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Diese Woche begeben wir uns auf den Rundweg „sagenhaftes Christental“. Wir wandern vorbei an der Reiterleskapelle, wir finden die versteckten Ruinen der geheimnissvollen Burg Graneggle und lernen die Sagen kennen, die im geheimnisvollsten Tal der Ostalb spielen. An mehreren Punkten unserer Wanderung kannst Du Deinen Kindern diese Sagen erzählen, die ich Dir als Druckversion mitliefere.
HINWEIS: Ich habe diese Wanderung als „Erzählreise Sagenhaftes Christental“ geplant. An verschiedenen Stationen kannst Du Deinen Kindern die Sagen des Christentals vorlesen. Du findest die Sagen, auch als Druckversion, unten.
Eine versteckte Ruine, Sagen von Rittern und kopflosen Reitern, ein See mit Fischen, eine atemberaubende Natur und eine angenehme Strecke ohne große Steigungen. Was will man mehr?
Mitte – Ende Mai beginnt die Blütezeit der Orchideen am Kalten Feld. Aber auch bis Mitte Juli findet man am Orchideenweg ein Blütenmeer. Idealerweise ist es sonnig aber nicht zu heiß, da der Rückweg uns über offene Wiesen führt.
Ich empfehle ein Picknick am Christentalstausee und anschließen ein Eis am Gasthof Heldenberg. Natürlich kann man aber dort auch zum Mittagessen einkehren.
Start- und Zielpunkt ist der Wanderparkplatz am Tanzbödele zwischen Tannweiler und Weilerstoffel. Achtung: die Strecke von Wißgoldingen bis zum Parkplatz ist Sonn- und Feiertags für PKW gesperrt. Dann ist nur eine Anfahrt über Waldstetten, Weilerstoffel und Tannweiler möglich.
Hier findest du die Sagen als .pdf zum ausdrucken und mitnehmen und die Links zu den einzelnen Sagen.
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Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.
Direkt am Parkplatz beginnt ein Fußweg, der uns im sanftem Anstieg nach nur rund 500 Metern zum Reiterles Kapelle führt. Linker Hand blicken wir in das Tal zwischen Stuifen und Kaltem Feld hinab, dass der Tobelbach in die Landschaft gegraben hat. Tief unter uns liegt Weilerstoffel, dahinter der Sporn des Hornberg mit dem Flugplatz. An der Passhöhe des Christentalpasses, taucht nun, wenn sich der Wald öffnet das Reiterleskapelle mit der mächtigen 400 Jahre alten Linde auf. Die Sommer-Linde (Tilia plattypllos) hat einen Stammumfang von 4,10m und ist 21m hoch. Sie ist innen hohl, in den 90er Jahren haben „Baumdoktoren“ den Stamm mit Metallstreben versehen um einen Tod des markanten „Zeigerbaums“, der früher wohl den Weg ins Christental wies, zu verhindern.
Die St. Leonhard-Kapelle, die niemand so nennt, trohnt auf einer kleinen Anhöhe oberhalb des Christentalpass. Auf dem Türsturz ist die Jahreszahl 1714 eingemeißelt. Das Alter der Linde, dass Forstwissenschaftler auf gut 400 Jahre schätzen, deutet auf ein älteres Alter hin, ebenso die Sage, die das kleine Kirchlein umgibt.
Am 16. November 1911 erschütterte das Albstadt-Erdbeben Mitteleuropa, ein Erdbeben der Stärke 8 auf der Richterskala. Es war von Braunschweig bis zur Toskana spürbar. Dieses Erdbeben beschädigte das Reiterleskapelle schwer. Die Renovierung der beschädigten Kapelle übernahm der Schwäbische Albverein.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges sollte die „Reiterles-Linde gefällt werden um die darunterliegende Pass-Straße für die vorrückenden amerikanischen Panzer zu blockieren. Die Bauern waren der Erzählung nach von dieser Idee wenig begeistert und lehnten den Befehl mit der Ausrede, man habe keine Säge die groß genug sei, ab. Daraufhin wurde dem Christental- und dem Reiterlesbauer befohlen große Bäume im Wald zu schlagen um die Straße zu blockieren.
Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Kapelle baufällig und einsturzgefährdet. Der Landrat Konrad Burkhardt machte das Projekt zur Chefsache. 1957 wurde die alte Kapelle abgebrochen und exakt nach den Maßen des Vorgängerbaues wieder aufgerichtet. Am 27. Oktober 1957 wurde der Neubau unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Bischof Carl Joseph Leiprecht geweiht.
Nordwestlich der Kapelle befinden sich Bänke mit einem Blick über das Tal. Sie laden dazu ein den Kindern die Sage vom Reiterleskapelle zu erzählen.
HIER KANN MAN DIE SAGE VOM REITERLESKAPELLE ERZÄHLEN.
Nach der Rast am Kapelle wandern wir auf dem breiten Kiesweg in Richtung Kaltes Feld, das Christental rechts von uns. Bald verlassen wir aber den Hauptweg und biegen rechts ab auf einen kleinen Trampelpfad zu einem 200m langen Bergsporn, dem Graneggle. Während das Kalte Feld weithin bekannt ist und auf dem Hauptweg entsprechend viele Wanderer unterwegs sind, ist das Graneggle nur Eingeweihten bekannt. Entsprechend einsam ist man die kurze Strecke bis zu den Überresten der Burg Granegg unterwegs. Die letzten Meter führen steil nach oben auf einen kleinen Hügel. Im hinteren Teil des Hügels befinden sich die Grundmauerreste des Bergfriedes, das sichtbarste Zeichen, dass hier einst eine Burg stand.
Über die Burg ist nichts bekannt. Kein Dokument hat es aus dem finsteren Mittelalter in unsere Zeit geschafft, vielleicht mit ein Grund, warum es gleich mehrere Sagen gibt, die sich um die Mauerreste ranken.
Zu den Fakten: aufgrund der Buckelquader aus Weißjura-Gestein vermutet man die Erbauung der Burg im 13. Jahrhundert. Weiterhin wird angenommen, dass die Burg spätestens im 14. Jahrhundert verlassen wurde. Als Burgherren werden die Herren von Holtz, Dienstmannen derer von Rechberg, oder die Herren von Stoffel aus Weilerstoffel genannt, beides ist aber nicht bestätigt. Auf einer 1572 gezeichneten Pirschkarte des Gebietes fehlt jeder Hinweis auf eine Burg oder Ruine. Erst 1674 werden die Ruinen von einem Chronisten Friedrich Vogt aus Gmünd erwähnt.
Es fehlt auch an zeitgenössischen Ansichten der Burg. Durch Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass die Burganlage einst 60 x 22 Meter maß und durch einen 4m tiefen Graben, den wir eben heraufgestiegen sind, vom Kalten Feld abgetrennt war. Um 1885 waren noch Reste eines Kellergewölbes und einer Kellertreppe sichtbar, die Steine des Bergfrieds sollen in der Umgebung als Baumaterial gedient haben, so ist heute kaum noch ersichtlich wer dort oben wie residierte.
HIER KANN MAN DIE SAGE „JAKOB VEIT & DAS GOLDENE KEGELSPIEL“ ERZÄHLEN.
Nachdem wir jetzt viel über Ritter, Burgen und Sagen gehört haben wenden wir uns der wundervollen Natur am Kalten Feld zu. Wir gehen den Weg ein kurzes Stück zurück, bis wir auf den Hauptweg stoßen und nehmen dort den nächsten Trampelpfad links ab, der uns auf unserem Rundweg um das Christental unterhalb des Christentalfelsen entlang des Kalten Feldes führt. Der Weg ist ein echtes Kleinod.
Ein schmaler Trampelpfad führt durch dichte Hecken, nach rechts wird der Blick immer wieder freigegeben ins Christental, auf den gegenüberliegenden Heldenberg und nach Nenningen hinunter.
Ab März blühem die Orchideen, nach denen der Pfad benannt ist, aber auch im Juli wandert man noch durch blühende Blumen die von Schmetterlingen umkreist werden.
AN EINER STELLE MIT BLICK AUF DEN HELDENBERG KÖNNEN WIR DIE GESCHICHTE VON DEN FEINDLICHEN BRÜDERN ERZÄHLEN.
Die Bilder dieser Galerie entstanden auf einer einzigen Wanderung Mitte Juli 2020.
Am Ende des Orchideenweges weitet sich der Blick hinein auf die Schwäbische Alb. Links sehen wir den Grat der das Kalte Feld mit dem Galgenberg befindet. Auf der Hochfläche der Turm der Skisprungschanze von Degenfeld. Unter uns im Tal liegt Nenningen.
Wir steigen von hier aus in engen Kurven den Zick-Zack-Weg, der Name ist Programm, hinab ins Tal. Die Wanderung hat einen alpinen Charakter und macht richtig Spaß!
Am Fuß des Kalten Feldes angekommen laufen wir weiter im leichten Gefälle durch eine Wiesenlandschaft bis wir oberhalb Nenningen den Christentalstausee, ein Regenrückhaltebecken erreichen.
Wir umrunden den Christentalstausee an der Südwestseite zur Hälfte, bis wir auf einen Steg treffen. Ein ruhiges Örtchen um eine Rast einzulegen. Man kann dort in der Regel gut Fische beobachten und hat einen herrlichen Blick zurück auf das Kalte Weg und den steilen Abstieg, den wir gerade genommen haben.
HIER IST ES AN DER ZEIT DIE GESCHICHTE VON DER HEIDENSCHLACHT IM CHRISTENTAL ZU ERZÄHLEN.
Gegenüber dem Kalten Feld liegt der Heldenberg. Wer Lust hat, oder wie ich den Ehrgeiz besitzt auf jedem Gipfel zu stehen kann später, kurz vor dem Reiterleskapelle noch einmal links abbiegen und den Heldenberg mitnehmen. Er ist aber unspektakulärer als der Nme vermuten lässt und bietet auch kaum Aussicht. Jetzt wollen wir aber erst dem Landgasthof Heldenberg am Fuße des Berges einen Besuch abstatten.
Wer, wie wir, sein Vesper im Rucksack hatte kann hier ein Eis kaufen. Für alle anderen bieten die Wirtsleute gute deutsch-schwäbische Küche und Wild aus heimischer Jagd.
Blick von der Terrasse des Landgasthofes
Der Tag ist fortgeschritten, Zeit umzukehren. Wir wandern durch das Christental nach oben. Dazu haben wir zwei Wege zur Auswahl. Der Hauptweg, der direkt am Christentalhof vorbeiführt und mehr frequentiert ist oder den westlich gelegenen Feldweg, den wir nehmen werden.
Im Gegensatz zum steilen Abstieg nach Nenningen führt uns dieser Weg, überwiegend durch grüne Wiesen zurück auf die Passhöhe. Zum Ende hin wird es etwas steiler und geht durch den Wald nach oben. Oben am Pass lassen wir das Schwarzhorn dieses mal rechter Hand liegen und laufen abwärts zurück bis zum Wanderparkplatz.
Als Alternative bietet sich zum Schluß wie schon erwähnt noch ein Abstecher zum Heldenberg an, oder man überschreitet das Schwarzhorn und kehrt von dort zum Parkplatz zurück.
HIER OBEN KÖNNEN WIR DIE LETZTE GESCHICHTE DES TAGES ERZÄHLEN, DIE VOM HOLZBROCKLER AM HELDENBERG.
Mit einem 3,5 Jahre alten Kind, dass die ganze Strecke alleine gelaufen (!) ist und einem Abstecher auf den Heldenberg (ca. 800m) waren wir inklusive aller Pausen 5h 15min unterwegs, haben 8 Kilometer zurückgelegt und sind 250 Höhenmeter ab- und wieder aufgestiegen. Ein toller Sonntagsausflug für Frühjahr & Sommer!
Blick von der Terrasse des Landgasthofes
Wie gefällt Dir die Sonntagsrunde? Hast Du die Sagen Deinen Kindern erzählt? Schreib es mir in die Kommentare!
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Die „Sage von den feindlichen Brüdern“ auf dem Graneggle und dem Rechbergle (Schwarzhorn) beschäftigt sich mit den beiden geheimnisvollen Burgen auf den benachbarten Bergen, von denen heute wenig bis nichts mehr bekannt ist.
Auf dem Rechbergle (Schwarzhorn) stand vor alter Zeit eine Burg, ihm gegenüber lag das Graneggle, dazwischen das steile Christental. Der vom Heldenberg hatte zwei Söhne. Um jedem von ihnen eine Burg zu hinterlassen, lies er auf dem Graneggle eine Burg erbauen und verband sie mit der auf dem Rechbergle mit einer ledernen Brücke. Die beiden Brüder ritten auf der Brücke hin- und her.
Der vom Rechbergle war böse. Bei der Jagd am Schwarzhorn kam der vom Graneggle aus dem Tal herauf an einem Schäferhaus vorbei und verliebte sich in die junge Schäferin.
Es sollte zur Hochzeit kommen und der Brautzug sollte zur Nacht vor sich gehen. Der vom Rechbergle lauerte mit seinen Knappen an einer Klinge und wartete, bis der Zug vorüber kam. Er überfiel die Braut und Knappen seines Bruders und sperrte sie in seiner Burg ein. Das betrübte den vom Graneggle und Tag für Tag sann er auf Rache.
Jeden Tag stellte der vom Rechbergle sich mit seiner Beute an der Brücke auf und neckte seinen Bruder auf der anderen Seite. Eines Tages sah er ihn, wie er seinen Bogen spannte und herüberzielte. Er tat es ihm gleich und beide Brüder fielen im selben Augenblick getroffen von der Brücke und stürzten ins Tal. Beide Burgen verloren den Herren und verfielen.
Auf dem „Rechbergle“ (Schwarzhorn) steht heute keine Burg mehr, dasfür das Schwarzhornhaus, eine Selbstversorgerhütte der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
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Ein Rundweg durch das Christental. Reiterleskapelle, Graneggle und das geheimnisvollste Tal der Ostalb sind Handlungsort vieler Sagen.
Im Spraitbacher Märchenwald Hafental würde es einen nicht wundern, wenn einem eine Elfe oder die 7 Zwerge begegnen würden. Ein absoluter Geheimtipp!
Der Skypark im Himmelsgarten ist ein toller Kletterpark für Kinder ab 2 Jahren. Durch verschiedene Parcours ist für jedes Alter etwas dabei.
Hauptmann von Roth, bekannt als kopfloser Reiter vom Reiterleskapelle, aus der Sage zur Entstehung des Reiterleskapelle, soll heute noch sein Unwesen als Holzbrockler (Holzsammler) am Heldenberg treiben.
Gar ungemütlich geht es am Winzinger Heldenberg her, wo der Geist Hauptmann Roths selbst am hellichten Tage sein Unwesen treibt. Oft wurden Holzleser, Kinder und Erwachsene verschreckt und eilten heulend und verstört zurück ins Tal wo sie die verstörenden Erlebnisse den staunenden Zuhörern erzählten.
Das Lesen von Holz war in vergangenen Zeiten eine häufige Arbeit der ärmeren Schichten, denen der Lehensherr das Recht gewährte in seinen Wäldern Totholz für den heimischen Herd zu sammeln. Wenn diese Holzbrockler ihr Reisig beieinander hatten, so schnürten sie es zu einem den Kräften des Trägers angemessenen Bündel. Hierbei wurden zu lange Holzstücke auf die richtige Länge zerbrochen. Man hört daher bei diesem Geschäft ein beständiges Knacken und Krachen.
Einmal waren zwei arme Weiber und ein Büblein auf dem Heldenberge droben um Holz zu lesen. Eben waren sie daran, das Reisig zusammenzubrechen, da hörten sie in der Nähe ein Knacken, als ob da auch jemand Holz zerbräche. Da das Krachen fortdauerte, ging eines der Weiblein der Richtung desselben nach und bemerkte zu ihrem Schrecken ein kleines, grüngekleidetes Männlein, dass Reisig über das Knie zerbrach und die ganzen kleinen Holzstücke auf einen hoch aufgetürmten Haufen warf. Im Nu aber saß das Männlein auf einem Pferde ohne Kopf, umgeben von zahllosen kopflosen Hunden und fort jagte die gespenstische Erscheinung unter Sturmgetöse, Krachen und Hundegebell durch den Wald nach dem Christentale und Granegg hinüber; es war als ob alle Stämme, Äste und Zweiglein des Waldes geknickt würden.
Keuchend, in atemloser Hast eilten die Holzleser nach Hause und meldeten den schrecklichen Vorfall.
In ähnlicher Weise ängstigte der Holzbrockler gar oft die Leute auf dem Heldenberg, wodurch der Berg in so üblen Ruf kam, dass er oft längere Zeit verödet stand, da sich jeder scheute,den dort hausenden Unholden zu nahe zu kommen.
Eine Empfehlung, wenn Du mehr über das Christental erfahren willst. Das Buch meines Jugendfreundes und Historikers Florian H. Setzen über die Sagenwelt des Christentals (Nur noch antiquarisch erhältlich).
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Woher stammt der Name Christental? Der wissenschaftlich zwischenzeitlich widerlegten Sage nach von einer Heidenschlacht im Christental. Trotzdem ist die Geschichte zu spektakulär um sie nicht zu erzählen.
J. A. Rink, Leiter des Gräflich Rechbergischen Archivs zu Donzdorf verfasste 1802, auf Grundlage älterer Quellen, unter anderem auf die Aufzeichnungen eines „Thomas Lirers (Lyrers) aus Rankweil“, die der Historiker Florian H. Setzen mittlerweile widerlegte, folgende Beschreibung der Schlacht, die zu dem Namen „Christental“ geführt haben soll:
Auf dem bekannten Tecker Berg bey Kirchheim im Wirtenbergischen wohnte ein Graf, Herr oder Dynast von Teck, so erzählt Lyrers Chronik und der Dominikaner Felix Fabri.
Dieser Graf opferte noch den Götzen, und vielleicht mag er auch mit den hie und da angesiedelten Christen nicht sanft verfahren seyn.
Genug, das vernahm ein christlich schwäbischer Herzog Romulus oder Rumelius, und er machte es sich zur Pflicht, dem Unfug ein Ende zu machen und den Grafen mit seinem Anhange nach damaliger Sitte durch die Schärfe des Schwertes zur Liebe und Duldung predigenden Christusreligion zu bekehren.
Romulus kam mit 24.000 Mann und lagerte sich im Thal bei Hausen, nicht weit von Teck. Der Graf rüstete sich auf seiner Seit zur Gegenwehr und wurde von einem nordischen Markgrafen, der zu Burgau hausete biedermännisch unterstützet.
Die Schlacht begann, aber die Christen siegten, und 13.000 Heiden fielen auf dem Schlachtfelde.
Unter den Gefangenen war der Markgraf selbst und vier Brüder mit den rothen Löwen (Die von Rechberg). Die Gefangenen wurden auf den nicht weit entfernten Rehberg (Rechberg) geführt, wo sie eine Wohnung zu bauen anfingen und die christliche Lehre annahmen.
Diese neue christliche Kolonie, wovon ohne Zweifel das benachbarte Christenthal seinen Namen erhielt, beschäftigte sich nun häufig nach ihrer Väter Sitte mit der Jagd, theils sich zu ernähren, theils die Zeit zu verkürzen.
Um aber des Abends nicht immer den hohen Berg hinaufsteigen zu därfen erbauten sie im Thale an der Rems eine Curia, Hof, oder Villam, die sie Gmünd nannten
[…]
Nach einer anderwärts angestellten kritischen Untersuchung fällt die Hauptsache der Begebenheit, die nach Chroniken Weise mit so vielem fabelhaften untermischt ist, in die Mitte des siebten Jahrhunderts, oder gegen Ende dessen (650-699) gerad also in die Zeit, wo die irischen Missionaren, Gallus, Collumban, Kilian, Emeran, Rupert, und Bonifaz Deutschland durchliefen, um das Evangelium zu predigen.
Von Chronist zu Chronist wurde die Geschichte immer reichhaltiger ausgeschmückt. Bernhard Kaißer (1911) lies die siegreichen Christen die Heiden bis Heidenheim verfolgen, woraus sich dessen Name ergeben sollte. Bernhard Gaugele (1910) verlegte die ganze Schlacht ins Christental und den Wohnort der angeblichen Stammväter der Grafen von Rechberg vom Rechberg auf das Rechbergle (Schwarzhorn).
So wurde eine spätestens durch die Publikation von Setzen 1994 widerlegte Geschichte im 21. Jahrhundert zu einer auf Schilder geprägte Wahrheit, woher der Name „Christental“ stammt.
Eine Empfehlung, wenn Du mehr über das Christental erfahren willst. Das Buch meines Jugendfreundes und Historikers Florian H. Setzen über die Sagenwelt des Christentals (Nur noch antiquarisch erhältlich).
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„Jakob Veit“ und „Das goldene Kegelspiel“ sind zwei Sagen rund um die geheimnisvolle und sagenumwobene Burg auf dem Graneggle, die von den dortigen Schätzen erzählen.
Der alte Herr vom Graneggle bei Wißgoldingen hatte ein wunderschönes goldenes Kegelspiel mit einer goldenen Kugel. Bei Ritterfesten und anderen Anlässen wurde mit diesen Kegeln auf Burg Granegg gespielt. Wahrscheinlich in Kriegszeiten, so erzählt man sich, sind die Kegel auf dem Graneggle vergraben worden. Noch jetzt liegen sie im Berg. Manchmal, bei Gewitter, wenn ein Regenbogen über dem Graneggle steht, kommen sie heraus. Schon mancher will sie dort droben gesehen haben.
Es war ein armer Bauer und Holzhacker, Jakob Veit aus einem dem Christental benachbarten Gehöft. Veit war ein junger, sehr kräftiger und fleißiger Mann, der aber durch seinen Hunger nach Reichtum ins Unglück stürzte.
Eines Tages war Jakob Veit in der Nähe der Ruine Granegg mit Holzfällen beschäftigt. Schon seit Jahren kam er im Winter hier herauf ohne sich für die verfallenen Gemäuer zu interessieren.
Eines Tages jedoch, als er sich von der schweren Arbeit ausruhte, fiel sein Blick auf die Ruine und ein unstillbarer und unchristlicher Hunger nach Gut und Geld überkam ihn.
Er gedachte diesen Hunger dadurch zu stillen, dass er die Schätze, die dort in der Ruine verborgen seien, und von denen er so oft gehört hatte, heben wollte. Der bisher leidlich zufriedene Mann wurde unglücklich, er verlor von dieser Stunde an die Lust an jeglichem Geschäft und klagte „Jahraus, jahrein muss ich mich schinden und plagen um meine Familie ernähren zu können. Ach, hätte ich nur einen kleinen Teil der Schätze, die dereinst dort oben funkelten und jetzt tief im Schutt vergraben sind – wie glücklich und froh könnte ich mit meiner Familie werden!„
Während der müde Mann seine Wünsche halblaut vor sich hinmurmelte, bemerkte er durch die leeren Fensterhöhlen der Ruine, wie sich in deren Inneren scheinbar kleine Kinder ungemein lebhaft hin- und her bewegten. Gleichzeitig meinte er ein Gezwitscher wie von Vogelstimmen zu hören. Rasch sprang Veit auf und kletterte die Halde bis zur Ruine hinauf.
Durch eines der Fenster sah Veit wie sich fünf Zwerge mit Bärten bis zum Boden in einer ihm fremden Sprache lebhaft unterhielten und dabei aus einem Gewölbe die kostbarsten Geschmeide, silberne und goldene Schalen, Armbänder, funkelnde Edelsteine und ein goldenes Kegelspiel zu den Füßen eines der Männlein legten, der scheinbar das Oberhaupt war.
Der Veit konnte kein Auge von den Schätzen lassen, als plötzlich eine große Eule dahergeflattert kam, sich auf eine Burgmauer setzte und dreimal hintereinander ein gräßlich anzuhörendes „Uhu“ ausstieß. Während Veit seine Augen nach dem gräßlichen Vogel richtete, erfolgte ein donnernder Schlag der den ganzen Berg erzittern lies. Mit einem Schlag waren die Zwerge mitsamt ihren Schätzen verschwunden.
Keine Vertiefung im Boden zeugte mehr von dem Gewölbe, aus dem die Männlein die Schätze herbeischleppten. Vor Schreck fast gelähmt ergriff ihn Furcht und Grausen, da ihn der unheimliche Vogel dreimal umkreiste, bevor er seinen Flug nach Westen, dem Rechbergle zu fortsetzte. „Du Teufelsvieh!“ schrie Jakob Veit ihm hinterher, bevor er, einen letzten Blick nach der Ruine werfend, hinabstieg und in trüber Stimmung nach Hause ging.
Eine Empfehlung, wenn Du mehr über das Christental erfahren willst. Das Buch meines Jugendfreundes und Historikers Florian H. Setzen über die Sagenwelt des Christentals (Nur noch antiquarisch erhältlich).
Der lebenslustige junge Mann war, seit er die Schätze auf dem Graneggle geschaut hatte, wie umgewandelt. Die Arbeit ward ihm zur Last, schweigsam und einsilbig schlich er umher. Familie und Nachbarn konnten sich dieses eigentümliche Verhalten nicht erklären. Was er auch tat geschah mit Widerwillen und unpünktlich. Vor allem aber nutzte Veit jede sich bietende Gelegenheit um mit Hammer und Hacke zur Burg hinaufzusteigen um das Tor zum Eingang der unterirdischen Gewölbe zu finden.
Eines Tages, in den frühen Morgenstunden als der bedauernswerte Mann in der Absicht die Burg zu besteigen gerade unterhalb des Graneggs angekommen war und auf einem Geröllhaufen rastete, hörte er aus der Ferne wilde Gesänge und schmetternde Musik. Eine Zigeunerkarawane mit vielen Wagen näherte sich ihm und das vielköpfige braune Volk machte gerade vor ihm Halt.
Kaum standen die Wagen, sprang ein lebhafter brauner Geselle von einem der Wagen, den Veit ob seines schwarzen Talars und einem der Stola ähnlichen farbigen Bande fast für einen Pfarrer gehalten hatte. Kaum dem Wagen entstiegen machte derselbe verwegene Luftsprünge, schlug Purzelbäume, raste wie närrisch und schlug schließlich mit einer langen Haselgerte nach allen Richtungen in die Luft, dabei immer unverständliche Worte murmelnd. Die männlichen und weiblichen Glieder der Bande umstanden das Schauspiel mit ernsten, fast andächtigen Mienen als würde es sich um etwas recht wichtiges handeln.
Nach diesem Hokuspokus streckte sich der braune Kerl in seiner ganzen Länge zu Boden, verweilte in dieser Lage längere Zeit wie in lebloser Erstarrung. Hierauf erhoben sich der Zigeuner und näherten sich langsam und gemessen dem traurig dasitzenden Veit. „Guter Mann“ redete er diesen an, „du sitzt so erschöpft und traurig da, als sei dir ein großes Unglück widerfahren?„. „Getroffen!“ rief der Veit, sich erhebend „wie soll ich dieses Lebens froh werden bei dieser harten Arbeit, die kaum mich und meine Familie zu nähren vermag, während sich in den Gewölben der Burg dort hoben Schätze in Hülle und Fülle finden? Nur einen einzigen Kegel des goldenen Spiels, dass ich geschaut habe möchte ich mein nennen – all meine Not hätte ein Ende!„.
„Dir kann geholfen werden“ sprach feierlich der Zigeuner. „Ich werde mich sogleich auf die Burg begeben und mit den bewachenden Berggeistern ein ernstes Wörtchen reden. Geh jetzt nach Hause, bei Sonnenuntergang erwarte ich dich an dieser Stelle!„.
Als sich die Sonne anschickte hinter dem Heldenberg ihren Tageslauf zu vollenden, stellte sich Veit an der besagte Stelle ein. Der Zigeuner erwartete ihn bereits. Letzterer, der Meister der Bande war gänzlich alleine, während sich die Karawane, dem Lautertale zu, entfernt hatte.Flugs stiegen die beiden zur Ruine hinauf und der Zigeuner zeigte Veit einen schmalen Spalt hinter Geröll und Gestrüpp, der als Eingang zu den Gewölben zu dienen scheinte.
Unter Zaubersprüchen und kräftigen Lufthieben mit der Haselgerte beschrieb der Meister mehrere Kreise und überreichte dann Veit eine Wünschelrute. „Nun bist du gewappnet“ sagte er „steig in der nächsten Mitternachtsstunde durch die enge Spalte hinab zu den herrlichen angehäuften Schätzen. Zwei Pforten des unterirdischen Gewölbes werden sich mit dem Schlag der Wünschelrute öffnen, doch erst in der zweiten Halle wirst du die reichen Kleinodien zu schauen bekommen.“
„Nimm den was du mit beiden Händen fassen kannst und zu tragen vermagst, was dir am besten gefällt. Aber hüte dich dabei deinen Mund zu öffnen! Ein einziger Laut und alle Herrlichkeit verschwindet. Statt glücklich wirst du unglücklich sein dein Leben lang. Kannst du aber schweigen bist du gegen jeglichen Schaden gefeit, da ich die Macht der Berggeister gebändigt habe.“ Nach diesen Worten verließ der Meister der Zigeunerbande unseren Veit, dieser aber setzte sich dem engen Pförtlein des Gewölbes gegenüber, um hier die Mitternachtsstunde zu erwarten.
Als die Mitternachtsstunde angebrochen war fasste sich Veit ein Herz und schlüpfte durch die bezeichnete Felsspalte in einen dunklen Gang hinab, wo ihn nach wenigen Schritten ein eisernes Tor am weiteren vordringen hinderte. Auf einen Schlag mit der Wünschelrute öffnete sich dieses krachend. Mutig betrat Veit ein mit mattem Dämmerlicht spärlich erhelltes Gemach, das von allerlei kriechendem Gewürm wimmelte. Das in ihm aufsteigende Grauen überwindend, schritt Veit beherzt zum etwa 20 Schritt entfernten zweiten Tor, das nach der Berührung mit der Zauberrute unter ähnlichem Geräusch als das Erste sich öffnete. Veit stand auf der Schwelle einer hell erleuchteten großen Halle, worin ihm die edelsten Metalle, Diamanten und Perlen entgegenfunkelten.
Nach kurzer Zeit erwog Veit, welche Stücke der herrlichen Kleinodien er sich auswählen sollte. Die Wahl ward ihm zur Qual, zudem er mitten in seinem sinnen bemerkte, dass unter allen aufgehäuften Schätzen das wertvollste, nämlich das goldene Kegelspiel fehlte, von welchem er sich gerne das ein oder andere Stückchen angeeignet hätte.
Immer noch in Gedanken mit dem goldenen Kegelspiel beschäftigt sprang unter donnerähnlichem krachen ihm gegenüber ein drittes Tor auf. Der erschreckte Veit blickte in einen großen mit rosigem Lichte erhellten Saal, worin fünf wunderschöne Burgfräulein, bedient von unseren fünf Zwergen, sich mit dem goldenen Kegelspiel belustigten.Veit hörte fröhliches Geplauder und silberhelles Lachen, wenn ein Fräulein recht viele Kegel zu Boden gestreckt hatte.
Im Anschauen vergas Veit alles, auch das Zugreifen. Die Ritterfräulein und Zwerge hatten anscheinend bisher von dem Eindringling keine Notitz genommen. Plötzlich jedoch waren sämtliche Augen auf Veit gerichtet. Ja, eines der Fräulein näherte sich Veit und sprach mit glockenheller Stimme „Willst du nicht mitkommen und mitspielen?“ Alle Vorsicht und die Anweisungen des Meisters vergessend rief Veit beim Anblick des holden Fräuleins entzückt „Oh ja, wie gerne!„
Ein donnerähnliches Krachen und grollen folgte den wenigen Worten. Der ganze Berg erbebte und kam in kreisende Bewegung. Veit aber wurde von unsichtbaren Mächten in die Höhe gerissen, worauf ihm die Sinne schwanden.
Noch fast bewusstlos fand ihn sein besorgtes Weib früh morgens am Fuß von Granegg liegend. Der arme Mann hatte die Sprache verloren, konnte nicht mehr gehen und musste von mitleidigen Nachbarn nach Hause getragen werden. Mit dem wiedererwachenden Bewußtsein hatte es seine eigene Bewandtnis. Veit erkannte nicht mehr seine nächsten Angehörigen und ebensowenig seine besten Freunde.
Jedoch besserte sich dieser traurige Zustand allmählich. Gleich einem begabten Knaben lernte er bald wieder sprechen und übte sich mit Erfolg in den Arbeiten seines Geschäfts. Aber die Erinnerung an sein ganzes Leben vor dem Tage, da er auf Granegg die verhängnisvollen Worte sprach, war gänzlich und vollständig in seinem Gedächtnis ausgelöscht. So sehr seine Frau bat, so sehr er sich bemühte den finsteren Vorhang seines Gehirns zu zerreisen, es gelang ihm nicht.
Ein schwerer, dumpfer Druck lastete auf seinem ganzen Wesen und zwei Jahre nach dem Vorfall auf Granegg waren dessen Körperkräfte so zerrüttet, dass seine Tage gezählt schienen.
Am Nachmittag eines sonnigen Frühlingstages wünschte der Kranke vor das Haus gebracht zu werden um sich an den linden Strahlen der Frühlingssonne zu wärmen. Das Weib stützte den kranken Körper, der ohne Hilfe sich nicht mehr aufrecht zu halten vermochte und brachte ihn zu einem kleinen Ruhebänkchen an der Mittagsseite des Hauses. Nach einer Zeit hörte man von Fern schmetternden Trompetenschall, die surrenden Klänge des Tamburins, die gellenden Töne der Zimbeln und wilde, aufgeregte Gesänge. Es näherte sich die uns schon bekannte Zigeunerhorde der Hütte unseres todesschwachen Veit. Kaum hatte dieser die schauerliche Musik vernommen, als er sich straff aufrichtete und fest stand, als hätte ihm nie etwas gefehlt.
Klar und deutlich sah er sein ganzes Leben, wie es gewesen war bis zu jenem schrecklichen Tage, an welchem er nach der Anweisung des Meisters die Schätze auf Granegg heben wollte.
Die Horde war inzwischen näher gekommen. Voran hüpfte und tänzelte der Meister, der mit der Haselgerte ganz gewaltig in der Luft herumfuchtelte, als hätte er mit den Mächten dort einen Kampf auszufechten.
Als sich der Meister Veit gegenüber befand sprang dieser ihm mit einem Ruck und Satz an die Kehle desselben und schrie „Du Elender! Meine Ruhe, meinen Frieden, mein Glück hast du mir genommen! Du bist der Mörder meines jungen Lebens!„
Auffallen musste, dass von der zahlreichen Bande nicht eine Hand sich rührte um dem Meister zu Hilfe zu eilen. Veit umklammerte noch immer die Kehle des Zigeuners, als sein Weib herbeikam und mit sanfter Gewalt seine Hand von der Kehle des leblos daliegenden Zigeuners lösen musste. Mit einer Gefühllosigkeit ohne gleichen luden einige Glieder der Horde ihren anscheinend leblosen Führer auf einen Karren, worauf sich die Karawane unter ähnlichem Tumult wie bei ihrer Ankunft dem Remstale zu entfernte.
Spät abends kam noch die Nachricht, die uralte Zigeunermutter habe mit ihren Zaubertränklein den totgeglaubten Anführer wieder ins Leben zurückgerufen. Von da an hat das Christental niemals wieder die braunen Gäste gesehen.
Unser unglücklicher Veit aber lag nach dem grausigen Auftritt ohnmächtig auf dem Boden. Hilfsbereite Hände trugen ihn auf sein Ruhebett, wo er bald aus seiner Ohnmacht erwachte und etwas Speise zu sich nahm. Gleich darauf aber fiel er wieder in einen tiefen Schlummer, aus dem ihn erst die Morgensonne des folgenden Tages weckte. Seine Augen blickten hell und klar und er fühlte sich ganz glücklich, als ihm seine Frau erzählte, dass sein Zusammentreffen mit dem Zigeuner ihn nicht zu dessen Mörder gemacht habe.
Sodann befahl er seiner Frau seine Freunde und Nachbarn auf sein Stübchen zu bitten. Bald füllte sich dasselbe mit teilnehmenden Freunden, denen er in rührender Weise erzählte, wie er durch seinen ungezügelten Hang nach Reichtum so bitter unglücklich geworden sei. Auch einem herbeigerufenen Seelsorger machte er dieselbe Mitteilung und lies dabei nicht die kleinste Kleinigkeit aus.
Der Verstand des Mannesblieb fortdauernd klar, aber dessen Körper konnte die Folgen des aufregenden Auftritts am Tage zuvor nicht mehr überwinden.
Veit bereute sein verfehltes Leben, empfing in innigster Andacht die Sakramente und hauchte in Anwesenheit seiner Familie und fast der ganzen Nachbarschaft seine Seele aus. Zur selben Stunde des folgenden Tages, an welchem er tags zuvor mit dem Meister der Zigeuner zusammengetroffen war.
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