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Das Heimatmuseum Waldstetten ist ein Sammelsurium der Heimatgeschichte. Es werden große Geschichten erzählt im Museum, aber aus der Sicht von unten. Das bietet spannende Perspektiven aus Handwerk, Industrie, Krieg und Verfolgung aber auch Archäologie. Der Ausflugstipp der Woche führt uns nach Waldstetten!
Das Museum ist jeden 1. und 3. Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet, es ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten.
Das Museum war der Herzenswunsch des Waldstetter Alt-Bürgermeisters Rainer Barth. In der letzten Legislaturperiode seiner langjährigen Amtszeit gründete er mit anderen Waldstettern 1995 den Heimatverein Waldstetten / Wißgoldingen mit dem Ziel das Natur- und Kulturerbe der Gemeinde zu bewahren und letztlich auch ein Heimatmuseum zu eröffnen.
Fünf Jahre später, im Jahr 2000, kaufte man „Wäldenbauers Haus“. Die vorigen Besitzer hießen nicht wirklich Wäldenbauer, vielmehr handelt es sich um einen Hausnamen wie es sie in Waldstetten noch viele gibt. Die Kenntnis der Hausnamen zieht die Grenze zwischen denen, die dazugehören im Ort und den Rei’gschmeckten (Zugezogenen). Erst wer weiß, wer der Schuhbauer, der Gallabauer oder der Broidakapper ist, ist wirklich angekommen.
Aber zurück zum Museum: es zeigte sich, dass das Haus nicht zu renovieren war, so wurde es 2001 abgebrochen, neu aufgebaut und schließlich 2007 als Museum eröffnet.
Das Museum beherbergt eine Dauerausstellung mit den sieben Themenbereichen Perlenstickerei, Beindreherei, Pfeifenmacherei, Sakrales & Volksfrömmigkeit, Erd- & Urgeschichte, Ortsgeschichte und Zeitgeschichte.
Daneben gibt es wechselnde Sonderausstellungen in zwei Räumen. Als Uhrenliebhaber denke ich gerne an die Ausstellung über die Gmünder Uhrenmanufaktur BIFORA zurück, als Ostalbwanderer waren die Sonderausstellungen zu Waldstetten als ehemals überregional bedeutsames Skizentrum, zur Geschichte des Segelfluges auf dem Hornberg und die Sonderausstellung zu den Bunkern im Staatswald besonders spannend.
Blick aus dem Museumsfenster auf St. Laurentius
Waldstetten liegt an der Albnordrand-Verwerfung, die genau zwischen dem (aktuell abgerissenene) Rathaus und der St. Laurentiuskirche verläuft (Schwäbisches Lineament). Dort, wo ich aufgewachsen bin findet, auf den Schlattfeldern oberhalb Waldstettens findet man unzählige Fossilien und 2015 fand man dort eine 15.000 Jahre alte Frauenskulptur, ein rares Kunstwerk aus der Eiszeit.
Die Fossilien von Waldstetten sind für mich eng mit dem Namen von Josef Rothgerber. Der inzwischen verstorbene Hobbygeologe hatte im Keller seines Hauses, dass unweit meines Elternhauses stand, unzählige Fossilien gesammelt und präpariert. Es gab keine Baugrube in der Gegend, in der er nicht auf der Suche nach neuen Funden war. Es war für uns als Kinder das Größte, wenn wir seine Sammlung besichtigen durften!
Inzwischen sind Teile der Sammlung im Heimatmuseum der Öffentlichkeit zugänglich, für Kinder sicher der spannendste Teil des Museumsbesuches.
Die geologische Sammlung
Waldstetten lebte, wie weite Teile der Alb von der Textilindustrie. In meiner Jugend stand an der Straßdorfer Straße noch die „Schnäddre“, das ehemalige Werk des Heubacher Wäscheherstellers Triumph. Darüber hinaus gab es aber, zumindest aus heutiger Sicht exotischeres, für das Waldstetten berühmt war. Die Boi-Dreher („Boiner“ schwäbisch für Knochen), fertigten aus Rinderknochen filigrane Kunstwerke an, die man im Museum bewundern kann.
Ab 1817 kam die Perlenstickerei auf, Frauen und Kinder strickten in Heimarbeit aus winzigen Perlen Taschen und Täschchen die bis in die Niederlande und die USA exportiert wurden. Die Technik brachte man Kindern eigens in Kinder-Industrie-Anstalten bei.
Daneben widmet sich ein Teil der Ausstellung auch der Pfeifenmacherei, die ein wichtiges Standbein der heimischen Wirtschaft wurde, als das Tabakrauchen in Mode kam.
Werkstatt eines Beindrehers
Waldstetten war bis die Flüchtlinge 1945 kamen streng katholisch. Der Ausstellungsteil zeigt Objekte aus diesem Zusammenhang. So gab es in Waldstetten wie an vielen anderen Orten eine Rosenkranz-Bruderschaft, die gemeinsam täglich den Rosenkranz betete. Einzigartig ist, dass die Rosenkranzbruderschaft 15 Täfeles-Männer hatte, die an Fronleichnam und anderen Prozessionen 15 Blechtafeln vor der Prozession hertrugen.
Angesehene Bürger der Gemeinde waren es, die in Frack und Zylinder ihr Amt versahen und beim Tod eines Mit-Bruders einen Nachfolger wählten. Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts verstarb der letzte Täfeles-Mann, Johannes Abele, der „Herz-Jesu-Beck“. Auch diese Geschichte erzählt das Heimatmuseum. Ebenso existierte in Waldstetten die letzte Rosenkranz-Fabrik Baden-Württembergs. Zu meiner Erstkommunion durfte ich mir dort noch einen Rosenkranz aussuchen, den meine Großtante dann beim Chef und letztem gelernten Rosenkranzmacher Württembers, Thomas Albrecht, erwarb.
Statuen, Rosenkränze und Devotionalien, made in Waldstetten.
Es sind die vielen kleinen Geschichten, die das Museum ausmachen. Dabei ist es gleich, ob man selbst aus Waldstetten kommt. Wie Waldstetten als Bauern- und Handwerksdorf im 19. Jahrhundert aussah, oder wie es die Flüchtlinge nach dem Krieg erlebte ist für einen Bettringer oder Heubacher genauso spannend!
Ich würde mit Kindern für den Besuch eine Stunde einplanen, ohne Kinder etwas mehr. Danach einkehren im Museums-Café und vielleicht noch eine Runde durch Waldstetten laufen. Das Museum ist einen Besuch wert!
Statuen, Rosenkränze und Devotionalien, made in Waldstetten.
Wirst Du das Waldstetter Heimatmuseum besuchen? Was hältst du davon, dass es hier nicht nur die klassischen Wanderungen sondern Ausflugstipps gibt? Schreib es in die Kommentare!
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Ein Rundweg durch das Christental. Reiterleskapelle, Graneggle und das geheimnisvollste Tal der Ostalb sind Handlungsort vieler Sagen.
Sage von den feindlichen Brüdern auf dem Graneggle und dem Rechbergle (Schwarzhorn), die sich gegenseitig umbrachten.
Hauptmann von Roth, bekannt als kopfloser Reiter vom Reiterleskapelle, soll heute noch sein Unwesen als Holzsammler („Brockler“) treiben.
Woher stammt der Name Christental? Der wissenschaftlich zwischenzeitlich widerlegten Sage nach von einer Heidenschlacht im Christental.
„Jakob Veit“ und „Das goldene Kegelspiel“ sind im Grunde zwei Sagen rund um das Graneggle, die aufeinander aufbauen.
Die Entstehung der Reiterleskapelle geht, der Sage nach, auf eine unheimliche nächtliche Begegnung des Bauern Reuterle aus Tannweiler zurück.
Im Spraitbacher Märchenwald Hafental würde es einen nicht wundern, wenn einem eine Elfe oder die 7 Zwerge begegnen würden. Ein absoluter Geheimtipp!
Der Skypark im Himmelsgarten ist ein toller Kletterpark für Kinder ab 2 Jahren. Durch verschiedene Parcours ist für jedes Alter etwas dabei.
Welche Messer erlaubt das Waffengesetz beim Wandern? Eine Frage, die vor 50 Jahren Irritationen ausgelöst hätte ist heute durchaus relevant.
Die Schelmenklinge ist ein wunderbares Kleinod. Der kleine Bach wird vom Schwäbischen Albverein Lorch jedes Jahr mit Wasserspielen versehen.
Eine Wanderung am Ipf hat etwas mystisches. Schon wenn man Bopfingen erreicht spürt man, dass von diesem Berg, der dort exponiert mitten in der Landschaft steht, etwas Besonderes ausgeht. Das dachten sich auch schon die ollen Kelten, die den Berg zu ihrem Fürstensitz erhoben haben und über die wir heute einiges erfahren werden.
HINWEIS:
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Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.
Die Ruine Flochberg, der tolle Ausblick vom Ipf, das Keltenhaus und der keltische Grabhügel.
Der Ipf liegt sehr exponiert, bei kaltem (Ost-)Wind sollte man sich warm einpacken.
Bopfingen und Flochberg bieten eine breite Palette an Einkehrmöglichkeiten für jeden Geschmack.
Wir parken in der Straße „An den Gräbenwiesen“ in Bopfingen
Die Wege ziehen sich, man sollte einen Tag einplanen, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Trotzdem bleibt es kurzweilig, weil wir viele ganz unterschiedliche Attraktionen am Wegesrand finden.
Die Kirche geht auf die wundersame Heilung des Knaben Wilhelm Wintzerer von der Epilepsie im Jahre 1528 zurück. Der Vater ließ an der Stelle auf dem Roggenacker eine Eichensäule mit einer Marienerscheinung errichten. Noch im gleichen Jahr setzten mehrere Prozessionen zu der Säule ein und der Wallfahrtsort Flochberg war geboren.
1613 wurde eine kleine Kapelle um die Eichensäule gebaut, 1741 fand die Grundsteinlegung zur heutigen Kirche statt. 1745 wurde dort die erste Messe gelesen.
Die Kirche wurde im Stil des Spätbarock gebaut und fasziniert Gläubige und Nichtgläubige durch ihre Schönheit.
Bevor es auf den Flochberger Burgberg hinaufgeht legen wir hier eine erste Verschnaufpause ein.
Vom Örtchen steigen wir zum Schlossberg hinauf, der einst die hochmittelalterliche Gipfelburg Flochberg, Sitz derer von Flochberg war. Die Burg hatte eine wechselvolle Geschichte, 1330 wurde sie Lehen der Grafen von Oettingen, deren Vögte die Burg bewohnten. Im Schmalkhaldischen Krieg diente sie zeitweise Kaiser Karl V als Unterkunft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von kaiserlichen Truppen besetzt und von den Schweden stark beschädigt.
Nach dem langen Krieg gründeten die Oettinger Grafen die Siedlung Flochberg am Fuße des Berges. Hauptsächlich hielt en sich dort „Hausierer und fahrendes Volk“ auf, die die Burg als Steinbruch verwendeten.
Die Ruine ist nach wie vor beeindruckend und weithin sichtbar. Wir streifen durch die Ruinen und genießen die Aussicht. Wir sehen Schloss Baldern, den Kessel des Nördlinger Ries, die Kapfenburg und das große Ziel des Tages: den Ipf.
Vom Flochberg geht es zuerst hinab nach Bopfingen, wo zahlreiche Wirtshäuser zur Einkehr einladen und über das Flüsschen Eger hinüber zum Ipf. Wir steigen fast senkrecht zur Höhenlinie in einem steilen kurzen Aufstieg auf den Bopfinger Hausberg hinauf. Die weitläufige Wacholderheide um uns lässt genügend Platz für eine tolle Aussicht ins Tal.
Der Ipf ist, wie die Dreikaiserberge ein Zeugenberg, den Jahrmillionen der Verwitterung aus dem Albtrauf herausgeschnitten haben.
Bereits in der Jungsteinzeit muss der Ipf bewohnt gewesen sein, wie Ausgrabungen zeigen. Seine Blüte erlebte der Ipf als keltischer Fürstensitz in der Späthallstatt-/ Frühlathènezeit als überregionales Machtzentrum und wichtiger Verkehrsknotenpunkt.
Von alldem ist, bis auf Überreste von Wallanlagen nur noch wenig zu sehen. Aber wir haben einen tollen Ausblick ins Albvorland, auf die Alb und ins Ries!
Die Kelten, die unsere Heimat für viele Jahrhunderte besiedelten haben auch hier in der Region Spuren hinterlassen. Die Wallanlagen auf dem Rosenstein und auf dem Ipf zeugen von ihren Siedlungen. Auf dem weiteren Weg werden wir noch die Siedlung am Rande des Ipfs und ein keltisches Fürstengrab entdecken. Wenn du weitere Informationen zu den Kelten lesen willst habe ich in diesem Artikel die wichtigsten Informationen zusammengefasst.
Am Fuße des Ipfs wurden zwischen 1998 und 2000 bei mehren Flügen des Landesdenkmalamtes rechteckige Strukturen in den Getreidefeldern gefunden. Von 2000 bis 2006 grub das Landesdenkmalamt die Strukturen aus und stieß auf rätselhaftes, was es sonst nirgendwo gab.
Irgendwann zum Ende der Hallstattzeit / Beginn der Lathènezeit bestand hier für mehrere Generationen eine Siedlung, die den südbayerischen keltischen Herrenhöfen ähnelte. Allerdings stand in Bopfingen auch ein ungewöhnlich großer 15 x 15m langer Pfostenbau mit einer sonderbaren Steinabdeckung. Der Pfostenbau wurde nicht nur komplett zurückgebaut, gar die Pfosten aus dem Boden gezogen, die komplette Fläche wurde anschließend auch durch flache Steine „versiegelt“. Man geht davon aus, dass es sich hier um eine Kultstätte handelte.
Das Landesdenkmalamt, der Ostalbkreis und die Stadt Bopfingen haben an dieser Stelle die Gebäude rekonstruiert, sodass die Keltenzeit wieder lebendig wird. Es gibt einen Infopavillon, besagtes großes Gebäude, mehrere kleine Gebäude und eine Rekonstruktion der Wallanlagen. Ein idealer Platz für eine Rast, nachdem wir das Gelände erkundet haben, und bevor ins uns auf den Weg nach Osten machen.
Nach knapp 2km durch flach abfallendes Gelände stoßen wir kurz vor Osterholz auf einen markanten Hügel. Hierbei handelt es sich um einen Grabhügel für einen Keltenfürsten aus der Hallstattzeit. Ein überaus wichtiger Fund für Bopfingen, da mit ihm letztlich der Beweis geführt wurde, dass der Ipf tatsächlich ein Fürstensitz mit überregionaler Bedeutung war.
2001 wurden bei den Überflügen durch das Denkmalamt insgesamt zwei Grabhügel entdeckt. Der kleinere Hügel wurde wieder rekonstruiert, den zweiten Hügel, der größer war, nimmt man erst wahr dann als flache Erhebung wahr, wenn man darauf hingewiesen wird.
Die Hinweistafeln rund um das Fürstengrab bieten mit ihren Luftaufnahmen einen guten Überblick. Nach einer letzten Rast am Grabhügel geht es über flaches Gelände zurück zum Ausgangspunkt.
Hat dich die Beschreibung der Tour angesprochen? Sehen wir uns demnächst bei den Kelten rund um den Ipf? Schreib es mir in die Kommentare!
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Die Kelten beherrschten von ca. 800 v. Chr. bis zum Erscheinen der Römer nach Christi Geburt die Ostalb. Als die Römer um 60 n. Chr. auftauchten und um 160 n. Chr. den Limes in unserer Region errichten vermischten sich die Kulturen zuerst, bevor sie mit dem Erscheinen der von Norden einströmenden Alamannen im 3. Jahrhundert verschwand.
Die Definition, was ein Kelte war ist nicht so einfach. Kelten waren nie ein Volk, oder gar eine Nation. Sie waren unterschiedliche ethnische Gruppen mit vergleichbarer Kultur.
Es gibt daher eine archäologische Definition, die aufgrund vergleichbarer Funde in Europa die ehemaligen Bewohner als Kelten deklariert. Es gibt die sprachwissenschaftliche Definition, die aufgrund antiker Quellen und sprachwissenschaftlicher Belege für keltische Worte in modernen Sprachen das Verbreitungsgebiet umreißt. Es gibt die ethnologische Definition, die Volksstämme mit ähnlichen Gebräuchen und Glaubensvorstellungen zusammenfasst. Schließlich git es noch die sehr imperalia Definition der Römer: alles was Rom als Kelte bezeichnet ist gefälligst ein Kelte.
Da dies keine Seminararbeit werden soll begnügen wir uns damit, dass die Kelten die Bewohner des Gebiets zwischen Nordostfrankreich bis zur nordöstlichen Balkanhalbinsel während der Eisenzeit waren.
Die mitteleuropäische Eisenzeit umfasst den Zeitraum von 800 v. Chr. bis 15 v. Chr. Sie wird in eine frühe Eisenzeit (Hallstattzeit) und eine späte Eisenzeit (Latènezeit) ab 450 v. Chr. unterteilt.
Bereits in der vorhergehenden Bronzezeit haben die Menschen einen hohen kulturtechnischen Stand erreicht. Zu dieser gehörten Bestattungsriten („Urnenfeldkultur“), große durch Wälle geschützte Siedlungen, vielfach auf Inselbergen, Kupferbergbau, Bronzebearbeitung und Keramikherstellung.
Quelle: NordNordWest, Public domain, via Wikimedia Commons
Die Menschen der Hallstattkultur bildeten eine deutliche Hierarchisierung der Gesellschaft heraus. Man findet in dieser Zeit reich ausgestattete Fürstengräber und Fürstensitze. Das alte Fernhandelssystem für Kupfer und Zinn zur Bronzeherstellung wurde aufgegeben, es etablierten sich neue Fernhandelswege mit Handelsstationen, die sich am Eisenhandel orientierten. Durch Funde von griechischer Keramik, massaliotischen Weinamphoren und etruskischen Bronzegefäßen konnte ein Handel mit dem Mittelmeerraum nachgewiesen werden.
Fürstengrab bei Bopfingen
In der Lathènekultur werden die etruskischen und grichischen Einflüsse deutlicher. Man ahmt die dortige Kunst nach woraus sich schließlich ein eigener, neuer Kunststil entwickelt.
Es setzen Wanderungen der keltischen Stämme ins Donaubecken, nach Makedonien und Griechenland ein, vermutlich aufgrund einer Verschlechterung des Klimas. Es kommt zu einem ersten Geldwesen, wobei griechische und römische Münzen nachgeahmt werden.
Die Siedlungen wachsen an, erstmals sind in den Siedlungen eigene Handwerkerviertel erkennbar.
Keltische Wallanlagen am Rosenstein
200 v. Chr. erreichte das keltische Siedlungsgebiet seine größte Ausdehnung. Danach wurde der keltische Einfluss von Norden her durch das Vorrücken germanischer Stämme zurückgedrängt.
Im Süden waren die Verhältnisse unter dem Einfluss des römischen Imperiums anders gelagert. Zwar konnte die keltische Kultur unter römischer Besatzung weiterbestehen, sie verschmolz allerdings mit dieser, römische und keltische Kulturelemente vermischten sich und im Westen, dem heutigen Frankreich, wurde daraus die gallorömische Kultur, im Osten die norisch-pannonische Kultur.
Die Ostalb liegt an der Grenze der beiden Einflusszonen. Von Norden rückten die Alamannen ein, im Süden assimilierten die Kelten die romanische Kultur. Schließlich verschwand die Kultur und machte Platz für die Römische Kaiserzeit, die Europa bis zur Zeit der Völkerwanderung (375-568) dominieren sollte.
Der Limes bei Lorch (Rekonstruktion eines Wachturms)
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Auf vielfachen Wunsch gibt es zur Abwechslung eine kinderwagentagliche Tour! Der Walderlebnispfad Herrenbachstausee ist eine kurzweilige und Wanderung mit vielen kleinen Attraktionen bei Adelberg. Mit nur 5km ohne große Steigungen ist sie für Kleinkinder geeignet, aber auch meine Kinder (7 und 5 Jahre) fanden, dass die Tour auf den Ostalbwanderer gehört, weil sie viel Spaß auf dem Pfad hatten.
HINWEIS: Die Tour liegt zu Nahe an Stuttgart was für einen Ansturm der S/ES/LB-Kennzeichen sorgt. Idealerweise geht man im Herbst, während die Stuttgarter in ihrem Talkessel hocken und sich nicht heraustrauen.
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Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.
Der Walderlebnispfad bietet viele kleine Attraktionen, die die Strecke sehr kurzweilig machen.
Bei tollem Wetter ist es total überlaufen. Lieber bei nicht so gutem Wetter hin und vor allem um 10 morgens da sein und zum Mittagessen wieder weg!
Am Ende der Tour wartet die Herrenmühle mit einem Biergarten. Sehr kleine Karte, Biergarten überlaufen, Preise eher am oberen Ende des Akzeptablen, Selbstbedienung, Geschmacklich eher am unteren Ende des Akzeptablen. Kann man machen, wir fahren das nächste Mal nach der Tour lieber ein paar Meter zur Zachersmühle.
Wir parken direkt an der Herrenmühle auf dem Wanderparkplatz.
Wir haben eher einen Spaziergang vor uns, als eine echte Wanderung. Wir sind fast durchgängig auf geteerten und geschotterten Wanderwegen unterwegs und bewegen uns von Station zu Station des Walderlebnispfads. Das macht die Tour sehr kurzweilig und sie fühlt sich deutlich kürzer an als die fünf Kilometer, die wir am Ende auf der Uhr haben
Nach mehreren Überschwemmungen baute man in den 1970er Jahren ein Hochwasserrückhaltebecken im Tal des Herrenbachs. Der Stausee fasst zwei Millionen Kubikmeter und bedeckt eine Fläche von über zehn Hektar. Baden ist wegen der gefährlichen Unterwasserströmungen verboten, aber die Umgebung des Sees wurden zu einem schönen Naherholungsgebiet ausgebaut.
Der Walderlebnispfad beschäftigt sich in einem Teil mit der Geschichte der Herrenmühle, dem Ökosystem Wald und dem Rohstoff Holz. Auf nett gemachten Informationstafeln erfährt man viel Wissenswertes rund um diese Themengebiete. Da die nächste Station immer nur wenige Minuten entfernt ist spornt es die Kinder an.
Ein weiterer Teil des Pfades ist die Koboldklinge. In der kleinen Klinge überquert man auf einer Holzbrücke den Bachlauf und kann allerhand Fabelwesen aus Holz entdecken.
Am Rande des Weges erwartet uns ein großes Labyrinth aus Baumstämmen. Unsere Kinder hatten großen Spaß daran den richtigen Weg durch den Irrgarten zu finden.
Den ganzen Pfad entlang begleiten uns kleinere Murmelbahnen aus Holz. Die Kugeln kann man für einen Euro aus dem Automaten ziehen, oder man bringt seine eigene Holzkugel mit, z.B. wenn man schon die Tour „Himmelsgarten & XXL-Waldkugelbahn“ gelaufen ist.
Profis haben übrigens immer eine Reservekugel dabei. Macht man das nicht geht garantiert eine Kugel verloren und das Geschrei ist groß.
Der Pirschpfad hat meinen Kindern definitiv am besten gefallen. Auf einem Trampelpfad entlang des Hauptweges geht man auf die Pirsch und entdeckt viele lebensgroße Tiere des Waldes am Wegrand. Vom Rehbock über den Luchs bis zum Steinmarder ist alles da, was im Wald lebt.
Am Ende der Tour wartet der Gasthof Herrenmühle auf eine Einkehr. Alternativ erreicht man mit dem Auto in wenigen Minuten die Zachersmühle.
Hat dich die Beschreibung der Tour angesprochen? Sehen wir uns demnächst rund um den Herrenbachstausee? Schreib es mir in die Kommentare!
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Das Degenfelder Tal, dass sich vom Furtlespass bis zur Fils erstreckt ist im oberen Teil ein tiefer Einschnitt zwischen Bernhardus und Eierberg im Osten und Kaltem Feld und Galgenberg im Westen.
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Selbst eine Wurst grillen am Franz-Keller-Haus, die Holzfiguren auf dem Kalten Feld und die tollen Ausblicke vom Albtrauf.
Die Gegend um das Kalte Feld bieten bei jedem Wetter ein ganz eigenes Erlebnis. Egal ob bei strahlendem Sonnenschein, an diesigen Nebeltagen oder im Schnee!
Eine Einkehr am Franz-Keller-Haus ist Pflicht. Entweder man kauft sich dort etwas zu essen, oder noch besser: man kauft eine rohe Rote und grillt sie selbst an einer Feuerstelle rund um die Hütte.
Wir parken direkt an den Degenfelder Skisprungschanzen auf dem Wanderparkplatz
Wir gehen „richtig“ wandern. 15 Kilometer, 500 Höhenmeter. Mit Kindern ist das definitiv eine Tagestour. Die Anstiege verteilen sich auf zwei Etappen, es geht gleich zu Beginn von den Skisprungschanzen auf das Kalte Feld. Nach einem Abstieg auf den Hornberg folgt noch ein weiterer Aufstieg zum Bernhardus. Die Tour ist kein Spaziergang, aber sie bietet einen sehr tollen Einblick in die Naturlandschaft der Ostalb.
Direkt zu Beginn der Wanderung wartet die erste Attraktion auf uns, wir laufen direkt an den Degenfelder Schanzen entlang. Mit etwas Glück können wir den Skispringern beim Training zusehen. Es ist sehr beeindruckend, wie schon kleine Stepke mutig von der Schanze springen!
Ein besonderes Highlight erwartet uns, nachdem wir auf die Hochfläche des Kalten Feldes gestiegen sind: der Holzfigurenpfad.
Auf einigen hundert Meter haben Künstler Holzfiguren am Wegesrand aufgestellt. Die Kinder haben eine große Freude daran die Figuren am Wegesrand zu suchen.
Nach dem Holzfigurenpfad erreichen wir schnell das nach dem „Rosensteindoktor“ Franz Keller benannte Franz-Keller-Haus. Es wird vom Schwäbischen Albverein ehrenamtlich bewirtschaftet. Das Wanderheim ist das ganze Jahr an allen Wochenenden, an allen Feiertagen außer Weihnachten und täglich während der Schulferien geöffnet.
Der Klassiker ist es sich eine rohe Rote Wurst zu kaufen und an einer der Grillstellen rund um die Hütte selbst zu grillen. Unbedingt probieren sollte man auch den Kalte-Feld-Tee, der aus 7 heimischen Kräutern nach einem alten Rezept hergestellt wird.
Wenn wir weiter marschieren erreichen wir nach wenigen Minuten den Segelflugplatz Hornberg. Den ersten Blick auf den Flugplatz haben wir noch von der Traufkante des Kalten Feldes direkt auf die Startbahn. Wie die Witterung dort oben ist und ob Flugbetrieb ist kann man übrigens vorab über die Webcam der Segelflieger prüfen.
Vom Flugplatz wandern wir über den Furtlespass zum Bernhardus hinüber. Nach dem Furtlespass steigt der Weg bis zu einer Hochfläche steil an. Dort oben befinden sich Skulpturen und Stelen entlang des Weges, der sogenannte „Weg der Besinnung“.
Im leichten Anstieg geht es bis an den Waldrand. Hier verlassen wir wieder den Hauptweg und nutzen den Trampelpfad rechts der Pilgerstraße. Nach einem Drittel des Weges überqueren wir einmal den Hauptweg und finden schräg links etwas versteckt unseren Trampelpfad wieder. Auf halbem Weg zum Gipfel finden wir rechts vom Trampelpfad eine interessante Felsformation, vielleicht ein alter Steinbruch?
Gegen Ende wird der Weg flacher und wenn wir uns immer hart am Trauf links halten erreichen wir den Gipfel am Aussichtspunkt mit dem Gipfelkreuz. Vor uns liegt Weiler in den Bergen, rechts unter uns das Bargauer Horn und das Himmelreich. Links können wir unseren Weg über die Kriegsebene von oben betrachten, dahinter die weite Ebene des Schwäbisch-Fränkischen Waldes.
Die Legende besagt, dass sich im frühen 18. Jahrhundert an einer Statue des Heiligen Bernhard in einer Kapelle auf dem damals noch „Spitzkopf“ genannten Berg mehrere wundersame Heilungen ereigneten.
Wie heute noch eine Tafel an der Kapelle bezeugt, fand am Bernhardustag 1728 die erste „Heilige Messe solemniter“ (festlich) im Rahmen einer Wallfahrt statt. 1730, zwei Jahre nach Beginn der Wallfahrten, wurde mit dem Bau einer großen Wallfahrtskirche auf dem Bernhardus begonnen.
In den Jahren 1770 bis 1772 wütete eine große Hungersnot in Europa. Es war eine Periode einer der extremsten Wetteränderungen der Neuzeit und es folgten drei Missernten aufeinander. Im Nachgang dieser Hungersnot stiftete Maximilian Emanuel von Rechberg die Wallfahrtskirche auf dem Rechberg. 1806 litt diese neue Pfarrei auf dem Rechberg unter Geldnot und die Grafen von Rechberg verlegten kurzerhand die Statue des Bernhard mitsamt der Wallfahrt in ihre neue Kirche auf ihrem Hausberg. 1809 ließen sie die Kirche auf dem Bernhardus samt mehrerer benachbarter Häuser, einem Gasthaus und zwei Wohnhäusern abtragen.
1880 stiftete Graf Otto von Rechberg und Rothenlöwen die heutige Wallfahrtskapelle, sie wurde an der Stelle erbaut, an der sich der Hochaltar der alten Wallfahrtskirche befand.
Die Kapelle und der Aussichtspunkt daneben laden uns zu einer Rast ein.
Eierberg? Kennt keine Sau! Genau das macht den Berg so interessant: Der südliche Gipfel des Bernhardus wird kaum von Wanderern frequentiert. Das bedeutet, dass wir vom Bernharduskapelle an alleine und auf einsamen Pfaden über die Hochfläche Richtung Degenfeld marschieren.
Nach einer Runde über die Hochfläche des Eierberges steigen wir durch die Glasklinge hinab nach Degenfeld. Hier hat sich der Glasenbach tief in den Jura gegraben. Der Bach entspringt am oberen Ende der Klinge im Oberjura. Für Kinder eine spannende Entdeckung zu erleben wie das Wasser einfach aus dem Boden strömt!
Im unteren Teil des Eierbergs stehen die Chancen gut auf die Landschaftspfleger zu treffen, die dort täglich die Wacholderheide pflegen und sehr zutraulich sind.
Zum Abschluss geht es durch Degenfeld zurück zu den Schanzen. Von der Anhöhe haben wir einen tollen Blick durch das Tal, dass wir heute umwandert haben. Eine super Tour!
Hat dich die Beschreibung der Tour angesprochen? Sehen wir uns demnächst rund um Degenfeld? Schreib es mir in die Kommentare!
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