte vorzüglich und kommt Klassisch mit Blaukraut und Klößen.

Gänsebraten Haus Rechberg
Gänsebraten Haus Rechberg
Gänsebraten Haus Rechberg

Rückweg über den Klausenhof

Für den Rückweg laufen wir eine leichte Kurve, steigen über den „Rittersteig“ direkt hinter dem Gasthaus ins Dorf Rechberg ab und wandern von dort über den Klausenhof ins Tal. Die Hälfte der Strecke laufen wir auf freiem Feld und es bietet sich uns ein toller Ausblick auf Waldstetten und die Berge der Ostalb.

Rechberg

Hat dich die Beschreibung der Tour angesprochen? Sehen wir uns demnächst auf dem Rechberg? Schreib es mir in die Kommentare!

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#042 Heimatmuseum Waldstetten

#042 Heimatmuseum Waldstetten

#042 Heimatmuseum Waldstetten

Das Heimatmuseum Waldstetten ist ein Sammelsurium der Heimatgeschichte. Es werden große Geschichten erzählt im Museum, aber aus der Sicht von unten. Das bietet spannende Perspektiven aus Handwerk, Industrie, Krieg und Verfolgung aber auch Archäologie. Der Ausflugstipp der Woche führt uns nach Waldstetten!

Das Museum ist jeden 1. und 3. Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet, es ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten. 

Wäldenbauers Haus

Das Museum war der Herzenswunsch des Waldstetter Alt-Bürgermeisters Rainer Barth. In der letzten Legislaturperiode seiner langjährigen Amtszeit gründete er mit anderen Waldstettern 1995 den Heimatverein Waldstetten / Wißgoldingen mit dem Ziel das Natur- und Kulturerbe der Gemeinde zu bewahren und letztlich auch ein Heimatmuseum zu eröffnen.

Fünf Jahre später, im Jahr 2000, kaufte man „Wäldenbauers Haus“. Die vorigen Besitzer hießen nicht wirklich Wäldenbauer, vielmehr handelt es sich um einen Hausnamen wie es sie in Waldstetten noch viele gibt. Die Kenntnis der Hausnamen zieht die Grenze zwischen denen, die dazugehören im Ort und den Rei’gschmeckten (Zugezogenen). Erst wer weiß, wer der Schuhbauer, der Gallabauer oder der Broidakapper ist, ist wirklich angekommen.

Aber zurück zum Museum: es zeigte sich, dass das Haus nicht zu renovieren war, so wurde es 2001 abgebrochen, neu aufgebaut und schließlich 2007 als Museum eröffnet.

Heimatmuseum Waldstetten

Das Museum

Das Museum beherbergt eine Dauerausstellung mit den sieben Themenbereichen Perlenstickerei, Beindreherei, Pfeifenmacherei, Sakrales & Volksfrömmigkeit, Erd- & Urgeschichte, Ortsgeschichte und Zeitgeschichte.

Daneben gibt es wechselnde Sonderausstellungen in zwei Räumen. Als Uhrenliebhaber denke ich gerne an die Ausstellung über die Gmünder Uhrenmanufaktur BIFORA zurück, als Ostalbwanderer waren die Sonderausstellungen zu Waldstetten als ehemals überregional bedeutsames  Skizentrum, zur Geschichte des Segelfluges auf dem Hornberg und die Sonderausstellung zu den Bunkern im Staatswald besonders spannend. 

Blick aus dem Museumsfenster auf St. Laurentius

Blick aus dem Museumsfenster auf St. Laurentius

Archäologie & Frühgeschichte

Waldstetten liegt an der Albnordrand-Verwerfung, die genau zwischen dem (aktuell abgerissenene) Rathaus und der St. Laurentiuskirche verläuft (Schwäbisches Lineament). Dort, wo ich aufgewachsen bin findet, auf den Schlattfeldern oberhalb Waldstettens findet man unzählige Fossilien und 2015 fand man dort eine 15.000 Jahre alte Frauenskulptur, ein rares Kunstwerk aus der Eiszeit.

Die Fossilien von Waldstetten sind für mich eng mit dem Namen von Josef Rothgerber. Der inzwischen verstorbene Hobbygeologe hatte im Keller seines Hauses, dass unweit meines Elternhauses stand, unzählige Fossilien gesammelt und präpariert. Es gab keine Baugrube in der Gegend, in der er nicht auf der Suche nach neuen Funden war. Es war für uns als Kinder das Größte, wenn wir seine Sammlung besichtigen durften!

Inzwischen sind Teile der Sammlung im Heimatmuseum der Öffentlichkeit zugänglich, für Kinder sicher der spannendste Teil des Museumsbesuches.

Heimatmuseum Waldstetten

Die geologische Sammlung

Handwerkskunst

Waldstetten lebte, wie weite Teile der Alb von der Textilindustrie. In meiner Jugend stand an der Straßdorfer Straße noch die „Schnäddre“, das ehemalige Werk des Heubacher Wäscheherstellers Triumph. Darüber hinaus gab es aber, zumindest aus heutiger Sicht exotischeres, für das Waldstetten berühmt war. Die Boi-Dreher („Boiner“ schwäbisch für Knochen), fertigten aus Rinderknochen filigrane Kunstwerke an, die man im Museum bewundern kann. 

Ab 1817 kam die Perlenstickerei auf, Frauen und Kinder strickten in Heimarbeit aus winzigen Perlen Taschen und Täschchen die bis in die Niederlande und die USA exportiert wurden. Die Technik brachte man Kindern eigens in Kinder-Industrie-Anstalten bei.

Daneben widmet sich ein Teil der Ausstellung auch der Pfeifenmacherei, die ein wichtiges Standbein der heimischen Wirtschaft wurde, als das Tabakrauchen in Mode kam.

Heimatmuseum Waldstetten

Werkstatt eines Beindrehers

Sakrales und Volksfrömmigkeit

Waldstetten war bis die Flüchtlinge 1945 kamen streng katholisch. Der Ausstellungsteil zeigt Objekte aus diesem Zusammenhang. So gab es in Waldstetten wie an vielen anderen Orten eine Rosenkranz-Bruderschaft, die gemeinsam täglich den Rosenkranz betete. Einzigartig ist, dass die Rosenkranzbruderschaft 15 Täfeles-Männer hatte, die an Fronleichnam und anderen Prozessionen 15 Blechtafeln vor der Prozession hertrugen.

Angesehene Bürger der Gemeinde waren es, die in Frack und Zylinder ihr Amt versahen und beim Tod eines Mit-Bruders einen Nachfolger wählten. Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts verstarb der letzte Täfeles-Mann, Johannes Abele, der „Herz-​Jesu-​Beck“. Auch diese Geschichte erzählt das Heimatmuseum. Ebenso existierte in Waldstetten die letzte Rosenkranz-Fabrik Baden-Württembergs. Zu meiner Erstkommunion durfte ich mir dort noch einen Rosenkranz aussuchen, den meine Großtante dann beim Chef und letztem gelernten Rosenkranzmacher Württembers, Thomas Albrecht, erwarb.

Heimatmuseum Waldstetten

Statuen, Rosenkränze und Devotionalien, made in Waldstetten.

Orts- und Zeitgeschichte

Es sind die vielen kleinen Geschichten, die das Museum ausmachen. Dabei ist es gleich, ob man selbst aus Waldstetten kommt. Wie Waldstetten als Bauern- und Handwerksdorf im 19. Jahrhundert aussah, oder wie es die Flüchtlinge nach dem Krieg erlebte ist für einen Bettringer oder Heubacher genauso spannend!

Ich würde mit Kindern für den Besuch eine Stunde einplanen, ohne Kinder etwas mehr. Danach einkehren im Museums-Café und vielleicht noch eine Runde durch Waldstetten laufen. Das Museum ist einen Besuch wert!

Heimatmuseum Waldstetten

Statuen, Rosenkränze und Devotionalien, made in Waldstetten.

Wirst Du das Waldstetter Heimatmuseum besuchen? Was hältst du davon, dass es hier nicht nur die klassischen Wanderungen sondern Ausflugstipps gibt? Schreib es in die Kommentare!

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weitere Tipps der Woche
Das Magazin
HW1: Schutzhütten

HW1: Schutzhütten

Wer auf dem HW 1 biwakieren möchte, freut sich über Schutzhütten. Hier findet ihr eine Liste der Schtzhütten auf dem Albsteig.

HW 1: Der Alb-Nordrand-Weg

HW 1: Der Alb-Nordrand-Weg

Was ist der HW1, wie sind seine empfohlen Etappen? Ein Überblick über den „Albsteig“ genannten Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg des Albvereins.

HW1: Meine Planung

HW1: Meine Planung

Alleine mit Zelt und Spirituskocher auf dem Albsteig: meine Planung und meine Vorbereitung im detaillierten Überblick.

#039 Rund um das Degenfelder Tal

#039 Rund um das Degenfelder Tal

#039 Rund um das Degenfelder Tal

Das Degenfelder Tal, dass sich vom Furtlespass bis zur Fils erstreckt ist im oberen Teil ein tiefer Einschnitt zwischen Bernhardus und Eierberg im Osten und Kaltem Feld und Galgenberg im Westen. 

Tour-Info

  • Ausdauer 90% 90%
  • Abenteuer 50% 50%
  • Spaß 50% 50%
  • Verpflegung 70% 70%

HINWEIS: 

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Was Kinder gefällt

Selbst eine Wurst grillen am Franz-Keller-Haus, die Holzfiguren auf dem Kalten Feld und die tollen Ausblicke vom Albtrauf.

Ideale Witterung

Die Gegend um das Kalte Feld bieten bei jedem Wetter ein ganz eigenes Erlebnis. Egal ob bei strahlendem Sonnenschein, an diesigen Nebeltagen oder im Schnee!

Verpflegung

Eine Einkehr am Franz-Keller-Haus ist Pflicht. Entweder man kauft sich dort etwas zu essen, oder noch besser: man kauft eine rohe Rote und grillt sie selbst an einer Feuerstelle rund um die Hütte.

An- & Abreise

Wir parken direkt an den Degenfelder Skisprungschanzen auf dem Wanderparkplatz

Die Tour

Wir gehen „richtig“ wandern. 15 Kilometer, 500 Höhenmeter. Mit Kindern ist das definitiv eine Tagestour. Die Anstiege verteilen sich auf zwei Etappen, es geht gleich zu Beginn von den Skisprungschanzen auf das Kalte Feld. Nach einem Abstieg auf den Hornberg folgt noch ein weiterer Aufstieg zum Bernhardus. Die Tour ist kein Spaziergang, aber sie bietet einen sehr tollen Einblick in die Naturlandschaft der Ostalb.

Teusenberg

Sprungschanzen

Direkt zu Beginn der Wanderung wartet die erste Attraktion auf uns, wir laufen direkt an den Degenfelder Schanzen entlang. Mit etwas Glück können wir den Skispringern beim Training zusehen. Es ist sehr beeindruckend, wie schon kleine Stepke mutig von der Schanze springen!

Skisprungschanze Degenfeld
Skisprungschanze Degenfeld

Holzfiguren auf dem Kalten Feld

Ein besonderes Highlight erwartet uns, nachdem wir auf die Hochfläche des Kalten Feldes gestiegen sind: der Holzfigurenpfad. 

Auf einigen hundert Meter haben Künstler Holzfiguren am Wegesrand aufgestellt. Die Kinder haben eine große Freude daran die Figuren am Wegesrand zu suchen.

Holzfigurenweg
Kaltes Feld Holzfiguren

Franz-Keller-Haus

Nach dem Holzfigurenpfad erreichen wir schnell das nach dem „Rosensteindoktor“ Franz Keller benannte Franz-Keller-Haus. Es wird vom Schwäbischen Albverein ehrenamtlich bewirtschaftet. Das Wanderheim ist das ganze Jahr an allen Wochenenden, an allen Feiertagen außer Weihnachten und täglich während der Schulferien geöffnet.

Der Klassiker ist es sich eine rohe Rote Wurst zu kaufen und an einer der Grillstellen rund um die Hütte selbst zu grillen. Unbedingt probieren sollte man auch den Kalte-Feld-Tee, der aus 7 heimischen Kräutern nach einem alten Rezept hergestellt wird.

Franz-Keller-Haus
Franz-Keller-Haus Grillstelle

Segelflugplatz Hornberg

Wenn wir weiter marschieren erreichen wir nach wenigen Minuten den Segelflugplatz Hornberg. Den ersten Blick auf den Flugplatz haben wir noch von der Traufkante des Kalten Feldes direkt auf die Startbahn.  Wie die Witterung dort oben ist und ob Flugbetrieb ist kann man übrigens vorab über die Webcam der Segelflieger prüfen.

Familienausflug zum Aalbäumle
Flugplatz Hornberg

Furtlespass & Weg der Besinnung

Vom Flugplatz wandern wir über den Furtlespass zum Bernhardus hinüber. Nach dem Furtlespass steigt der Weg bis zu einer Hochfläche steil an. Dort oben befinden sich Skulpturen und Stelen entlang des Weges, der sogenannte „Weg der Besinnung“.

Im leichten Anstieg geht es bis an den Waldrand. Hier verlassen wir wieder den Hauptweg und nutzen den Trampelpfad rechts der Pilgerstraße. Nach einem Drittel des Weges überqueren wir einmal den Hauptweg und finden schräg links etwas versteckt unseren Trampelpfad wieder. Auf halbem Weg zum Gipfel finden wir rechts vom Trampelpfad eine interessante Felsformation, vielleicht ein alter Steinbruch?

Gegen Ende wird der Weg flacher und wenn wir uns immer hart am Trauf links halten erreichen wir den Gipfel am Aussichtspunkt mit dem Gipfelkreuz. Vor uns liegt Weiler in den Bergen, rechts unter uns das Bargauer Horn und das Himmelreich. Links können wir unseren Weg über die Kriegsebene von oben betrachten, dahinter die weite Ebene des Schwäbisch-Fränkischen Waldes.

Wege der Besinnung

Bernhardus

Die Legende besagt, dass sich im frühen 18. Jahrhundert an einer Statue des Heiligen Bernhard in einer Kapelle auf dem damals noch „Spitzkopf“ genannten Berg mehrere wundersame Heilungen ereigneten.

Wie heute noch eine Tafel an der Kapelle bezeugt, fand am Bernhardustag 1728 die erste „Heilige Messe solemniter“ (festlich) im Rahmen einer Wallfahrt statt. 1730, zwei Jahre nach Beginn der Wallfahrten, wurde mit dem Bau einer großen Wallfahrtskirche auf dem Bernhardus begonnen.

In den Jahren 1770 bis 1772 wütete eine große Hungersnot in Europa. Es war eine Periode einer der extremsten Wetteränderungen der Neuzeit und es folgten drei Missernten aufeinander. Im Nachgang dieser Hungersnot stiftete Maximilian Emanuel von Rechberg die Wallfahrtskirche auf dem Rechberg. 1806 litt diese neue Pfarrei auf dem Rechberg unter Geldnot und die Grafen von Rechberg verlegten kurzerhand die Statue des Bernhard mitsamt der Wallfahrt in ihre neue Kirche auf ihrem Hausberg. 1809 ließen sie die Kirche auf dem Bernhardus samt mehrerer benachbarter Häuser, einem Gasthaus und zwei Wohnhäusern abtragen.

1880 stiftete Graf Otto von Rechberg und Rothenlöwen die heutige Wallfahrtskapelle, sie wurde an der Stelle erbaut, an der sich der Hochaltar der alten Wallfahrtskirche befand.

Die Kapelle und der Aussichtspunkt daneben laden uns zu einer Rast ein.

Bernhardus-Kapelle

Eierberg

Eierberg? Kennt keine Sau! Genau das macht den Berg so interessant: Der südliche Gipfel des Bernhardus wird kaum von Wanderern frequentiert. Das bedeutet, dass wir vom Bernharduskapelle an alleine und auf einsamen Pfaden über die Hochfläche Richtung Degenfeld marschieren.

Hörschbachschlucht

Glasenbachquelle

Nach einer Runde über die Hochfläche des Eierberges steigen wir durch die Glasklinge hinab nach Degenfeld. Hier hat sich der Glasenbach tief in den Jura gegraben. Der Bach entspringt am oberen Ende der Klinge im Oberjura. Für Kinder eine spannende Entdeckung zu erleben wie das Wasser einfach aus dem Boden strömt!

Glasenbach-Quelle

Abstieg

Im unteren Teil des Eierbergs stehen die Chancen gut auf die Landschaftspfleger zu treffen, die dort täglich die Wacholderheide pflegen und sehr zutraulich sind. 

Eierberg

Geschafft!

Zum Abschluss geht es durch Degenfeld zurück zu den Schanzen. Von der Anhöhe haben wir einen tollen Blick durch das Tal, dass wir heute umwandert haben. Eine super Tour!

Eierberg

Hat dich die Beschreibung der Tour angesprochen? Sehen wir uns demnächst rund um Degenfeld? Schreib es mir in die Kommentare!

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#034 Schwäbisch Gmünd – Türme & Kirchen

#034 Schwäbisch Gmünd – Türme & Kirchen

#034 Schwäbisch Gmünd – Türme & Kirchen

Schwäbisch Gmünd, die älteste Stauferstadt, ist die Stadt der Klöster und Kirchen im Remstal. Die vielen Klöster haben der Stadt den Spitznamen „Schwäbisch Nazareth“ eingebracht. Wir erwandern uns die Stadtgeschichte, lernen die Baustile der Romanik, der Gotik und des Barocks kennen, tauchen aber auch in die jüngere Stadtgeschichte ein. Viel Spaß beim Wandern in Schwäbisch Gmünd!

Tour-Info

  • Ausdauer 40% 40%
  • Abenteuer 60% 60%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 100% 100%

HINWEIS: Auch wenn es "nur" 9km sind: wir werden eine Vielzahl von Gebäuden, Türmen und Museen besuchen. Für die komplette Tour sollte man einen Tag einplanen! 

Was Kinder gefällt

Die Besteigung des Kirchturmes an der Johanniskirche und des Königsturms. Die Parkanlage entlang des Josefsbachs mit dem Wasserspielplatz und die Eisdiele am Marktplatz.

Ideale Witterung

Regen in der Stadt ist nicht schön. Es sollte trocken und nicht zu heiß sein.

Verpflegung

In Gmünd gibt es für jeden Geschmack das passende Restaurant. Mehr dazu unten.

An- & Abreise

Wir parken am Bahnhof und fahren mit dem Stadtbus Linie 5 Zimmern bis zur Haltestelle TG-Platz. Von dort laufen wir zurück zum Bahnhof.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Tour

Klassische Stadtführungen beginnen in der Nähe des Marktplatzes und beschränken sich auf die Kernstadt innerhalb der Stadtmauer. Da dies ein Wanderblog ist machen wir die Runde etwas Größer und beginnen in der Oststadt. Ab Bahnhof fahren wir mit dem Bus zur Haltestelle TG-Platz (Linie5) und starten dort mit der neueren Geschichte der Stadt, bevor wir den mittelalterlichen Stadtkern durchstreifen um am Bahnhof zu enden.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Bismarckkaserne

Als Napoleon Europa neu sortierte wurde die Freie Reichsstadt Gmünd 1802 Teil Württembergs und die württembergische Regierung errichte sogleich eine Garnision in der Stadt.In den Jahren 1911-14 wurde der erste Teil der Bismarck-Kaserne am damaligen Stadtrand für das X. württembergische Infanterie-Regiment erbaut und in den Jahren 1935-37 wesentlich erweitert.

Bismarck-Kaserne 1925

Die Bismarck-Kaserne 1925

Kalter Krieg

Ab 1951 nutzte die United States Army die weiter als solche benannte Bismarckkaserne. Ab 1964 diente die Kaserne als Hauptquartier des 56. Feldartillerie-Kommandos, welches infolge des NATO-Doppelbeschlusses ab 1983 unter anderem für die Pershing-II-Raketen auf der nahen Mutlanger Heide verantwortlich war. 1991 zogen die US-Truppen ab und das sieben Hektar große Gelände der Bismarckkaserne wurde durch die Stadt erworben.

Das Campusmuseum des heute dort ansässigen Landesgymnasiums für Hochbegabte dokumentiert diese Zeit. Ebenso entsteht dort auf Privatinitiative derzeit das US Cold War Museum. Beide Museen sind derzeit nicht frei besuchbar. Zum US Cold War Museum erscheint demnächst etwas. Es ist aber auf jeden Fall interessant das Gelände zu durchstreifen.

Bismarck-Kaserne 1963

Die Bismarck-Kaserne während der Übung „Big Lift“ im Jahre 1963. Weitere Informationen zu dieser Operation, bei der 45.000 Mann in 72h von Texas nach Deutschland verlegt wurden im folgenden Video:

Brücke mit Tunnelblick

Noch einen Schritt weiter in die Gegenwart führt uns die nächste „Attraktion“. Über die geschwungene Fahrradbrücke wandern wir über die Rems und die Lebensader des Ostalbkreises, die B29. 

Die B29 verschwindet dort im Einhorntunnel, Deutschlands teuerster Ortsumfahrung. Bei der Eröffnung wollte die Stadt sich modern zeigen und veranstaltete 2011 eine Online-Abstimmung zum zukünftigen Tunnelnamen. Allerdings war das Ergebnis nicht ganz im Sinne der Stadtväter. Der Erwin-Rommel-Tunnel holte eine respektable Anzahl an Stimmen, auf Platz 1 kam aber der Bud-Spencer-Tunnel, weit vor den favorisierten Optionen der Stadtoberen „Salvator-Tunnel“, „Staufer-Tunnel“ und „Einhorntunnel“. 

Die Stadt erklärte daraufhin, man habe ja „nur ein Meinungsbild eingeholt“, die Entscheidung über eine so wichtige Frage könne man selbstverständlich nicht diesen Leuten im Internet überlassen. Allerdings war die Sache mittlerweile viral gegangen und der Tunnel war mittlerweile im Spiegel, in der Süddeutschen und allen anderen überregionalen deutschen Medien. Um sich aus der Affäre zu ziehen wurde daraufhin das Schwimmbad in Gmünd in „Bud-Spencer-Bad“ umbenannt. Der Star hatte dort 1951 als Schwimmer die 100m Freistil gewonnen.

Fahrradsteg mit Tunnelblick

Leonardsfriedhof

Seit ich vor 25 Jahren einen Freund auf dem Wiener Zentralfriedhof zur letzten Ruhe begleiten durfte, faszinieren mich Friedhöfe und bei Städtereisen gehört ein Besuch des Friedhofes zum festen Programm. Sei es der Cimetière du Père-Lachaise in Paris, der Friedhof von St. Sebastian in Salzburg oder der Cimitero acattolico mit der Pyramide des Caius Cestius in Rom, Friedhöfe sind nicht nur Orte der Erinnerung und der Trauer, sie bestechen auch oft durch eine morbide Schönheit. 

Lange war mir nicht bewußt, dass wir auch in Gmünd ein solches Kleinod haben, aber der Friedhof von St. Leonhard gehört auf jeden Fall zu einer Stadtbesichtigung in Gmünd dazu.

Leonhardsfriedhof

Grabmale & Gräberfelder

Wenn man den Friedhof besucht kann man einfach die teilweise monumentalen Gräber bestaunen und die Inschriften studieren. Vom Eingang an der Kapelle aus betrachtet sollte man auf jeden Fall nach links gehen, wo man zuerst auf die Gräber der Franziskanerinnen mit ihren einheitlichen weißen Holzkreuzen trifft.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Kriegsgräber

Wenn man von dort aus weiter zur rückwärtigen Seite des Friedhofes läuft kommt man zu den Kriegsgräbern, die für die Gefallenen 1939-45 aus ebenfalls einheitlichen grauen Steinkreuzen  und für die gefallenen 1914-18 aus schmucklosen grauen Grabsteinen bestehen.

Leonhardsfriedhof Schwäbisch Gmünd

In der Nähe befinden sich auch die Grabmale von 16 verstorbenen russischen Zwangsarbeitern. Insgesamt 480 Frauen und 525 Männer holte man aus Russland und der Ukraine als Zwangsarbeiter nach Schwäbisch Gmünd. Sie stellten die größte Gruppe unter den Zwangsarbeitern. Die meisten von ihnen wohnten im Lager „Freudental 24“ und arbeiteten bei den großen Gmünder Betrieben, den Leichtgusswerken Schenk oder der ZF. Aber auch viele kleinere Betriebe beschäftigten Zwangsarbeiter. 

14 der Gräber tragen ein orthodoxes Kreuz mit drei Querbalken und bezeugen den russisch-orthodoxen Glauben der Verstorbenen, zwei Grabsteine tragen den muslimischen Halbmond.

Leonhardsfriedhof, Gräber von russischen Zwangsarbeitern

Ebenfalls in diesem Bereich befindet sich das Kriegerdenkmal und das „Franzosenkreuz“ für die Gefallenen im deutsch-französischen Krieg 1870/71.

Leonhardsfriedhof, Kriegerdenkmal

Wenn wir dann zur stadtzugewandten Seite des Friedhofes kommen sehen wir die Gräber der Gmünder Bürger. Der Friedhof wurde um das Jahr 1477 eröffnet, als mit den Neubau des Münsters der Friedhof auf dem heutigen Münsterplatz weichen musste. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Dreifaltigkeitsfriedhof eröffnet, die meisten Gräber datieren daher aus dem 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erhalten sind mondäne Grabanlagen wohlhabender Gmünder Bürger und es ist sehr spannend die Grabinschriften zu lesen und unter den hohen Kastanienbäumen durch die Reihen zu gehen.

Leonhardsfriedhof

Grabmal der Kaufmannsgemahlin Ernestine Benner (1793-1833) in Form einer Pyramide.

St. Leonhard & Herrgottsruhkapelle

Alle Gmünder kennen die beiden Kirchen am Rande des Friedhofes vom vorbeifahren. Die wenigsten Gmünder waren je in den beiden Kirchen. Leider sind beide auch die meiste Zeit verschlossen, was eine Schande ist, handelt es sich doch um beeindruckende architektonische Meisterleistungen. Die Leonhardskirche (umgangssprachlich „Leonhardskapelle“ wird dem Gmünder Münsterbaumeister Peter Parler zugeschrieben.

Herrgottsruhkapelle

Herrgottsruhkapelle

Leonhardskapelle

Die Kapelle datiert auf das Jahr 1340/41. Es handelt sich um eine erstaunlich große Friedhofskapelle im typischen Stil der Gothik mit hohen, spitz zulaufenden Fenstern.

Sie dient der Kirchengemeinde St. Franziskus als Friedhofskapelle. Da sie meist verschlossen ist kann man das sehenswerte Innere nur selten bewundern. Im Spätbarock wurde die Kirche durch Stadtbaumeister Johann Michael Keller barockisiert und ist ein sehenswertes Kleinod des württembergischen Barocks.

Leonhardskapelle
Leonhardskapelle

Herrgottsruhkapelle

Die Herrgottsruhkapelle wurde als Einstieg in den Wallfahrtsweg auf den St. Salvator erbaut. Siehe hierzu meinen Wandertipp „Gmünder Kreuzweg“. Die Kapelle wurde 1622 im nachgotischen Stil an Stelle einer älteren Kapelle errichtet. Seit 1978 befindet sich die Kapelle im Besitz des Arbeitskreises Alt Gmünd. Als letztes Großprojekt des Vereins sanierte er die Kapelle 2021 bevor er aus Nachwuchsmangel die Tätigkeit mehr oder weniger einstellte.

Herrgottsruhkapelle

Stadtmauer an der Honiggasse

Wir verlassen den Friedhof, überqueren die vielbefahrene Straße und tauchen ein in das Mittelalter. Begrüßt werden wir von einem Rest der äußeren Stadtmauer, errichtet vor 1350. 

Der Befestigungsring umschloß die Altstadt und wurde von 24 Türmen beschützt. Im 19. Jahrhundert wurde der Mauerring größtenteils abgebrochen, Sechs der 24 Türme blieben erhalten, die wir auf unserer Wanderung besuchen werden: Faulturm, Wasserturm, Rinderbacher Torturm, Schmiedturm, Königsturm und Fünfknopfturm.

Stadtmauer an der Honiggasse Schwäbisch Gmünd

Honiggasse

Nachdem wir die Stadtmauer außen entlang gelaufen sind und deren Unüberwindbarkeit festgestellt haben laufen wir direkt nach der Stadtmauer rechts in die Honiggasse.

In dem schmalen Gäßchen können wir uns vorstellen wie Schwäbisch Gmünd im Mittelalter ausgesehen haben mag. Die Häuser trennen sich dicht an dicht, mit dem Rücken direkt an der Stadtmauer. Wir sehen viel Fachwerk, enge Türen und schmale Fenster, ein Schaufenster in das mittelalteralterliche Leben einer Reichsstadt.

Honiggasse Schwäbisch Gmünd
Honiggasse Schwäbisch Gmünd

Faulturm

Am Ende der Honiggasse versteckt sich der unscheinbarste Turm der Stadtmauer hinter den Häusern. Nur durch einen schmalen Weg kommen wir zu ihm und der eilige Passant, der seinen Blick nicht nach oben richtet, kann ohne weiteres an ihm vorbeilaufen ohne ihn zu bemerken. Der Turm wurde vor 1350 errichtet, eine genauere Datierung ist unmöglich, da der 20m hohe Turm 1969 komplett ausbrannte. Besonders ist, dass es sich um einen Schalenturm handelt. Er besteht nur an drei Seiten aus Mauerwerk, die vierte, zur Stadt gerichtete Seite ist hohl und wurde mit Holz ausgebaut. Seit 1952 beherbergt der Turm die St. Georgs-Pfadfinder von Schwäbisch Gmünd.

Faulturm Schwäbisch Gmünd

Schmiedturm

Weil man die Honiggasse mit Blick in beide Richtungen genießen sollte laufen wir den gleichen Weg zurück und folgen dem Verlauf der Stadtmauer dann in die andere Richtung, bis wir auf den Schmiedturm stoßen. Der Turm markiert den Eingang zu den Schmiedgassen und grüßt die von Osten kommenden Besucher mit seinem bunt eingedeckten Dach. Auch der Schmiedturm wurde vor 1350 errichtet und ist 32m hoch. Das oberste Geschoss mit einer Türmerwohnung wurde 1498 aufgesetzt.

Schmiedturm Schwäbisch Gmünd

Wasserturm

Der Wasserturm hat seinen Namen vom Höferlesbach, der früher unter dem Turm hindurch in die Stadt floss. Auch er wurde vor 1350 erbaut, die Dachbalken datieren auf das Jahr 1409 und 1489, er ist 26m hoch. Der Wasserturm ist das Heim des Pfadfinderstamms Einhorn.

Wasserturm Schwäbisch Gmünd

Rinderbacher Torturm

35m hoch bildet der Rinderbacher Torturm die südöstliche Ecke der Stadtbefestigung. Die hellen Steine in der Fassade zeugen davon, dass Türme durchaus einen wehrhaften Zweck erfüllten. Hier schlugen während einer Belagerung der Reichsstadt Gmünd im Schmalkaldischen Krieg Kanonenkugeln ein. 

Hoch oben sind zwei steinerne Wappen angebracht, die mittlerweile teilweise zerstört sind. Links der Adler für das Heilige Römische Reich und rechts das Einhorn für Schwäbisch Gmünd.

Rinderbacher Torturm Schwäbisch Gmünd

Königsturm

Nun laufen wir durch die Rinderbacher Gasse zum höchsten der Stadttürme, dem Königsturm. Im Gegensatz zu den vorher besuchten Stadttürmen kann man den Königsturm besteigen.

Der Königsturm ist jünger als die anderen Türme, er wurde zwischen 1405 und 1407 erbaut und ist über 40m hoch.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde er als Gefängnis genutzt, im Untergeschoss zeugen noch Einritzungen an den Steinen aus dieser Zeit. Der Aufstieg lohnt sich, aufgrund der exponierten Lage am Fuße des Zeiselberges hat man aus der ehemaligen Wohnung auf der Turmspitze einen herrlichen Blick über Schwäbisch Gmünd. Der Turm ist Sonntags von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet und kann bestiegen werden. Er bietet eine tolle Aussicht auf Gmünd!

Königsturm Schwäbisch Gmünd
Königsturm 1864

Der Königsturm 1864, dort wo auf dem Bild die Stadtmauer an den Turm stößt, an der heutigen Rosenstraße, sieht man noch heute an den Steinen der Fassade wie hoch und dick die Stadtmauer war.

Schwäbisch Nazareth

Nachdem wir nun die mittelalterliche Stadtbefestigung ausführlich erkundet haben widmen wir uns nun dem geistlichen Leben in Schwäbisch Gmünd. Wir werden nicht alle Klöster der Freien Reichstadt besuchen, dafür sind es zu viele und für ein ehemaliges Kloster braucht es sogar eine Verurteilung, mag man heute hineinkommen.

Die Liste der Gmünder Klöster ist lang:

  • Augustinerkloster (1284-1803, heute Finanzamt und Ev. Augustinuskirche)
  • Dominikanerinnenkloster (1240-1803, heute Frauenjustizvollzugsanstalt Gotteszell)
  • Dominikanerkloster (1294-1802, heute Prediger, Museum und Veranstaltungsraum)
  • Franziskanerinnenkloster St. Ludwig (um 1400 – nach 1838, heute Klösterlesschule und Volkshochschule)
  • Franziskanerkloster (1222-1822, heute katholisches Gemeinde- und Verwaltungszentrum Franziskaner)
  • Fulradszelle (um 782, Lokalisierung unbekannt)
  • Heiliggeistsspital (schwäbisch: „Spitäle“, Brüder vom Orden des Heiligen Geistes, seit 1269)
  • Kapuzinerkloster (1644-1810, heute Institut für soziale Berufe St. Loreto)
  • Kollegiatstift Unserer Lieben Frau (1761-1803, heute „Kapitelshaus“, Münsterplatz 7, Münsterarchiv)
  • Franziskanerinnen der ewigen Anbetung (in Nachfolge der Vinzentinerinnen von Untermarchtal 1902 – heute, ehemals im „Canisiushaus“, jetzt im Klosterneubau zwischen Margaritenheim und Bahntrasse
Prediger Schwäbisch Gmünd

Franziskaner

Das Franziskanerkloster wurde vermutlich vor 1250 gegründet und war in den ersten Jahrhunderten seines Bestehens ein bedeutendes Kloster. 1495 fand hier das Provinzkapitel der süddeutschen Franziskanerprovinz statt. Die Bedeutung ging aber bereits im beginnenden 16. Jahrhundert zurück, das Kloster besaß damals „nur“ noch 135 Hektar, die Fläche zweier durchschnittlicher heutiger Landwirtschaftlicher Betriebe. Dazu kam, dass der protestantische Schmalkaldische Bund 1546 nicht nur die Stadt, sondern auch das Kloster plünderte.

Mit dem Ende der Freien Reichsstadt endete auch die Zeit des Klosters, das klösterliche Gymnasium wurde staatlich, das Kloster geschlossen. 13 Franziskaner lebten noch bis 1822 als Genossenschaft in der Stadt. Alle Prozessionen, mit Ausnahme der an Karfreitag, wurden den Franziskanern verboten, ebenso das Lesen der Messe und karitative Aufgaben wie die Gabe von Almosen und die Pflege von Alten und Kranken. Der letzte Gmünder Franziskaner starb 1858 als Pensionär in Ellwangen.

Das Kloster beherbergt heute verschiedene katholische Verwaltungseinrichtungen. Besucht werden kann die Kirche, die einen bunten Streifzug durch die Baugeschichte ermöglicht. Von außen ist das Gebäude mit den engen Fenstern mit Rundbögen klar als romanisch zu erkennen, allerdings wurde das Innere mit spitzen Kreuzbögen in den Stil der Gotik versetzt. Um 1723 barockisierte man die Kirche um dann schlussendlich 1751 einen Hochaltar im Stil des Rokoko einzubauen. Dieser Altar gilt bis heute als eines der bedeutendsten Zeugnisse des Rokoko in Süddeutschland. Eine tolle Kirche, deren Inneres man nicht erwartet, wenn man durch von außen auf die dicken Steinwände schaut.

St. Franziskus Schwäbisch Gmünd

Ott-Pauser’sche Fabrik

Wir machen auf der Zeitachse einen Sprung in die Gegenwart und kommen im Zeitalter der Industrialisierung an. Der Gmünder Goldschmied Nikolaus Ott eröffnete 1820 eine Werkstatt für „Bijouteriewaren“. Nach den Statuten der Zünfte durfte er als Goldschmied lediglich 3 Geseelen beschäftigten, doch die Zünfte waren im Niedergang und 1836 beschäftigte er bereits zwölf Arbeiter. Er sah in der industriellen und damit günstigen Fertigung einen Ausweg aus einer schweren Wirtschaftskrise durch wegbrechende Auslandsmärkte infolge der napoleonischen Kriege und der Konkurrenz aus der zweiten süddeutschen Gold- und Silberstadt Pforzheim.

1845 eröffnete er das heutige Gebäude und damit tatsächlich eine Fabrik des 19. Jahrhunderts mit einer Dampfmaschine als zentraler Kraftmotor.

Ott-Pauser'sche Fabrik Schwäbisch Gmünd

Die Ott’sche Silberwarenfabrik erlebte ihre Blütezeit. Alleine nach Kuba (!) exportierte man 1860 Goldwaren im Wert von 200.000 fl., was einer heutigen Kaufkraft von ca. drei Mio. Euro entspricht. Man nahm an den großen Weltausstellungen in London, Paris, München und Wien teil

Ott-Pauser'sche Fabrik Schwäbisch Gmünd

1928 übernimmt Joseph Pauser die Fabrik, was zum heutigen Namen führt. Allerdings übernahm er sie in schwerer Zeit. Die Weltwirtschaftskrise setzte der Firma zu und schließlich brachte das Geschäft am Ende des 2. Weltkrieges vollständig zum Erliegen. Auch das firmeneigene Gaswerk, mit dem aus Holz Gas erzeugt wurde brach als Umsatzbringer weg, nachdem die Stadt 1862 ein eigenes Gaswerk baute. Richtig erholt hat sich die Firma nie wieder und 1979 stellt man den Betrieb der völlig veralteten Fabrik ein.

Eine Bürgerinitiative und die Stadt Schwäbisch Gmünd richten ein Museum ein. Das Museum ist täglich außer Montags geöffnet, jeden Sonntag um 14 Uhr gibt es eine Führung.

Der Gmünder UNIMOG

Ausgestellt ist auch ein UNIMOG. Der wurde nämlich nicht in Stuttgart erfunden, sondern bei Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd. Der ehemalige Leiter der Flugzeugmotorenkonstruktion bei Daimler-BenzHeinrich Rößler, kam ausgebombt nach dem Krieg auf einem Bauernhof in Radelstetten unter wo er der Kriegswitwe bei der Arbeit half. Albert Friedrich, ebenfalls Stuttgarter Flugzeugmotoren-Konstrukteur brachte die Idee auf, einen Allzwecktraktor für den Wiederaufbau des zerstörten Landes zu entwickeln.

Rößler kritzelt die Neukonstruktion auf ein Stück Papier: vier gleichgroße Räder, Rahmenträger, Frontlenker, Pritsche: ein Mythos war geboren.

Nachdem man die Prototypen bei Erhard & Söhne gebaut hatte, lagerte man die Serienfertigung aus Platzmangel zur Firma Böhringer nach Göppingen aus. Für eine wirtschaftliche Produktion musste man aber mindestens 41 Fahrzeuge im Monat herstellen. Die damit verbundene gewaltige finanzielle Investition wollte man in Göppingen nicht eingehen und so wurde man sich 1950 mit Mercedes einig und die Unimog rollten fortan im Gaggenauer LKW-Werk vom Band.

Ott-Pauser'sche Fabrik Schwäbisch Gmünd
Ott-Pauser'sche Fabrik Schwäbisch Gmünd
Der Gmünder Unimog

Kornhaus

Wenn wir aus dem Fabrikmuseum treten blicken wir auf das 1507 errichtete Kornhaus. Es diente der gesetzlich geregelten Pflicht der Freien Reichsstätte Getreide in Friedens- und Kriegszeiten zu bevorraten. Es ist neben der Grät (neben dem Rathaus am Marktplatz) und dem Amtshaus des Spitals, ebenfalls am Marktplatz eines der drei großen Fachwerkhäuser der Stadt. Es eignet sich wunderbar dazu Kindern die Fachwerkbauweise zu erklären.

feldinsel klösterle

Zeiselberg

Wow, was für eine Wanderung! Es wird dringend Zeit für einen Biergarten! Wir steigen ein paar Meter hinauf auf den Zeiselberg, wo ein ebensolcher zur Rast einlädt. Die Kinder können auf einer riesigen Rutsche toben und gemeinsam kann man von einer Aussichtsplattform die Innenstadt überblicken.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Josefsbach

Der Name Gmünd leitet sich von „Gemünde“, der Mündung vieler Bäche in die Rems ab. Zwei davon haben wir heute schon kennengelernt: der Höferlesbach, der unter dem Wasserturm in die Stadt floss und der der Rinderbach, der das unter dem Rinderbacher Torturm tat.

Nun lernen wir einen weiteren kennen, der Josefsbach, der aus dem Zusammenfluss des Bettringer und Waldstetter Bachs entsteht begleitet uns bis zur Rems hin. Wie ein grünes Band beginnt er gleich unterhalb des Zeiselbergs und bietet einen wunderschönen Spazierweg mitten durch die Stadt. 

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Josefsanlage & Josefskapelle

Gleich zu Beginn überqueren wir den Josefsbach über eine Seilbrücke um auf der anderen Seite einen kleinen Abstecher zur Josefskapelle zu machen. Sie wurde nach dem Vorbild der Herrgottsruhkapelle am Leonardsfriedhof geschaffen, ist im Gegensatz zu dieser aber in der Regel geöffnet.

Seilbrücke am Josefsbach
Josefskapelle
Josefskapelle

Zurück am Josefsbach

Das Grüne Band wandern wir weiter bachabwärts. Rechter Hand kommen wir an den Gärten der Partnerstädte Gmünds vorbei, die einen kurzen Besuch abgestattet bekommen. Der Barnsley Garden der britischen Partnerstadt ist mit dem roten Telefonhäuschen am Eingang schon von Weitem zu erkennen.

Auf unserem Weg kommen wir auch an zwei tollen Spielplätzen vorbei. Es gibt einen Wasserspielplatz und ein wirklich großes Klettergerüst in der Köhleranlage, dass man gesichert durch Netze besteigen kann.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Barnsley Garden
Spielplatz Josefsbach Schwäbisch Gmünd

Stadtgarten

Auf Höhe der Bocksgasse überqueren wir über den Kroatensteg den Josefsbach ein weiteres Mal und kommen nach wenigen Schritten in den Stadtgarten mit dem Rokoko-Schlößchen. Die Rasenflächen laden zum toben oder zu einer Rast ein, der Park ist ein wunderschönes Kleinod!

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Remsstrand am Forum

Über eine Brücke überqueren wir die Rems und werfen einen Blick auf den „Goldwürfel“, das architektonisch moderne „Forum Gold & Silber“ am Remsstrand. Am Remsstrand selbst laden Strandkörbe und Bänke zum Verweilen ein, die aber meist sehr belagert sind.

Wir überqueren daher die Rems noch einmal und laufen am Forum Gold & Silber vorbei auf der anderen Seite des Josefsbachs zum letzten Wehrturm der Stadtmauer.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Fünfknopfturm

Der Fünfknopfturm ist der jüngste der erhaltenen Stadttürme und wurde zwischen 1423 und 1425 erbaut. Er ist fünfeckig, auf der Stadtseite gerade, während er sich auf der stadtabgewandten Seite wie ein Schiffsbug von der Stadt abwendet. Seinen Namen hat er von den fünf knopfartigen Aufsätzen, drei auf der stadtabgewandten Seite auf kleinen Erkern und zwei auf der Stadtseite auf dem Walmdach.

Bis 2003 war der Turm als Wohnung vermietet, seitdem können Besuchergruppen den Turm besteigen, seit 2023 auch wieder ohne Voranmeldung Sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr!

Fünfknopfturm

Augustiner

Wir laufen weiter den Josefsbach entlang und biegen dann in die Bocksgasse ab. Nach kurzer Zeit geht es rechts in die Augustinusstraße und wir sind im nächsten Kloster des Stadtrundgangs, dem „Augustiner“. Das Kloster beherbergt heute das Finanzamt, welches sich leider nicht mehr mit dem Zehnten zufrieden gibt, weshalb wir diesen Teil des Klosters meiden. Einen Besuch statten wir hingegen der ehemaligen Klosterkirche ab.

Die ursprüngliche Klosterkirche des Augustiner-Emeritenordens entstand vermutlich kurz nach 1308. Im Jahr 1432 wurde der Chor neu erbaut, die Kirche war zu dieser Zeit ein spätgotischer Bau von dem heute keine Merkmale mehr zu erkennen sind. Ab 1756 wurde die Kirche umgebaut und dabei teilweise abgebrochen. In dieser Form sehen wir sie noch heute. Die barocken Fresken zeigen hauptsächlich Szenen aus dem Leben des Hl. Augustinus. 

1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisierung aufgehoben und musste geräumt werden. 1806 wurde die bis dahin katholische Kirche per Dekret zur evangelischen Garnisionskirche und ab 1817 zur evangelischen Stadtkirche.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Heilig-Kreuz-Münster

In direkter Nachbarschaft zur evangelischen Stadtkirche steht „das Münster“, offiziell Heilig-Kreuz-Münster, die größte Gmünder Kirche. Sie wurde ab 1320 als gotischer Kirchenbau errichtet und ist das Ausgangswerk der bedeutenden europäischen Baumeisterfamilie der Parler (Ulmer Münster, Freiburger Münster, Basler Münster, Straßburger Münster, Veitsdom und Karlsbrücke Prag, Dom der Heiligen Barbara Kuttenberg, Stephansdom Wien, Krakauer Rathaus, St. Sebaldus Nürnberg, etc.).

Das Langhaus des Münsters war bereits nach 21 Jahren, 1341 fertig. Jedoch stürzten die beiden Türme des Münsters ein und der Bau zog sich schließlich bis ins Jahr 1521 hin.

Der Bau

Das Münster war nicht die erste Kirche an dieser Stelle. Zuvor stand an dieser Stelle eine romanische Kirche mit Zwillingstürmen, von Größe und Anordnung der Gmünder Johanniskirche wohl ähnlich.

Nach dem Bau des Langhauses von ca. 1325 bis 1341 wurde 10 Jahre später, am 17. Juli 1351 mit dem Bau des Chors zwischen den bestehenden Zwillingstürmen begonnen. Der Bau des Chores war 1381 abgeschlossen. Bis ca. 1410 dauerte der Innenausbau des Chores an. Das Münster verfügte damals über eine Holzdecke.

Das steinerne Gewölbe, die Einwölbung, erfolgte erst in den Jahren 1491-1504. Dabei entfernte man einen Bogen, der die Zwillingstürme verband, aber die Sicht in den Turm versperrte. In der Karfreitagsnacht 1497, am 24. März, geschah das Unglück: beide Türme stürzten ein. Für einen Wiederaufbau der Türme fehlte der Wille, daher wird bis heute ein Glockenturm verwendet der neben dem Münster steht und wesentlich niedriger ist als das Langhaus.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Glockenturm des Münsters

Glockenturm des Münsters

Die Kirche

Die Kirche ist als Hallenumgangschor gebaut. Alle drei Schiffe, Hauptschiff und Seitenschiffe, sind gleich hoch und man kann im Seitenschiff den Chor umrunden. Das Chorgestühl stammt aus dem Jahr 1550, leider nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil durch einen modernen „Volksaltar“ aus einem Baumstamm verschandelt.

Neben dem Hauptaltar befinden sich im Umgang weitere Altäre von denen einige kunsthistorisch wertvoll sind. Die zweite Kapelle im südlichen Kapellenkranz (Blick zum Altar links) beherbergt seit 1850 den Sebaldusaltar aus der Werkstatt Albrecht Dürers

Heilig-Kreuz-Münster Schwäbisch Gmünd
Sebaldusaltar Münster Schwäbisch Gmünd

Der Sebaldusaltar mit den Bildtafeln aus der Werkstatt Albrecht Dürers

Chorscheitelkapelle

An der Spitze der Kirche, hinter dem Hochaltar befindet sich die Chorscheitelkapelle mit einer Darstellung des Heiligen Grabes aus der Hütte der Familie Parler von etwa 1350. Genau gegenüber befindet sich an der Rückseite des Hochaltars eine Ölbergdarstellung. Am Heiligen Grab findet übrigens zur Osternacht immer frühmorgens eine Andacht statt, die sehr wenig besucht, aber sehr schön ist. Den Großteil der Besucher stellen die Vinzentinerinnen vom Heiligen Paul.

Heiliges Grab von Parler im Münster Schwäbisch Gmünd
Rückseite des Hochaltars - Ölbergdarstellung, Münster Schwäbisch Gmünd

Kollegiatstift Unserer Lieben Frau

Der Gmünder Komplex des Zentralismus ist kein neuer, er bestand offenbar schon im 18. Jahrhundert. Damals war der Klerus in Gmünd und Umgebung im Landkapitel Schwäbisch Gmünd, einer genossenschaftlichen Organisation, zusammengefasst. 1753 wurde dann der Schechinger Dorfpfarrer zum Dekan gewählt. Das wiederum kränkte die Gmünder Seele offenbar so sehr, dass man sich vom Landkapitel lossagte, eine Priesterbruderschaft, den Kollegiatsstift gründete, die Stadtkirche in eine Stiftskirche umwandelte und fortan wieder selbst der Herr im Hause war. 

Dieses Vorgehen stieß bei der Dorfbevölkerung auf massiven Widerstand, die Stadt stellte sich jedoch hinter ihre Kirche, erwartete man doch auch eine Aufwertung der Reichsstadt. UND WIR LASSEN UNS DOCH NICHT VOM SCHECHINGER DORFPFARRER REGIEREN!!!!!! Schließlich musste sogar der Augsburger Bischof anreisen um den Streit zu schlichten. Am Ende setzten die Gmünder ihren Willen durch und bekamen ihren Stift. Dieser blieb bis zur Säkularisierung 1803 bestehen.

Kollegienstift Schwäbisch Gmünd (rechts)

Ehemaliges Kollegiatstift Schwäbisch Gmünd (rechts) am Münsterplatz

Entdeckungen

Neben den kunsthistorisch und architektonisch wertvollen Dingen bietet das Gmünder Münster aber auch Raum für eine große Entdeckungsreise, die man natürlich einem Gotteshaus angemessen leise durchführen sollte.

Kinder entdecken unzählige Kleinigkeiten und man kann viele Dinge bestaunen. Das Lichtspiel der Sonne in den Bleiglasfenstern, die behauenen Steine und die Frage wie sie wohl damals nach oben in das Gewölbe kamen. Viele kleine Figuren, Details der Steinmetzarbeiten und eine der wunderbarsten Orgeln Deutschlands.

Da wir als nächstes die Johanniskirche besuchen eignet sich der abschließende Rundgang um die Kirche gut dazu den Kindern den Unterschied zwischen Romanik und Gotik näherzubringen.

Spickzettel Romanik vs. Gotik

Romanik Gotik
ca. 1000 – 1250 n. Chr. 1140 – ca. 1550 n. Chr.
dicke, massive Gebäude, wirken sehr „erdverbunden“ hoch aufstrebende Gebäude, strecken sich dem Himmel entgegen
Tonnengewölbe Kreuzrippengewölbe
Dicke Säulen Dünne Säulen
Massive, dicke Türme Hohe, spitze Türme
Runde Fenster und Türen Spitze Fenster und Türen
Klosterartig Schlossartig
Schlicht, einfache Figuren, oft zweidimensional Reich verziert, viele Bilder und Figuren
Heilig
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Prediger

Nachdem wir das Münster zum Abschluss umrundet haben und den kleinen Glockenturm der großen Kirche gefunden haben wandern wir hinüber zum Johannisplatz. Vor wir die romanische Johanniskirche betreten können wir noch dem Prediger einen Besuch abstatten. Das ehemalige Dominikanerkloster beherbergt unter anderem das städtische Museum. Dieses bietet einen Rundgang durch die Stadtgeschichte. Römer, Staufer, Mittelalter, daneben die Kirchenschätze des Franziskaner und des Münsters bis hin zu Gegenwartskunst. 

Prediger Schwäbisch Gmünd

Ausstellungen

Es gibt drei verschiedene Bereiche, für die man sich entscheiden kann: die Dauerausstellung, die Schatzkammer und die Sonderausstellung. 

Die Sonderausstellung würde ich mit Kindern weglassen. Aktuell wird „Stadt – Land – Akt. Der Maler Hans Bucher aus dem Donautal“ gezeigt.

Die „Schatzkammer“ zieht alleine des Namens wegen, zumindest bei meinen Kindern. Man darf aber nicht zu viel erwarten, es handelt sich „lediglich“ um eine Kopie der Reichsinsignien des Heiligen Römen Reiches Deutscher Nation, deren Originale in Wien verwahrt werden. Sie bestehen aus dem Krönungsmantel, der Kaiserkrone, dem Reichsapfel, den Reichshandschuhen und dem Reichsschwert.

Schatzkammer Prediger Schwäbisch Gmünd

Dauerausstellung

Was man in jedem Fall besuchen muss ist die Dauerausstellung. Die Sammlung führt über zwei Etagen in einem chronologisch angelegten Rundgang durch alle Epochen der Stadtgeschichte Schwäbisch Gmünds und ermöglicht eine Zeitreise durch Kunst und Kultur: von einer Replik der Figur des „Löwenmenschen“ und Funden der Römerzeit über eine staufische Madonna bis zu Grafik von Albrecht Dürer und Hans Baldung Grien; von Elfenbeinarbeiten Johann Michael Mauchers und Porträts des spätbarocken Malers Johann Georg Strobel bis zum Kirchenschatz des Heilig-Kreuz-Münsters; von der Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts bis zur Kunst der Gegenwart. 

Erwachsenen lernen etwas und Kinder finden es sehr spannend, ich empfehle den Besuch in jedem Fall!

Museum im Prediger

Johanniskirche

Die Johanniskirche wird nicht mehr als Kirche genutzt, sie dient als Lapidarium (Skulpturensammlung) für das Münster. Die Bauzeit lag vermutlich zwischen 1210 und 1230. Der Turm mit seinen bunten Dachziegeln wurde vermutlich zwischen 1240 und 1250 gebaut und fällt damit in die Frühgotik. Er wurde erst später, Ende des 19. Jahrhunderts, mit der Kirche verbunden. Er ist mit 48m das höchste Gebäude Schwäbisch Gmünds. Der Turm ist schief und neigt sich einen Meter aus seiner Längsachse. Von der Aussichtsplattform auf dem Zeiselberg ist das gut zu erkennen. Der Eintritt in die Kirche ist frei, gegen eine kleine Gebühr kann der Turm der Johanniskirche bestiegen werden.

Die steinernen Wasserspeier aus dem Münster in den Seitenschiffen sind neben der Turmbesteigung die Attraktion für Kinder.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Marktplatz

Nach den vielen Kirchen und Klöstern schauen wir uns den Marktplatz an. Ein tolles Ensemble mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Baukunst.

Grät

Bemerkenswert ist die Grät, ein Fachwerkhaus neben dem Rathaus, dass im Mittelalter als Kaufhaus diente. An der Fassade findet man ein Relief zum Gedenken an die Staufer und das Dreikönigsrelief, dass daran erinnert, dass die Gebeine bei der Überführung von Mailand in den Hohen Dom zu Köln eine Nacht in der Stauferstadt gelagert wurden. Es stammt um die Zeit von 1500.

In der Grät befindet sich das Panoramamuseum (Eintritt frei), in dem man das Stauferrundbild von Hans Kloss besichtigen kann. Zur Aufführung der Staufersage 2012 porträtierte Kloss über 850 Gmünder Laienschauspieler und arbeitete sie in ein Rundbild zur Geschichte der Staufer mit den beeindruckenden Maßen von 17 x 2,8m ein.

Hans Kloss

Der „Gmünder Stadtmaler“ Hans Kloss (1938-2018) widmete einen bedeutenden Teil seines Schaffens der Stadt Gmünd. Neben dem Staufer-Rundbild kann man im Museum in der Grät das „Schwäbisch Gmünder Epos“ mit fünfzehn großformatigen Bildern, die Kloss anlässlich des 850. Stadtjubiläums im Jahre 2012 malte bestaunen. Daneben das „Irene-Triptychon“ zum Gedenken an den 800. Todestag von Königin Irene von Byzanz im Jahre 2008 im ehemaligen, original erhaltenen Atelier des Künstlers und „Die Heiligen Drei Könige“ gegenüber des Eingangs in einem tresorartigen Raum, die mit dem Schwäbisch Gmünder Epos entstanden. Ergänzt wird die Gmünder Sammlung durch „Ein Raum voller Bilder“ mit achtzig Bildern, Drucken und Grafiken von Hans Kloss im Vorraum des Museums, der 2022 neu gestaltet wurde.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Die Grät (links), eines der drei großen Gmünder Fachwerkhäuser mit einer beeindruckenden Geschichte

Grät Panoramamuseum

Ein Ausschnitt aus einem der 15 Bilder des „Schwäbisch Gmünd Epos“ zum 850. Stadtjubiläum mit der Remsbahn vor dem Salvator

Staufer-Rundbild Hans Kloss Panoramamuseum

Das Staufer-Rundbild von Hans Kloss

Staufer-Rundbild Hans Kloss Panoramamuseum

Fast jeder Gmünder dürfte jemanden der 850 Gmünder kennen, die Hans Kloss hier portraitiert hat.

Mohren-Apotheke

Ebenfalls anschauen sollte man sich die (ehemalige) Mohren-Apotheke mit den beeindruckenden Fassadenmalereien

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Spitäle

Das dritte große Fachwerkhaus auf unserer Rundwanderung ist das Amtshaus des Hospital zum Heiligen Geist, im schwäbischen kurz „Spitäle“ genannt. Bis zu seiner Schließung 1984 galt das 1269 gegründete Krankenhaus als das älteste bestehende Krankenhaus Deutschlands.

Im 16. Jahrhundert war das Spital der Brüder vom Orden des Heiligen Geistes der größte Grundbesitzer der Stadt und der Einfluss der katholischen Brüder so groß, dass Gmünd in der Reformationszeit katholisch blieb.

Das Krankenhaus war durch seinen Grundbesitz bis 1951 Selbstversorger, zu diesem Zweck behielt man bis in die 1950er-Jahre die Spitalscheuer auf dem Gelände. Die Spitalmühle existiert noch heute im Innenhof des Komplexes.

Man sollte auf jeden Fall einen Blick in die Stadtbücherei werfen, die im ehemaligen Amtshaus untergebracht ist und in den 1990er Jahren wunderbar renoviert wurde.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Fehrle-Steg

Die Rems mit dem Wehr und einer Bailey-Behelfsbrücke war jahrzehntelang ein Schandfleck zwischen der „Bierakademie“ (um die es wirklich Schade ist!) und dem Bahnhofshotel nebst der vielspurigen B29 Ortsumfahrung (um die es gar nicht Schade ist). Zur Gartenschau in Gmünd baute das die Fachgruppe Brückenbau des THW Pfedelbach die Behelfsbrücke ab. Ersetzt wurde sie durch eine geschwungene Hängebrücke, die uns zurück zum Bahnhof bringt. Die Rems wurde renaturiert und man kann in diesem Bereich Enten und Schwäne bei ihrem Tagwerk beobachten.

Bailey-Brücke Fehrlesteg in Schwäbisch Gmünd
Fehrlesteg in Schwäbisch Gmünd

Bahnhof

Wie es Bahnhöfe dieser Tage so an sich haben ist auch der Gmünder Bahnhof hinter seiner schicken Fassade kein besonders toller Ort, aber für die Entwicklung der Industriekultur in unserer Region maßgeblich. Erst durch die Remsbahn, die 1858 Gmünd erreichte und das Remstal bis Wasseralfingen an Stuttgart anband wurde die Industrialisierung möglich.  Daran erinnert der Bahnhof im Neoklassizistischen Stil noch heute. 

Bahnhof Schwäbisch Gmünd

Geschafft!

Wow, was für eine Wanderung! Wer es bis hierher geschafft hat, hat wirklich einen Großteil von Gmünd an einem Tag gesehen. Es gäbe da noch ein paar Orte, die ich teilweise auch in anderen Ausflugstipps beschreibe, aber wir haben wirklich die meisten Sehenswürdigkeiten der altehrwürdigen Stauferstadt abgeklappert. Wie hat es Dir gefallen? Schreib es in die Kommentare!

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen
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EXTRA: Museum im Prediger

EXTRA: Museum im Prediger

EXTRA: Museum im Prediger

Das Museum im Prediger ist alleine vom Gebäude, eine ehemaligens Dominikanerkloster, sehenswert. Neben Sonderschauen, die in der Regel für Kinder uninteressant sind führt die Schausammlung auf zwei Etagen in einem chronologisch angelegten Rundgang durch alle Epochen der Stadtgeschichte Schwäbisch Gmünds und ermöglicht eine Zeitreise durch Kunst und Kultur. Es ist wirklich sehenswert und sehr günstig dazu!

Das Museum im Prediger ist Teil der Tour „#034 Gmünder Türme & Kirchen„. Da aber auch ein Besuch zwischendurch lohnt gibt es hierzu einen Extra-Bericht.

Prediger

Nachdem wir das Münster zum Abschluss umrundet haben und den kleinen Glockenturm der großen Kirche gefunden haben wandern wir hinüber zum Johannisplatz. Vor wir die romanische Johanniskirche betreten können wir noch dem Prediger einen Besuch abstatten. Das ehemalige Dominikanerkloster beherbergt unter anderem das städtische Museum. Dieses bietet einen Rundgang durch die Stadtgeschichte. Römer, Staufer, Mittelalter, daneben die Kirchenschätze des Franziskaner und des Münsters bis hin zu Gegenwartskunst. 

Prediger Schwäbisch Gmünd

Ausstellungen

Es gibt drei verschiedene Bereiche, für die man sich entscheiden kann: die Dauerausstellung, die Schatzkammer und die Sonderausstellung. 

Die Sonderausstellung würde ich mit Kindern weglassen. Aktuell wird „Stadt – Land – Akt. Der Maler Hans Bucher aus dem Donautal“ gezeigt.

Die „Schatzkammer“ zieht alleine des Namens wegen, zumindest bei meinen Kindern. Man darf aber nicht zu viel erwarten, es handelt sich „lediglich“ um eine Kopie der Reichsinsignien des Heiligen Römen Reiches Deutscher Nation, deren Originale in Wien verwahrt werden. Sie bestehen aus dem Krönungsmantel, der Kaiserkrone, dem Reichsapfel, den Reichshandschuhen und dem Reichsschwert.

Schatzkammer Prediger Schwäbisch Gmünd

Dauerausstellung

Was man in jedem Fall besuchen muss ist die Dauerausstellung. Die Sammlung führt über zwei Etagen in einem chronologisch angelegten Rundgang durch alle Epochen der Stadtgeschichte Schwäbisch Gmünds und ermöglicht eine Zeitreise durch Kunst und Kultur: von einer Replik der Figur des „Löwenmenschen“ und Funden der Römerzeit über eine staufische Madonna bis zu Grafik von Albrecht Dürer und Hans Baldung Grien; von Elfenbeinarbeiten Johann Michael Mauchers und Porträts des spätbarocken Malers Johann Georg Strobel bis zum Kirchenschatz des Heilig-Kreuz-Münsters; von der Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts bis zur Kunst der Gegenwart. 

Erwachsenen lernen etwas und Kinder finden es sehr spannend, ich empfehle den Besuch in jedem Fall!

Museum im Prediger
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EXTRA: Panoramamuseum Hans Kloss

EXTRA: Panoramamuseum Hans Kloss

EXTRA: Panoramamuseum Hans Kloss

Das Panoramamuseum Hans Kloss ist alleine vom Gebäude her, einem der großen Gmünder Fachwerkhäuser, sehenswert. Hans Kloss bildete wie kein anderer Maler unser Zeit die Stadt ab. Berühmt wurde er durch sein Stauferrundbild.

Das Museum ist Teil der Wanderung „#034 Gmünder Türme & Kirchen„, es eignet sich aber auch für einen kurzen Besuch zwischendurch. Daher gibt es hier einen Extra-Bericht.

Marktplatz

Nach den vielen Kirchen und Klöstern schauen wir uns den Marktplatz an. Ein tolles Ensemble mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Baukunst.

Grät

Bemerkenswert ist die Grät, ein Fachwerkhaus neben dem Rathaus, dass im Mittelalter als Kaufhaus diente. An der Fassade findet man ein Relief zum Gedenken an die Staufer und das Dreikönigsrelief, dass daran erinnert, dass die Gebeine bei der Überführung von Mailand in den Hohen Dom zu Köln eine Nacht in der Stauferstadt gelagert wurden. Es stammt um die Zeit von 1500.

In der Grät befindet sich das Panoramamuseum (Eintritt frei), in dem man das Stauferrundbild von Hans Kloss besichtigen kann. Zur Aufführung der Staufersage 2012 porträtierte Kloss über 850 Gmünder Laienschauspieler und arbeitete sie in ein Rundbild zur Geschichte der Staufer mit den beeindruckenden Maßen von 17 x 2,8m ein.

Hans Kloss

Der „Gmünder Stadtmaler“ Hans Kloss (1938-2018) widmete einen bedeutenden Teil seines Schaffens der Stadt Gmünd. Neben dem Staufer-Rundbild kann man im Museum in der Grät das „Schwäbisch Gmünder Epos“ mit fünfzehn großformatigen Bildern, die Kloss anlässlich des 850. Stadtjubiläums im Jahre 2012 malte bestaunen. Daneben das „Irene-Triptychon“ zum Gedenken an den 800. Todestag von Königin Irene von Byzanz im Jahre 2008 im ehemaligen, original erhaltenen Atelier des Künstlers und „Die Heiligen Drei Könige“ gegenüber des Eingangs in einem tresorartigen Raum, die mit dem Schwäbisch Gmünder Epos entstanden. Ergänzt wird die Gmünder Sammlung durch „Ein Raum voller Bilder“ mit achtzig Bildern, Drucken und Grafiken von Hans Kloss im Vorraum des Museums, der 2022 neu gestaltet wurde.

Schwäbisch Gmünd - Türme & Kirchen

Die Grät (links), eines der drei großen Gmünder Fachwerkhäuser mit einer beeindruckenden Geschichte

Grät Panoramamuseum

Ein Ausschnitt aus einem der 15 Bilder des „Schwäbisch Gmünd Epos“ zum 850. Stadtjubiläum mit der Remsbahn vor dem Salvator

Staufer-Rundbild Hans Kloss Panoramamuseum

Das Staufer-Rundbild von Hans Kloss

Staufer-Rundbild Hans Kloss Panoramamuseum

Fast jeder Gmünder dürfte jemanden der 850 Gmünder kennen, die Hans Kloss hier portraitiert hat.

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EXTRA: Silberwarenmuseum Ott-Pauser’sche Fabrik

EXTRA: Silberwarenmuseum Ott-Pauser’sche Fabrik

EXTRA: Silberwarenmuseum Ott-Pauser’sche Fabrik

Im Silberwarenmuseum Ott-Pauser’sche Fabrik kann der Besucher nacherleben, wie ein Gmünder Gold- und ­Silberarbeiter in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gearbeitet hat. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass die Fabrikationsanlagen in allen wesentlichen Teilen noch heute bestehen. Zu sehen sind Friktionsspindelpressen, Drahtziehbänke, Fall- und Krafthämmer und Walzwerke, die über eine Transmissionsanlage von einem großen Gasmotor angetrieben wurden. Ein solcher Gasmotor ist in ­einem Nebengebäude der Fabrik zu besich­tigen.

Das Museum ist Teil der Wanderung „#034 Gmünder Türme und Kirchen„, es bietet sich aber auch an, dass Museum „einfach so“ zu besuchen, daher hier ein Extra-Bericht.

Ott-Pauser’sche Fabrik

Wir machen auf der Zeitachse einen Sprung in die Gegenwart und kommen im Zeitalter der Industrialisierung an. Der Gmünder Goldschmied Nikolaus Ott eröffnete 1820 eine Werkstatt für „Bijouteriewaren“. Nach den Statuten der Zünfte durfte er als Goldschmied lediglich 3 Geseelen beschäftigten, doch die Zünfte waren im Niedergang und 1836 beschäftigte er bereits zwölf Arbeiter. Er sah in der industriellen und damit günstigen Fertigung einen Ausweg aus einer schweren Wirtschaftskrise durch wegbrechende Auslandsmärkte infolge der napoleonischen Kriege und der Konkurrenz aus der zweiten süddeutschen Gold- und Silberstadt Pforzheim.

1845 eröffnete er das heutige Gebäude und damit tatsächlich eine Fabrik des 19. Jahrhunderts mit einer Dampfmaschine als zentraler Kraftmotor.

Ott-Pauser'sche Fabrik Schwäbisch Gmünd

Die Ott’sche Silberwarenfabrik erlebte ihre Blütezeit. Alleine nach Kuba (!) exportierte man 1860 Goldwaren im Wert von 200.000 fl., was einer heutigen Kaufkraft von ca. drei Mio. Euro entspricht. Man nahm an den großen Weltausstellungen in London, Paris, München und Wien teil

Ott-Pauser'sche Fabrik Schwäbisch Gmünd

1928 übernimmt Joseph Pauser die Fabrik, was zum heutigen Namen führt. Allerdings übernahm er sie in schwerer Zeit. Die Weltwirtschaftskrise setzte der Firma zu und schließlich brachte das Geschäft am Ende des 2. Weltkrieges vollständig zum Erliegen. Auch das firmeneigene Gaswerk, mit dem aus Holz Gas erzeugt wurde brach als Umsatzbringer weg, nachdem die Stadt 1862 ein eigenes Gaswerk baute. Richtig erholt hat sich die Firma nie wieder und 1979 stellt man den Betrieb der völlig veralteten Fabrik ein.

Eine Bürgerinitiative und die Stadt Schwäbisch Gmünd richten ein Museum ein. Das Museum ist täglich außer Montags geöffnet, jeden Sonntag um 14 Uhr gibt es eine Führung.

Der Gmünder UNIMOG

Ausgestellt ist auch ein UNIMOG. Der wurde nämlich nicht in Stuttgart erfunden, sondern bei Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd. Der ehemalige Leiter der Flugzeugmotorenkonstruktion bei Daimler-BenzHeinrich Rößler, kam ausgebombt nach dem Krieg auf einem Bauernhof in Radelstetten unter wo er der Kriegswitwe bei der Arbeit half. Albert Friedrich, ebenfalls Stuttgarter Flugzeugmotoren-Konstrukteur brachte die Idee auf, einen Allzwecktraktor für den Wiederaufbau des zerstörten Landes zu entwickeln.

Rößler kritzelt die Neukonstruktion auf ein Stück Papier: vier gleichgroße Räder, Rahmenträger, Frontlenker, Pritsche: ein Mythos war geboren.

Nachdem man die Prototypen bei Erhard & Söhne gebaut hatte, lagerte man die Serienfertigung aus Platzmangel zur Firma Böhringer nach Göppingen aus. Für eine wirtschaftliche Produktion musste man aber mindestens 41 Fahrzeuge im Monat herstellen. Die damit verbundene gewaltige finanzielle Investition wollte man in Göppingen nicht eingehen und so wurde man sich 1950 mit Mercedes einig und die Unimog rollten fortan im Gaggenauer LKW-Werk vom Band.

Ott-Pauser'sche Fabrik Schwäbisch Gmünd
Ott-Pauser'sche Fabrik Schwäbisch Gmünd
Der Gmünder Unimog
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#029 Zum Heiligen Bernhard (2024)

#029 Zum Heiligen Bernhard (2024)

#029 Zum Heiligen Bernhard (2024)

Am 20. August feiern katholische, protestantische und anglikanische Christen den Gedenktag des Heiligen Bernhard. Seit dem frühen 18. Jahrhundert sind auf dem nach ihm benannten Bernhardus Wallfahrten nachgewiesen. Die Bernhardus-Wallfahrt am 20. August lockt jedes Jahr tausende Pilger auf den Berg. Eine Einladung.

Tour-Info

  • Ausdauer 70% 70%
  • Abenteuer 60% 60%
  • Spaß 30% 30%
  • Verpflegung 80% 80%

HINWEIS: 

Was Kinder gefällt

Ich erinnere mich noch an eine Bernhardus-Wallfahrt mit dem Kindergarten. Es hat mich sehr fasziniert. Ich war 2022 und 2023 noch ohne Kinder unterwegs, aber ich glaube dass es für Kinder ein spannendes Erlebnis ist.

Ideale Witterung

Die Bernhardus-Wallfahrt ist kein Wunschkonzert. Ob Regen, Nebel oder Hochsommertag, am 20. August ist Bernhardustag. Wenn der 20. August auf einen Sonntag fällt ist die Wallfahrt bereits am Samstag, 19. August. Im Jahr 2024 findet die Wallfahrt am Dienstag 20.08.2024 statt.

Verpflegung

Der TV Weißenstein sorgt nach der Messe direkt an der Kapelle für das leibliche Wohl. Ich empfehle aber, direkt nach der Messe zum Furtlespass abzusteigen und in der Skihütte des TV Weiler einzukehren. Traditionell gibt es Schlachtschüssel, aber auch andere Speisen.

An- & Abreise

Meine Tour startet in Unterbettringen, wer mit dem Auto anreist und dort starten möchte, sollte in der Nähe der Versöhnungskirche, Breslauer Str. 35, 73529 Bettringen parken und dort in meine Route einsteigen. Man kann auch bis zum Furtlepass fahren und dort, an der Abzweigung zum Flugplatz Hornberg, parken. Möchte man die komplette Tour laufen sollte man um 06.30 Uhr starten, ab dem Furtlespass um 08.00 Uhr.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

El camino comienza en su casa (spanisch für „der Weg beginnt in Deinem Haus“) ist eine in Spanien geläufige Antwort auf die Frage, wo der Jakobsweg beginnt. Darum beginnt auch diese Reise an meiner Haustüre. Es steht natürlich jedem frei einen anderen Startpunkt zu wählen. Unterbettringen hat aber drei entscheidende Vorteile:

  1. man kann den Hin- und Rückweg so gestalten, dass man fast einen Rundweg schafft.
  2. man kann so mehr interessante Orte in eine Wanderung packen: das Naturschutzgebiet Lindenfeld und die Kriegsebene mit den amerikanischen Bunkeranlagen und dem Naturschutzgebiet Tannenrutschung.
  3. Am Zielpunkt der Reise findet man mit dem Kapperle eine hervorragende Gastwirtschaft und die Möglichkeit für den Wallfahrer zum Abschluss einzukehren.

 

Geschichte der Wallfahrt

Die Legende besagt, dass sich im frühen 18. Jahrhundert an einer Statue des Heiligen Bernhard in einer Kapelle auf dem damals noch „Spitzkopf“ genannten Berg mehrere wundersame Heilungen ereigneten.

Wie heute noch eine Tafel an der Kapelle bezeugt, fand am Bernhardustag 1728 die erste „Heilige Messe solemniter“ (festlich) im Rahmen einer Wallfahrt statt.

Diss ist der Ortt All wo

der Hl. Vatter Bernardus

nach seinem Verbott zu Clarenthal

Anno D. MDCCXXVII

sich wiederum das erste mahl

hat wunderthätig gezeigt

und Ihne zu Ehren das folgende Jahr

MDCCVIII den XX August

die Erste Hl. Messe solemniter

gehalten worden

MMII

Steintafel an der Kapelle

1730, zwei Jahre nach Beginn der Wallfahrten, wurde mit dem Bau einer großen Wallfahrtskirche auf dem Bernhardus begonnen. An der Stelle der ursprünglichen Kapelle wurde neben der neuen Wallfahrtskirche 1739 ein Standbild des Heiligen Nepomuk errichtet. Das Logo der „Glaubenswege“ zeigt stilisiert diese ehemalige Wallfahrtskirche auf dem Bernhardus. 

Glaubenswege - St. Bernhardus

In den Jahren 1770 bis 1772 wütete eine große Hungersnot in Europa. Es war eine Periode einer der extremsten Wetteränderungen der Neuzeit und es folgten drei Missernten aufeinander. Im Nachgang dieser Hungersnot stiftete Maximilian Emanuel von Rechberg die Wallfahrtskirche auf dem Rechberg. 1806 litt diese neue Pfarrei auf dem Rechberg unter Geldnot und die Grafen von Rechberg verlegten kurzerhand die Statue des Bernhard mitsamt der Wallfahrt in ihre neue Kirche auf ihrem Hausberg. 1809 ließen sie die Kirche auf dem Bernhardus samt mehrerer benachbarter Häuser, einem Gasthaus und zwei Wohnhäusern abtragen.

1880 stiftete Graf Otto von Rechberg und Rothenlöwen die heutige Wallfahrtskapelle, sie wurde an der Stelle erbaut, an der sich der Hochaltar der alten Wallfahrtskirche befand.

Du musst nicht über Meere reisen,
musst keine Wolken durchstoßen
und musst nicht die Alpen überqueren.
Der Weg, der dir gezeigt wird, ist nicht weit.
Du musst deinem Gott nur
bis zu dir selbst entgegengehen.

Bernhard von Clairvaux

Kirchenlehrer

Stadtbus Schwäbisch Gmünd

Sonderbusse zum Bernhardus (2024)

2024 fahren KEINE SONDERBUSSE zum Bernhardus! Der erste reguläre Bus zum Hornberg trifft werktags 7.02 Uhr am Furtlepass ein, ein weiterer um 8.12 Uhr.

Die Linie 2 fährt ab ZOB Schwäbisch Gmünd über Unterbettringen – Lindenfeld – Weiler i.d.B zum Furtlepass. Alle Haltestellen und den Fahrplan gibt es bei Stadtbus Gmünd.

Sehr schade, selbst im letzten Jahr hat man es trotz Sperrung am Furtlepass geschafft einen Busverkehr einzurichten.

 

Die Wanderung

Zur Kriegsebene

Mit dem Läuten der Kirchenglocken um 6 Uhr brechen wir in Unterbettringen auf und wandern am Schapfenbach entlang bis zum Ortsrand. Rechter Hand lädt ein Feldkreuz zu einer kurzen Pause und einem Gebet ein, links davon beginnt direkt hinter den ersten Häusern das Naturschutzgebiet Lindenfeld mit der für die Alb typischen Magerrasen-Wiesen. Hier und da, wo das Wasser aus dem Berg drückt oder die amerikanischen Panzer bis in die 80er Jahre tiefe Spuren hinterließen, haben sich kleine Tümpel und Feuchtwiesen gebildet.

Wir folgen dem Trampelpfad bergauf dem Waldrand zu. Wenn wir zurückblicken liegen Bargau, Bettringen und weiter hinten im Remstal die Stadt Gmünd vor uns. An feuchten Tagen sieht man zu dieser Stunde Gmünd im Nebel liegen.

Durch den Wald

Am Waldrand angekommen beginnt hinter Bäumen ein Trampelpfad, der uns weiter aufwärts führt. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir einen kleinen Schotterplatz im Wald. Wir überqueren ihn und finden am anderen Ende einen weiteren Trampelpfad, der weiter bergauf führt. Am Ende wird er steiler und bei nassem Grund zu einer kleinen Kraxelei. Kurz darauf stehen wir am Gipfel der Kriegsebene, die den ersten Sporn des Kalte Feld-Massiv bildet.

Übrigens: wenn man von der Kriegsebene, dem offiziellen Namen der Anhöhe, redet erntet man meist verständnislose Blicke. Umgangssprachlich heißt der Berg nur „Staatswald“.

 

Naturschutzgebiet Lindenfeld
Naturschutzgebiet Lindenfeld

Über den Staatswald

Wir halten uns immer in südlicher Richtung und überqueren in kurzer Zeit das langgezogenen Bergeplateau. Am Wegesrand tauchen, zu dieser Jahreszeit dicht überwucherte, Bunker direkt am Weg auf.Diese insgesamt 28 Bunker wurden zwischen 1954 und 1958 durch die US Army errichtet wurden.

Ob die Bunker durch die Einheiten aus Schwäbisch Gmünd oder Göppingen genutzt wurden, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Bis zum Abzug der Streitkräfte wußten die Bürger am Fuße des Berges nicht, was dort vor sich ging und auch heute ist die Quellenlage dünn.

Kalter Krieg

Der rege Fahrzeugverkehr, auch in der Nacht, sorgte für allerlei Spekulation. Geschichten, dass die Pershing II-Mittelstreckeraketen zu Zeiten der Mutlanger Friedensdemo in den Staatswald verlegt wurden machten die Runde, sind aber unbestätigt. Bestätigt ist, dass auf dem Gipfel eine größere gerodete Fläche ist, die als Hubschrauberlandeplatz dienen konnte, oder eben auch als Aufstellungsort für mobile Abschußrampen.

Am Bernhardustag steht uns aber der Sinn nach Anderem und die Erkundung wird auf den Rückweg verschoben. Am Ende der Kriegsebene, am ehemaligen Gate 1 des Geländes, sehen wir eine Informationstafel zu den Bunkeranlagen. Von dort richten wir uns nach Südwest und folgen dem Weg auf einem breiten Grat in Richtung Hornberg. Wer auf der Suche nach einer Wanderung ist, bei der wir uns näher mit diesen Bunkern beschäftigen, sollte sich die Wanderung „Kalter Krieg in Waldstetten“ ansehen.

Bunker 856
Infotafel Bunker Staatswald

Auf den Hornberg

Nach einem eintönigen Waldweg, der uns eben hinüber zum Hornberg führt, biegen wir links ab in die Hornbergsteige. Der Weg wird steiler und nach 40 Höhenmeter verlassen wir die breite Hornbergsteige und biegen rechts ab in Richtung Dreikaiserberge-Blick. Das ist zwar ein kleiner Umweg, aber er wird uns zum schönsten Ausblick der Ostalb führen, wo wir uns eine Pause verdient haben.

Zuvor steht uns aber noch der steilste Anstieg der Tour bevor. Über Wurzeln und Felsen des weißen Jura windet sich der schmale Trampelpfad nach oben auf den Hornberg. Durch das dichte Blätterdach des Buchenmischwaldes am Trauf lässt sich der Ausblick schon erahnen, den wir gleich genießen wollen.

Dreikaiserberge-Blick

Plötzlich wird das Gelände ebener und nach kurzer Zeit treffen wir auf einen gemütlichen Holztisch mit einer Infotafel und einem Ausblick nach Westen. Unter uns im Tal liegt Weilerstoffel. Dahinter mit einer ungewohnten Silhouette die Ostflanke des Stuifens mit dem bewaldeten Urengarten. Rechts davon, gut zu erkennen, der Rechberg mit der Wallfahrtskirche und dazwischen der kegelförmige Hohenstaufen am Horizont.

Bevor wir weiter auf der Bernhardus-Wallfahrt pilgern bietet sich hier eine Rast an, bei der wir den Ausblick genießen. Um die frühe Stunde hat man den Berg für sich und wenn der Bernhardustag nicht gerade auf einen Sonntag fällt stehen die Chancen gut, dass uns bisher noch niemand begegnet ist, seit wir Bettringen hinter uns gelassen haben.

Alternativ können wir dem Trampelpfad noch etwa hundert Meter folgen und sehen dort einen zweiten Aussichtspunkt mit einer Bank. Von hier aus geht der Blick etwas mehr nach Südwesten. Von hier aus ist der Stuifen ganz rechts zu sehen, daneben die Hochebene von Wißgoldingen mit dem kleinen Schönbergle („Zuckerhütle“) und dem Schwarzhorn. Links davon blicken wir auf die Nordflanke des Kalten Felds.

Dreikaiserberge-Blick
Dreikaiserberge-Blick

Über den Hornberg

Kurz nach dem zweiten Aussichtspunkt treten wir aus dem Wald heraus und stehen auf der offenen, flachen Wacholderheide am Hornberg. Vor uns taucht der Segelflugplatz auf, den wir heute aber rechts liegen lassen. Wir laufen parallel zur Nordostflanke des Hornbergs bis vor uns das Ziel der Wallfahrt, der Bernhardus, als langgezogener bewaldeter Berg auftaucht.

Über die ebenen Wiesen geht es flott voran, das oft stark bevölkerte Ausflugsziel liegt zur Morgenstunde ruhig da, und wir genießen die Einsamkeit und Stille der Alb.

Am Ende des Hornbergs geht es wenige Meter hinab zum Furtlespass. Hier überqueren wir die Straße von Weiler i.d.B. nach Degenfeld und wir finden uns in belebter Umgebung wieder. Der Wanderparkplatz am Bernhardus wird schon von den Einweisern des Ordnungsamtes beherrscht und die ersten Pilger parken ihre Autos.

Blick auf den Bernhardus

Die Bernhardus-Wallfahrt

Für viele Pilger beginnt die Bernhardus-Wallfahrt erst hier am Wanderparkplatz. Um dem Trubel zu entgehen nehmen wir am oberen Ende des Parkplatzes den Trampelpfad rechts neben der Straße und steigen in fast gerader Linie durch den Wald nach oben bis wir die freie Hochebene unterhalb des Bernhardus betreten. Hier bleibt uns keine Wahl als den asphaltierten Pilgerweg mit dem Rest der Wallfahrer zu teilen.

Weg der Besinnung

Entlang des Weges befinden sich Skulpturen und Stelen, der sogenannte „Weg der Besinnung“. Im leichten Anstieg geht es bis an den Waldrand. Hier verlassen wir wieder den Hauptweg und nutzen den Trampelpfad rechts der Pilgerstraße. Nach einem Drittel des Weges überqueren wir einmal den Hauptweg und finden schräg links etwas versteckt unseren Trampelpfad wieder. Auf halbem Weg zum Gipfel finden wir rechts vom Trampelpfad eine interessante Felsformation, vielleicht ein alter Steinbruch? Gegen Ende wird der Weg flacher und wenn wir uns immer hart am Trauf links halten erreichen wir den Gipfel am Aussichtspunkt mit dem Gipfelkreuz. Vor uns liegt Weiler in den Bergen, rechts unter uns das Bargauer Horn und das Himmelreich. Links können wir unseren Weg über die Kriegsebene von oben betrachten, dahinter die weite Ebene des Schwäbisch-Fränkischen Waldes.

Gipfelkreuz am Bernhardus

Der Heilige Bernhard

Wenn wir uns vom Ausblick abwenden liegt wenige Meter hinter uns die Bernharduskapelle. Da wir früh aufgestanden und zügig marschiert sind, sind wir gegen 08 Uhr, eine Stunde vor der Heiligen Messe, an der Kapelle. Wir haben noch Zeit einen Blick in die Kapelle zu werfen und ein stilles Gebet zu sprechen. Das ist zwar auch nach der Messe möglich, aber dann wollen die anderen ein- bis fünftausend Pilger das auch. 

Wir suchen uns einen Platz und setzen uns auf der mitgebrachten Sitzunterlage ins taunasse Gras. Die mitgebrachte Brotzeit und der rege Betrieb der ankommenden Pilger verkürzen die Wartezeit bis zum Beginn der Messe. Als Erwachsener ist die Sicht von hinten ziemlich gut, wer kleine Kinder hat sollte sich einen Platz weiter vorne sichern. Insbesondere bei gutem Wetter wird sich die Wiese bis zum Beginn der Messe komplett füllen.

Der Heilige Bernhard, das Ziel der Bernhardus-Wallfahrt

Die Heilige Messe

Das Hochamt auf dem Bernhardus ist für mich eine sehr besondere Messe. Verbunden mit der einsamen Wanderung auf den Berg und durch die Gemeinschaft mit vielen Pilgern erfüllt mich immer große Dankbarkeit für die Schöpfung und mein Leben. Am Ende der Messe wird der Segen mit dem Bernhardusreliquiar gespendet.

Der Heilige Bernhard, das Ziel der Bernhardus-Wallfahrt
Bernhardus-Wallfahrt

Mittagspause

Der TV Weißenstein versorgt die Pilger nach der Messe mit Essen direkt auf dem Bernhardus. Ich empfehle aber zeitig aufzubrechen und das Mittagessen auf der Weilermer Skihütte einzunehmen.

Wir nehmen den selben Rückweg wie auf dem Anmarsch. Über den Trampelpfad hinab bis zum Ende des Waldes, dann über den Weg der Besinnung bis zum Wald an der Traufkante und dann wieder über den Trampelpfad bis zum Wanderparkplatz. Dort überqueren wir den Furtlespass und laufen dann weiter links unterhalb des Waldes an der Traufkante bis zur Skihütte.

Der Traditionalist bestellt die Schlachtplatte, wem das nicht liegt bekommt aber auch andere Speisen. So gestärkt laufen wir auf der Traufkante weiter zurück in Richtung Staatswald. Am Gate 1 kreuzen wir den Anmarschweg, halten uns nun aber weiter westlich.

Skihütte Weiler
Schlachtplatte

Bunker 

Nach dem Gate 1 finden wir wieder Bunker am Wegrand. Wer Interesse hat kann sich die Bunker von innen anschauen. Manche sind zugemauert und dienen als Fledermausunterkunft. Zwei Bunker haben verschlossene Türen und dienen als Lager. Bei vielen stehen die Türen aber offen. Spektakuläres gibt es nicht zu entdecken, aber meine Kinder sind sehr begeisterte Bunkerforscher.

Bunker im Staatswald

Rutschgebiet

Wir wandern in der Nähe der südlichen Traufkante entlang. Kurz hinter Bunker 876 endet der breite Forstweg abrupt. Der Weg wurde von der US Army im Zug des Bunkerbaus angelegt. am 17. März 1988 rutschte der Hang an dieser Stelle nach einem regenreichen Februar und März auf einer Länge von knapp 300m ab. Insgesamt bewegten sich schätzungsweise bis zu eine Million Kubikmeter Erde auf einer Fläche von 10 Hektar ins Tal. Bäume wurden entwurzelt, Hütten und Schuppen weggerissen und selbst einige (mittlerweile gesprengte) Bunker wurden umgekippt.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich als kleiner Bub damals mit meinem Vater mit dem Traktor an genau diese Stelle fuhr. Als Gemeinderat machte er sich ein Bild der Lage, da auch die Waldstetter Wasserversorgung gefährdet war. Etwas unterhalb befindet sich im Gewann Vögelesrain einer der Waldstetter Wasserhochbehälter.

Heute ist der gesamte Hang ein Naturschutzgebiet, den wir auf einem Trampelpfad durchqueren der dem Weg der verschwundenen Straße folgt. 

Abbruchkante Rutschgebiet

Rückkehr

Am Ende des Rutschgebietes treffen wir wieder auf die Straße, wo wir die letzten Bunker der Tour sehen. Dann steigen wir vom Staatswald hinab und durchqueren den Rand des Naturschutzgebiet Lindenfeld, das wir an anderer Stelle am Morgen nach oben gestiegen sind.

Die letzten Meter laufen wir auf dem gut ausgebauten Radweg neben der Straße Waldstetten – Bettringen zurück ins Dorf. Unten angekommen lädt das Gasthaus Rößle, allgemein bekannt nach dem Hausnamen des Besitzers als „Kapperle„, zu einer Einkehr bei gut Schwäbischer Küche ein.

Eine schöne Bernhardus-Wallfahrt geht zu Ende. Ohne Kinder, mit flottem Marschtempo bin ich in 2h 15min von Bettringen auf den Bernhardus gepilgert. Von der Kapelle bis zur Skihütte war ich 20min unterwegs. Von dort bis zurück zum Ausgangspunkt war ich 1h 45min unterwegs, allerdings mit ein paar kleinen Umwegen im Staatswald. Die Laufstrecke war ziemlich genau 17 Kilometer und es galt 520 Höhenmeter zu überwinden.

Wer sich auch einmal auf Bernhardus-Wallfahrt begeben möchte, dem sei diese Route ans Herz gelegt. Wir sehen uns!

Markus Weber

Bernhardus-Wallfahrt 2022: auf den letzten Metern hat der Herrgott dem trockenen August noch 10 Liter Regen spendiert. Glücklich und müde!

Habe ich Deine Lust auf die Bernhardus-Wallfahrt geweckt? Sehen wir uns dieses Jahr auf dem Bernhardus? Schreib es mir in die Kommentare!

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#023 Sagenhaftes Christental

#023 Sagenhaftes Christental

#023 Sagenhaftes Christental

Diese Woche begeben wir uns auf den Rundweg „sagenhaftes Christental“. Wir wandern vorbei an der Reiterleskapelle, wir finden die versteckten Ruinen der geheimnissvollen Burg Graneggle und lernen die Sagen kennen, die im geheimnisvollsten Tal der Ostalb spielen. An mehreren Punkten unserer Wanderung kannst Du Deinen Kindern diese Sagen erzählen, die ich Dir als Druckversion mitliefere.

Tour-Info

  • Ausdauer 40% 40%
  • Abenteuer 90% 90%
  • Spaß 90% 90%
  • Verpflegung 60% 60%

HINWEIS: Ich habe diese Wanderung als „Erzählreise Sagenhaftes Christental“ geplant. An verschiedenen Stationen kannst Du Deinen Kindern die Sagen des Christentals vorlesen. Du findest die Sagen, auch als Druckversion, unten.

Was Kinder gefällt

Eine versteckte Ruine, Sagen von Rittern und kopflosen Reitern, ein See mit Fischen, eine atemberaubende Natur und eine angenehme Strecke ohne große Steigungen. Was will man mehr?

Ideale Witterung

Mitte – Ende Mai beginnt die Blütezeit der Orchideen am Kalten Feld. Aber auch bis Mitte Juli findet man am Orchideenweg ein Blütenmeer. Idealerweise ist es sonnig aber nicht zu heiß, da der Rückweg uns über offene Wiesen führt.

Verpflegung

Ich empfehle ein Picknick am Christentalstausee und anschließen ein Eis am Gasthof Heldenberg. Natürlich kann man aber dort auch zum Mittagessen einkehren.

An- & Abreise

Start- und Zielpunkt ist der Wanderparkplatz am Tanzbödele zwischen Tannweiler und Weilerstoffel. Achtung: die Strecke von Wißgoldingen bis zum Parkplatz ist Sonn- und Feiertags für PKW gesperrt. Dann ist nur eine Anfahrt über Waldstetten, Weilerstoffel und Tannweiler möglich.

Die Erzähl-Sagen zur Wanderung

Hier findest du die Sagen als .pdf zum ausdrucken und mitnehmen und die Links zu den einzelnen Sagen.

Die feindlichen Brüdern

Die feindlichen Brüdern

Sage von den feindlichen Brüdern auf dem Graneggle und dem Rechbergle (Schwarzhorn), die sich gegenseitig umbrachten.

Der Holzbrockler vom Heldenberg

Der Holzbrockler vom Heldenberg

Hauptmann von Roth, bekannt als kopfloser Reiter vom Reiterleskapelle, soll heute noch sein Unwesen als Holzsammler („Brockler“) treiben.

Heidenschlacht im Christental

Heidenschlacht im Christental

Woher stammt der Name Christental? Der wissenschaftlich zwischenzeitlich widerlegten Sage nach von einer Heidenschlacht im Christental.

Die Sage vom Reiterleskapelle

Die Sage vom Reiterleskapelle

Die Entstehung der Reiterleskapelle geht, der Sage nach, auf eine unheimliche nächtliche Begegnung des Bauern Reuterle aus Tannweiler zurück.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Wanderung

Direkt am Parkplatz beginnt ein Fußweg, der uns im sanftem Anstieg nach nur rund 500 Metern zum Reiterles Kapelle führt. Linker Hand blicken wir in das Tal zwischen Stuifen und Kaltem Feld hinab, dass der Tobelbach in die Landschaft gegraben hat. Tief unter uns liegt Weilerstoffel, dahinter der Sporn des Hornberg mit dem Flugplatz. An der Passhöhe des Christentalpasses, taucht nun, wenn sich der Wald öffnet das Reiterleskapelle mit der mächtigen 400 Jahre alten Linde auf. Die Sommer-Linde  (Tilia plattypllos) hat einen Stammumfang von 4,10m und ist 21m hoch. Sie ist innen hohl, in den 90er Jahren haben „Baumdoktoren“ den Stamm mit Metallstreben versehen um einen Tod des markanten „Zeigerbaums“, der früher wohl den Weg ins Christental wies, zu verhindern.

Trampelpfad zum Reiterles Kapelle

Reiterleskapelle

Die St. Leonhard-Kapelle, die niemand so nennt, trohnt auf einer kleinen Anhöhe oberhalb des Christentalpass. Auf dem Türsturz ist die Jahreszahl 1714 eingemeißelt. Das Alter der Linde, dass Forstwissenschaftler auf gut 400 Jahre schätzen, deutet auf ein älteres Alter hin, ebenso die Sage, die das kleine Kirchlein umgibt.

Am 16. November 1911 erschütterte das Albstadt-Erdbeben Mitteleuropa, ein Erdbeben der Stärke 8 auf der Richterskala. Es war von Braunschweig bis zur Toskana spürbar. Dieses Erdbeben beschädigte das Reiterleskapelle schwer. Die Renovierung der beschädigten Kapelle übernahm der Schwäbische Albverein.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges sollte die „Reiterles-Linde gefällt werden um die darunterliegende Pass-Straße für die vorrückenden amerikanischen Panzer zu blockieren. Die Bauern waren der Erzählung nach von dieser Idee wenig begeistert und lehnten den Befehl mit der Ausrede, man habe keine Säge die groß genug sei, ab. Daraufhin wurde dem Christental- und dem Reiterlesbauer befohlen große Bäume im Wald zu schlagen um die Straße zu blockieren.

Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Kapelle baufällig und einsturzgefährdet. Der Landrat Konrad Burkhardt machte das Projekt zur Chefsache. 1957 wurde die alte Kapelle abgebrochen und exakt nach den Maßen des Vorgängerbaues wieder aufgerichtet. Am 27. Oktober 1957 wurde der Neubau unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Bischof Carl Joseph Leiprecht geweiht.

Nordwestlich der Kapelle befinden sich Bänke mit einem Blick über das Tal. Sie laden dazu ein den Kindern die Sage vom Reiterleskapelle zu erzählen.

HIER KANN MAN DIE SAGE VOM REITERLESKAPELLE ERZÄHLEN.

Reiterleskapelle am Christentalpass
Das Reiterleskapelle Ende März 2022

Zum Graneggle

Nach der Rast am Kapelle wandern wir auf dem breiten Kiesweg in Richtung Kaltes Feld, das Christental rechts von uns. Bald verlassen wir aber den Hauptweg und biegen rechts ab auf einen kleinen Trampelpfad zu einem 200m langen Bergsporn, dem Graneggle. Während das Kalte Feld weithin bekannt ist und auf dem Hauptweg entsprechend viele Wanderer unterwegs sind, ist das Graneggle nur Eingeweihten bekannt. Entsprechend einsam ist man die kurze Strecke bis zu den Überresten der Burg Granegg unterwegs. Die letzten Meter führen steil nach oben auf einen kleinen Hügel. Im hinteren Teil des Hügels befinden sich die Grundmauerreste des Bergfriedes, das sichtbarste Zeichen, dass hier einst eine Burg stand.

Aufstieg Kaltes Feld

Burgstall Granegg

Über die Burg ist nichts bekannt. Kein Dokument hat es aus dem finsteren Mittelalter in unsere Zeit geschafft, vielleicht mit ein Grund, warum es gleich mehrere Sagen gibt, die sich um die Mauerreste ranken.

Zu den Fakten: aufgrund der Buckelquader aus Weißjura-Gestein vermutet man die Erbauung der Burg im 13. Jahrhundert. Weiterhin wird angenommen, dass die Burg spätestens im 14. Jahrhundert verlassen wurde. Als Burgherren werden die Herren von Holtz, Dienstmannen derer von Rechberg, oder die Herren von Stoffel aus Weilerstoffel genannt, beides ist aber nicht bestätigt. Auf einer 1572 gezeichneten Pirschkarte des Gebietes fehlt jeder Hinweis auf eine Burg oder Ruine. Erst 1674 werden die Ruinen von einem Chronisten Friedrich Vogt aus Gmünd erwähnt.

Es fehlt auch an zeitgenössischen Ansichten der Burg. Durch Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass die Burganlage einst 60 x 22 Meter maß und durch einen 4m tiefen Graben, den wir eben heraufgestiegen sind, vom Kalten Feld abgetrennt war. Um 1885 waren noch Reste eines Kellergewölbes und einer Kellertreppe sichtbar, die Steine des Bergfrieds sollen in der Umgebung als Baumaterial gedient haben, so ist heute kaum noch ersichtlich wer dort oben wie residierte.

HIER KANN MAN DIE SAGE „JAKOB VEIT & DAS GOLDENE KEGELSPIEL“ ERZÄHLEN.

Grundmauern der Burg Granegg über dem Christental
Grundmauern der Burg Granegg über dem Christental
Grundmauern der Burg Granegg über dem Christental

Orchideenweg

Nachdem wir jetzt viel über Ritter, Burgen und Sagen gehört haben wenden wir uns der wundervollen Natur am Kalten Feld zu. Wir gehen den Weg ein kurzes Stück zurück, bis wir auf den Hauptweg stoßen und nehmen dort den nächsten Trampelpfad links ab, der uns auf unserem Rundweg um das Christental unterhalb des Christentalfelsen entlang des Kalten Feldes führt. Der Weg ist ein echtes Kleinod.

Ein schmaler Trampelpfad führt durch dichte Hecken, nach rechts wird der Blick immer wieder freigegeben ins Christental, auf den gegenüberliegenden Heldenberg und nach Nenningen hinunter.

Ab März blühem die Orchideen, nach denen der Pfad benannt ist, aber auch im Juli wandert man noch durch blühende Blumen die von Schmetterlingen umkreist werden.

AN EINER STELLE MIT BLICK AUF DEN HELDENBERG KÖNNEN WIR DIE GESCHICHTE VON DEN FEINDLICHEN BRÜDERN ERZÄHLEN.

Orchideenpfad zwischen Christental und Kaltem Feld

Die Bilder dieser Galerie entstanden auf einer einzigen Wanderung Mitte Juli 2020.

Zick-Zack-Weg

Am Ende des Orchideenweges weitet sich der Blick hinein auf die Schwäbische Alb. Links sehen wir den Grat der das Kalte Feld mit dem Galgenberg befindet. Auf der Hochfläche der Turm der Skisprungschanze von Degenfeld. Unter uns im Tal liegt Nenningen.

Wir steigen von hier aus in engen Kurven den Zick-Zack-Weg, der Name ist Programm, hinab ins Tal. Die Wanderung hat einen alpinen Charakter und macht richtig Spaß!

Am Fuß des Kalten Feldes angekommen laufen wir weiter im leichten Gefälle durch eine Wiesenlandschaft bis wir oberhalb Nenningen den Christentalstausee, ein Regenrückhaltebecken erreichen.

Zick-Zack-Weg vom Kalten Feld ins Christental

Christental-Stausee

Wir umrunden den Christentalstausee an der Südwestseite zur Hälfte, bis wir auf einen Steg treffen. Ein ruhiges Örtchen um eine Rast einzulegen. Man kann dort in der Regel gut Fische beobachten und hat einen herrlichen Blick zurück auf das Kalte Weg und den steilen Abstieg, den wir gerade genommen haben.

HIER IST ES AN DER ZEIT DIE GESCHICHTE VON DER HEIDENSCHLACHT IM CHRISTENTAL ZU ERZÄHLEN.

Am Christentalstausee

Am Heldenberg

Gegenüber dem Kalten Feld liegt der Heldenberg. Wer Lust hat, oder wie ich den Ehrgeiz besitzt auf jedem Gipfel zu stehen kann später, kurz vor dem Reiterleskapelle noch einmal links abbiegen und den Heldenberg mitnehmen. Er ist aber unspektakulärer als der Nme vermuten lässt und bietet auch kaum Aussicht. Jetzt wollen wir aber erst dem Landgasthof Heldenberg am Fuße des Berges einen Besuch abstatten. 

Wer, wie wir, sein Vesper im Rucksack hatte kann hier ein Eis kaufen. Für alle anderen bieten die Wirtsleute gute deutsch-schwäbische Küche und Wild aus heimischer Jagd.

Blick von der Terrasse des Landgasthofes

Blick von der Terrasse des Landgasthofes

Zurück durch das Christental

Der Tag ist fortgeschritten, Zeit umzukehren. Wir wandern durch das Christental nach oben. Dazu haben wir zwei Wege zur Auswahl. Der Hauptweg, der direkt am Christentalhof vorbeiführt und mehr frequentiert ist oder den westlich gelegenen Feldweg, den wir nehmen werden.

Im Gegensatz zum steilen Abstieg nach Nenningen führt uns dieser Weg, überwiegend durch grüne Wiesen zurück auf die Passhöhe. Zum Ende hin wird es etwas steiler und geht durch den Wald nach oben. Oben am Pass lassen wir das Schwarzhorn dieses mal rechter Hand liegen und laufen abwärts zurück bis zum Wanderparkplatz.

Als Alternative bietet sich zum Schluß wie schon erwähnt noch ein Abstecher zum Heldenberg an, oder man überschreitet das Schwarzhorn und kehrt von dort zum Parkplatz zurück.

HIER OBEN KÖNNEN WIR DIE LETZTE GESCHICHTE DES TAGES ERZÄHLEN, DIE VOM HOLZBROCKLER AM HELDENBERG.

Mit einem 3,5 Jahre alten Kind, dass die ganze Strecke alleine gelaufen (!) ist und einem Abstecher auf den Heldenberg (ca. 800m) waren wir inklusive aller Pausen 5h 15min unterwegs, haben 8 Kilometer zurückgelegt und sind 250 Höhenmeter ab- und wieder aufgestiegen. Ein toller Sonntagsausflug für Frühjahr & Sommer!

Rundweg durch das Christental

Blick von der Terrasse des Landgasthofes

Wie gefällt Dir die Sonntagsrunde? Hast Du die Sagen Deinen Kindern erzählt? Schreib es mir in die Kommentare!

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#022 Märchenwald im Hafental

#022 Märchenwald im Hafental

#022 Märchenwald im Hafental

Ein Tal wie aus einem Märchen. Im Spraitbacher Hafental würde es einen nicht wundern, wenn einem eine Elfe oder die 7 Zwerge begegnen würden. Wir wandern durch den Märchenwald im Hafental entlang des Baches, entdecken Wasserfälle und kommen dann, am Reichenbachsee vorbei, zur Weggenziegelhütte. Dort gibt es zum Abschluss einen leckeren Zwiebelkuchen aus dem Holzbackofen.

Tour-Info

  • Ausdauer 70% 70%
  • Abenteuer 90% 90%
  • Spaß 90% 90%
  • Verpflegung 70% 70%

HINWEIS: Die Öffnungszeiten der Weggenziegelhütte erfährt man auf der Facebook-Seite des Hofcafé.

Was Kinder gefällt

Die Tour führt entlang des Baches, wir sehen Wasserfälle und laufen über kleine Holzbrücken. Eine Abenteuerwanderung!

Ideale Witterung

Wir sind viel im Schatten der Wälder unterwegs, daher bietet sich die Tour für heiße Tage an. Außerdem kommen wir am Reichenbachsee vorbei – wer mag kann die Badehose einpacken!

Verpflegung

Wir kehren in die Weggenziegelhütte ein, allerdings erst ganz am Ende. Ein Rucksackvesper ist ratsam!

An- & Abreise

Start und Ziel ist der Parkplatz an der Schule in Spraitbach.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Ins Hafental

Von unserem Parkplatz laufen wir direkt in den Wald und unterhalb von Spraitbach entlang, am Weiler Kohlgehau geht es hinunter ins Hafental bis zur Ölmühle. Hier unten scheint die Zeit stillzustehen. Alte Bauernhäuser, Wiesen, Tiere auf den Weiden. Nach der Ölmühle biegen wir rechts ab und laufen entlang des Baches das Hafental hinauf.

Märchenwald im Hafental

Hafental

Das Hafental ist eines der schönsten Fleckchen Natur der Gegend. Ein flacher, feuchter Talgrund mit einem kleinen Bächlein. Im Sommer grünt es überall, der Trampelpfad ist feucht und an manchen Stellen sumpfig. Hin und wieder wechseln wir über kleine Holzbrücken die Bachseite.

Märchenwald im Hafental

Luitenbrünnle

Nach einiger Zeit stoßen wir auf den Luitenbrunnen. Gut vorstellbar, dass er seinen Namen von den Erdluitlen hat, einem Zwergenstamm, der den Sagen nach im westlichen Schwäbisch-Fränkischen Wald lebt. Wo, wenn nicht hier im Märchenwald im Hafental sollen solche Gestalten hausen?

Märchenwald im Hafental

Wasserfall

Kurz nach dem Luitenbrünnle erwartet uns die nächste Attraktion: das kleine Bächlein bildet einen kleinen Wasserfall. Rechts daneben können wir über Wurzelweg nach oben klettern und folgen weiter dem Trampelpfad durch den Märchenwald im Hafental.

Märchenwald im Hafental
Märchenwald im Hafental

Weiler Hafental

Kurz hinter dem Wasserfall verlassen wir den Bachlauf und steigen das Tal an der Südwestflanke empor. Wir kommen auf einen Waldweg und umrunden die Quelle des kleinen Bächleins um auf der anderen Talseite am Weiler Hafental vorbeizuwandern.

Nun auf der anderen Seite des Baches verlassen wir den Waldweg wieder und steigen einen Trampelpfad durch üppiges Grün hinab zum Luitenbrünnle.

Märchenwald im Hafental

Unteres Hafental

Ab dem Luitenbrünnle laufen wir das kurze Stück auf dem bereits bekannten Trampelpfad durch den Märchenwald im Hafental, verlassen den Pfad aber nicht an der Ölmühle sondern folgen dem Bachlauf weiter. Auch hier finden wir wieder eine verzauberte Natur, die man auf Bildern gar nicht einfangen kann. Wir überqueren kleine Holzbrücken. Kurz vor wir beim Schotthof auf freies Feld kommen verliert der Wald seinen Zauber langsam. Hier, unter dem dichten Dach hoher Fichten legen wir normalerweise eine Rast ein um unser Rucksackvesper zu verzehren.

Märchenwald im Hafental
Märchenwald im Hafental
Märchenwald im Hafental

Reichenbachsee

Nun geht es über einen Wiesengrund durch das Tal hinab bis zum Reichenbachsee. Der Reichenbachsee ist ein künstlich angelegtes Hochwasserrückhaltebecken, dass zusammen mit 10 weiteren Becken die Gefahr von Hochwassern an der Lein und letztlich auch im Kochertal verringern soll.

Der See bedeckt im Normalzustand 2,9 Hektar. Er wird sowohl von Anglern genutzt, die auf Karpfen, Zander, Hecht, Regenbogenforelle und Schleie ansitzen, als auch von Schwimmern. Bei gutem Wetter kann man jetzt in seine Badehose steigen und sich abkühlen, bevor es auf die letzte Etappe geht.

Märchenwald im Hafental
Reichenbachstausee

Reichenbachtal

Nun erklimmen wir die Staumauer des Reichenbachsees und steigen rechts hinauf zum Weiler Ochsenbusch. Dort geht es auf einem Trampelpfad der an der Traufe des Tals durch den Wald entlangführt. Am Wegesrand hat jemand viele kleine Figuren versteckt, die die Kinder jedes mal faszinieren. Schließlich geht es hinab ins Leintal, wo der Reichenbach in die Lein fließt um anschließend auf der gegenüberliegenden Seite das Tal wieder zu erklimmen.

Weggenziegelhütte

Kapelle Weggenziegelhütte

Nach einem kurzen, recht steilen Anstieg kommen wir auf eine Wiese und sehen am Ende schon das Gehöft Weggenziegelhütte. Rechts am Wegrand liegt die kleine Kapelle der Bewohner, die in der Regel geöffnet ist. Im Inneren findet man auch einen Zeitungsausschnitt, der die Geschichte der Kapelle beschreibt.

Weggenziegelhütte

Weggenziegelhütte

Nun trennen uns nur noch wenige Schritte vom nächsten Ziel, dem Hofcafé Weggenziegelhütte. Es gibt Zwiebelkuchen und Kuchen aus dem Holzbackofen. Bei gutem Wetter sitzt man im Biergarten und kann von dort einen Blick auf die Kinder werfen, die sich auf dem kleinen Spielplatz unterhalb vergnügen.

Weggenziegelhütte
Weggenziegelhütte

Spraitbacher Höhe

Wir sind bereits fast wieder auf der Höhe von Spraitbach, daher geht es von nun an fast ebenerdig zurück nach Spraitbach. Im Rücken haben wir die Ostalb, deren Gipfel wir über das Leintal und das Remstal hinweg erspähen.

Die letzten drei Kilometer von der Weggenziegelhütte sind der „langweiligste Teil der Strecke. Wir haben es auch schon so gemacht, dass ich meine Frau bei einem Kuchen in der Weggenziegelhütte zurückließ, die Kinder auf dem Spielplatz, und die letzten 3km im Stechschritt zum Auto lief um sie dort abzuholen.

Spraitbach

Geschafft!

Für mich eine der faszinierendsten Ecken entlang des Leintals, eine unbedingte Empfehlung diesen Weg einmal zu gehen!

Märchenwald im Hafental
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#021 Kletterwald Skypark Wetzgau

#021 Kletterwald Skypark Wetzgau

#021 Kletterwald Skypark Wetzgau

Der Kletterwald Skypark im Wetzgauer Himmelsgarten ist ein toller Kletterpark für Kinder ab 2 Jahren. Durch verschiedene Parcours ist für jedes Alter etwas dabei. Idealerweise ist man mit mindestens zwei Erwachsenen unterwegs, einer steigt voraus, einer ist am Ende, sodass die Kinder nie alleine auf der Plattform sind.

Der Kletterwald

Der Kletterpark ist ein beliebtes Ausflugsziel, daher empfiehlt es sich, auf der Seite des Skyparks online zu reservieren. Es gibt drei Angebote: die Parcours Türkis und Pink für Kleinkinder ab zwei Jahren, Einzelparcours für 1,5h und das Komplettangebot über 3 Stunden.

Ich habe davon abgesehen diesen Tipp der Woche in eine Wanderung zu integrieren, weil man im Himmelsgarten gut und gerne einen Tag verbringen kann. Wer möchte kann allerdings das Auto am Bahnhof Gmünd abstellen, nach Wetzgau fahren und nach dem Skypark den Ausflugstipp #009 Himmelsgarten & Waldkugelbahn zurück zum Bahnhof laufen.

Kletterwald Skypark Wetzgau

Parcours

Es gibt verschieden Parcours, zwischen denen man immer wieder am Boden ist und zum nächsten Parcours läuft. 

Die Parcours lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen:

  • Kleinkinder: zwei Parcours ab 2 Jahren. Die Kletterei ist bodennah, sodass ein Erwachsener vom Boden aus unterstützen kann
  • Leicht (ab 110cm Körpergröße): vier Parcours, es ist unbedingt zu empfehlen, dass die Kinder wirklich 1,10m sind, ansonsten kommen sie nicht an die Seile. Wir haben es mit einem 1,05m-Kind probiert und haben  abgebrochen.
  • Schwer (ab 130cm Körpergröße): sieben Parcours, es gilt das oben geschriebene analog. Für schwarz und grau müssen die Kinder zusätzlich mindestens 12 Jahre sein.

Seit 2023 gibt es einen weiteren Parcours, den ich selbst noch nicht gemacht habe.

Parcours im Kletterwald

Kleinkinder

Die beiden Kleinkindparcours benötigen ca. 45min mit Einweisung. Mit Hilfe schafft das jedes Kleinkind. Je älter die Kinder sind, desto mehr können sie alleine. In jedem Fall haben sie viel Spaß an der Sache. Sobald die Kinder 1,10m sind dürfen sie auf den richtigen Parcours. Für Kinder knapp unterhalb dieser Größe ist es etwas langweilig, da würde ich eher noch etwas warten mit dem Besuch.

Kletterwald Skypark Wetzgau

Tipps

Die Mindestgröße (110cm / 130cm) ist wichtig! Auch wenn das Kind nur knapp darunter ist wird es die Halteseile nicht erreichen und frustriert sein!

Kletterwald Skypark Wetzgau

Ich empfehle immer die 3h zu buchen, sobald das Kind 130cm ist. Darunter reichen die 1,5h.

Was man auf jeden Fall machen sollte, auch wenn man kürzer bucht, sind die beiden Flying Fox (hellgrün/dunkelgrün), dass sind die langen Seilrutschen. Ein riesiger Spaß!

Kletterwald Skypark Wetzgau

Wir versuchen immer in Gruppen mit befreundeten Familien in den Skypark zu gehen. Zuerst den Kleinkindparcours, danach kann man sich in Gruppen aufteilen, damit jeder seinen Spaß hat. Auch die Papas 😉

Ein Teil kann mit den kleineren Kindern 1,5h machen, ein anderer Teil mit den größeren Kindern die 3h-Tour. Die Gruppe, die früher fertig ist hat im Himmelsgarten genug Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben.

Die Gruppen sollten so zusammengestellt sein, dass jeweils vorne und hinten ein Erwachsener ist, dann sind ängstliche Kinder nie alleine auf der Plattform. Das funktioniert nur, wenn pro Kind ein Erwachsener dabei ist.

Kletterwald Skypark Wetzgau

Der Himmelsgarten

Als Abschluss bietet sich eine Tour durch den Himmelsgarten an. Zum Skypark gehört eine Kletterschänke in der man einkehren kann. Alternativ dazu gibt es beim Minigolf einen Biergarten.

Außerdem gibt es einen Dinopark, Tiergehege den Aussichtsturm Himmelsstürmer und einen Wasserspielplatz.

Wer danach noch nicht genug hat geht durch das Taubental nach Gmünd (Tipp Nr. 9 / Waldkugelbahn)

Himmelsgarten

Fazit

Der Skypark ist ein riesiger Spaß für Kinder und Eltern. Ich bin gerne einmal im Jahr dort, die Kinder lernen dort Selbstvertrauen und auch Ängste zu überwinden. Wichtig ist, dass man selbst Ruhe und Sicherheit ausstrahlt, die Kinder nicht drängt sie unterstützt wo notwendig.

Kletterwald Skypark Wetzgau

Warst du schon im Skypark? Wie hat es dir gefallen? Schreib es mir in die Kommentare!

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#020 Schelmenklinge

#020 Schelmenklinge

#020 Schelmenklinge

Die Schelmenklinge ist ein wunderbares Kleinod. Der kleine Bach, der zur Rems fließt, wird von der Ortsgruppe Lorch des Schwäbischen Albvereins jedes Jahr mit tollen Wasserspielen versehen. Auf dem Rückweg besuchen wir noch die Flugschau der Stauferfalknerei Lorch. Eine kurzweilige Wanderung mit zwei besonderen Abenteuern für Kinder!

Tour-Info

  • Ausdauer 50% 50%
  • Abenteuer 70% 70%
  • Spaß 90% 90%
  • Verpflegung 0% 0%

HINWEIS: Die Wasserspiele werden über den Winter abgebaut. In den letzten Jahren kam es nach Hochwassern dazu, dass die Klinge auch im Sommer nicht immer begehbar ist. Aktuelle Informationen gibt es beim SAV Lorch.

Was Kinder gefällt

Die Wasserspiele und die Stauferfalknerei sind natürlich die Attraktion des Tages!

Ideale Witterung

Wir sind viel im Schatten der Wälder unterwegs, daher bietet sich die Tour für heiße Tage an. Bei der Flugschau sitzen wir allerdings im Freien: Sonnenhut einpacken!

Verpflegung

Es gibt keine Einkehrmöglichkeit. Rucksackvesper einpacken! 

An- & Abreise

Wir parken am Bahnhof Lorch oder verbinden den Ausflug mit einer Bahnfahrt dorthin.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Zur Schelmenklinge

Lorch war in früherer Zeit eine wichtige Raststation für Kutschenreisende zwischen Aalen und Lorch. Mit dem Bau der Remsbahn 1861 verkürzte sich die Reisezeit und den Lorchern fiel eine wichtige Einnahmequelle weg.

In dieser Zeit kam aber auch der Tourismus aus, die Städter konnten mit der Bahn sehr einfach Tagesausflüge in das Umland unternehmen. Der Lorcher Verschönerungsverein wurde in dieser Zeit gegründet und legte unter anderem den Weg in der Schelmenklinge an.

Irgendwann begannen Bastler kleine Wasserspiele entlang des Bachlaufes aufzustellen. Seit rund 30 Jahren werden diese Wasserspiele vom SAV Lorch aufgestellt, gewartet und gepflegt.

Schelmenklinge

Schelmenklinge

Nachdem wir von Lorch an der Traufkante des Götzenbachtals entlanggelaufen sind, erreichen wir nach 2,5km das untere Ende der Schelmenklinge. Eine Bank lädt zu einer ersten Rast ein. 

Uns, vor allem die Kinder, zieht es aber weiter, denn hier beginnen die Wasserspiele. Die Erfinder haben sich Mühe gegeben und viele unterschiedliche Spiele entworfen, die alle von dem kleinen Bach angetrieben werden, entlang dem wir nun die Klinge nach oben wandern.

Der Weg durch die Klinge ist nur ca. 800m lang, aber wir brauchen einige Zeit bis wir alles gesehen haben. Im unteren Teil ist der Anstieg noch recht flach, das obere Stück führt uns über Treppen bis zum Ausgang des Tales.

Schelmenklinge
Schelmenklinge
Schelmenklinge

Durch den Wald

Am oberen Ende befindet sich am Rande des Parkplatzes eine überdachte Holzbank, ein idealer Platz um unser Vesper auszupacken. 

Danach geht es auf einem Feldweg erst am Waldtrauf entlang und dann durch eine Wiese, bis wir in den Wald kommen. Dort geht es schließlich wieder ins Tal, Lorch zu.

Bargauer Kreuz

Kloster Lorch

Wir treten aus dem Wald und sehen vor uns bereits das Kloster Lorch, dass über der Stadt trohnt. Das Kloster Lorch wurde 1102 vom ersten Staufer Friedrich I. gestiftet. Das Kloster ist die Grablege der staufischen Kaiser. Ohne Führung ist der Eintrittspreis zu hoch, eine Führung ist aber eine spannende Sache auch für Kinder. Öffnungszeiten und Eintrittspreise finden sich auf der Webseite des Kloster Lorchs.

Kloster Lorch

Stauferfalknerei

Direkt neben dem Kloster liegt die Stauferfalknerei, in der man heimische und ortsfremde Greifvögel bei Flugschauen live erleben kann. Die Tiere im Flug zu beobachten ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen spannend und ein Besuch in jedem Fall zu empfehlen.

Die Flugschauen finden nur Nachmittags um 15 Uhr statt (im Winter keine Flugschau!) bis dorthin sind es 5,5km. Ich plane so, dass wir um 14 Uhr dort sind. Dann können wir die Karte kaufen und uns das Kloster und den römischen Wachturm daneben ansehen. Sollten wir später kommen haben wir immer noch einen Puffer. Weitere Informationen zur Stauferfalknerei auf deren Webseite.

Stauferfalknerei Lorch

Geschafft!

Nach der Flugschau geht es nur noch hinunter in die Stadt zu unserem Auto. Wer möchte kann einen kleinen Umweg laufen, die Eisdiele San Marco in Lorch macht die besten Eisbecher im Remstal!

Kloster Lorch
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#016 Fliegerberg Hornberg

#016 Fliegerberg Hornberg

#016 Fliegerberg Hornberg

Einen festen Platz im Wanderkalender der Ostalb hat das Fliegerfest der Segelflieger auf dem Hornberg an Pfingsten. Von allen Seiten strömen die Wanderer auf den Sporn des Kalten Feldes, wir starten heute in Waldstetten, nehmen aber nicht den steilen Weg über den Saurenhof, sondern den etwas gemütlicheren über die Au. Zurück geht es über Weilerstoffel und dann entlang des Stoffelbachs nach Waldstetten.

Tour-Info

  • Ausdauer 60% 60%
  • Abenteuer 90% 90%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 90% 90%

HINWEIS: Bei schönem Wetter ist das Fest massiv überlaufen. Am besten ist es nicht gerade zur Mittagszeit anzukommen. Allerdings: wer zu spät kommt hat evtl. nicht mehr die volle Auswahl, da manche Speisen ausverkauft sind.

Wichtig: 2023 bleibt die Hornbergsteige vermutlich ganzjährig gesperrt. Siehe dazu mein Artikel mit Beschreibung der Umleitung. Da der Blog eine dauerhafte Sammlung von Routen sein soll habe ich den Artikel nicht umgearbeitet. Die Tour ist auch mit der Umleitung schön!

Was Kinder gefällt

Ein Gartenfest mit Segel- und Motorflugzeugen zum Anschauen. Am Boden und auch beim Flugbetrieb.

Ideale Witterung

Pfingsten ist Fliegerfest, da geht man auf den Hornberg. Außer es regnet, dann fällt es aus. Aktuelle Infos bei den Gmünder Segelfliegern.

Verpflegung

Natürlich auf dem Fliegerfest am Hornberg. Mit einem kleinen Umweg kann man auch auf dem Knörzer- oder Franz-Keller-Haus einkehren. Am Ende der Tour können wir uns am Parkplatz mit einem Eisbecher in der Eisdiele Vivo belohnen.

An- & Abreise

Wir starten am Malzeviller Platz in Waldstetten und kehren am Ende dorthin zurück.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Wanderung

Wir parken in Waldstetten und wandern auf einem Rundweg über den Hornberg. Am höchsten Punkt der Tour kehren wir beim Fliegerfest auf dem Flugplatz ein.

Fliegerfest Hornberg

Über die Au auf den Hornberg

Es gibt viele Wege auf den Hornberg. Heute nehmen wir den Weg über die Au: er führt uns in recht gemütlichem Anstieg hinauf. Zuerst geht es über die Fluren von Waldstetten und dann in den Wald hinein, der die Flanken des Hornberges bedeckt. Wir haben einen schönen Ausblick über Waldstetten und ins Remstal hinein.

Im Rehgebirge

Dreikaiserbergblick

Auf dem Gipfelplateau des Hornberges angekommen, kommen wir am schönsten Ausblick der Ostalb vorbei. Im Wald taucht rechter Hand plötzlich eine Lichtung aus und es bietet sich der Dreikaiserblick. Der Stuifen in ungewohntem Anblick von Osten aus, schmal und unförmig. Der Rechberg mit der Wallfahrtskirche Hohenrechberg und der kugelrunde Hohenstaufen, wie ein Vulkan am Horizont.

Kurz danach kommen wir noch an einen zweiten Aussichtspunkt, von dem wir das Kalte Feld und den Galgenberg sehen können.

Info für 2023: Bitte Umleitung beachten!

Dreikaiserbergblick
Dreikaiserbergblick

Segelflugplatz

Wenn wir weiter marschieren erreichen wir nach wenigen Minuten den Segelflugplatz Hornberg, wo zum Fliegerfest viel Betrieb ist. Natürlich wird, wie jedes Wochenende bei entsprechender Witterung, auch zum Fest geflogen. Wie die Witterung dort oben ist und ob Flugbetrieb ist kann man übrigens vorab über die Webcam der Segelflieger prüfen.

Fliegerfest Hornberg
Fliegerfest Hornberg
Fliegerfest Hornberg
Fliegerfest Hornberg

Geschichte

Auf dem Hornberg wird seit 1928 geflogen, damit gehört der Flugplatz zu den Ältesten in ganz Deutschland. Anfangs starteten die Segelflieger mittels einer Gummiseilstartbahn über die Hangkante (Im Foto links vorne).

Nach dem ersten Weltkrieg war der Motorsportflug von den Alliierten weitgehend verboten worden, dies war die starke Triebfeder für den Aufschwung des Segelflugs in Deutschland. Zentrum des Segelflugsports war die Rhön. 1925 entwickelte der Gmünder Josef Schedel einen Segelflieger, der getauft auf den Namen „Kaltes Feld“ zuerst vom Lindenfeld in Bettringen, am Klarenberg und am Messelberg abhob. 

Im August 1928 startete dann der erste Flug vom Kalten Feld. Anfangs kamen die Flieger vom Hornberg in der Scheuer des Bauern Reißmüller vom Saurenhof (Waldstetten) unter. Der Bauer und seine Frau bewirteten auch die Flieger, legendär wurde sein Kalte-Feld-Tee, der bis heute nach Originalrezept im Franz-Keller-Haus ausgeschenkt wird.

1930/31 begann man mit dem Ausbau der Scheune, schließlich wurde das Gelände des heutigen Flugplatzes erworben und in einem ersten Schritt wurde eine Flugzeughalle, Unterkunfts- und Wirtschaftsgebäude errichtet.

1940 Reichsflugschule für Segelflug

Reichsflugschule Hornberg (1940)

Segelflugplatz Hornberg vor dem Krieg

Segelflugplatz Hornberg vor dem 2. Weltkrieg

1930er Jahre

Am 12. Juli 1933 wurde der neu errichtete Flugplatz offiziell eingeweiht. Unter nationalsozialistischer Herrschaft war der Segelflug hoch angesehenen, da nach dem Versailler Vertrag die kriegswichtige Flugausbildung mit Motorfliegern nach wie vor verboten war.

Gerd Zipper, Autor aus Schwäbisch Gmünd, beschreibt die Szene in seinem Buch „Der Hornberg“ (leider nur noch antiquarisch zu haben) wie folgt:

Schon am Morgen des 12. Juli 1933 waren die Straßen von Schwäbisch Gmünd mit Wimpeln und Flaggen geschmückt. Kaum waren um die Mittagszeit die ersten Sonnenstrahlen durch die grauen Regenwolken gedrungen, da setzte auch schon eine wahre Völkerwanderung zu Fuß, mit Kraftrad, Kraft — und Lastwagen sowie Omnibussen zum Hornberg ein. Dabei waren Autokennzeichen aus dem ganzen Land und dem benachbarten Ausland zu sehen.

Der Platz zwischen der Brücke am ehemaligen Waldstetter Tor und dem Gasthaus Weißer Ochsen, glich dem Hauptverkehrsknotenpunkt einer Großstadt. An jeder Straßenecke standen Polizeibeamte, Landjäger und Sanitäter. In Weiler in den Bergen wies ein Fesselballon den Kraftwagen den Weg an einer Tankstelle vorbei Richtung Furtlepass. Der Flugplatzrand war mit 1000 Kraftwagen und 500 Motorrädern in dicht gedrängten Reihen zugeparkt. Nahezu 10000 Menschen belagerten das Fluggelände und die Abhänge des Kalten Feldes. Ununterbrochen kreiste über den Köpfen der Besucher ein Segelflugzeug, das von Hanna Reitsch geflogen wurde. Ihre Landung nach vier Stunden Flugzeit wurde ein neuer Hornberg-​Dauerflugrekord. Am gleichen Tag weihte man noch sechs gestiftete neue Segelflugzeuge ein.

Gerd Zipper

Autor "Der Hornberg"

Fliegerlager 1935

Fliegerlager 1935

Fliegerlager 1937

Fliegerlager 1937

Nationalsozialismus

Der Segelflug erlebte in den Jahren des Dritten Reiches einen Boom. Mitten im Krieg wurde 1941/42 auf dem Hornberg auf Weisung von Goebbels der Film „Himmelhunde“ gedreht. In kleineren Rollen durften Gmünder Hitlerjungen als Komparsen mitspielen um dem Film Authentizität zu geben.

Am 16. April 1945 zerstörte in zwei Angriffen die amerikanische Luftwaffe den Segelfliegerhorst. Lediglich die Halle III und etwa 30 Segelflugzeuge überlebten die Angriffe. Am 25. April besetzten amerikanische Truppen den Hornberg und beschlagnahmten das Gelände, das von nun an von Degenfelder Bauern bewirtschaftet wurde.

Am 28. Mai 1951 entfiel dann nach sechs Jahren das von den Amerikanern ausgesprochene Verbot des Segelflugsports, im gleichen Jahr erhielt der neugegründete Württembergische Luftfahrtverband seine 1933 enteigneten Liegenschaften auf dem Hornberg zurück.

Der Wiederaufbau ging dann zügig voran. Seit 1968 gibt es auf dem rekonstruierten Geländes des Hornbergs zusätzlich einen lufttechnischen Betrieb, zuständig für die Schulung der Werkstattleiter einzelner Flugvereine. Von den rund 40 Segelflugplätzen auf der Schwäbischen Alb, ist der Hornberg heute einer der bedeutendsten.

Reichssegelflugschule

Reichsflugschule Hornberg

Himmelhunde

Himmelhunde (Filmplakat 1942)

Eine umfangreiche Beschreibung des Filmes findet man auf der Seite „Zukunft braucht Erinnerung“ – sehr spannend zu lesen! Die Uraufführung lief übrigens parallel in der Gauhauptstadt Stuttgart und im Palast-Lichtspiele in Gmünd.

Himmelhunde Anzeige

Nachkriegszeit

Nach der Erlaubnis der Allierten wird der Flugbetrieb 1952 wieder aufgenommen. Der Hornberg ist die erste Segelflugschule der noch jungen Bundesrepublik (Video: Auszug aus der Neuen Deutschen Wochenschau 142/1952 zur Eröffnung).

Über Weilerstoffel zurück

Der schnellste Rückweg wäre über den Saurenhof, diesen Weg schlagen wir auch zuerst ein. Wir biegen dann allerdings links ab und drehen eine Kurve über Weilerstoffel. Der Weg führt weniger steil abwärts und ist reizvoller.

In Stoffel besuchen wir auf jeden Fall das Patriziuskapelle mit dem kleinen Spielplatz daneben. Wer mag kann im Hölzle oder im Veit einkehren. Beide Wirtshäuser kann man absolut empfehlen. Gute schwäbische Küche!

Danach laufen wir am Kapelle vorbei, entlang des Stoffbaches nach Waldstetten. Wir kommen durch ein grünes Tal, vorbei am Edelhof wo es Pferde und Alpakas zu bestaunen gibt und schließlich zurück nach Waldstetten.

XXL-Waldkugelbahn
XXL-Waldkugelbahn

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#015 Spielburg & Hohenstaufen

#015 Spielburg & Hohenstaufen

#015 Spielburg & Hohenstaufen

Die Tour über Spielburg und Hohenstaufen führt uns zum westlichen Rand der Ostalb. Über den Aasrücken mit herrlicher Aussicht geht es zum markanten Hohenstaufen, Sitz des Herrschergeschlechts der Staufer. An der Westflanke des Hohenstaufen besichtigen wir eine beeindruckende abgegangene Weißjura-Scholle, die vor Jahrmillionen von der Spitze des Hohenstaufen herunter rutschte. Anschließend geht es durch das Ottenbacher Tal zurück zum Ausgangspunkt.

Tour-Info

  • Ausdauer 90% 90%
  • Abenteuer 70% 70%
  • Spaß 60% 60%
  • Verpflegung 90% 90%

HINWEIS:

Was Kinder gefällt

Die Aussichtsfelsen an der Spielburg und die Mauerreste am Hohenstaufen.

Ideale Witterung

Wir sind viel auf freiem Feld unterwegs. Trockenes, nicht zu heißes Wetter ist ideal.

Verpflegung

Klassische schwäbische Küche in der Berggaststätte himmel und Erde auf dem Hohenstaufen, italienische Speisen in der Pizzeria Tattoria Cicalone oder schwäbische Küche im Gasthaus im Buchs, beides in Ottenbach. Alternativ ganz am Ende mit einem kleinen Umweg die Burgschänke auf der Ruine Rechberg.

An- & Abreise

Start und Ziel ist der Wanderparkplatz in der Hohenstaufenstraße in Rechberg, direkt unter der Ruine.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Wanderung

Wir wandern von Rechberg über den Aasrücken zum Hohenstaufen, besuchen die Spielburg und laufen mit einem Umweg durch das Ottenbacher Tal zurück.

https://www.burg-rechberg.de/

Über den Aasrücken

Wir laufen aus Rechberg hinaus nach Westen und befinden uns auf dem Grat, der das Dorf mit Hohenstaufen verbindet. Den Namen hat der Bergrücken entgegen der landläufigen Meinung nicht von einem toten Tier, sondern von den Asen, germanischen Gottheiten. Der Blick ist wundervoll! Vor uns der Kegel des Hohenstaufen blicken wir links ins Ottenbacher Tal hinunter, dahinter der Hauptkamm der Schwäbischen Alb. Rechts geht der Blick ins Remstal und in den Schwäbischen Wald hinein.

Aasrücken
Aasrücken

Auf den Hohenstaufen

Nachdem wir den Ort Hohenstaufen durchquert haben geht es auf den gleichnamigen Berg. Wir haben nur wenige Höhenmeter zu überwinden und steigen über einen Trampelpfad im zick-zack zum Gipfel auf. Der Anstieg ist nur ein kurzer, daher trifft man auf dem Hohenstaufen alle an: Mountainbiker, Wanderer, aber auch Sonntagsausflügler mit „Sonntagsschuhen“

Hohenstaufen

Hohenstaufen

Schnell erreichen wir den Gipfel, der mehr den Eindruck eines Parks, denn eines Berggipfels vermittelt, auch was das sonntägliche Publikum angeht. Deshalb kann ich zur Qualität der Gastronomie dort oben auch nichts aus eigener Erfahrung sagen, beim Wandern fühle ich mich zwischen den Leuten im Sonntagsstaat dort nicht wohl. Ich habe daher meine Brotzeit im Rucksack, die ich mit dem grandiosen Blick dort oben auf einer Bank oder der Wiese genieße.

Anschließend laufen wir auf dem Hauptweg hinunter, den wir mit vielen Wanderern teilen . An der Westflanke verlassen wir den Weg und laufen über einen Trampelpfad über eine Wiese der Spielburg zu.

Gipfel
Dame im Roten Kleid

Spielburg

Die Spielburg ist eine 600 x 130m große Gesteinsscholle, die sich vor ein bis zwei Millionen Jahren vom damals noch wesentlich höheren Hohenstaufen ablöste und zu Tal rutschte. Sie besteht aus Weißjura-Gesteinen, die in unserer Gegend normalerweise nur auf den Berggipfeln vorkommen.

Die Spielburg bietet eine tolle Aussicht ins Filstal und lädt zum schauen und klettern ein.

Spielburg
Spielburg
Spielburg
Spielburg

Ottenbacher Tal

Nach einer ausführlichen Besichtigung durchqueren wir das Dorf Hohenstaufen und steigen dann in das Ottenbacher Tal hinab. Kurz nach Hohenstaufen verlassen wir die Straße und von dort geht es über einen Trampelpfad abwärts bis Ottenbach. Vor Ottenbach kommen wir noch an einem schönen Spielplatz vorbei, der zur Rast einlädt.

Trampelpfad Ottenbacher Tal
Trampelpfad Ottenbacher Tal
Ottenbacher Tal

Nach Rechberg

Wir durchqueren Ottenbach, wo es Möglichkeiten zur Einkehr gibt, dann wenden wir uns dem Reiseziel zu, hinauf nach Rechberg! Es geht vorbei am Kleinishof, durch eine Landschaft, die an das Allgäu erinnert, ganz am Ende erwartet uns noch ein kurzes, steiles Wegstück, dann sind wir nach einer anstrengenden Wanderung zurück am Ausgangspunkt.

Spielburg

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#014 Vatertag im Haselbachtal

#014 Vatertag im Haselbachtal

#014 Vatertag im Haselbachtal

Der Vatertag ist traditioneller Wandertag. Für mich gibt es an diesem Tag ein traditionelles Ziel: die Hocketse in Haselbach. Der Vatertag im Haselbachtal verbindet ein tolles Gartenfest, Blasmusik und eine schöne Wanderung. Von Lorch geht es mit der Bahn zurück zum Ausgangspunkt.

Tour-Info

  • Ausdauer 40% 40%
  • Abenteuer 90% 90%
  • Spaß 90% 90%
  • Verpflegung 60% 60%

HINWEIS:

Was Kinder gefällt

Ein Gartenfest mit Blasmusik, eine Rote und eine Wiese zum toben und spielen direkt daneben. Am Ende wartet noch eine Bahnfahrt auf uns.

Ideale Witterung

Bei Regenwetter fällt der Vatertag bescheiden aus, beten wir für einen sonnigen Himmelfahrtstag!

Verpflegung

Wir essen auf dem Fest. Nach der Winterpause schmecken mir die Roten im Frühjahr besonders gut!

An- & Abreise

Wir starten am Gmünder Bahnhof (Parkhaus vorhanden), wandern nach Lorch und fahren mit der Bahn zurück.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Wanderung

Wir parken am Bahnhof in Schwäbisch Gmünd und steigen aus dem Remstal hinauf auf die Anhöhe des Schwäbisch-Fränkischen Waldes. Von dort geht es durch das Haselbachtal zurück ins Remstal nach Lorch. Von Lorch aus kehren wir mit der Eisenbahn zum Ursprungsort zurück.

Stuifen

Christi Himmelfahrt & Vatertag

Am 40. Tag der Osterzeit begehen wir Christen das Hochfest der Aufnahme des Herrn, Christi Himmelfahrt. 

Er führte sie aber hinaus bis gen Bethanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten wieder gen Jerusalem mit großer Freude und waren allewege im Tempel, priesen und lobten Gott.

Lukas 24,50-53

Lutherbibel (1912)

Die Theologie sieht Jesus dabei nicht als „Raketenmann“ der von Bethanien in die Stratosphäre startet, vielmehr handelt es sich nach der Apostelgeschichte am 40. Tag um die letzte Erscheinung des Auferstandenen. Nach dieser Erscheinung sitzt Jesu „zur rechten Gottes“. In den ersten drei Jahrhunderten nach Christus wurde das Fest zusammen mit Pfingsten begangen, da die Himmelfahrt und die Geistsendung in engem Zusammenhang stehen. Erst im 4. Jahrhundert wurde Christi Himmelfahrt ein eigenständiges Fest.

Vatertag

Das Vatertagsbrauchtum hat sich vermutlich aus den Flurrundgängen entwickelt, die man zur Imitation des Ganges der Jünger zum Ölberg durchführte. In der Apostelgeschichte 1,13-26 sammeln sich die Apostel, nachdem ihnen das Pfingstwunder prophezeit wurde, in einem Haus am Ölberg um für Judas den Matthias als 12. Jünger zu erwählen.

Freilich dürften die wenigsten der Männer, die mit Leiterwagen und Bier umherziehen auch die Geschichte dahinter kennen, die meisten von ihnen sind wohl auch keine Väter, aber der Brauch des Wanderns in Gottes Natur ist trotzdem ein schöner.

Augustiner Schwäbisch Gmünd
Vatertag

Durch das Taubental

Wir steigen hinter dem Bahnhof den Taubentalwald hinauf. Seit der Gartenschau 2014 wurde er als „Himmelsleiter“ mit allerlei Zerstreuung ausgebaut. Die XXL-Waldkugelbahn können wir zwar bergwärts nicht nutzen, dafür gibt es schon die Wanderung #009 Himmelsgarten & Waldkugelbahn, aber auch ohne diesen Spaß gibt es einiges zu entdecken.

XXL-Waldkugelbahn

Himmelsgarten

Der Himmelsgarten wurde ebenfalls zur Gartenschau 2014 eingerichtet. Es gibt den Aussichtsturm Himmelsstürmer, einen Wasserspielplatz, einen Dinopark, zwei Biergärten und viele weitere Attraktionen, die ich in Wanderung #009 bereits vorgestellt habe.

Himmelsgarten

Durch Waldau ins Haselbachtal

Nachdem wir den Himmelsgarten verlassen haben, nehmen wir nicht den direkten Weg ins Haselbachtal, wo Fahrräder auf der Abfahrt häufig schnell an uns vorbeirasen, sondern wandern hinüber ins Weiler Waldau. Am Wegrand kommen wir zuerst an der Waldauer Kapelle vorbei und kurz danach am Burgstall Hohenwalden. Ein Burgstall ist ein Rest einer Burg, der weniger ist als eine Ruine. Im Fall der Burg Hohenwalden stehen nur noch einige Mauerreste und auf einer Infotafel erfahren wir etwas zur Geschichte der Burg.

Nach Waldau geht es durch den Wald hinab ins Haselbachtal. An der Talsohle angekommen sehen wir vor uns schon die Weiler Haselbach und Haselbach-Söldhaus, ein langgezogenes Tal mit grünen Wiesen und an den Hängen dunkler Wald. Ein herrlicher Fleck Natur!

Kapelle Waldau

Haselbach

An normalen Tagen ist Haselbach ziemlich ausgestorben. Nur wenn das Vatertagsfest ist, sieht es anderns aus.

An normalen Tagen kann man auf dem kleinen Spielplatz rasten und ein wenig Fußball spielen und im „Waldrestaurant Mecki“ einkehren. Internetseiten braucht es in Haselbach nicht, aber Google kennt eine Telefonnummer, die man anrufen kann, wenn man wissen möchte ob geöffnet ist. Der Mecki lohnt in jedem Fall. Schwäbische Küche, wie man sie in der Dorfwirtschaft erwartet. Portionen groß, Preise klein, Biergarten.

Am Vatertag ist die Wiese beim Spielplatz der Festplatz. Es spielt Blasmusik und es gibt genug Platz um die Kinder springen zu lassen. Nähere Infos zum Fest gibt es beim Veranstalter, dem Musikverein Alfdorf.

Haselbachtal
Haselbachtal
Haselbachtal
Haselbachtal
Haselbachtal

Durch das Tal

Nach dem Festbesuch wandern wir den Bach entlang, was bedeutet, es geht jetzt (fast) nur noch abwärts bis zur Rems. Durch den grünen Wiesengrund geht es an zwei ehemaligen Sägmühlen, der Maierhofer Sägmühle und der Brucker Sägmühle, vorbei.

Fast am Ende des Tales angekommen biegen wir rechts ab in den Wald und kürzen den Weg etwas ab. 

Maierhofer Sägmühle

Lorch

Wenn wir aus dem Wald treten liegt unter uns das Kloster Lorch. Für eine Besichtigung desselben sind wir heute schon zu lange unterwegs, aber zumindest den römischen Wachturm neben dem Kloster sollte man (kostenlos) besteigen. Von dort aus sind es nur noch wenige Minuten bis zum Bahnhof, wo uns die Bahn wieder zurück nach Gmünd bringt.

Freunde von leckeren Eisbechern sei ein kleiner Umweg in die Lorcher Innenstadt und ein Besuch der Eisdiele San Marco ans Herz gelegt, bevor es zurück geht.

Kloster Lorch

Wie gefällt Dir die Vatertagstour ins Haselbachtal? Was ist dein Vatertags-Klassiker? Schreib es mir in die Kommentare!

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#013 Große Rosenstein-Runde

#013 Große Rosenstein-Runde

#013 Große Rosenstein-Runde

Der Rosenstein ist ein toller „Wanderberg“. Die große Rosenstein-Runde über Lautern bringt uns zu den wichtigsten Highlights, von denen der Rosenstein eine Menge zu bieten hat: wir werden fünf Höhlen befahren, keltische Wallanlagen betrachten, Kletterer aus nächster Nähe am Sophienfels beobachten, eine Ruine besuchen, einen Biergarten, einen Spielplatz und Aussichtspunkte in allen vier Himmelsrichtungen. Wir nehmen fast alles mit, was der Rosenstein zu bieten hat!

Tour-Info

  • Ausdauer 70% 70%
  • Abenteuer 90% 90%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 60% 60%

HINWEIS: Die Tour fühlt sich länger an als die 8km, die sie tatsächlich ist. Der Aufstieg von Lautern ist knackig, aber es lohnt sich den Rosenstein einmal über die Ostflanke zu gehen.

Ordentliches Schuhwerk ist im oberen Teil der Ostflanke, zur Befahrung des Finsteren Lochs und an manchen ausgesetzten Stellen obligatorisch. Das ist kein Sonntagsspaziergang!

Was Kinder gefällt

Die Tour ist anstrengend, aber nach spätestens einem Kilometer wartet die nächste Attraktion. Die letzten zwei Kilometer Rückweg sind etwas „langweiliger“, aber hier gilt es keine Steigungen mehr zu meistern und man durchquert noch einmal die Große Scheuer, bevor es zügig bergab geht.

Ideale Witterung

Zwischen 1. Oktober und 1. Mai dürfen die Höhlen wegen der Fledermäuse (Winterschlaf) nicht befahren werden. Das Finstere Loch ist in dieser Zeit verschlossen.

Die Wanderung eignet sich gut für heiße Tage, da man größtenteils im Wald unterwegs ist und auch die Höhlen Abkühlung versprechen. Bei nassem Wetter sollte man davon absehen, da an einigen Stellen der felsige Weg sehr rutschig sein kann.

Verpflegung

Der Rosenstein bietet mit der Waldschenke einen schönen Biergarten, ist allerdings durch seine Popularität und dadurch, dass man mit dem PKW bis zum Plateau fahren kann, überlaufen. Die SAV-Hütte ist nicht jedes Wochenende geöffnet und liegt nicht auf unserer Route. Die DAV-Hütte ist nur jeden zweiten Donnerstag geöffnet. Ich empfehle ein Rucksackvesper an einem der Aussichtspunkte, in der Kleinen Scheuer, auf der Ruine oder am Spielplatz bei der Waldschenke.

An- & Abreise

Direkt am Ausgangspunkt der Wanderung befindet sich ein Parkplatz. 

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Wanderung

Unsere Wanderung beginnt im Heubacher Teilort Lautern. Direkt am Parkplatz nehmen wir die Bohlgasse und es geht in einem knackigen Anstieg erst durch den Ort, dann über Wiesen, dann durch den Wald mit recht konstanten 20-30% Steigung von 480m HNH auf 730m HNH. Mit frisch ausgeruhten Füßen sind die 250 Höhenmeter anstrengend, aber machbar.

Mein Großer hat die Tour das erste Mal mit 3,5 Jahren gemacht, und war begeistert. Das schöne an der Tour ist, dass wir für den Rest des Tages von langen Aufstiegen verschont sind und am Ende der Steigung die beeindruckendste Höhle der Ostalb auf uns wartet.

Das Haus

Kurz vor Erreichen des Gipfelplateaus biegen wir rechts ab und erreichen nach einigen Metern unterhalb einer Felswand die erste Höhle des Tages, „Das Haus“. Das Haus ist 30 Meter lang, 8 Meter hoch und 6 Meter breit. Der Eingang wird von einem spitzen Dreieck gebildet.

Man kann sich eine Gruppe Steinzeitmenschen lebhaft vorstellen, wie sie hinter dem Eingang zum Haus am Feuer sitzen, und tatsächlich ist es die Höhle am Rosenstein in der die meisten archäologischen Funde gemacht wurden.

Es wurden Artefakte aus der Jungsteinzeit, aus unterschiedlichen metallzeitlichen Epochen, ein Hortfund aus römischer Zeit und auch eine Brandschicht aus dem Mittelalter festgestellt.

Am Hinteren Ende der Höhle liegt ein mannshoher Steinquader, den man besteigen kann. Dahinter geht die Höhle in einem schmalen Spalt weiter, dieser ist jedoch durch ein Gitter verschlossen. Am Gitter ist ein Geocache versteckt, falls du deine Kinder in dieser Richtung „anfixen“ willst. Nach spätestens 15min ist die Höhle erkundet und es geht weiter zur faszinierendsten Höhle am Rosenstein, der „Große Scheuer“, die früher mit dem „Haus“ verbunden war.

Vor der Höhle "Das Haus" am Rosenstein
Höhle "Das Haus" am Rosenstein

Die Große Scheuer

Die Große Scheuer ist 44m lang und bis zu 7m hoch. Sie erinnert tatsächlich an einen große Scheune (schwäbisch „Scheuer“). Das Zwischenstück der Höhle, dass einst Große Scheuer und Haus verband, liegt jetzt als Gesteinstrümmer am Hang des Rosensteins. Sie hat drei Eingänge und wirkt wie eine große Halle. Auch hier kann man 15min für eine Erkundung und das Genießen der atemberaubenden Gesteinsformation einplanen, bevor wir uns am westlichen Eingang den Treppen folgend zum Gipfelplateau aufmachen.

Die Höhle "Große Scheuer" am Rosenstein
Die Höhle "Große Scheuer" am Rosenstein

Kurzer Aufstieg

Es geht durch eine schmale Klinge nach oben, Teilweise wurden Treppen und ein Handlauf angebracht. In wenigen Minuten stehen wir auf dem Gipfelplateau des Rosensteins und lenken unseren Schritt auf dem breiten Forstweg nach links.

Aufstieg von der Großen Scheuer zum Gipfelplateau des Rosenstein

Aussicht auf Mögglingen

Nach einigen Schritten öffnet sich der Blick hinab ins Tal. Unter uns liegt das „Gärtnerdorf“ Lautern mit seinen Gewächshäusern, vor uns sehen wir Lautern. Nachdem wir den Ausblick genossen haben, gehen wir weiter auf dem Forstweg.

Rosenstein - Aussicht auf Mögglingen

Auf dem Sedelfelsen

Auf dem Sedelfelsen finden wir eine Ruhebank, die sich für ein Rucksackvesper anbietet. An der Felskante entlang (steil & tief!) kann man ein Stück nach hinten gehen, dort findet sich eine zweite Bank und es ist an belebten Tagen oft ruhiger. 

Der Ausblick von hier reicht 270°. Von Mögglingen im Norden über Essingen und Aalen, unter uns der Albaufstieg von Lautern nach Lauterburg, dahinter die Albhochfläche, Mittelberg, Glasenberg und der Fernsehturm auf dem Hochberg. Mit Abstand mein Lieblingsplatz für ein Picknick!

Auf dem Sedelfelsen
Auf dem Sedelfelsen

Das Finstere Loch

Die große Rosenstein-Runde über Lautern bietet ziemlich viele tolle Attraktionen, aber das Finstere Loch ist sicher das Top-Event. Vom Sedelfelsen aus folgen wir dem Weg nach Osten an der Traufkante entlang, nehmen noch einen Aussichtspunkt mit und steigen dann über einen Pfad 30m zur Höhle ab.

Das Finstere Loch ist eine 150m lange Durchgangshöhle. Das hört sich nicht viel an, aber gerade mit Kindern sollte man die Befahrung auch nicht auf die allzu leichte Schulter nehmen. Der Eingang ist mit einer Türe gesichert, diese wird vom 1. Oktober bis zum 1. Mai geschlossen um die Winterruhe der Fledermäuse zu gewährleisten. Das andere Ende der Höhle ist dauerhaft mit Gittern verschlossen, man kann aber natürlich nach draußen schauen, wenn man die 150m durchstiegen hat.

Vorsichtsmaßnahmen

Man kann die Eingangshalle bis zum ersten Anstieg einfach so besuchen. Wenn man die Höhle weiter befahren will sollte man diese Maßnahmen beachten:

  • Insgesamt mindestens zwei Taschenlampen mitnehmen (Redundanz), am besten jeder Teilnehmer eine. Kinder wollen auch eine Lampe haben, brauchen ihre Hände aber irgendwann zum klettern. Stirnlampe ist optimal.
  • Höhlen haben die Angewohnheit, dass über einem Stein ist. Wenn man mit dem Kopf dagegenstößt geht der Kopf kaputt, nicht der Stein. Ich musste auch schon Sonntag abend zum Flicken ins Stauferklinikum, man sollte einen Helm tragen. Die Höhle wird zwischendurch so nieder, dass auch Kinder gebückt gehen müssen!
  • Es gibt ein paar sehr rutschige Passagen, weil der Fels immer nass ist und von vielen Besuchern glattgeschliffen wurde. Festes Schuhwerk, Kleidung die schmutzig werden kann.
  • Mindestens mit zwei Erwachsenen begehen, oder einen Erwachsenen draußen vor der Höhle haben (bei uns wartet Mama Ostalbwanderer immer, bis ich mit den Kindern wieder draußen bin). Zumindest aber telefonisch bei jemandem melden, dass man die Höhle jetzt befährt und sich danach zurückmelden.
Höhle "Finsteres Loch"
Höhle "Finsteres Loch"
Höhlenschnitt vom "Rosensteindoktor" Dr. Franz Keller in "Blätter des Schwäbischen Albvereins", 14. Jahrgang, Nr. 10, Stuttgart 1902, Seite 308

Höhlenschnitt vom „Rosensteindoktor“ Dr. Franz Keller in „Blätter des Schwäbischen Albvereins“, 14. Jahrgang, Nr. 10, Stuttgart 1902, Seite 308

Befahrung

Nachdem wir die Höhle über den südlichen Eingang betreten haben, stehen wir in der ersten Halle, die 17m breit und 5m hoch ist.

Über einen Felsversturz führt der Weg nach oben in die zweite Halle, die wesentlich größer ist. Sie ist insgesamt 36m lang, bis zu 6.5m breit und misst an der höchsten Stelle 13m. Am Ende erwartet uns eine zweite Kletterpartie abwärts, dann verengt sich der Gang, ist aber ohne schluffen (kriechen) in gebückter Haltung zu durchsteigen.

Der zur Dramaturgie neigende Rosensteindoktor beschreibt die Passage so:

Und zur Warnung! Des öfteren ist es vorgekommen, daß energische Dicke, welche sich im Schlupf festgewuchtet hatten, an den Füßen wieder mit Müh und Not rückwärts „extrahiert“ werden mußten!

Dr. Franz Keller

Rosensteindoktor

Keine Sorge, wenn du dick genug bist, dich am Schlupf „festzuwuchten“, dann wirst du es nicht auf den Rosenstein schaffen.

Nach der zweiten Halle bleibt die Höhle schlauchartig, man kann aber den größten Teil der Befahrung aufrecht gehen. Unterwegs kommen wir noch am „Fenster“ vorbei, einer schmalen dritten Öffnung im Fels. Diese wurde von Menschenhand angelegt, davon zeugen Bearbeitungsspuren am Fels. Wer das Loch zu welchem Zwecke geschaffen hat ist unbekannt. Auch in dieser Höhle wurden Spuren aus der Jungsteinzeit, römische Münzen und Brandschichten aus dem Mittelalter gefunden. Es ist also möglich, dass diese Öffnung schon vor langer Zeit geschaffen wurde.

Am Ende angekommen können wir durch ein Gitter nach draußen schauen. Zum Schutz des Menschen vor Absturz und zum Schutz des Sedelfelsen, welchen wir auf 150m durchquert haben, können wir aber leider nicht mehr wie Franz Keller nach draußen treten.

Höhle "Finsteres Loch"
Höhle "Finsteres Loch"

Sandburrenloch

Nach diesem tollen Abenteuer steigen wir zurück auf den Hauptweg, allerdings etwas links von dem Pfad, von dem wir gekommen sind. Oben folgen wir dem Hauptweg, bis wir ihn in einer scharfen Rechtskurve wieder verlassen und einem Trampelpfad ungefähr 25 Höhenmeter nach unten folgen. 

Dort finden wir das Sandburrenloch, eine nicht befahrbare Höhle, mehr ein Loch im Fels. Wir inspizieren es kurz, und gehen dann in die andere Richtung weiter, wobei es nur einen kurzen Anstieg zu meistern gilt.

Sandburrenloch

Dreieingangshöhle

Wenn wir auf dem Hauptweg zurück sind, befinden wir uns schon auf dem „Schlossberg“, dem Westgipfel des Rosenstein mit der Ruine. Bevor wir diese aber besuchen, biegen wir noch einmal nach rechts auf einen Trampelpfad ab und steigen 25 Höhenmeter ab. Am unteren Rand des Sophienfelsen finden wir dort den Eingang zur Dreieingangshöhle.

Der Eingang liegt auf einem kleinen Plateau an dem schmalen Weg unterhalb des Sophienfelsen. An schönen Tagen muss man sich das Plateau mit vielen Kletterern teilen, die an der Wand trainieren.

Die Höhle hat ihren Namen von den drei Eingängen. Die meisten Leute glauben, dass die drei Löcher auf dem Bild die drei Eingänge sind. Das ist falsch. Wir sehen hier nur den linken Eingang, mit einer Mittelsäule geteilt, und den mittleren Eingang, der nach Versturz unpassierbar ist. Der rechte Eingang befindet sich einige Meter vorher, rechts von den beiden anderen. Sehen wir die drei Löcher, sind wir also schon daran vorbeigelaufen. Dieser rechte Eingang endet an einer unbefahrbaren Engstelle, die wir von der anderen Seite auch erreichen können.

Höhlenplan von Ralf Prüstel www.hoehlentour.com

Höhlenplan von Ralf Prüstel www.hoehlentour.com

Befahrung

Nachdem wir den rechten Eingang bis zur Engstelle befahren haben, befahren wir den linken Eingang und finden uns im größten Teil der Höhle. Direkt nach dem Eingang befinden wir uns in der Eingangshalle. Von dieser geht links ein schmaler Spalt ab, der nach wenigen Metern und einigen Engstellen in einer Kammer endet.

Geradeaus kommen wir in die zweite Halle, dort sind wir auf der anderen Seite des verschütteten mittleren Eingangs. Nach hinten gehen zwei Gänge ab, der linke führt in die „Nasse Halle“ mit einer großen Pfütze am Boden. Diese mündet an einer extremen Engstelle, wo für die meisten Schluss ist. Wer Lust hat kann sich hindurchquetschen und steht in der letzten Kammer.

Der rechte Weg hat nach wenigen Schritten eine Kriechstelle hinter dem sich der Gang wieder erweitert. Ein steiler Kamin reicht weit hinauf, über einen Abstieg erreicht man die „Windspalte“, die unpassierbare Verbindung zum dritten Eingang.

Man kann den leicht befahrbaren Teil der Höhle problemlos untersuchen, wer Lust auf mehr Abenteuer hat muss entsprechende Ausrüstung mitführen und die Sicherheitsmaßnahme für Höhlenbefahrungen einhalten.

Dreieingangshöhle
Dreieingangshöhle

Sophienfels

Wir wandern nach der Dreieingangshöhle weiter auf dem Grat unterhalb des Sophienfelsen nach Westen. Bei trockener Witterung trifft man am Wochenende hier immer auf Kletterer im Fels, bei gutem Wetter muss man sich manchmal einen Weg bahnen, zwischen den vielen Sicherungsposten der Bergsteiger. In jedem Fall ist es spannend die Kletterer bei ihrem Tun zu beobachten.

Klettern am Sophienfels auf dem Rosenstein
Klettern am Sophienfels auf dem Rosenstein

Kleine Scheuer

Am Ende des Weges sind wir direkt unter der Ruine und finden auf der linken Seite die kleine Scheuer, eine kurze, aber sehr hohe Höhle. Auf den großen Findlingen und den Steinstufen, die wir hier im Schatten der Höhle finden ist ein idealer Platz für ein Picknick oder eine kleine Rast. 

Kleine Scheuer
Kleine Scheuer

Pro-Tipp: Was die meisten übersehen: man kann sich unter dem großen Steinquader am Ende der Höhle hindurchquetschen und steht dann auf dem Quader. Ein sehr spannendes Erlebnis! 

Die Spalte nach oben ist an der rechten Seite des Quaders.

Der Ostalbwanderer bei der Routenplanung

Aufstieg zur Ruine

So gestärkt gehen wir ein kleinens Stück zurück und nehmen dann den Serpentinenpfad nach oben zur Ruine. Es geht kurz aber steil hinauf, im oberen Teil sind Treppen und ein Geländer in den Fels eingelassen.

Aufstieg zur Ruine Rosenstein über den Franz Keller-Weg

Ruine Rosenstein

Oben auf dem Westfels angekommen stehen wir direkt vor der markanten Ruine Rosenstein, die man schon vom Tal aus nicht übersehen kann wenn man Richtung Heubach fährt, und die auch das Logo der Heubacher Brauerei ziert.

Geschichte

Die Ruine wurde Mitte des 13. Jahrhunderts, vermutlich vom Heubacher Ortsadeligen „Hainricus de Hobach“ als Höhenburg errichtet. Hainricus (Heinrich) war ein Gefolgsmann der Grafen von Öttingen, 1360 verpfändeten diese die Burg an König Eberhard II von Württemberg, der  aber im selben Jahr das Pfand an Kaiser Karl IV abtrat, was Heubach für kurze Zeit zur freien Reichsstadt machte.

1377 fiel die Burg an das Königreich Württemberg zurück, 1413 belehnte Graf Eberhard III von Württemberg die Herren von Woellwarth mit der Gegend um Heubach und der Burg auf dem Rosenstein.

1524, als Höhenburgen allgemein aus der Mode kamen, verließ Georg VII von Woellwarth den Rosenstein und errichtete sich als Wohnsitz Schloss Heubach in der Stadt.

Tourismus

Schon früh begann der Tourismus auf dem Rosenstein. 1861, mit dem Bau der Remsbahn, kamen mehr und mehr Ausflügler nach Heubach und der Rosenstein wurde beliebtes Ausflugsziel. Ende der 1880er Jahre gründete der Heubacher Apotheker Pliksburg den Verschönerungsverein, der es sich zur Aufgabe machte Landschaft, Höhlen und Ruinen begehbar zu machen und für den Tourismus zu erschließen. Der Verein ging später im Schwäbischen Albverein auf.

Besichtigung

Die Burg ist frei zugänglich. Auf jeden Fall sollte man dort, wo man den Trampelpfad zur Burg heraufsteigt, gleich außen an der Burg entlanglaufen (steil, Absturzgefahr!) und vom Felsvorsprung nach unten schauen. Am Eck der Burg ist auch ein Fixpunkt für Kletterer angebracht und oft sieht man Bergsteiger die Wand heraufkommen. Bitte darauf achten keine Steine nach unten zu treten, oft sind Kletterer in der Wand, die man von oben nicht sieht!

Die Ruine ist schnell erforscht, es gibt Informationstafeln zur Burg und ihrer Geschichte und eine herrliche Aussicht nach Westen, auf Bargau, den Scheuelberg, Bettringen und das Remstal.

Ruine Rosenstein
Ruine Rosenstein
Ruine Rosenstein
Infotafel Ruine Rekonstruktionszeichnung

Rosenstein-Brücke

Die Burg umgibt ein 20m tiefer Halsgraben, den wir über den Trampelpfad nach oben erklommen haben. Auf dem weiteren Weg verlassen wir die Burg auf dem bequemeren Weg, einer 1892 errichteten Eisenbrücke, die den Burggraben überspannt. Eine wunderschöne Brücke im Jugendstil erbaut und ein weiteres kleines Abenteuer auf unserer Tour.

Höhle "Finsteres Loch"

Lärmfelsen

Nach der Brücke trennt uns nur noch ein kurzer Fußmarsch von der Waldschenke. Wir folgen aber nicht dem Hauptstrom der zahlreichen Besucher, sondern biegen nach der Brücke links ab und steigen in einem sehr kurzen Anstieg zum Lärmfelsen hinauf. 

Der Lärmfels bietet die schönste Aussicht auf die Stadt Heubach, das Remstal und den Schwäbischen Wald. Es ist eine Kompassnadel auf einen Felsen montiert, der die Umgebung beschreibt und man findet dort Ruhebänke.

Höhle "Finsteres Loch"
Höhle "Finsteres Loch"

Kletterpartie

Von dort aus laufen wir parallel zum Hauptweg einen kleinen Trampelpfad zur Waldschenke, der uns noch eine kleine Kletterpartie bietet (kann umgangen werden). Hier können auch Kinder das nachmachen, was sie vorher am Sophienfels und am Westfels bei den großen Kletterern beobachtet haben. Bei unseren Kindern ein Pflichtprogramm. Keine Wanderung am Rosenstein ohne die 4 Meter der Weißjurawand bezwungen zu haben.

Höhle "Finsteres Loch"

Waldschenke

Jetzt haben wir uns eine Einkehr redlich verdient. Wer, wie wir, mit Rucksackvesper unterwegs ist, kann dort zumindest ein Eis essen oder den Getränkevorrat auffüllen. 

Man findet dort auch eine Grillstelle und einen kleinen Spielplatz mit Schaukel, einem Kreisel und einer Seilbahnrutsche.

In jedem Fall sollte man etwas versteckt im unteren Bereich des Geländes, links neben den Toiletten, den Gedenkstein für den Rosensteindoktor Franz Keller suchen.

Höhle "Finsteres Loch"
Höhle "Finsteres Loch"

Pliksburggrotten

Wer noch nicht genug Höhlen hatte, kann sich gegenüber der Waldschenke über einen schwer sichtbaren Trampelpfad einige Meter in den Wald schlagen und die Pliksburggrotten suchen. Sie ist kaum frequentiert, eher unbekannt und recht leicht zu finden, wenn man Komoot nutzt. Wir erreichen zuerst die obere Pliksburggrotte und dann wenige Meter weiter über einen kaum sichtbaren Pfad die Untere Pliksburggrotte.

Höhle "Finsteres Loch"

Scheuerhauweg

Es wird Zeit sich auf den Rückweg zu machen. Wir müssen noch einmal den kompletten Rosenstein von West nach Ost überqueren. Das geht aber deutlich schneller als der Hinweg, denn es geht über das Hochplateau in nur leichter Steigung stetig bergauf. Auf dem Weg finden wir tolle Aussichtspunkte nach Norden und eine schöne Felsformation an der Abbruchkante der Nordflanke.

Am Treppenabgang zur Großen Scheuer treffen wir wieder auf unseren Anmarschweg und steigen zurück ins Tal nach Lautern.

Scheuerhauweg

Geschafft!

Eine lange Tour, aber sie lohnt sich. Acht bis neun Stunden sollte man einplanen, sprich man sollte zwischen 8 Uhr und spätestens 10 Uhr am Morgen in Lautern sein, damit man sich wirklich Zeit dafür nehmen kann. 

Eine Möglichkeit die Tour abzukürzen ist, den Anstieg von Lautern wegzulassen, auf dem Plateau zu parken, und nur die obere Runde von dort an zu gehen. In dem Fall würde ich vorschlagen, von dort zum Finsteren Loch zu laufen, und die Tour dann gegen den Uhrzeigersinn zu gehen.

Viel Spaß & Berg Heil!

Scheuerhauweg
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#012 Wäscherschloss & Beutental

#012 Wäscherschloss & Beutental

#012 Wäscherschloss & Beutental

Vom Remstal über den Schurwald führt uns der „Rundwanderweg Wäscherschloss“ zur staufischen Wehrburg und anschließend über das Beutental zurück an den Muckensee bei Lorch.

Tour-Info

  • Ausdauer 50% 50%
  • Abenteuer 60% 60%
  • Spaß 40% 40%
  • Verpflegung 80% 80%

HINWEIS: Vorsicht bei den Viehweiden unterhalb Oberkirneck, nicht überqueren sondern umlaufen!

Was Kinder gefällt

Das Wäscherschloss ist das Highlight der Tour. Von dort aus läuft man nur noch bergab und am Ende wartet das Café Muckensee mit dem gleichnamigen See.

Ideale Witterung

Wir laufen viel im Wald – ideal bei heißem Wetter. Die Wäscherburg ist nur zwischen dem 01. Mai und dem 31. Oktober geöffnet. An den Öffnungstagen findet um 15 Uhr eine Führung statt.

Verpflegung

Nach der halben Strecke erwartet uns im Gasthof Wäscherschloß hervorragende schwäbische Küche. Das Waldcafé Beutental ist derzeit leider geschlossen, aber am Ende der Tour wartet das Waldcafé Muckensee mit Kaffee, Kuchen und einem Eis oder alternativ auch guter schwäbischer Küche.

An- & Abreise

Vor den Privatparkplätzen des Café Muckensee geht es links ab auf einen kleinen Wanderparkplatz direkt am Einstieg zur Route.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Tour

Die Anhöhe zwischen Remstal und Filstal, vom Hohenstaufen im Osten bis zum Württemberg bei Stuttgart im Westen, nennt man Schurwald. Wir durchwandern heute den östlichsten Zipfel dieses Höhenzuges und erleben dabei ein Stück staufische Geschichte.

Wäscherschloss

Nach Oberkirneck

Direkt am Wanderparkplatz beginnt ein Waldweg, der uns am Muckensee vorbei in den Wald hinein führt. Nach kurzer Zeit verlassen wir den Forstweg und steigen eine Rückegasse weiter hinauf, kreuzen einen zweiten Forstweg um auf einem Trampelpfad weiter nach oben zu steigen.

Am Waldrand beginnt eine Viehweide, die wir nicht betreten! Dort wohnen Mutterkühe, die sehr schlechte Laune haben, wenn sie sich oder ihre Kälber bedroht fühlen. Auch wenn sie knuffig aussehen.

Wir halten uns auf dem schlecht sichtbaren Wanderpfad, am Weidezaun rechts und sind nach wenigen Minuten im kleinen Weiler Oberkirneck.

Rundwanderweg Wäscherschloss

Hier sieht man 500kg skeptisches lass-mein-Kalb-in-Ruhe-sonst-gibt-es-Ärger. Die Dame ist schneller als Du.

Über den Schurwald

Wir bleiben auf der Hochfläche des Schurwaldes und laufen Richtung Süden, direkt auf den Hohenstaufen zu. Auf freiem Feld geht es eben hinüber bis zum Wäscherhof.

Rundwanderweg Wäscherschloss

Wäscherhof

Am Ortseingang von Wäscherhof begrüßt uns rechts eine kleine Kapelle, die in Familienbesitz und leider meist verschlossen ist. Wir gehen nach links durch den schmucken kleinen Weiler direkt oberhalb der Wäscherburg. Mittelalter-Feeling kommt auf, Fachwerkhäuser säumen unseren Weg zur Burg. 

In der Ortsmitte lädt der Gasthof Wäscherschloss zur Einkehr ein. Hervorragende schwäbische Küche in edlem Ambiente erwartet den Wanderer (reservieren!)

Rundwanderweg Wäscherschloss
Rundwanderweg Wäscherschloss

Wäscherschloss

Kurz nach dem Ortsende von Wäscherhof erreichen wir das Highlight auf dem Rundwanderweg Wäscherschloss: kein Schloss, wie der umgangssprachliche Name erwarten lässt, sondern eine mittelalterliche Burg aus dem 13. Jahrhundert.

Die Wäschenbeurener Bürger schreiben der Burg gerne zu, Stammsitz des Herrschergeschlechts der Staufer gewesen zu sein, das ist aber nicht der Fall. Die Staufer errichteten um ihren Sitz auf dem Hohenstaufen Dienstmannenburgen. Dazu gehörten unter anderem die Burg auf dem Rechberg und ebenso die Wäscherburg.

Die Burg kann besichtigt werden, Sonn- und Feiertags findet jeweils um 15.00 Uhr eine Führung statt, die ca. eine Stunde dauert und die empfehlenswert ist. Man sollte die Tour also so planen, dass man gegen 13.30 Uhr zum Essen in Wäscherhof ist, danach die Burg kurz erkundet und dann die Führung mitmacht.

Wäscherschloss
Wäscherschloss
Rundwanderweg Wäscherschloss

Beutental

Nach der Burgbesichtigung schließen wir den Rundwanderweg Wäscherschloss ab, indem wir durch das Beutental zurück ins Remstal steigen. Wir halten uns dabei auf weiten Strecken von der Hauptstraße durch das Tal fern, da man hier, gerade Sonntags, schnellen Fahrrädern ausgesetzt ist. 

Im Tal kommen wir am Waldcafé vorbei, der Besitzer, der Onkel des Wirtes vom Gasthof Wäscherschloss ist leider mittlerweile über 80 und hat den Betrieb eingestellt. Früher war das ein beliebtes Ausflugslokal – vielleicht wird es das irgendwann wieder?

Anschließend geht es am Mühlteich der Beutenmühle vorbei, ein Ort an dem man immer wieder Reptilien beobachten kann.

Schließlich hört und sieht man die B29 und wir biegen links in den Wald ab um wieder zurück zum Muckensee zu kommen und ein Eis im Café zu essen.

Beutental
Beutental
Beutental

Fazit

Das Wäscherschloss gehört zu den Orten, die man kennen muss als Ostälbler. Ich habe versucht es in einen Rundwanderweg zu verpacken, der nicht zu anspruchsvoll ist und bei dem man von möglichst wenig Radfahrern gestört wird, die auf manchen Wegen in der Gegend zu einer Landplage geworden sind. Eine tolle Tour mit leckerem Essen und einem Stück Heimatgeschichte!

Kloster Lorch
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#011 Scheuelbergüberschreitung

#011 Scheuelbergüberschreitung

#011 Scheuelbergüberschreitung

Der erste Mai steht vor der Tür – und damit ist die Winterruhe der Fledermäuse offiziell beendet! Während sich am Rosenstein jetzt die Wanderer gegenseitig auf die Füße steigen, besuchen wir den „Nachbarn“: Es geht rund um Beuren übers Bargauer Horn und das Himmelreich – im Mittelpunkt steht eine Scheuelbergüberschreitung mit drei Höhlenbefahrungen. Nacheinander besuchen wir die Jakobushöhle, das Enge Loch und die Fastnachtshöhle.

Tour-Info

  • Ausdauer 70% 70%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 70% 70%

HINWEIS: 2022 war das Himmelreich wegen Mangel bei den Ehrenamtlichen nicht immer besetzt. Aktuell sieht es besser aus, aber vorher die Webseite checken!

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Was Kindern gefällt

Natürlich sind die Höhlen ein absolutes Highlight, aber auch die blühende Natur, gerade am Plateau des Himmelreichs und am Küchenschellenweg sowie die Aussicht vom „Hohen Fels“ und vom Ostfelsen sind toll.

Ideale Witterung

Wir laufen viel im Wald – ideal bei heißem Wetter. Wenn der Fels nass ist kann es auf den „Mini-Klettersteigen am Hohen Felsen und an der Jakobushöhle rutschig werden. Zwischen 1. Oktober und 1. Mai dürfen die Höhlen wegen der Fledermäuse (Winterschlaf) nicht befahren werden.

Verpflegung

Nach 2,8km, aber nachdem wir schon die meisten Höhenmeter hinter uns haben liegt das Naturfreundehaus Himmelreich. Es wird von Ehrenamtlichen bewirtschaftet. Der berühmte Klassiker auf der Speisekarte: das halbe Göggele mit Salat.

An- & Abreise

Wir parken im kleinen Heubacher Teilort Beuren an der St. Wendelin-Kapelle.

Die Tour

Kaum eine andere Wanderung gibt so eine schöne Rundtour, wie diese „Runde um Beuren“ mit einer Scheuelbergüberschreitung und drei Höhlenbefahrungen als Highlight am Ende. Dazu kommt, dass mit dem Naturfreundehaus Himmelreich auch noch eine gute Einkehrmöglichkeit besteht und wir im Laufe der Tour nach allen Seiten hin einen tollen Ausblick auf die Alb und das Albvorland genießen können.

Am Scheuelberg

Nach oben zum Bargauer Kreuz

Wie immer versuche ich die Tour so zu planen, dass der schwere Aufstieg am Anfang liegt und die Tour nach der letzten Attraktion keine mühsamen Abschnitte mehr enthält.

Deshalb geht es gleich zu Beginn aus dem beschaulichen Weiler Beuren steil hinauf auf das Bargauer Horn. Zu Beginn mäandert der Weg durch grüne Wiesen, wir sehen rechts von uns das Himmelreich, nach links richtet sich der Blick auf das Massiv aus Rosenstein und Hochberg. Hinter uns liegt das eigentliche Ziel, der Scheuelberg.

Der zweite Teil des Weges führt uns durch den Wald bis zur ersten Rast am Bargauer Kreuz. Mehrere Bänke laden im schattigen Wald zum Verweilen ein, bevor es weiter zum Himmelreich geht.

Am Himmelreich
Bargauer Kreuz
Bargauer Kreuz

Naturfreundehaus Himmelreich

Es geht durch eine Senke hinüber auf das Himmelreich, wo das Naturfreundehaus Himmelreich zur Einkehr einlädt. Spezialität des Hauses ist das halbe Göggele (Hähnchen), das man unbedingt probieren sollte. Anschließend lädt der Spielplatz vor dem Naturfreundehaus zum toben ein, während die Eltern auf einer Bank noch relaxen können.

Das Naturfreundehaus ist nicht an allen Wochenenden geöffnet. Bitte immer vorher die Homepage prüfen! Die Tour geht auch gut mit einem Rucksackvesper. Gute Picknickplätze sind am Naturfreundehaus, auf der Hochebene des Himmelreichs, auf der Wiese im Tal zwischen Himmelreich und Scheuelberg, am Hohen Felsen und am Ostfelsen des Scheuelbergs.

Öffnungstage des Naturfreundehauses in den kommenden Wochen:

  • 29. April
  • 30 April
  • 6. Mai
  • 7. Mai
  • 20. Mai
  • 21. Mai
  • 28. Mai
Himmelreich
Am Himmelreich
Naturfreundehaus Himmelreich

Himmelreich-Gipfel

Hinter dem Naturfreundehaus führt uns ein kurzer Steig auf das Gipelplateau des Himmelreiches. Nach links hinüber öffnet sich der Blick zum Hornberg und den Dreikaiserbergen, rechts im Tal liegt Bargau, dahinter Bettringen.

Eine wirklich tolle Aussicht und nach dem beschwerlichen Aufstieg eine angenehme Wanderung über die Magerwiesen der Schwäbischen Alb. 

Am Ende geht es in den Wald und bald noch einmal steil hinab bis wir auf einer Wiese stehen. Wir rasten hier ganz gerne, bevor es auf der anderen Seite durch den Wald zum letzten Anstieg des Tages geht.

Am Himmelreich
Am Himmelreich

Hoher Fels am Scheuelberg

Nach einem kurzen, steilen Anstieg stehen wir am Gipfel des Scheuelberges. Vor uns liegt der Hohe Fels mit einem Blick über Bargau hinaus, weit ins Remstal und in den Schwäbischen Wald. Der Steig von Bargau auf den Scheuelberg führt hier durch einen Felsspalt des Hohen Felsen auf den Gipfel.

Die letzten Höhenmeter sind ein „Mini-Klettersteig“. Den müssen wir nicht gehen, weil wir ja schon oben sind, aber die Kinder haben Spaß daran hinunter- und wieder hinaufzuklettern.

Scheuelberg Ostfels
Am Scheuelberg
Am Scheuelberg

Überschreitung

Von nun an geht der Weg relativ eben durch den Buchenwald auf der Hochfläche des Scheuelbergs. Nach einiger Zeit kommen wir auf einen Aussichtsfelsen mit Blick Richtung Schwäbische Alb. Unter uns liegt unser Startpunkt in Beuren, vor uns Nägelberg und Bargauer Horn, dahinter die Albhochfläche.

Kurz nach dem Aussichtspunkt geht es recht steil rechts den Berg hinunter zur Jakobushöhle.

Scheuelberg

Jakobushöhle

Alle Höhlen die wir heute besuchen sind recht kurz und relativ ungefährlich. Ein Helm ist trotzdem angeraten. Der Chirurg in der Stauferklinik war ziemlich ungehalten, dass ich einige Stunden gebraucht habe, um vom Rosenstein bis auf seinen Tisch zu kommen um mir das Loch im Kopf wieder zuflicken zu lassen, dass die Dreieingangshöhle hinterlassen hatte.

Man muss sich dafür keinen extra Kletterhelm zulegen, ein Fahrradhelm reicht völlig. Ich halte mich nicht immer daran, aber gerade mit Kindern achte ich mittlerweile darauf. Auch eine Taschenlampe ist ratsam, zur Not tut es aber auch die Funzel am Smartphone.

Dreieingangshöhle

Spätestens, wenn man fremde Kinder dabei hat, wie hier mit meiner Pfadfindersippe, ist ein Helm in der Höhle Pflicht! Ideal ist eine Stirnlampe.

Die Jakobushöhle ist 26m lang und durchgängig bequem zu begehen. Sie ist die „schönste“ Höhle am Scheuelberg und sollte auf jeden Fall befahren werden.

Am Scheuelberg
Jakobushöhle
Scheuelberg

Enges Loch

Das Enge Loch ist 23m lang und macht seinem Namen alle Ehre. Der Eingang ist ein enger Spalt, der im Winter zum Schutz der Fledermäuse verschlossen wird. Daher rühren auch die zwei eisernen Laschen, die in den Fels eingelassen sind. 

Der erste Teil kann recht bequem befahren werden, es kommt aber kurz nach der Mitte der Höhle noch eine Engstelle.

Raff, Julius & Werner; Höhlenplan Enges Loch (1966)

Plan der Höhle „Enges Loch“ von Julius & Werner Raff (1966), älteste Vermessung der Höhle

Ein kleines Abenteuer erwartet uns nach der Befahrung noch: um leichter wieder hinauf auf den Hauptweg zu kommen, hat man einen „Mini-Klettersteig“ angelegt. An einem Seil kann man einige Höhenmeter nach oben klettern.

Scheuelberg
Klettersteig am Scheuelberg

Fastnachtshöhle

Mit 20m ist die Fastnachtshöhle die kürzeste der „bekannten“ Scheuelberghöhlen. Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Höhlen hier oben.

Rosensteindoktor Franz Keller beschrieb diese drei Höhlen, kam aber zu dem Schluss, dass ein Besuch der Jakobushöhle genüge. „Dagegen vom Fastnachtshohl und dem engen Loch hast du genug an dem Namen.“ Ich empfehle zumindest den ersten Teil vom Engen Loch und die Fastnachtshöhle, die aufrecht begangen werden kann, ebenfalls zu machen.

Fastnachtshöhle

Ostfelsen

Nach unseren Höhlenbefahrungen geht es auf dem Plateau des Scheuelbergs weiter zum Ostfelsen. Der Weg führt uns durch lichte Buchenwälder und ist angenehm zu begehen. Vom Ostfelsen haben wir einen schönen Blick auf die Steige, die von Heubach nach Bartholomä, zwischen Hochberg und Nägelberg hindurch, auf die Alb hinauf führt. Damit verabschieden wir uns vom Berg, um die Scheuelbergübersteigung zu komplettieren steigen wir über einen kleinen Trampelpfad in der Nähe steil hinunter ins Tal Richtung Heubach.

Scheuelberg Ostfels

Küchenschellenweg

Von März bis Mai blüht die namensgebende Küchenschelle entlang des nach ihr benannten Weges in reicher Zahl.

Wir laufen nur ein kurzes Stück den eigentlichen Küchenschellenweg, steigen dann über einen Trampelpfad weiter ab und laufen in Richtung Beuren parallel zum Küchenschellenweg.

Aber auch hier begegnet uns Pulsatilla vulgaris links und rechts des Weges. Die Küchenschelle oder Kuhschelle kommt entlang der Schwäbischen und Fränkischen Alb in Verbänden vor, ist aber insgesamt selten.

ACHTUNG, alle Pflanzenteile sind giftig. Auch der Kontakt von Pflanzensaft mit der Haut kann Reizungen verursachen. 

Im Frühjahr erleben wir hier neben der Küchenschelle eine Vielzahl von Blütenpflanzen, die den Weg zu einer tollen Wanderung machen.

Küchenschelle

Gemeine Küchenschelle, Marco Schmidt, CC BY-SA 3.0

Am Scheuelberg

Fazit

Nach 7,5km und 350 Höhenmetern, die sich irgendwie mehr anfühlen, kommen wir zurück nach Beuren. Die Runde um Beuren mit der Scheuelbergübersteigung ist keine ganz leichte Wanderung, aber mit Sicherheit eine, die sich lohnt! Zum Abschluss besuchen wir noch die St. Wendelin-Kapelle und auf dem Heimweg bietet es sich an im Biergarten des Alten Sudhaus der Heubacher Brauerei einzukehren.

Heubach-Beuren St. Wendelins-Kapelle

Der Stuifen vom Schönbergle aus gesehen (von Süden)

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#010 Grillen am Stuifen

#010 Grillen am Stuifen

#010 Grillen am Stuifen

Ich versuche in jede Wanderung ein Abenteuer einzubauen. Da es am Stuifen weder Höhlen noch Ruinen hat, bietet es sich an zu grillen. Da 2023 noch jung ist, kam mir die Idee: Angrillen am Stuifen! Natürlich geht das nicht nur an der tollen Grillstelle am Stuifen, eine wachsende Sammlung von Grillstellen auf der Ostalb findet ihr im Bericht Unterwegs Feuer machen.

Tour-Info

  • Ausdauer 50% 50%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 80% 80%

HINWEIS: Auch an der Grillstelle darf bei Waldbrandgefahr kein Feuer gemacht werden!

Was Kindern gefällt

Ein Feuer machen, einen Stock schnitzen und selbst grillen!

Ideale Witterung

Der Wald sollte entsprechend feucht sein, damit man gefahrlos ein Feuer entzünden kann. Weil wir viel im Schatten unterwegs sind bietet sich die Wanderung auch für heiße Tage an.

Verpflegung

Wir wollen grillen und haben unsere Verpflegung dabei. Zum Schluss geht es auf die Sonnenhofwiese in den Biergarten.

An- & Abreise

Wir parken im Wohngebiet in der Nähe der Sonnenhofwiese, wo wir zum Abschluss einkehren.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Tour

Grillen draußen erfordert einen höheren logistischen Aufwand als eine normale Wanderung, aber es lohnt sich. Wir sind gerne im „Pfadfinder-Style“ unterwegs und schleppen etwas mehr Material mit. Im Prinzip kannst du natürlich auch mit einem Grillanzünder und einem Taschenmesser losziehen. Meine Ratschläge für ein cooles Kindergrillen findest du hier.

Weitere Informationen:

Der Stuifen

Der Stuifen ist mit 757m der höchste der Dreikaiserberge und das Wahrzeichen von Waldstetten. Er bietet tolle Ausblicke ins Stauferland und auf die Schwäbische Alb und er ist nicht sonderlich überlaufen.

Dreikaiserberge

Die Dreikaiserberge vom Hornberg aus. Vorne links der Stuifen in der schmalen Sillouhette der Ostflanke über die wir aufsteigen, in der Mitte hinten der Hohenstaufen und rechts der Rechberg.

Bronnforst und Urengart

Über die Lauchgasse gelangen wir am Ortsende in den Bronnforst, ein Waldstück oberhalb Waldstettens. Auf gut ausgebauten Forstwegen durchqueren wir den ersten Teil des Bronnforstes, beständig im leichten Anstieg. Schließlich gelangen wir auf einen Trampelpfad und wenden uns der Ostflanke des Stuifens zu. 

Urengart

Wir überqueren östlich des Heckenhofs einen Forstweg und folgen weiter einem Trampelpfad, jetzt im Gewann Urengart. Der Weg wird jetzt etwas steiler bis wir schließlich am Forstweg „Hinterbergweg“ direkt unter der Ostflanke angekommen sind.

Stuifen
Stuifen

Stuifen Ostflanke

Wir überqueren jetzt den Hinterbergweg und steigen die Ostflanke hinauf. Der zweite Teil des Weges ist der steilste Anstieg des Tages und fordert ein wenig Kraft. Hin und wieder erhaschen wir durch Lücken im Wald einen Blick hinunter ins Tal.

Stuifen

Stuifengipfel

Nach dem Aufstieg sind wir schließlich auf dem langgezogenen Gipfelplateau angekommen und es geht auf einem Trampelpfad in sehr leichter Steigung bis zum Gipfelkreuz hinauf. Auf dem bisherigen Weg ist in der Regel wenig los und wir genießen die Ruhe des Waldes, bevor wir den Gipfel übersteigen und wieder absteigen.

Stuifen

Stuifenkreuz

Nach Überschreitung des Gipfels geht es am Ende des Plateaus kurz steil hinab und wir stehen auf einer offenen Hochfläche mit dem Stuifenkreuz und einem freien Blick auf Wißgoldingen und die Schwäbische Alb. Hinter dem Kreuz haben wir gute Sicht auf den Rechberg und den Hohenstaufen.

Grillstelle

Der Platz bietet neben zwei Informationstafeln zur Landschaft und den Dreikaiserbergen eine Schutzhütte und eine Grillstelle. Hier können wir unser Rucksackvesper auspacken, ein Feuer machen und eine Wurst grillen – das Highlight des Tages!

Stuifen
Stuifen
Stuifen
Stuifen-Grillstelle
Stuifen

Abstieg Westflanke

Nun steigen wir über die Westflanke weiter ab, biegen aber vor der Hochebene, die uns nach Wißgoldingen, Rechberg oder zum Reiterles Kapelle führen würde, rechts ab und wandern zurück ins Tal Waldstetten zu.

Stuifen

Blick auf Wißgoldingen

Stuifen

Blick auf Dorf und Berg Rechberg

Braunhof & Bläsishof

Am oberen Ende des Bronnforsts biegen wir links ab und laufen durch eine Wiesenlandschaft, die an das Allgäu erinnert, steil hinab. Auf den Weiden trifft man auf Kühe, aber auch viele Alpakas sind hier im Sommer auf den Weiden zu sehen. Es geht vorbei am Braunhof und Bläsishof, vor uns liegt Waldstetten.

Stuifen

Blick auf Waldstetten

Sonnenhofwiese

Zum Abschluss bietet sich eine Einkehr im Biergarten des Sonnenhofs, der Sonnenhofwiese, an. Es gibt eine schwäbisch-rustikale Küche und kalte Getränke im Schatten eines gemütlichen Biergartens.

Sonnenhofwiese

Fazit

Der Stuifen ist ein unterschätzter Wanderberg, was dazu führt, dass er nicht so überlaufen ist wie Rechberg, Staufen oder Kaltes Feld. Er bietet tolle Ausblicke und eine herrliche Natur – ein toller Ausflug, insbesondere in Verbindung mit einem Grillfeuer am Stuifenkreuz.

Stuifen

Der Stuifen vom Schönbergle aus gesehen (von Süden)

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#009 Himmelsgarten & Waldkugelbahn

#009 Himmelsgarten & Waldkugelbahn

#009 Himmelsgarten & Waldkugelbahn

Himmelsgarten und Waldkugelbahn sind Teil der Landesgartenschau 2014. Der Himmelsgarten ist ein wunderbarer Park mit Attraktionen für Kinder. Über die XXL-Waldkugelbahn gelangt man durch das Taubental nach Schwäbisch Gmünd.

Tour-Info

  • Ausdauer 10% 10%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 100% 100%
  • Verpflegung 80% 80%

HINWEIS: Im Park selbst (Spielplatz, Dinopark etc.) fehlen schattenspendende Bäume, zudem ist der Park an schönen Sonntagen ziemlich überlaufen

Was Kindern gefällt

Es gibt sehr viel zu entdecken und die Kugelbahn ist eine riesige Attraktion die immer zieht.

Ideale Witterung

An schönen Sonnentagen ist der Park meist überlaufen, bedeckter Himmel ist ideal, da es im Park an schattenspendenden Bäumen fehlt.

Verpflegung

Es gibt zwei Biergärten im Himmelspark, am Minigolf und am Kletterpark. In Gmünd kann man einen Abstecher in die Stadt machen und eines der zahlreichen Wirtshäuser oder eine Eisdiele besuchen.

An- & Abreise

Start- und Zielpunkt ist der gebührenpflichtige Parkplatz direkt am Himmelsgarten. Alternative: Wir parken am Bahnhof Schwäbisch Gmünd, fahren mit dem Stadtbus nach Wetzgau und sparen uns damit den Rückweg durch das Taubental (Empfehlung!)

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Ein Tag voller Action erwartet uns im Gmünder Stadtteil Wetzgau. Wir verbringen zuerst etwas Zeit im Himmelsgarten, wer möchte kann im Biergarten beim Minigolf oder am Kletterpark Skypark essen, bevor es durch das Taubental mit der tollen Waldkugelbahn nach Schwäbisch Gmünd geht.

Himmelsgarten

Der Himmelsstürmer

Direkt am Parkplatz steht der Himmelsstürmer, ein Aussichtsturm, den man unbedingt besteigen sollte. Von oben hat man einen herrlichen Blick auf das gesamte Panorama der Ostalb vom Rosenstein bis zum Hohenstaufen und auf der anderen Seite einen weiten Ausblick über die Höhen des Schwäbischen Waldes.

Himmelsgarten
Himmelsgarten

Tiere

In der nordöstlichen Ecke des Himmelsgartens befinden sich mehrere kleine Hütten mit Tieren. Die „Besetzung“ ist wechselnd, man sieht Tauben, Hühner, Enten, Gänse, Schafe und Alpakas. Wir schaffen es nicht den Himmelsgarten zu besuchen ohne bei den Tieren vorbeizuschauen, sie gehören zum Pflichtprogramm.

Himmelsgarten

(Wasser-)Spielplatz

Im Zentrum des Parks befindet sich ein weitläufiger Spielplatz. Er besteht aus einem Floßteich, auf dem man mit Flößen herumfahren kann, ausserdem einen Schotterspielplatz mit Klettergerüst und Rutsche. Ein schönes Plätzchen für Kinder, einziger Nachteil: es fehlt an Schatten.

Himmelsgarten

Dino-Park

Neben dem Spielplatz schließt sich der Dino-Park an. Hier befinden sich mehrere Kunststoff-Dinos, auch das ist ein Platz an dem man mit Kindern nicht vorbei kommt.

Himmelsgarten
Himmelsgarten

Forstpavillon

Der Forstpavillon ist eine bionische Holzstruktur, die von mehreren Instituten der Universität Stuttgart entwickelt wurde, um den Fortschritt im Holzbau zu dokumentieren. Der Pavillon beherbergt das Waldpädagogikzentrum des Ostalbkreises. Der Geschäftsbereich Wald und Forstwirtschaft des Ostalbkreises und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gestalten das Programm im Pavillon. Es gibt dort wechselnde Angebote um Kinder den Wald und den Werkstoff Holz näher zu bringen.

Himmelsgarten
Himmelsgarten

Schönblick & Sinnesgarten

Direkt angeschlossen an den Landschaftspark Himmelsgarten ist das Evangelische Gästezentrum Schönblick mit dem umgebenden Sinnesgarten.

Begegnung mit Gott

Der Sinnesgarten will dazu anstoßen Gott zu begegnen. Daneben gibt es große Beete, auf denen der Schönblick Gemüse und Obst anbaut, um Lebensmittel für seine Gastronomie zu produzieren. Hinter dem modernen Bau „Forum“ des Schönblicks befindet sich ein kleiner Spielplatz mit Klettergerüsten und einer Seilbahn.

Himmelsgarten
Himmelsgarten
Himmelsgarten

Carina-Vogt-Schanze

Nachdem wir den Himmelsgarten erkundet haben wenden wir uns jetzt der Waldkugelbahn zu. Den Einstieg bildet die Carina-Vogt-Schanze, benannt nach der Waldstetter Olympiasiegerin im Skispringen. Sie ist der Sprungschanze von Sotschi nachempfunden, auf der Vogt zur Goldmedaille sprang. Von den beiden Schanzen kann man Holzkugeln ins Tal springen lassen.

Holzkugeln kaufen

Die Kugeln kann man für 20ct an Automaten an der Sprungschanze oder an Automaten weiter unten am Waldrand kaufen. Pro-Tipp: eine Kugel mehr kaufen, auf dem Weg nach unten geht hin und wieder eine Kugel verloren und dann ist das Geschrei groß.

XXL-Waldkugelbahn
XXL-Waldkugelbahn
Carina-Vogt-Schanze

XXL-Waldkugelbahn

Etwas unterhalb der Schanze, am Waldrand beginnt die eigentliche Kugelbahn. Sie zieht sich durch den Taubentalwald nach unten und besteht aus verschiedenen Kugelbahnen, durch die man die gekaufte Holzmurmel nach unten rollen kann. Definitiv ein Riesenspaß für Kinder!

XXL-Waldkugelbahn
XXL-Waldkugelbahn
XXL-Waldkugelbahn
XXL-Waldkugelbahn
XXL-Waldkugelbahn
Himmelsgarten

Naturatum

Vom Ende der Waldkugelbahn bis an den Stadtrand von Schwäbisch Gmünd bietet das „Naturatum“ weitere Attraktionen für Kinder. Wissenswertes rund um den Wald, Beobachtungsplätze, an denen man Tier-Reliefe im Wald entdecken kann und Infotafeln, die zum Mitmachen einladen.

Taubental
Naturatum
XXL-Waldkugelbahn

Fazit

Am Ende des Taubentales kann man entweder wieder durch den Wald nach oben laufen, oder (meine Empfehlung!) man hat sein Auto am Bahnhof geparkt und ist mit dem Stadtbus nach Wetzgau gefahren. Dann bietet es sich an noch eine Eisdiele oder ein Wirtshaus aufzusuchen, bevor es wieder zum Auto geht.

Himmelsgarten
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#008 Geologischer Pfad

#008 Geologischer Pfad

#008 Geologischer Pfad

Die Wanderung auf dem Geologischen Pfad, vom Remstal bis auf die Spitze des Rechbergs, bietet einen einmaligen Streifzug durch die geologische Geschichte der Ostalb. Durch das Hölltal geht es entlang des Tiefenbachs auf die Verebnungsfläche des Jura bei Metlangen, und weiter über die Ruine Rechberg bis zum Gipfel des Rechbergs mit der barocken Wallfahrtskirche.

Tour-Info

  • Ausdauer 90% 90%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 90% 90%

HINWEIS: Die angegebene Strecke bezieht sich nur auf den Hinweg! Es gibt drei Varianten die Tour zu gehen:

Variante A: vom Start bis Metlangen, von dort wieder zurück, oder die Bahntrasse (Fußgänger- & Fahrradweg) an Straßdorf vorbei bis Gmünd.

Alternative B: von Metlangen auf den Rechberg und wieder zurück

Variante C: wie dargestellt, den gesamten Geologischen Pfad 

Was Kindern gefällt

Die Tour bietet einen bunten Strauß an Aktivitäten. Der untere Teil ist abenteuerlich mit Furten, Felsen und Zugang zum Bach. Die Stationen sind für jüngere Kinder unverständlich, aber selbst Kleinkindern kann man die unterschiedlichen Steine zeigen und die „Exponate“ können bestiegen werden. Bei Rechberg gibt es einen Spielplatz, danach kommt schnell die Ruine, dann der Kreuzweg und schließlich die wunderschöne Barockkirche und die Aussicht auf dem Gipfel.

Ideale Witterung

Der untere Teil und der Abschnitt Metlangen bis zum Gipfel verläuft viel im Wald, im unteren Teil bringt der Tiefenbach zusätzliche Abkühlung, ideal an heißen Tagen. Die Felsformationen sieht man allerdings außerhalb der Vegetationsperiode deutlich besser.

Verpflegung

Entlang des Weges gibt es direkt am Einstieg das BBQ im Hölltal, in Metlangen den Stern, die Burgschänke auf der Ruine und „Haus Rechberg“ auf dem Gipfel. 

Picknick bietet sich auf dem Spielplatz bei Rechberg, im Burggraben nördlich der Ruine oder auf dem Gipfel an.

An- & Abreise

Am Einstieg gibt es mehrere Parkmöglichkeiten (Wanderparkplatz oder am BBQ). Man kann ab Bahnhof Gmünd mit dem Bus bis zur Haltestelle „Fuggerle“ fahren und dort beginnen. Von Metlangen und Rechberg kommt man mit dem Bus zurück zum Bahnhof.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Meine Erfahrungen

Ich bin den Geologischen Pfad schon in verschiedenen Varianten gegangen. Der untere Teil bis Metlangen (3km) dauert mit einem Drei- und einem Fünfjährigen zwei Stunden, wir sind dann noch 2,3km bis Straßdorf Ortsmitte gelaufen, was inklusive Vesper an der Bahntrasse noch einmal eine Stunde gedauert hat.

Den oberen Teil Metlangen bis zum Gipfel sind wir Hin- und zurück gelaufen. Wir  (Söhne 3/5 Jahre alt) haben am Spielplatz gespielt, die Ruine besichtigt, Brotzeit gemacht und uns ein wenig auf dem Gipfel aufgehalten. Insgesamt waren wir 4 Stunden unterwegs bis wir zurück in Metlangen waren und haben 5,39 Kilometer zurückgelegt.

Schließlich sind wir im gleichen Alter meiner Söhne auch noch den ganzen Weg  vom Hölltal zum Gipfel und wieder zurück gegangen. Wir waren mit einer befreundeten Familie unterwegs und haben deshalb Burg und Kirche ausführlich besichtigt. Insgesamt waren wir 7,5 Stunden unterwegs und haben dabei 11,7km zurückgelegt. Eine schöne entspannte Tagestour!

Geologischer Pfad, Station 8

Der Geologische Pfad

Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd e.V. hat vom Hölltal bis auf den Gipfel des Rechbergs einen Geologischen Pfad angelegt, der an 24 Stationen die Geologie der Ostalb beschreibt. Auf unserer Wanderung durchschreiten wir den gesamten geologischen Schichtaufbau der Ostalb.

Im unteren Hölltal liegt der Keuper vor, auf unserem Weg nach Metlangen durchwandern wir dann die Schichten des Unterjura (Schwarzer Jura). Nach Metlangen erleben wir den Übergang zum Mitteljura (Brauner Jura) und am Fuße der Ruine Rechberg steigen wir in den Oberjura (Weißer Jura) ein, der uns bis zum Gipfel begleitet.

In meinem Artikel „Warum steht hier ein Berg?“ habe ich die Hintergründe zur Entstehung des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes erklärt.

Der Weg ist mit Kinderwagen befahrbar, unterhalb der Ruine muss man einen kleinen Umweg fahren, ansonsten läuft man auf einer asphaltierten oder geschotterten Straße. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass die Kinder sich links und rechts des Weges im Gelände austoben.

Der Geologische Pfad im Hölltal

Das Hölltal

Der erste Teil unseres Weges führt uns durch das Hölltal in überwiegend sanftem Anstieg von Schwäbisch Gmünd auf die Hochebene bei Metlangen. Das letzte Stück ist etwas steiler.

Linker Hand steigt das Gelände steil an und zeigt deutlich die Felsformationen die man durchläuft. Die Felsen laden zum Klettern und besteigen ein. Rechts von uns mäandert der Tiefenbach das Tal hinab zur Rems. An vielen Stellen kann man an flachen Stellen an den Bach heran und planschen.

Furt durch den Tiefenbach

An zwei Stellen kreuzt der Tiefenbach die Straße, entweder man durchquert ihn an dieser Stelle über die angelegten Furten oder man nutzt die daneben gelegenen Fußgängerbrücken.

Das Hölltal ist ein wunderbares Kleinod direkt vor den Toren der Stadt, dass trotzdem nicht überlaufen ist. Es hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz. Im Sommer ist es unter dem dichten Blätterdach des Mischwaldes und entlang des Tiefenbaches angenehm kühl. Im Winter sind die Felsen und der Bach durch die fehlende Vegetation besser zugänglich. In jedem Fall sollte man auf passende Kleidung und Wechselklamotten achten. Wir sind den Weg schon im Februar bei knapp über 0°C gegangen (siehe Fotos). Mit Matschhose, Jacke und Mütze haben wir nicht gefroren, weil man immer in Bewegung ist.

Geologischer Pfad im Hölltal
Der Geologische Pfad im Hölltal

Verebnungsfläche Metlangen

Am Ende des Hölltales treten wir auf eine weite Hochfläche, die sich einen Kilometer bis nach Metlangen zieht. Der Spaßfaktor des Hölltales ist weg, dafür taucht vor uns unser Ziel auf, der Rechberg mit seiner Ruine auf dem Sporn und der weithin sichtbaren Barockkirche auf dem Gipfel.

Nach wenigen Metern weitet sich auch der Blick nach links und rechts und vor uns liegt das Panorama der Ostalb vom Rosenstein über den Scheulberg, das Kalte Feld und den Stuifen, auf der rechten Seite des Rechbergs taucht der Grat des Aasrückens und an dessen Ende der Hohenstaufen auf.

Am Ende des Weges überqueren wir die Kreisstraße und sind in Metlangen. Wer einkehren will kann das bei Christian Mack im Stern Metlangen guten Gewissens tun. Der Stern bietet gute Schwäbische Küche.

Geologischer Pfad bei Metlangen
Gerologischer Pfad bei Metlangen

Von Metlangen zur Ruine Rechberg 

Nach Metlangen steht uns der Aufstieg auf den Rechberg bevor. Bis ins Dorf Rechberg sind es etwas mehr als einen Kilometer, wobei nur der letzten 300m durch den Wald gehen. Der erste Teil des Anstieges geht durch Wiesen. Die Wanderung ist weniger spektakulär als das Hölltal, aber die nächste Station des Geologischen Pfades ist immer schon im Blick und so geht es schnell voran bis wir Rechberg erreichen.

Am Ortsrand von Rechberg treffen wir auf einen kleinen Spielplatz. Er ist keine Zierde seiner Art, besteht nur aus einer Rutsche und einer Wippe, aber meine Jungs hatten Spaß. Außerdem gibt es dort einen großen Tisch, der zu einer Brotzeit einlädt. (Tisch war im November 2022 abmontiert)

Nach dieser Erholung folgt ein kurzer steiler Anstieg durch den Wald. Schon nach wenigen Metern tauchen rechts im Wald über uns die Mauern der Ruine Rechberg auf. Wir laufen an der Ruine vorbei und biegen dann links ab, unter der großen steinernen Rundbogenbrücke die zum Burgtor führt. Es geht über Brücke, durch das Tor hindurch und wir erreichen die Ruine der ehemaligen Burg Rechberg.

Geologischer Pfad bei Rechberg
Spielplatz bei Rechberg

Ruine Rechberg

Die Burg Rechberg wurde zwischen 1200 und 1250 von Ullrich von Rechberg als Dienstmannenburg der Staufer erbaut. Sie widerstand den Plünderungen der Freien Reichstadt Gmünd 1448 bis 1450 in der Gegend, den Bauern im Bauernkrieg 1525 als der Hohenstaufen niedergebrannt wurde, und der Belagerung durch den Schmalkhaldischen Bund 1546.

Bis 1585 regierten die Grafen von Rechberg direkt von ihrer Stammburg aus. Sowohl im Dreißigjährigen Krieg 1648, als auch in den Französischen Revolutionskriegen 1796 wurde die Burg von Franzosen besetzt, aber nicht zerstört.

Feuersbrunst

Erst ein Blitzschlag und das dadurch entstandene Feuer am Dreikönigstag des Jahres 1865 vernichtete die Burg. Ein Ereignis, dass sich tief ins Gedächtnis der Region eingebrannt hat, galt die Burg auf dem Bergsporn, weithin sichtbar im Remstal und im Filstal, doch als Wahrzeichen. Meine Großtante erzählte mir bis zu ihrem Tod immer wieder die Geschichte wie ihr Großvater damals mit dem Pferdefuhrwerk im wilden Galopp vom Dangelhof in Reichenbach aus zur Hilfe eilte.

Heutiger Zustand

Die Ruine wurde in den letzten Jahrzehnten restauriert. Ein Teil des ehemaligen Palas wurde mit einem Flachdach versehen von dem man einen herrlichen Blick auf den Albhauptkamm und den Schwäbisch-Fränkischen Wald hat. Im Vorhof wurde ein Restaurant, die Burgschänke, eingerichtet. Auch hier kann man zum Essen einkehren oder ein Eis kaufen.

Der Zutritt zur Burg ist kostenpflichtig und funktioniert über ein Drehkreuz mit Münzeinwurf. Kinder bezahlen 1 Euro, Erwachsene 2 Euro.

Was viele Besucher übersehen: direkt nach dem Drehkreuz kann man im Bergfried über mehrere Stockwerke bis in den Burggraben hinabsteigen. Das sollte man in jedem Fall tun, und die Burg im Graben umrunden. Der Burggraben ist auch ein idealer Ort für ein Picknick.

Brand von Burg Rechberg, Stich in der "Illustrierten Zeitung Leipzig" vom 28. Januar 1865 (C. Häberlin)

Brand von Burg Rechberg, Stich in der „Illustrierten Zeitung Leipzig“ vom 28. Januar 1865 (C. Häberlin)

Hohen Rechberg einst und heute" (vor 1896 entstanden)

Grafik „Hohen Rechberg einst und heute“ von W. Boppel (vor 1896)

Ruine Rechberg
Ruine Rechberg
Ruine Rechberg
Ruine Rechberg

Der Kreuzweg

Von der Burg steigen wir weiter in Richtung Gipfel auf unsere letzte Etappe. Der normale Weg ist asphaltiert und mit einem Kreuzweg mit 14 Stationen aus Sandstein-Bildstöcken flankiert. 

Allerdings gibt es auch einen Trampelpfad zum Gipfel. Wir nehmen normalerweise beim Aufstieg den Trampelpfad und laufen den Hauptweg zurück. Der Trampelpfad geht kurz nach der Ruine rechts vom Hauptweg ab. Er bietet am Rande einige schöne Felsformationen des Weißen Jura, die zum klettern einladen.

Nach einiger Zeit kommt man wieder auf den Hauptweg zurück und verlässt diesen nach kurzer Zeit wieder, dieses Mal nach links. Auch hier findet man wieder einige schöne Felsformationen der wohlgeschichteten Kalke, einer Formation des Weißen Jura. 

Der Hauptweg bietet nur ausserhalb der Vegetationsperiode einen guten Blick auf die Gesteinsformationen. Die Station „Wohlgeschichtete Kalke-Formation“ ist im Sommer in der Regel total überwuchert und kaum zu erkennen.

Kreuzweg auf den Rechberg
Kletterpartie im Weißen Jura
Kletterpartie im Weißen Jura
Kletterpartie im Weißen Jura

St. Maria Hohenrechberg

Erreicht man das Gipfelplateau des Rechbergs liegt direkt rechts das „Haus Rechberg„, eine Gaststätte die auf den Grundmauern der ersten Steinkapelle auf dem Hohenrechberg von 1488 steht.

Die Kirche

Der Blick wandert aber unweigerlich nach links, wo neben dem kleinen Pfarrhäuslein die Wallfahrtskirche zur Schönen Maria Hohenrechberg steht. Die erste Kirche, damals noch aus Holz wurde 1424 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprung der Wallfahrt auf dem Hohenrechberg ist das Gnadenbild der Schönen Maria vom Hohenrechberg. Es entstand entweder kurz vor 1348 als Kaiser Ludwig IV. („der Bayer“) und damit auch seine Anhänger, die Grafen von Rechberg, mit einem Kirchenbann belegt wurden, oder zur Zeit der großen Pestwelle  1349 bis 1353. In dieser Zeit begannen wohl auch die Wallfahrten am Hohenrechberg und somit steht seitdem eine Kapelle am Gipfel des Berges.

Grundsteinlegung

Am Tag der Heiligen Veronika, am 09. Juli 1686, lies Graf Bernhard Bero von Rechberg zu Donzdorf den Grundstein für die heutige barocke Steinkirche legen. Von 1688-89 verzierte der Tessiner Bildhauer und Stuckateur Prospero Brenno den Innenraum der Kirche.

1774 schlug der Blitz in den nach wie vor hölzernen Glockenturm ein der daraufhin völlig abbrannte und als Steinturm in seiner heutigen Form wieder errichtet wurde.

Der rechte Seitenaltar ist seit 1806 dem Heiligen Bernhard geweiht. Zu dieser Zeit wurde die Figur des Heiligen Bernhard aus der abgebrochenen Wallfahrtskirche auf dem Bernhardus nach St. Maria verbracht.

Bernhardus

1880 stiftete Graf Otto von Rechberg, stolzer Vater von sechs Töchtern, auf dem Bernhardus eine Kapelle an der Stelle des Hochaltars der ehemaligen Bernhard-Wallfahrtskirche auf dem Bernhardus. Er hegte die Hoffnung dadurch einen männlichen Erben zu bekommen. Von 1885 bis 1892 wurde der Graf Vater dreier Söhne, was zu einer Wiederbelebung der Bernhardus-Wallfahrt führte, die jedes Jahr am 20. August, dem Gedenktag des Heiligen, tausende Gläubige auf den Gipfel lockt. Der Heilige Bernhard zieht in diesem Zuge  jedes Jahr am 20. August, dem Bernhardustag, für eine Wallfahrt zurück auf „seinen Berg“ und steht dann in der Bernharduskapelle.

„Meine“ Kirche

Die Kirche ist für mich die schönste Kirche der Ostalb, der ich auch emotional eng verbunden bin. Aus dem Wohnzimmerfenster meines Elternhauses grüßte er mich täglich, damals noch verbunden mit dem Tuten des Schienenbusses „Klepperle“, wenn es die unbeschrankten Übergänge unterhalb des Berges passierte. Egal aus welcher Richtung ich nach Hause fahre, wenn der Rechberg mit St. Marien am Horizont auftaucht weiß ich, dass ich daheim bin. Schön, dass ich meine protestantische Frau überzeugen konnte, mir vor dem Hochaltar der Schönen Maria das Ja-Wort zu geben!

Die Kirche sollte man auf jeden Fall besuchen, wenn man auf dem Rechberg ist!

St. Maria Hohenrechberg
St. Maria Hohenrechberg

Der Gipfel

Der Rechberg (708m NN) ist der Mittlere der Drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg, Stuifen. Nachdem wir die Kirche besucht haben und uns im Haus Rechberg gestärkt, oder auf der Wiese oder den zahlreichen Bänken gerastet haben, umwandern wir das kleine Gipfelplateau.

Hinter dem Haus Rechberg ist ein Aussichtspunkt in Richtung Südwesten von dem aus der Blick hinüber zum Hohenstaufen geht. Direkt daneben beginnt ein Trampelpfad, der einen zum Ortseingang von Rechberg bringt. Laufen wir weiter an der Plateaukante entlang, kommen wir zum Kriegerdenkmal für die Gefallenen Söhne Rechbergs in Form eines steinernen Kreuzes und einer Glocke. Von hier aus geht der Blick nach Südosten, auf den Stuifen, das Kalte Feld und den Hauptkamm der Schwäbischen Alb.

Am Ziel

Von hier aus geht es weiter an der Ostflanke der Hochebene entlang. Auf halbem Weg findet man den Einstieg zu einem Trampelpfad der in fast gerader Linie, oberhalb der Hummelshalden und der Hohenreute vorbei, in den Pfefferweg nach Waldstetten mündet.

Kommt man nun an die über einen Felsen steil abfallende Nordflanke, haben wir das Ziel unserer Wanderung erreicht. Direkt neben einem Aussichtspunkt, der einen weiten Blick über das Remstal bis zum Schwäbisch-Fränkischen Wald bietet, finden wir die 24. und letzte Station des Geologischen Pfades. Geschafft!

Kriegerdenkmal Rechberg
Kriegerdenkmal Rechberg
Geologischer Pfad Station 24
Geologischer Pfad, Station 8

Die Stationen

Um Dir einen Eindruck des Pfades zu geben, habe ich Dir hier eine Galerie der meisten Stationen zusammengestellt. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Wandern. Berg Heil!

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#006 Orchideenweg am Kalten Feld

#006 Orchideenweg am Kalten Feld

#006 Orchideenweg am Kalten Feld

Der Orchideenweg am Kalten Feld ist ein bezaubernder, etwas abgelegener Wanderweg mit einer herrlichen Blütenpracht im Frühjahr und Frühsommer. Wenn das Kalte Feld an schönen Tagen total überlaufen ist, dann findet man auf dem Orchideenweg immer noch eine ruhige Alblandschaft mit herrlichem Weitblick. Das besondere ist definitiv die Blütenpracht und die Schmetterlinge, die man entdecken kann.

Tour-Info

  • Ausdauer 50% 50%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 70% 70%
  • Verpflegung 70% 70%

HINWEIS: Gutes Schuhwerk ist Pflicht.

Was Kindern gefällt

Blumen & Schmetterlinge auf dem Orchideenpfad und die Holzfiguren auf dem Kalten Feld. Am Franz-Keller-Haus kann man eine Wurst grillen.

Ideale Witterung

Im Frühjahr und Frühsommer, wenn der Orchideenpfad blüht. Ideal für heißere Tage, da wir viel im Schatten des Waldes unterwegs sind.

Verpflegung

Wir kehren auf dem Franz-Keller-Haus ein. Mit einem kleinen Abstecher ist auch das Knörzerhaus möglich – dort gibt es auch Eis! Wir haben oft ein Rucksackvesper dabei und gönnen uns am Franz-Keller-Haus nur ein Getränk und ein Hanuta für die Kids.

An- & Abreise

Start- und Zielpunkt ist der Wanderparkplatz zwischen Tannweiler und Wißgoldingen (Sonn- und Feiertags keine Zufahrt von Wißgoldingen her erlaubt!)

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Das Kalte Feld mit dem Hornberg und dem Galgenberg ist so vielschichtig, dass man es auf einer Tour gar nicht erwandern kann. Es wird deshalb auf ostalbwanderer.de sicher noch einige Touren hier hinauf geben. Beginnen möchte ich mit einem kleinen Geheimtipp abseits ausgetretener Pfade: dem Orchideenweg.

Orchideenweg am Kalten Feld

Anstieg zum Reiterles Kapelle

Wir starten am Wanderparkplatz zwischen Tannweiler und Wißgoldingen und betreten direkt auf dem Parkplatz den Trampelpfad, der uns im sanften Anstieg am Waldrand entlang zum Christentalpass hinaufführt. Der Blick geht hinüber zum Kalten Feld, dahinter das Himmelreich, das Bargauer Horn und der Scheuelberg. Unter uns liegt Tannweiler, links von uns die Wacholderheide auf dem kahlen Schönbergle, im Volksmund „Zuckerhütle“ genannt, schräg hinter uns das Schwarzhorn.

Aufstieg zum Reiterles Kapelle

Reiterles Kapelle

Am Christentalpass treten wir auf ein freies Plateau, auf dem das Wahrzeichen Waldstettens, das Reiterles Kapelle, liegt. Der Sage nach erbaut vom reichen Tannweiler Bauern Reiterle, der nach einer durchzechten Nacht in Winzingen hier dem kopflosen verstorbenen Ritter vom Roth, hoch zu Ross und umgeben von einer Meute kopfloser Hunde, begegnete. Zum Dank, dass er dieses furchtbare Erlebnis überlebt hat, lies er dieses Kapelle 1607 erbauen.

Die Sagen

Das Christental, dass sich von hier aus nach Nenningen hinunterzieht ist von vielen Sagen umgeben. Der Holzbrockler, der angeblich am Heldenberg sein Unwesen treibt. Die zerstrittenen Brüder, die auf dem Schwarzhorn und auf Graneggle residierten. Ein goldenes Kegelspiel, dass angeblich am Graneggle vergraben ist und viele andere. Diese Sagen werde ich in einem eigenen Ausflugstipp näher beleuchten.

Die Kapelle

Heute belassen wir es dabei die kleine Kapelle, die dem Heiligen Leonhard geweiht ist, zu besuchen und steigen dann auf der anderen Seite der asphaltierten Passstraße zum Kalten Feld hinauf.

Reiterles Kapelle
Reiterles Kapelle
Reiterles Kapelle

Orchideenweg

Wir wenden uns nicht dem Hauptweg zu, der direkt auf das Plateau des Kalten Feldes führt, sondern bleiben auf halber Höhe und laufen die Traufkante des Kalten Feldes entlang. Unter uns liegt das Christental. Der Weg erinnert an eine Wanderung in den Alpen, wir laufen auf romantischen Trampelpfaden mit herrlicher Sicht auf den Heldenberg und die Schwäbische Alb, am Ende auch auf den Galgenberg, der über einen Grat mit dem Kalten Feld verbunden ist.

Kaltes Feld Orchideenpfad
Kaltes Feld Orchideenpfad
Kaltes Feld Orchideenpfad

Fauna & Flora

Das Kalte Feld steht unter Naturschutz. Die Landschaft hier oben ist besonders vielfältig mit großflächigen Wacholderheiden, kleinen Heideflächen, naturnahen Waldflächen und Wiesen; ein hochwertiger Biotopverbund für wärme- und trockenheitliebende Pflanzen- und Tierarten; ein Lebensraum für eine große Anzahl von bedrohten Arten.

Auf dem Orchideenweg begnen uns im Frühjahr- und Sommer eine große Zahl von Blütenpflanzen, darunter geschützte Orchideen, aber auch Seidelbast, Lupinenarten oder gar die Alpen-Akelei oder der Klappertopf.

Pl@ntNet-App 

 

Pl@ntNet-App

Wer Lust hat Pflanzen zu bestimmen, dem lege ich die App Pl@ntNet ans Herz. Foto machen, absenden, Ergebnis erhalten. Internetempfang sollte da sein, man kann die Fotos aber auch später an die App senden.

Kaltes Feld Orchideenpfad
Kaltes Feld Orchideenpfad
Kaltes Feld Orchideenpfad
Kaltes Feld Orchideenpfad
Kaltes Feld Orchideenpfad

Holzfiguren auf dem Kalten Feld

Ein besonderes Highlight erwartet uns, nachdem wir vom Orchideenpfad einen letzten Blick auf Nenningen geworfen haben und dann auf die Hochfläche des Kalten Feldes gestiegen sind: der Holzfigurenpfad. 

Auf einigen hundert Meter haben Künstler Holzfiguren am Wegesrand aufgestellt. Die Kinder haben eine große Freude daran die Figuren am Wegesrand zu suchen.

Kaltes Feld Holzfiguren
Kaltes Feld Holzfiguren
Kaltes Feld Holzfiguren
Kaltes Feld Holzfiguren
Kaltes Feld Holzfiguren

Franz-Keller-Haus

Nach dem Holzfigurenpfad erreichen wir schnell das nach dem „Rosensteindoktor“ Franz Keller benannte Franz-Keller-Haus. Es wird vom Schwäbischen Albverein ehrenamtlich bewirtschaftet. Das Wanderheim ist das ganze Jahr an allen Wochenenden, an allen Feiertagen außer Weihnachten und täglich während der Schulferien geöffnet.

Der Klassiker ist es sich eine rohe Rote Wurst zu kaufen und an einer der Grillstellen rund um die Hütte selbst zu grillen. Unbedingt probieren sollte man auch den Kalte-Feld-Tee, der aus 7 heimischen Kräutern nach einem alten Rezept hergestellt wird.

Franz-Keller-Haus
Franz-Keller-Haus - Postkarte von 1932
Franz-Keller-Haus - Villa Maus
Franz-Keller-Haus Grillstelle
Kaltes Feld Holzfiguren

Aussichtsfels & Christentalfels

Frisch gestärkt verlassen wir das Wanderheim und laufen in Richtung Nordwest bis zur Traufkante. Dort finden wir sehr versteckt einen schmalen Pfad auf einen kleinen Felsvorsprung der uns (außerhalb der Vegetationszeit einen besseren) Blick hinüber auf den Stuifen bietet.

Weiter am Trauf entlang erreichen wir schließlich den Christentalfelsen. Von hier können wir noch einmal hinab ins Christental und hinüber auf den Heldenberg blicken.

Aussichtsfels Franz-Keller-Haus
Am Christentalfels

Abstieg zum Reiterles Kapelle

Anschließend steigen wir hinab, zurück zum Reiterles Kapelle. Der Pfad ist steinig, auf halber Höhe erreichen wir eine Freifläche, die zu einer letzten Rast einlädt.

Dann taucht auch schon das Kapelle auf, im Frühjahr umrahmt von einer bunten Blütenpracht. An der Kapelle vorbei geht es zurück zu unserem Parkplatz.

Aufstieg zum Kalten Feld
Reiterles Kapelle

Fazit

An Tagen, an denen das Kalte Feld überlaufen ist, ist man auf dem Orchideenpfad noch relativ ungestört unterwegs. Die Natur und der Ausblick ist wunderbar, für mich eine meiner Lieblingstouren am Kalten Feld!

Franz-Keller-Haus
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#005 St. Salvator | Pilgerweg zum Karfreitag

#005 St. Salvator | Pilgerweg zum Karfreitag

#005 St. Salvator | Pilgerweg zum Karfreitag

Am Karfreitag gedenken wir dem Leiden und Sterben Jesu. Der Gmünder macht das traditionell mit einer Pilgerwanderung an Karfreitag auf den Salvator. Ich habe den klassischen Pilgerweg um einen Abstecher durch das Taubental zum Aussichtsturm Lindenfirst erweitert. Nicht nur an Karfreitag eine schöne, kleine Wanderung direkt von Schwäbisch Gmünd aus!

Tour-Info

  • Ausdauer 30% 30%
  • Abenteuer 70% 70%
  • Spaß 50% 50%
  • Verpflegung 30% 30%

HINWEIS: 

Was Kindern gefällt

Die Figurengruppen sind ziemlich beeindruckend für Kinder und man kann ihnen den Leidensweg Jesu auf dem Weg nach oben gut vermitteln.

Ideale Witterung

Karfreitag ist Karfreitag, da ist das Wetter egal.

Verpflegung

Die Salvatorklause ist an Karfreitag geschlossen, sie öffnet 2023 erst im Juni. Es bietet sich Fasten oder ein Rucksackvesper an.

An- & Abreise

Start- und Zielpunkt ist das Parkhaus am Bahnhof Schwäbisch Gmünd

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

St. Salvator ist ein Wallfahrtsstätte, bestehend aus zwei Felsenkapellen, die zusammen die Wallfahrtskirche St. Salvator bilden, und einem Kreuzweg mit mehreren Kapellen. Er befindet sich am Nordhang des Remstales, dem Nepperberg, westlich der Mündung des Taubentales in das Remstal, oberhalb des Gmünder Bahnhofs. 

Der Salvator wurde 1483 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber wahrscheinlich deutlich älter.

St. Salvator Schwäbisch Gmünd

Der Kreuzweg

Wir starten am Parkhaus am Gmünder Bahnhof und finden hinter dem Bahnhof direkt den Aufstieg zum Salvator. Den Weg säumen klassische Bildstöckchen, die 1737 um kleine Fachwerkhäuschen erweitert wurden. Diese Häuschen wurden 1789 zu den 7 kleinen Kapellen mit Kuppeldach umgebaut, die den Leidensweg Jesu mit fast lebensgroßen Figuren zeigen. Herausgehoben ist auf dem Weg nach oben die zweistöckige Brunnenkapelle (Ecce-Homo-Kapelle), in deren unterem Gewölbe ein Brunnen gefasst ist.

Den Abschluss des Kreuzweges bildet eine Kreuzigungsgruppe mit drei Kreuzen. Der gekreuzigte Jesus mit den beiden Schächern (Räubern) Dysmas und Gestas zu seinen Seiten.

St. Salvator
St. Salvator
St. Salvator
St. Salvator
St. Salvator
St. Salvator

Muschelkapelle

Direkt neben der Kreuzigungsgruppe findet sich die Muschelkapelle aus dem 18. Jahrhundert. Das Tonnengewölbe mit den beiden Seitenschiffen ist mit Kiesmörtel überzogen in das Muscheln und Schnecken eingelassen sind. Es werden Szenen der Kreuzigung gezeigt, die Gottesmutter mit dem verstorbenen Jesus unterm Kreuz und die weinende Maria unterm Kreuz. Im linken Seitenaltar findet sich eine Darstellung des Heiligen Hubertus mit dem Hirsch.

St. Salvator
St. Salvator

Heiliggrabkapelle

Nebenan findet sich die Heiliggrabkapelle mit dem verstorbenen Gottessohn auf dem Altar liegend. Sie stammt vom Ende des 18. Jahrhunderts (nach 1792).

St. Salvator
Altar in der Heiliggrabkapelle am Karfreitag

Altar in der Heiliggrabkapelle am Karfreitag

Kirche St. Salvator

Wie schon erwähnt, muss sich auf dem Salvator schon vor 1483 ein Andachtsort befunden haben. Der Ulmer Dominikaner schreibt in diesem Jahr, bei der Besichtigung der Jakobushöhle in Jerusalem, dass es ihn an eine sehr ähnliche, aber kleinere Höhle „auf dem Eberstein bei Gmünd in Schwaben“ erinnere.

Die Kirche besteht aus zwei übereinanderliegenden Höhlen, die zu einer Kirche ausgebaut wurden und die obere und untere Kapelle bilden. In der oberen Kapelle befindet sich ein Ölbergrelief, dass den betenden Jesus am Gründonnerstag im Garten Getsemani am Fuße des Ölberges zeigt. Im Hintergrund sieht man Judas, der eine Gruppe Soldaten anführt. Die obere Kapelle, die um eine gemauerte Vorhalle erweitert wurde, wurde 1623 geweiht.

Darunter liegt die „untere Kapelle“, diese verfügt heute über zwei Altäre, deren einer 1618 dem Patron St. Salvator, der andere am gleichen Tag den Heiligen Jakobus und Johannes geweiht wurden.

St. Salvator
St. Salvator

Salvator-Klause

Der Biergarten Salvatorklause befindet sich direkt neben der Wallfahrtskirche. Er wird ehrenamtlich vom Salvator-Freundeskreis e.V. bewirtschaftet, der sich unter der Schirmherrschaft von Diane von Württemberg auch um die Restaurierung und Erhaltung des Salvators verdient macht.

St. Salvator
Salvator-Klause

Segenshand

Der Salvator an sich beschäftigt sich eher mit dem Leiden und Sterben des Gottessohnes. Um den Berg um ein Zeichen für die Hoffnung der Christen als Erlösung zu erweitern, wurde er 2017 mit einer Segenshand als Zeichen der Hoffnung ergänzt. Die Skulptur des Bildhauers Rudolf Kurz thront auf einer Anhöhe oberhalb der Wallfahrtskirche und vereint die segnende Hand Christi mit dem Symbol der Kugel in der Hand des Gottessohnes.

Segenshand

Aussichtsturm Lindenfirst

Wir laufen oberhalb der Segenshand einen Trampelpfad hinab ins Taubental und auf der anderen Seite wieder hinauf auf den Lindenfirst. Nach einem steilen Anstieg laufen wir flach entlang des Kaffeebergs hinüber zum Lindenfirst, wo zur Landesgartenschau ein Aussichtsturm erbaut wurde.

Vom Aussichtsturm, so er denn geöffnet wäre, bietet sich ein toller Blick über die Stadt Gmünd und die Dreikaiserberge. Leider ist der Turm aktuell geschlossen, was wir der deutschen Bürokratie zu verdanken haben. Als „Kunstobjekt“ ist zwar eine temporäre Nutzung, aber kein dauerhafter Betrieb zulässig erklärte Stadtsprecher Herrmann am 23.08.2022 in der Remszeitung.

Bürokratische Hürden

Die Treppenstufen, die im inneren nach oben führten wären in Bayern zulässig, für die Landeskinder in Baden-Württemberg bräuchte man nach 7 Treppenstufen ein Podest, da die Treppe zu steil sei. Das wiederum war dem bayerischen Künstler nicht klar. Die Stadt ist sich als Genehmigungsbehörde ebenfalls keiner Schuld bewußt, schließlich hat man ja ein temporäres Kunstwerk genehmigt und keinen dauerhaften Aussichtsturm, das Ding „sei ein Holzbau und die Lebensdauer begrenzt“.

Eine zweite Treppe außen wäre ein „grober Eingriff in das Kunstwerk“ und „urheberrechtlich problematisch“. So haben wir also in Gmünd einen 150.000 Euro teuren abgeschlossenen Turm der zudem derzeit innen entkernt ist. Steuergeld bei der Arbeit! Kleiner Trost: auch die Aussicht vom Fuß des „Kunstwerkes“ ist toll – und vielleicht wird ja eine gesetzeskonforme Treppe eingebaut?

Nachdem wir den Ausblick genossen haben laufen wir an der Traufkante entlang zurück zum Taubental und kommen noch am Abluftkamin des Gmünder Einhorntunnels vorbei, bevor wir ins Taubental absteigen und zum Parkplatz zurückkehren.

Abluftkamin Einhorntunnel

Aussichtsturm Lindenfirst

Aussichtsturm Lindenfirst

Auf der Plattform des Aussichtsturms

Aussichtsturm Lindenfirst

Aussichtsturm Lindenfirst

Abluftkamin Einhorntunnel

Abluftkamin Einhorntunnel

Fazit

Der Salvator ist ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk und ein Teil der Gmünder Seele. Am Karfreitag ist er einfach Teil des Pflichtprogramms für den Gmünder.

St. Salvator
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#004 Kalter Krieg in Waldstetten

#004 Kalter Krieg in Waldstetten

#004 Kalter Krieg in Waldstetten

Wir sind auf den Spuren des Kalten Kriegs in Waldstetten. Auf dem Plan stehen 25 ehemals US-amerikanische Bunker auf einer bewaldeten Anhöhe zwischen Waldstetten, Bettringen und Weiler i.d.B. Aber auch die Natur hat den Hang zum Ende des Kalten Krieges geprägt. 1988 rutschte der Hang auf einer Fläche von 11 Hektar ab und riß sogar einen 19x12m großen Bunker mit sich, sodass er schließlich zerbrach. Er und zwei weitere beschädigte Bunker wurden daraufhin gesprengt. Das ehemalige Rutschgebiet steht als „Bergrutschung Tannenwald“ mittlerweile unter Naturschutz. Außerdem besuchen wir ein zweites Naturschutzgebiet, das Lindenfeld oberhalb von Unterbettringen.

Tour-Info

  • Ausdauer 40% 40%
  • Abenteuer 100% 100%
  • Spaß 90% 90%
  • Verpflegung 30% 30%

HINWEIS: Die Bunker dürfen offiziell nicht betreten werden, was vermutlich haftungsrechtliche Gründe hat. Auch wenn sich niemand daran hält, möchte ich niemanden dazu auffordern sich über dieses Verbot hinwegzusetzen.

Was Kinder gefällt

Natürlich die Bunker! Auch das Naturschutzgebiet Lindenfeld und die Amphibien, die man zu dieser Jahreszeit am Hufeisensee findet, sind eine Attraktion – und die spannende Geschichte des Waldstetter Bergrutsches von 1988.

Ideale Witterung

Der Staatswald ist für jedes Wetter gut. Wir sind auch gerne bei Schmuddelwetter da oben unterwegs.

Verpflegung

Im Staatswald findet sich kein Wirtshaus, Rucksackvesper ist angesagt!

An- & Abreise

Start- und Zielpunkt ist der Wanderparkplatz am Abenteuerspielplatz im Almenweg Waldstetten.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Der im Volksmund „Staatswald“ genannte Höhenzug, in offiziellen Karten als Kriegsebene bezeichnet, ist ein Geländerücken, der sich vom Hornberg nach unten abstuft und in das nördliche Albvorland hineinragt. Nach der amerikanischen Besatzung war der Hügel bis in die 1980er Jahre militärisches Sperrgebiet. Die Waldstetter wussten zwar, dass dort etwas geschah, aber nicht was. Lediglich häufige, auch nächtliche, Militärkonvois sorgten für allerlei Spekulationen. Man munkelte, dass die 36 Pershing II-Mittelstrecken-Atomraketen von der Mutlanger Heide teilweise auch in Waldstetten standen.

1988 rutschte dann ein Teil des Hanges in Folge starker Regenfälle ab und zerstörte Wege, Wald, ein Feuchtgebiet und auch Feldscheunen der Waldstetter Bauern.

Bunker 881

Bergrutschung unterer Teil

Wir starten am Abenteuerspielplatz in Waldstetten und wenden uns von dort nach Nordosten, wo es in einem steilen Anstieg ca. 100 Höhenmeter nach oben geht. Es geht durch eine Kleingartensiedlung bis wir am Waldstetter Wasserhochbehälter in den Wald treten. Dort endet die befahrbare Straße und wird zu einem Trampelpfad. 

An dieser Stelle geriet am 16. März 1988 der Hang ins Rutschen. Auf einer Breite von 300m rutschte der Hang auf einer Länge von 400m ca. 20m in die Tiefe. Der Boden bewegte sich dabei bis in eine Tiefe von 10-20 Metern.

Vorausgegangen war diesem Ereignis ein außergewöhnlich nasses Frühjahr. Im Februar hatte es in Waldstetten 95,3L/m² geregnet, im März sogar 227,7L/m²! Einige Tage vor dem Erdrutsch ging ein Starkregen mit fast 40mm Niederschlag nieder, zeitgleich setzte eine rasche Schneeschmelze ein, die dem Hang weiteres Wasser zuführte.

Bergrutschung unterer Teil
Längsschnitt der Hangrutschung Waldstetten

Die gut wasserdurchlässige Eisensandstein-Formation überlagert die Opalinuston-Schicht. Der anhaltende Niederschlag störte das labile Hanggleichgewicht und sorgte dafür, dass sich die Erdmassen am 16. März 1988 in Bewegung setzten.

Wir wandern den ehemaligen „Mittleren Weg“ nach oben, der mehr oder weniger komplett zerstört wurde.

Luftbild Rutschgebiet vorher - nachher

Das Luftbild zeigt das Rutschgebiet vor dem Erdrutsch (links) und danach. Gut zu erkennen der komplett verschwundene mittlere Weg und die großflächig zerstörte Waldfläche im Zentrum Oberhalb des oberen Weges sieht man die helle Abbruchkante.

Vom Gate 1 in den Bunkerwald

Nach 300m haben wir das Rutschgebiet durchschritten und die Straße beginnt von neuem. Wir steigen weiter empor, bis wir am Übergang der Kriegsebene zum Hornberg auf das Tor 1 (Gate 1) zum ehemaligen militärischen Sperrgebiet stoßen. Erkennbar sind hier nur noch einige Betonpfosten mit Maschendrahtzaun. Der aufmerksame Beobachter hat schon auf dem Weg nach oben im Wald, linker Hand, immer wieder Überreste der Sperranlage entdeckt.

Neben den Resten der Sperranlage steht eine Infotafel zu den Bunkern, die wir dem Heimatmuseum Waldstetten unter Leitung des Vorsitzenden Bürgermeister a.D. Rainer Barth zu verdanken haben.

Im Sperrgebiet

Wir laufen nun in das ehemalige Sperrgebiet und treffen nacheinander auf die Bunker 875, 874, 873 und 872. Von den ursprünglich 28 Bunker wurden drei nach dem Erdrutsch gesprengt. Von den verbliebenen 25 Bunkern wurden 6 als Rückzugsort für Fledermäuse zugemauert. 19 Bunker sind zu betreten, wobei hier mindestens einer von den örtlichen Jägern als Unterstellmöglichkeit genutzt wird. Hier gilt: was zu ist bleibt zu! Es gibt genügend frei zugängliche Bunker – und bis auf einen sehen sie alle gleich aus. 19m breit, 12m tief. Vorne eine Rampe mit einer Treppe an der rechten Seite. Ein großes Stahltor und im hinteren Deckenbereich links und rechts jeweils eine Lüftungsklappe, die auch vom Dach aus zu bestaunen ist.

Bericht der Landesschau Baden-Württemberg (SWR) über die Waldstetter Unterwelt mit Alt-Bürgermeister Rainer Barth. Ab 1:19 die Waldstetter Bunker.

Gate 1 Bunkerwald Waldstetten

Gate I mit Infotafel

Bunker 880 Bunkerwald Waldstetten

Bunker 880

Lüftungsklappe auf einem Bunkerdach

Lüftungsklappe auf einem Bunkerdach

Bunker 856 „Gas Chamber“

Der einzige Bunker, der sich von den anderen unterscheidet ist 856, den wir als nächstes besuchen. Dort wo bei den anderen Bunkern das große Tor ist befindet sich eine große Fensteröffnung. Rechts daneben befinden sich zwei Türen. Die linke Tür führt in einen Raum der eine große Fensteröffnung zum Hauptraum hat. Augenscheinlich war dort ehemals eine Scheibe eingebaut, durch die man in den Hauptraum blicken konnte.

Die Lösung

Ich habe lange darüber gerätselt, was es damit auf sich hat. Inzwischen habe ich die Fotografie eines GIs entdeckt die unseren Bunker 856 zeigt und auf die er handschriftlich notiert hat

GAS CHAMBER, 1983-8

WEST GERMANY

„WALDSTTATEN“ FIELD

Herzlichen Dank an Ralf Stumpf und seine Facebook-Seite US Cold War Museum Schwäbisch Gmünd an dieser Stelle!

Bunker 856 "Gas Chamber"
Bunker 856 "Gas Chamber"

Offenbar nutzte die US-Army den Bunker um zu prüfen, ob die GIs ihre ABC-Schutzausrüstung dichtsitzend aufziehen konnten. Ähnliches gab es während meiner Atemschutzausbildung bei der Feuerwehr. Alle Mann aufgerödelt in einen Raum, Tränengas rein, warten. Wer weinend herauskam, hatte „individuellen Förderbedarf“ was das Anlegen der Schutzkleidung betraf.

Dadurch, dass er nicht einfach nur ein großer Raum ist, ist 856 der „spannendste“ Bunker und sollte auf jeden Fall besucht werden.

Auf dem „Gipfel“

Nachdem wir 856 inspiziert haben, folgen wir der Straße und laufen nacheinander an 857, 858 vorbei. Anschließend laufen wir eine Sackgasse links ab zum höchsten Punkt der Kriegsebene, wo sich eine große Freifläche befindet. Ich rätsle noch, was dort geschah. Ein Standort für eine Funkeinheit? Ein Landeplatz für die „Bananenhubschrauber“ Boeing CH-47 Chinook, die ich als Kind immer im Tiefflug über Waldstetten gesehen habe? Gar der Aufstellungsort für die MAN gl Kat 2 mit dem „die Amis“ ihre Pershing II-Raketen spazieren gefahren haben? Oder eine konventionelle Feuerstellung? Ich bleibe dran und habe schon eine Idee, wer mich hier mit weiteren Informationen versorgen kann. Es wird noch einen Ausflugstipp dazu geben!

Bunker-Runde

Bis dahin sinnieren wir weiter nach, was die US Army hier oben angestellt haben mag und drehen dann um, um die Bunker 859, 860, 861, 862, 863, 864, 865, 866, 867 und 869 zu besuchen. Vor Bunker 870 biegen wir rechts ab und laufen eine Zeitlang durch einen „bunkerfreien Wald“, bevor wir rechter Hand auf 882 stoßen. Wir wenden uns nach links und treffen auf 881 und 880 bevor uns eine Schranke den Weg versperrt.

Bunker 856 "Gas Chamber"
Bunker 856 "Gas Chamber"

Bergrutschung oberer Teil

Die Schranke ist der Beginn des Rutschgebiets, dieses mal sind wir auf dem „Oberen Weg“, direkt unter der Abbruchkante. Zunächst laufen wir auf dem Trampelpfad noch nicht durch das Hauptfeld des Erdrutsches und umrunden die Hügelkuppe. Am Ende der Kurve beginnt linker Hand die Abbruchkante. Rechts von unserem Pfad fällt die Abbruchkante stellenweise fast senkrecht über 15-20 ab. An einer Stelle hat der Erdrutsch große Formationen des vorliegenden Eisensandsteins freigelegt, die zum Kraxeln einladen.

Kindheitserinnerungen

Am Ende des Rutschgebietes sieht man die Abbruchkante deutlich. Man muss zwei Meter fast senkrecht nach oben steigen und plötzlich ist da wieder eine Straße vor uns.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich im März 88 mit meinem Vater mit dem Schlepper hier heraufgefahren bin. Als Gemeinderat war mein Vater um die Wasserversorgung der Gemeinde Waldstetten besorgt. Der Wasserhochbehälter der Gemeinde liegt nur knapp außerhalb des Rutschgebietes am Mittleren Weg. 

Gefühlt hatte sich der halbe Ort dort oben versammelt. Zumindest die Alteingesessenen, die Bauern, deren Scheuern bedroht waren, und die Gemeinderäte hatten sich eingefunden. Abends waren wir in der Tagesschau.

Braunjuraformation im oberen Teil des Rutschgebietes an der Abrisskante

Freiliegende Felsformationen des Braunjura an der Abbruchkante. Im Sommer sind sie etwas hinter dem Bewuchs versteckt, ich habe auf Komoot ein „Highlight“ dazu angelegt.

Abbruchkante am oberen Weg

Hier stand ich 1988 als kleiner Bub neben meinem Vater. Die damals noch asphaltierte Straße war einfach abgebrochen. Die Abbruchkante ist noch sehr gut zu erkennen.

Gate II

Wenn wir weiterlaufen sehen wir links den Bunker 876, dann treffen wir auf die Überreste einer Toranlage, das Gate 2 des ehemaligen Sperrgebiets. 

Wir laufen einige „bunkerfreie“ Straßen zurück zur Sackgasse, die auf den Gipfel führt, laufen dieses Mal aber an 858 gerade vorbei, bis wir auf einer T-Kreuzung auf 866 treffen, den letzten Bunker des heutigen Tages.

Überreste von Gate 2

Abstieg zum Lindenfeld

Wir überqueren die T-Kreuzung geradeaus und finden auf der gegenüberliegenden Seite einen Trampelpfad, der uns in den Wald hinein führt. Nach wenigen Metern geht es steil durch den Wald bergab. Die Kinder haben einen Riesenspaß und die Waschmaschine freut sich auf Überstunden.

Wir überqueren auf halber Höhe einen geschotterten Platz, laufen auf der anderen Seite wieder in den Wald hinein und folgen dem Trampelpfad weiter, der uns nun sanft bergab führt. 

Abstieg zum Lindenfeld

Naturschutzgebiet

Wenn wir unten aus dem Wald treten, überblicken wir das Naturschutzgebiet Lindenfeld. Unten im Tal liegt Bettringen vor uns, links dahinter Gmünd, ganz links erhaschen wir die die ersten Häuser von Waldstetten. Das Lindenfeld ist eine Mischung aus mageren Heideflächen mit Feuchtbiotopen, die die Ketten amerikanischer Panzer bis in die 80er Jahre „angelegt“ haben. Eine herrliche Landschaft mit weitem Blick hinein ins Albvorland und auf den Schwäbisch-Fränkischen Wald.

Wir durchwandern das Lindenfeld talwärts bis zu den ersten Häusern von Bettringen, am Feldkreuz am Ortsrand biegen wir auf den geschotterten Feldweg ein und wenden uns Waldstetten zu. Schließlich geht es über einen Trampelpfad zurück und auf einer Asphaltstraße noch ein kurzes Stück in den Staatswald hinein.

Naturschutzgebiet Lindenfeld
Naturschutzgebiet Lindenfeld

Hufeisensee

Im Staatswald machen wir noch einen kleinen Abstecher und laufen an der ersten T-Kreuzung nach links, wo wir nach wenigen Metern einen kleinen See, den Hufeisensee erreichen.

Schon in meiner Jugend haben wir Kinder unserer Grundschullehrerin damals gezeigt, wo man die Molche von ihren Bildern in echt trifft und wie man sie fängt.

Der Hufeisensee ist ein tolles Refugium für allerlei Amphibien. Neben Molchen kann man dort Frösche, Kröten und Unken beobachten, die Eidechsen und der Salamander bevorzugen eher die sonnigen Plätzchen weiter unten im Lindenfeld.

Zu dieser Jahreszeit beginnt der See zu leben, und man findet riesige Schwärme Laich und Kaulquappen.

In den letzten Jahren sah man im See auch immer wieder einen Schwarm ausgesetzter riesiger Goldfische, die die heimische Fischwelt im See „bereichern“.

Nachdem wir alles erkundet haben laufen wir am Waldrand entlang zurück zum Ausgangspunkt in Waldstetten.

Hufeisensee

Fazit

Abenteuer pur! Die Bunker ziehen bei meinen Kindern immer, und auch Regen tut dem Spaß an der Tour keinen Abbruch. Wir sind gerne hier oben im Staatswald unterwegs und entdecken jedes Mal etwas neues.

Bunkertür
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#003 Über das Rehgebirge

#003 Über das Rehgebirge

#003 Über das Rehgebirge

Das Rehgebirge liegt zwischen Rems- und Filstal, es zieht sich vom Rechberg nach bis oberhalb Süßen. Grüne Wiesen und Wälder wechseln sich reizvoll ab. Das schöne an dieser Tour sind weniger die besuchten Highlights, sondern der Weg an sich. Der Blick auf Rechberg, Hohenstaufen und ins Filstal. Die grünen Wiesen und die Wälder, die wir auf dem gut ausgebauten Weg erwandern ermöglichen eine ordentliche Strecke auch mit Kindern zu gehen. Als kleines Highlight steht die Ersteigung des Turms von Burg Staufeneck und der Freizeitpark Schurrenhof auf dem Programm.

Tour-Info

  • Ausdauer 90% 90%
  • Abenteuer 30% 30%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 70% 70%

HINWEIS: Die Tour eignet sich auch gut als Radtour. Von Gmünd aus kann man mit dem Fahrrad die Bahntrasse bis Straßdorf fahren und dann die Rampe (steil!) über den Bläsishof, den Braunhof und den Klausenhof nach Rechberg fahren. Von dort weiter wie in der beschriebenen Wanderroute. Die Tour ist kinderwagen- und rollstuhlgerecht.

Auf der Route liegen zwei Einkehrmöglichkeiten die Höhengaststätte Schurrenhof und das Burghotel Staufeneck. Letztere bietet zwar exquisite Küche, ist aber als gehobene Gastronomie nicht unbedingt das erste Ziel mit Kindern.

Wem die Tour zu lange ist, der kann auch nur den Teil bis zum Schurrenhof laufen.

Was Kindern gefällt

Tolle Natur, der Burgturm von Staufeneck und eine Runde Minigolf am Schurrenhof.

Ideale Witterung

Die Tour ist zu jeder Jahreszeit schön zu gehen, da wir viel draußen unterwegs sind ist trockenes Wetter empfehlenswert.

Verpflegung

Die Höhengaststätte Schurrenhof bietet schwäbische Küche und Hausmannskost zu guten Preisen.

An- & Abreise

Start- und Zielpunkt ist der Wanderparkplatz in Rechberg unterhalb der Ruine.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Das Rehgebirge ist ein Höhenrücken zwischen dem Ottenbacher Tal im Westen und dem Reichenbacher Tal im Osten. Er erstreckt sich vom Rechberg in südlicher Richtung etwa 10 km bis zur Burg Staufeneck, die im Süden den Abschluss zum Filstal hin bildet. Direkt auf dem Höhenrücken verläuft vom Rechberg eine Straße, die allerdings nur etwa sieben Kilometer bis zum Birkhof reicht. Das restliche Stück zur Burg Staufeneck ist nicht mehr asphaltiert aber gut ausgebaut. Wir bewegen uns also heute auf festen Pfaden.

Von der Straße auf dem Rehgebirge aus genießt man einen herrlichen Ausblick auf die beiden Täler, die Drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen sowie auf den Albtrauf der Schwäbischen Alb.

Rechberg

Wir starten unterhalb der Ruine Rechberg am Parkplatz und wandern über die Staufeneckstraße aus dem Örtchen heraus. An der Kneipp-Anlage, die zu einer ersten Rast einlädt, wandern wir ohne große Steigungen nach Süden. Im Westen hebt sich die kegelrunde Silhouette des Hohenstaufens vom Horizont ab. Links von uns erhebt sich über dem Reichenbacher Tal der Stuifen, das Schwarzhorn und der Heldenberg. Den Rechberg im Rücken bietet sich nach vorne ein toller Ausblick über die Schwäbische Alb.

Auf dem Asphaltweg geht es flott voran und nach gut drei Kilometern erreichen wir den Schurrenhof.

Im Rehgebirge

Blick zurück auf die Ruine Rechberg.

Im Rehgebirge

Am Dangelhof

Im Rehgebirge

Blick auf den Hohenstaufen

Schurrenhof

Auf dem Schurrenhof findet man zum einen ein Wirtshaus, das Höhenrestaurant Schurrenhof, wo man schwäbische Speisen zu guten Preisen bekommt, zum anderen den Spiel- & Freizeitpark Schurrenhof, wo Minigolf und andere Freizeitaktivitäten für Kinder angeboten werden. In jedem Fall bietet sich hier eine Einkehr an. 

Freizeitpark Schurrenhof
Freizeitpark Schurrenhof

Freizeitpark Schurrenhof

Gestüt Birkhof

Das Gestüt Birkhof ist seit über 50 Jahren ein erfolgreicher Pferdezuchtbetrieb auf den Höhen zwischen Rems und Fils. Die weitläufigen Wiesen um das Gestüt dienen im Sommer als Koppel, sodass man als Wanderer immer die Gelegenheit hat die Pferde zu bewundern.

Gestüt Birkhof

Burg Staufeneck

Das Gründungsjahr der Burg Staufeneck ist nicht bekannt, Quellen nennen u.a. das Jahr 1080 und das Jahr 1240. Gesichert ist, dass die Burg von den Herren von Staufeneck erbaut und bewohnt wurde, bis es 1333 auf die Herren von Rechberg überging. Es folgten als weitere Besitzer das Haus Württemberg und die Herren von Degenfeld, bevor die Burg ab etwa 1800 zusehends verfiel. Ab 1844 war die Burg unbewohnt und verfiel vollends zur Ruine.

Ab 1926 wurde der Bergfried wieder zugänglich gemacht, ein Jahr später begann die Bewirtschaftung der Ruine. Mittlerweile ist die Ruine zu einem noblen Hotel umgebaut, dass auch zwei Restaurants beherbergt. Eines davon, fine dining RS wurde vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet.

Burg Staufeneck

Wunderbar die einsame, ruhige Lage hier oben auf Burg Staufeneck, herrlich der Blick über das Filstal! Den genießt man im Gourmetrestaurant des Burghotels dank großer Panoramafenster – bei schönem Wetter kann man sogar den Stuttgarter Flughafen und den Fernsehturm sehen! Sie sitzen in geschmackvollem puristisch-elegantem Ambiente, professionell der bisweilen charmant „schwäbelnde“ Service – hier lebt man die Region! Geboten werden zwei moderne Menüs, eines davon vegetarisch. Das Team um Rolf Straubinger und seinen langjährigen Küchenchef Markus Waibel begeistert mit sehr aufwändigen Gerichten, die fein und angenehm leicht sind und interessante Kontraste zeigen. Alternativ gibt es noch das Burgrestaurant „oifach andersch“ – hier kocht man schwäbisch, aber auch mit internationalen Einflüssen.

Guide Michelin

Das Restaurant ist für die meisten Wanderer mit Kindern vermutlich etwas zu abgehoben. Bei meinem letzten Besuch dort parkte ich mein Fahrrad nebst Kinderhänger jedenfalls direkt neben einem Ferrari.

Der Bergfried ist allerdings frei zugänglich und kann auch von Kindern bestiegen werden. Von dort bietet sich ein wunderbarer Rundumblick auf die Dreikaiserberge, hinab ins Filstal mit dem Höhenzug der Schwäbischen Alb auf der gegenüberliegenden Seite. 

Burg Staufeneck
Im Rehgebirge

Rundblick vom Bergfried auf Staufeneck

Ottenbacher Glaubensweg

Um den Rückweg etwas abwechslungsreicher zu gestalten wandern wir zuerst an der Traufkante des Filstales entlang, von wo wir einen guten Blick auf Salach haben. Auch am Schurrenhof verlassen wir die Straße, die wir auf dem Hinweg gegangen sind und umrunden den Campingplatz Schurrenhof auf der Westseite. Dort gehen wir ein Stück des Glaubenswegs 19 „Franziskusweg“

Seit 2004 besteht auf der Ostalb das interkommunale Tourismusprojekt „Glaubenswege“. Es verbindet das Wandern im Osalbkreis und im Kreis Göppingen mit der Beschäftigung mit Glaube und Spiritualität. Der Franziskusweg auf dem Rehgebierge ist ein Teil davon und beschäftigt sich künstlerisch mit dem Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi. Hinter dem Campingplatz befindet sich die Station „Kathedrale“ mit Informationstafeln zum Leben des Heiligen Franz und zu seinem Sonnengesang. Der Platz bietet sich für eine letzte Rast an.

Glaubensweg - Franziskusweg

Fazit

Das Rehgebirge ist ein weniger bekannter Fleck Heimat, aber nichtsdestotrotz mit einem ganz eigenen Zauber. Die weiten Strecken über freie Wiesen bieten sich an, um im Frühjahr Sonne zu tanken. Ein toller Ausflug!

Im Rehgebirge
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#002 Römerspuren in Gmünd

#002 Römerspuren in Gmünd

#002 Römerspuren in Gmünd

Schwäbisch Gmünd liegt direkt am Limes. Dementsprechend gibt es eine Vielzahl von Römerspuren in Gmünd, die wir erkunden können. Diese Tour verbindet sichtbare und rekonstruierte Spuren römischen Lebens mit einigen weiteren Highlights für Kinder zu einer tollen Tagestour. Viel Spaß!

Tour-Info

  • Ausdauer 80% 80%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 30% 30%

HINWEIS: Eine gute Ergänzung zur Limeswanderung kann ein Besuch im Limesmuseum Aalen sein. Darüber werde ich noch berichten.

Was Kindern gefällt

Eine Bahnfahrt, ein römischer Wachturm, eine Falknerei – die Tour bietet eine bunte Mischung an Attraktionen!

Ideale Witterung

Die Tour ist zu jeder Jahreszeit schön zu gehen, da wir viel auf freiem Feld unterwegs sind, ist trockenes Wetter  und keine zu starke Sonne empfehlenswert.

Verpflegung

Zwischen Lorch und Gmünd, den beiden Städten die wir erwandern, besteht keine Möglichkeit der Einkehr. Es bietet sich daher an ein Rucksackvesper mitzuführen.

An- & Abreise

Wir wandern von Lorch nach Gmünd. Idealerweise parkt man direkt am Gmünder Bahnhof, fährt mit dem Zug nach Lorch und wandert dann zurück.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Das Remstal war rund hundert Jahre lang, von etwa 160 bis 260 n. Chr., äußerste Grenzzone des
Römischen Reiches. Über 1.500 Soldaten bewachten und kontrollierten das Gmünder Gebiet. Sie waren in Kohorten (den zehnten Teil einer Legion umfassende Einheit des altrömischen Heeres) in Lorch, am Schirenhof und Böbingen sowie in einigen kleineren Anlagen wie Freimühle, Kleindeinbach und Hintere Orthalde stationiert.

Lorch

Am Lorcher Bahnhof laufen wir in nordöstlicher Richtung das Remstal hinauf zum Kloster Lorch, wo uns bereits die ersten drei Attraktionen der heutigen Wanderung erwarten.

Limesnachbau in Schwäbisch Gmünd

Kloster Lorch

Das Kloster Lorch wurde 1102 vom ersten Staufer Friedrich I. gestiftet. Das Kloster ist die Grablege der staufischen Kaiser. Ohne Führung ist der Eintrittspreis zu hoch, eine Führung ist aber eine spannende Sache auch für Kinder. Öffnungszeiten und Eintrittspreise finden sich auf der Webseite des Kloster Lorchs.

Kloster Lorch

Stauferfalknerei

Direkt neben dem Kloster liegt die Stauferfalknerei, in der man heimische und ortsfremde Greifvögel bei Flugschauen live erleben kann. Die Tiere im Flug zu beobachten ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen spannend und ein Besuch in jedem Fall zu empfehlen.

Leider finden die Flugschauen nur Nachmittags um 15 Uhr statt (im Winter keine Flugschau!), daher passt ein Besuch nicht zu unserer Tour. Aber es wird eine weitere Tour geben, in die man die Greifvogel-Flugschau integrieren kann! Alternativ kann man die Tour verkehrt herum, von Gmünd nach Lorch, laufen und die Falknerei zum Abschluss machen. Weitere Informationen zur Stauferfalknerei auf deren Webseite.

Stauferfalknerei Lorch
Stauferfalknerei Lorch

Römischer Wachturm

Ebenfalls direkt neben dem Kloster befindet sich die Rekonstruktion eines römischen Wachturms, der bestiegen werden kann. Daneben befinden sich zwei Informationstafeln zum Limes im Allgemeinen und zum „Limesknick“, wo obergermanischer und rätischer Limes bei Lorch aufeinandertreffen, zum Anderen. Von der Plattform des Wachturmes hat man einen wunderbaren Blick auf den schwäbisch-fränkischen Wald und die Ostalb.

Römischer Wachturm Lorch
Römischer Wachturm bei Lorch

Nach Kleindeinbach

Nach diesem Sightseeing werden wir jetzt wandern, schließlich liegen insgesamt fast 15km vor uns. Wir erklimmen also noch ein Stück die Höhen des Remstals und laufen dann parallel zur Rems nach Osten, Gmünd zu.

Die Strecke ist ruhig und wenig besucht. Im Wald treffen wir auf einige Mammutbäume, die der württembergische König Wilhelm I im Jahr 1864 aus Nordamerika einschiffen lies. Wahrscheinlich durch ein Missverständnis lies man viel zu viele Samen für die ursprünglich für die Wilhelma geplanten Bäume importieren. Der Riesen-Mammutbaum hat nämlich sehr kleine Samen und das Pfund Samen des Sequoiadendron Giganteum reichte für 100.000 Bäume.

Die königlichen Forstdirektionen in Württemberg wurden deshalb angewiesen, die Bäume in ihrem Gebiet auszupflanzen. Im ehemaligen Königreich Württemberg findet man heute noch rund 100 „Wellingtonien“, einige davon hier zwischen Lorch und Kleindeinbach. Weitere Mammutbäume stehen bei der DAV-Hütte auf dem Rosenstein und in Wetzgau zwischen dem Klettergarten Skypark und dem Schönblick.

Die weitere Wanderung führt uns durch das Haselbachtal und hinauf an die Anhöhe bei Hangendeinbach, über die Höhe bis Kleindeinbach und dann hinab ins Tal des Rotenbachs. Dort finden sich weitere Spuren römischen Lebens in unserer Heimat.

Mammutbäume
Mammutbäume

Limes im Rotenbachtal

Das erste Zeugnis römischen Lebens im Rotenbachtal ist ein ehemaliges Kleinkastell bei Kleindeinbach. Das ist kaum noch zu erkennen, eine Hinweistafel erklärt aber Standort, Aussehen und Funktion. Auf dem weiteren Weg folgt das Fragment eines römischen Opferaltars, ein Grabstein für zwei Reitersoldaten, ein Merkur-Relief, ein Altar für die Vierwegegöttinnen und ein Relief eines Ochsenkarrens, dass ehemals Teil eines Pfeilergrabmals war. 

Schließlich durchschreiten wir am Ende des Rotenbachtals eine Rekonstruktion des Limes, die etwa neunhundert Meter vom ursprünglichen Limes entfernt ist. Die Rekonstruktion zeigt zwei Ausbaustufen des Limes, einmal als obergermanische Palisadenmauer, einmal als Steinmauer aus örtlichem Angulatensandstein. Die Steinmauer, der rätische Limes, zog sich von hier bis zur Donau.

Der gesamte Weg ist gut mit Infotafeln beschrieben, die das gesehene in einen historischen Kontext rücken und zusätzliche Informationen zum Limes liefern.

Infotafel zum rätischen Limes
Römischer Altar
Altar für die Vierwegegöttinnen
Merkurrelief
Rätischer und obergermanischer Limes

Limespavillon Rotenbachtal

 

Nach der Limesrekonstruktion treffen wir auf den Limespavillon, der neben mehreren Infotafeln, einen Tisch mit einem Relief der Umgebung mit allen römischen Bauwerken beinhaltet. Spätestens hier bietet es sich an das Vesper aus dem Rucksack zu holen. Die Stufen des Pavillons oder die Grundmauer der benachbarten Stauferstele eignen sich hervorragend als (überdachte) Sitzgelegenheit.

Limespavillon Rotenbachtal

Kastell Freimühle

 

Frisch gestärkt steigen wir den Hügel an der Freimühle hinauf und gelangen nach kurzer Zeit an eine Lichtung auf der das Kastell Freimühle stand. Eine Infotafel und ein Relief erklären das ehemalige Kastell.

Anschließend geht es auf gleichem Weg zurück zum Pavillon und dann auf der Klepperlestrasse über die B29 und die Rems 

Kastellbad Freimühle

Kohortenkastell Schirenhof

Das Kastell Schirenhof ist das am besten erhaltene auf unserer Wanderung. Es ist 157x130m groß. Nachdem wir nun den Limesverlauf von Lorch nach Gmünd erwandert haben können sich die Kinder vorstellen, wie es damals aussah. 

Das Kleinkastell Kleindeinbach lag noch in der Provinz Germania superior (Obergermanien), der Limes war mit Holzpalisaden gesichert. Kurz hinter diesem Kastell begann die Provinz Raetia, der Limes bestand aus einer Steinmauer. Im Abstand von jeweils einem Kilometer folgt auf das Kastell bei Kleindeinbach das Kleinkastell Freimühle, und dann wiederum einen Kilometer entfernt das Kastell Schirenhof. Zusammen mit den Wachtürmen, von denen wir einen in Lorch am Kloster erstiegen haben bildeten die Kastelle die militärischen Einrichtungen am rätischen und am obergermanischen Limes.

Kohortenkastell Schirenhof
Kohortenkastell Schirenhof
Karte: Limes bei Schwäbisch Gmünd

Karte: obergermanischer und rätischer Limes bei Schwäbisch Gmünd

Entlang der Rems

Wir verlassen nun die Römerspuren und wandern ins Gmünder Zentrum. Hierfür bietet sich der Fuß- und Radweg entlang der Rems an. An ihm liegt in ruhiger Lage die Gmünder Kneipp-Anlage in der man die Füße vom langen Marsch entspannen können bevor wir auf den Stadtgarten mit dem Rokoko-Schlösschen treffen. Jetzt können wir entweder direkt zum Auto beim Bahnhof zurück oder wir machen noch einen Schlenker durch die Gmünder Altstadt und gönnen uns ein Eis zum Tagesabschluss.

Kneipp-Bad Schwäbisch Gmünd

Fazit

Die „Römerspuren“ sind eine Entdeckertour mit allerlei sehenswertem am Wegesrand. Kinder finden es sehr spannend, es benötigt aber Erklärungen von Erwachsenen. Es schadet deshalb nicht, sich kurz ins Thema einzulesen.

Rokoko-Schlösschen im Stadtgarten
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#001 Fernsehturm & Teufelsklinge

#001 Fernsehturm & Teufelsklinge

#001 Fernsehturm & Teufelsklinge

Abseits des allseits bekannten Rosensteins bezwingen wir heute den Hochberg und den Glasenberg mit dem Fernsehturm auf der Spitze, und steigen anschließend durch recht unwegsames Gelände über die legendäre Teufelsklinge ab.

Diese Tour bietet viel Natur abseits der ausgetretenen Pfade am Rosenstein und fordert auch ein wenig körperliche Anstrengung. Aber es macht verdammt viel Spaß!

Tour-Info

  • Ausdauer 90% 90%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 70% 70%
  • Verpflegung 50% 50%

HINWEIS: Die Schlüsselstelle, der ausgesetzte Steig zur Teufelsklinge, ist gefährlich. Ich bin ihn mit meinem 4jährigen an der Hand und dem 2jährigen in der Kraxe gegangen, aber der Erwachsenen sollte in diesem Fall schon trittsicher sein. Meine Frau ohne große Bergerfahrung macht solche Sachen auch mit, wenn sie sich dabei nicht auch noch um die Kinder kümmern muss. Ordentlicher Bergschuh ist Pflicht. Man kann diesen Teil einfach auslassen, aber dann verpasst man etwas.

Was Kindern gefällt

Einen Fernsehturm besteigen und einen steilen Grat gehen an dessen Ende ein Wasserfall wartet! Dazu jede Menge Natur mit Felsen und steilen Pfaden, die es hinauf und hinunter geht.

Ideale Witterung

Die Teufelsklinge führt in der trockenen Zeit oft gar kein Wasser, nach Regen kommt mehr oder weniger viel. Nach der Schneeschmelze auf der Albhochfläche speit sie das Wasser in einer Fontäne aus – ein beeindruckendes Schauspiel!

Verpflegung

Die SAV-Hütte auf dem Glasenberg direkt neben dem Fernsehturm ist bewirtet. Ansonsten werden wir uns viel alleine abseits der bekannten Routen bewegen. Definitiv eine Wanderung für ein Rucksackvesper.

An- & Abreise

Direkt am Ausgangspunkt befindet sich links und rechts der Straße ein Parkplatz.

Das schöne an dieser Tour ist, dass wir bereits auf 720m NHN starten. Damit wir trotzdem ein paar Höhenmeter zusammenbekommen steigen wir zwischendurch ein wenig auf und ab und kommen, nachdem bis auf 560m NHN abgestiegen sind, am Ende auf respektable 350 Höhenmeter.

Auf den Glasenberg

Wir beginnen ganz moderat und laufen vom Parkplatz in Richtung Nordosten, zuerst über freies Feld, doch schon nach einem guten halben Kilometer geht es an einem schönen Spielplatz in die Buchenwälder hinein, die typisch für die Berge um den Rosenstein sind.

Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge

SAV-Hütte am Fernsehturm

Nach gut zwei Kilometern erreichen wir die Hütte des Schwäbischen Albvereins, Ortsgruppe Heubach. Das ist zugleich der höchste Punkt unserer Wanderung. Mit 772m NHN geht es im Ostalbkreis auch nicht sehr viel höher. Der SAV veröffentlicht die Öffnungszeiten online. Die Hütte bietet gutes Essen, eine gemütliche Atmosphäre und einen Niederseilgarten zum Toben für die Kinder.

Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge

Sender Heubach

Der Sender Heubach ist ein 142 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom auf der Spitze des Glasenbergs. Er dient heute neben dem Richtfunk, dem Mobilfunk und dem BOS-Funk der Verbreitung von UKW-Hörfunk und dem Amateurfunkdienst. Bis vor 15 Jahren wurden darüber auch die analogen Fernsehprogramme von ARD und ZDF ausgestrahlt. Mit der Umstellung auf den digitalen Empfang wurde dieser Dienst überflüssig und die Spitze des ursprünglich 162m hohen Turms wurde entfernt.

Auf 25m Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform, diese ist leider nur sporadisch zugänglich. Infos dazu findet man ebenfalls auf der Homepage des SAV Heubach.

Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge

Pionierweg

Nachdem wir den Sender erkundet haben, folgen wir nicht den Massen auf den Rosenstein hinüber, sondern steigen über den Pionierweg zwischen Glasen- und Hochberg hinab. Im Geländeeinschnitt zwischen den beiden Bergen entspringt der Steigbach. Dort befindet sich auch der „Grimminger Brunnen“ benannt nach den Gebrüdern Grimminger aus Schwäbisch Gmünd, die dem „Rosensteindoktor“ Franz Keller bei der Erschließung der Wanderwege rund um den Rosenstein halfen. Wir bleiben auf der Hochbergebene, einem Sporn des Glasenbergs und wandern südwestlich auf das Bargauer Horn zu.

Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge

Abstieg vom Hochberg

Wir kommen an einen steilen Einschnitt zwischen Hochberg und Heidenburren, der zur Straße Heubach – Lautern hin abfällt. Dort auf halber Höhe, liegt fernab jedes Weges die Clemenshöhle. Ich habe sie bisher noch nicht gefunden, das Gelände ist mit Kindern aber auch schlecht und schwer zu begehen. Wir lassen die Höhle deshalb aus und bleiben auf dem Wanderpfad, der steil bis zur Kreisstraße abfällt.

Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge

Unser Picknickplatz am Tumbach

Wir überqueren vorsichtig (!) die Kreisstraße Heubach – Lautern und laufen weiter entlang des Gutenbachs ins Tal. Nach kurzer Zeit öffnet sich der Wald und wir laufen an einer Wiese entlang. Bevor wir wieder rechter Hand durch eine kleine Hecke laufen, und über eine Brücke den Tumbach überqueren, bietet sich die Wiese zu einem Picknick an. Anschließend überqueren wir die Brücke und eine zweite Wiese, bevor es im Wald bergab zur Teufelsklinge geht.

Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge

Teufelsklinge

Links von unserem Pfad fließt die Teufelsklinge Richtung Tal. Nach einem kurzen Aufstieg geht von unserem Pfad eine Sackgasse ab, die mit einem Schild „Betreten auf eigene Gefahr“ gekennzeichnet ist. Der Pfad erfordert kein besonderes bergsteigerisches Geschick, man sollte aber schwindelfrei sein. An ein paar ausgesetzten Stellen ist es sehr rutschig und ein Sturz könnte schlimme Folgen haben. Festes Schuhwerk ist Pflicht, ebenso sollte man kleine Kinder an der Hand haben und entsprechend sichern. Der Pfad ist gute 100 Meter lang und am Ende steht man in der Mitte einer hohen Weißjura-Wand: die Teufelsklinge.

Wir stehen auf einem kleinen Felsvorsprung. Die meiste Zeit des Jahres findet man am Boden des Vorsprungs ein kleines Rinnsal, aber wenn auf der Alb der Schnee schmilzt oder starke Regenfälle vorangegangen sind schießt aus dem Loch am hinteren Ende eine riesige Fontäne heraus, die sich als Wasserfall in die Klinge ergießt.

Aber auch bei trockenem Wetter ist die Teufelsklinge ein atemberaubendes Stückchen Natur und auch ein Abenteuer für die Kinder.

Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge
Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge
Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge

Durch den Wald

Nachdem wir die Klinge bestaunt haben, gehen wir die Sackgasse zurück auf den Hauptweg und steigen weiter hinauf auf die Albhochfläche. Der Weg ist nach der kurzen Steigung angenehm zu gehen und gut zu finden. Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir zurück an unserem Parkplatz. 

Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge

Fazit

Eine tolle Tour die nicht so überlaufen ist wie ein Ausflug auf der Hochebene des Rosensteins, und trotzdem viel Abwechslung und Abenteuer für die Kinder bietet. In jedem Fall sehr empfehlenswert, wir laufen die Strecke mindestens einmal im Jahr. Demnächst steht dann auch die Suche nach der Clemenshöhle und deren Befahrung an.

Fernsehturm auf dem Rosenstein und Teufelsklinge
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