#005 St. Salvator | Pilgerweg zum Karfreitag

Am Karfreitag gedenken wir dem Leiden und Sterben Jesu. Der Gmünder macht das traditionell mit einer Pilgerwanderung an Karfreitag auf den Salvator. Ich habe den klassischen Pilgerweg um einen Abstecher durch das Taubental zum Aussichtsturm Lindenfirst erweitert. Nicht nur an Karfreitag eine schöne, kleine Wanderung direkt von Schwäbisch Gmünd aus!

Tour-Info

  • Ausdauer 30% 30%
  • Abenteuer 70% 70%
  • Spaß 50% 50%
  • Verpflegung 30% 30%

HINWEIS: 

Was Kindern gefällt

Die Figurengruppen sind ziemlich beeindruckend für Kinder und man kann ihnen den Leidensweg Jesu auf dem Weg nach oben gut vermitteln.

Ideale Witterung

Karfreitag ist Karfreitag, da ist das Wetter egal.

Verpflegung

Die Salvatorklause ist an Karfreitag geschlossen, sie öffnet 2023 erst im Juni. Es bietet sich Fasten oder ein Rucksackvesper an.

An- & Abreise

Start- und Zielpunkt ist das Parkhaus am Bahnhof Schwäbisch Gmünd

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

St. Salvator ist ein Wallfahrtsstätte, bestehend aus zwei Felsenkapellen, die zusammen die Wallfahrtskirche St. Salvator bilden, und einem Kreuzweg mit mehreren Kapellen. Er befindet sich am Nordhang des Remstales, dem Nepperberg, westlich der Mündung des Taubentales in das Remstal, oberhalb des Gmünder Bahnhofs. 

Der Salvator wurde 1483 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber wahrscheinlich deutlich älter.

St. Salvator Schwäbisch Gmünd

Der Kreuzweg

Wir starten am Parkhaus am Gmünder Bahnhof und finden hinter dem Bahnhof direkt den Aufstieg zum Salvator. Den Weg säumen klassische Bildstöckchen, die 1737 um kleine Fachwerkhäuschen erweitert wurden. Diese Häuschen wurden 1789 zu den 7 kleinen Kapellen mit Kuppeldach umgebaut, die den Leidensweg Jesu mit fast lebensgroßen Figuren zeigen. Herausgehoben ist auf dem Weg nach oben die zweistöckige Brunnenkapelle (Ecce-Homo-Kapelle), in deren unterem Gewölbe ein Brunnen gefasst ist.

Den Abschluss des Kreuzweges bildet eine Kreuzigungsgruppe mit drei Kreuzen. Der gekreuzigte Jesus mit den beiden Schächern (Räubern) Dysmas und Gestas zu seinen Seiten.

St. Salvator
St. Salvator
St. Salvator
St. Salvator
St. Salvator
St. Salvator

Muschelkapelle

Direkt neben der Kreuzigungsgruppe findet sich die Muschelkapelle aus dem 18. Jahrhundert. Das Tonnengewölbe mit den beiden Seitenschiffen ist mit Kiesmörtel überzogen in das Muscheln und Schnecken eingelassen sind. Es werden Szenen der Kreuzigung gezeigt, die Gottesmutter mit dem verstorbenen Jesus unterm Kreuz und die weinende Maria unterm Kreuz. Im linken Seitenaltar findet sich eine Darstellung des Heiligen Hubertus mit dem Hirsch.

St. Salvator
St. Salvator

Heiliggrabkapelle

Nebenan findet sich die Heiliggrabkapelle mit dem verstorbenen Gottessohn auf dem Altar liegend. Sie stammt vom Ende des 18. Jahrhunderts (nach 1792).

St. Salvator
Altar in der Heiliggrabkapelle am Karfreitag

Altar in der Heiliggrabkapelle am Karfreitag

Kirche St. Salvator

Wie schon erwähnt, muss sich auf dem Salvator schon vor 1483 ein Andachtsort befunden haben. Der Ulmer Dominikaner schreibt in diesem Jahr, bei der Besichtigung der Jakobushöhle in Jerusalem, dass es ihn an eine sehr ähnliche, aber kleinere Höhle „auf dem Eberstein bei Gmünd in Schwaben“ erinnere.

Die Kirche besteht aus zwei übereinanderliegenden Höhlen, die zu einer Kirche ausgebaut wurden und die obere und untere Kapelle bilden. In der oberen Kapelle befindet sich ein Ölbergrelief, dass den betenden Jesus am Gründonnerstag im Garten Getsemani am Fuße des Ölberges zeigt. Im Hintergrund sieht man Judas, der eine Gruppe Soldaten anführt. Die obere Kapelle, die um eine gemauerte Vorhalle erweitert wurde, wurde 1623 geweiht.

Darunter liegt die „untere Kapelle“, diese verfügt heute über zwei Altäre, deren einer 1618 dem Patron St. Salvator, der andere am gleichen Tag den Heiligen Jakobus und Johannes geweiht wurden.

St. Salvator
St. Salvator

Salvator-Klause

Der Biergarten Salvatorklause befindet sich direkt neben der Wallfahrtskirche. Er wird ehrenamtlich vom Salvator-Freundeskreis e.V. bewirtschaftet, der sich unter der Schirmherrschaft von Diane von Württemberg auch um die Restaurierung und Erhaltung des Salvators verdient macht.

St. Salvator
Salvator-Klause

Segenshand

Der Salvator an sich beschäftigt sich eher mit dem Leiden und Sterben des Gottessohnes. Um den Berg um ein Zeichen für die Hoffnung der Christen als Erlösung zu erweitern, wurde er 2017 mit einer Segenshand als Zeichen der Hoffnung ergänzt. Die Skulptur des Bildhauers Rudolf Kurz thront auf einer Anhöhe oberhalb der Wallfahrtskirche und vereint die segnende Hand Christi mit dem Symbol der Kugel in der Hand des Gottessohnes.

Segenshand

Aussichtsturm Lindenfirst

Wir laufen oberhalb der Segenshand einen Trampelpfad hinab ins Taubental und auf der anderen Seite wieder hinauf auf den Lindenfirst. Nach einem steilen Anstieg laufen wir flach entlang des Kaffeebergs hinüber zum Lindenfirst, wo zur Landesgartenschau ein Aussichtsturm erbaut wurde.

Vom Aussichtsturm, so er denn geöffnet wäre, bietet sich ein toller Blick über die Stadt Gmünd und die Dreikaiserberge. Leider ist der Turm aktuell geschlossen, was wir der deutschen Bürokratie zu verdanken haben. Als „Kunstobjekt“ ist zwar eine temporäre Nutzung, aber kein dauerhafter Betrieb zulässig erklärte Stadtsprecher Herrmann am 23.08.2022 in der Remszeitung.

Bürokratische Hürden

Die Treppenstufen, die im inneren nach oben führten wären in Bayern zulässig, für die Landeskinder in Baden-Württemberg bräuchte man nach 7 Treppenstufen ein Podest, da die Treppe zu steil sei. Das wiederum war dem bayerischen Künstler nicht klar. Die Stadt ist sich als Genehmigungsbehörde ebenfalls keiner Schuld bewußt, schließlich hat man ja ein temporäres Kunstwerk genehmigt und keinen dauerhaften Aussichtsturm, das Ding „sei ein Holzbau und die Lebensdauer begrenzt“.

Eine zweite Treppe außen wäre ein „grober Eingriff in das Kunstwerk“ und „urheberrechtlich problematisch“. So haben wir also in Gmünd einen 150.000 Euro teuren abgeschlossenen Turm der zudem derzeit innen entkernt ist. Steuergeld bei der Arbeit! Kleiner Trost: auch die Aussicht vom Fuß des „Kunstwerkes“ ist toll – und vielleicht wird ja eine gesetzeskonforme Treppe eingebaut?

Nachdem wir den Ausblick genossen haben laufen wir an der Traufkante entlang zurück zum Taubental und kommen noch am Abluftkamin des Gmünder Einhorntunnels vorbei, bevor wir ins Taubental absteigen und zum Parkplatz zurückkehren.

Abluftkamin Einhorntunnel

Aussichtsturm Lindenfirst

Aussichtsturm Lindenfirst

Auf der Plattform des Aussichtsturms

Aussichtsturm Lindenfirst

Aussichtsturm Lindenfirst

Abluftkamin Einhorntunnel

Abluftkamin Einhorntunnel

Fazit

Der Salvator ist ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk und ein Teil der Gmünder Seele. Am Karfreitag ist er einfach Teil des Pflichtprogramms für den Gmünder.

St. Salvator
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