#059 Kirchenstaat auf der Ostalb

#059 Kirchenstaat auf der Ostalb

#059 Kirchenstaat auf der Ostalb

Der Ellwanger Fürstprobst trohnte in früheren Tagen hoch über der Stadt in seinem imposanten Schloss. Wir erwandern uns den Kern des reichsunmittelbaren Fürstentums und entdecken wunderbare Kirchen und ein tolles Schloss in atemberaubender Landschaft.

Tour-Info

  • Ausdauer 30% 30%
  • Abenteuer 50% 50%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 30% 30%

HINWEIS: Die Schloss-Schenke neben dem Schloss hat vom 01. Mai bis 04. November geöffnet. In den Ellwanger Gasthäusern bekommt man zwischen 14 Uhr und 17 Uhr nichts zu Essen.

Was Kinder gefällt

Die Krippen auf dem Schönenberg und in St. Vitus, die reich geschmückten Barockkirchen und der Ausblick von den Mauern des Schlosses.

Ideale Witterung

Die Tour ist nicht allzu lang und wir wandern überwiegend auf festen Wegen. Ideal für das nasse Februar-Wetter!

Verpflegung

Die Schloss-Schenke neben dem Schloss hat vom 01. Mai bis 04. November geöffnet. In den Ellwanger Gasthäusern bekommt man zwischen 14 Uhr und 17 Uhr nichts zu Essen.

An- & Abreise

Es gibt ein Parkhaus direkt am Einstieg in die Tour. Sonntags kostenlos und unter der Woche Preise wie in Gmünd vor 30 Jahren.

GPX-Datei

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Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Fürstpropstei Ellwangen

Die Fürstpropstei Ellwangen war ein von 1460 bis 1802 existierender Kleinstaat um Ellwangen. Er war reichsunmittelbar, also nur dem Kaiser unterstellt, der Fürstpropst besaß eine Virilstimme, durfte also bei der Wahl des Kaisers mit abstimmen. Bereits ab 764 bestand eine reichsunmittelbare Benediktinerabtei in Ellwangen, die 1460 zur Fürstpropstei erhoben wurde.

Schönenbergkirche

Herrschaftssitz der Fürstpröpste (sofern sie nicht an anderen Orten im Reich residierten) war das Schloss ob Ellwangen. Es wurde bereits um 1200 als Wehrburg der Benediktinerabtei erbaut, diente dann den Fürstpröpsten und schließlich ab 1802 dem König von Württemberg als Residenz.

Auf unserer Wanderung wollen wir das Kernland des kleinen katholischen Staates rund um Ellwangen erwandern und stoßen dabei auf Zeugen der Geschichten vom Mittelalter bis zur Neuzeit.

Schloss ob Ellwangen

Schlossweiher

Die Schlossweiher dienten ursprünglich der fürstpröpstlichen Küche als Lieferant frischen Fisches, heute sind sie das Herz eines 63 Hektar großen Naturschutzgebietes rund um das Ellwanger Schloss. Die Weiher sind nach wie vor bewirtschaftet und werden von Karpfen bewohnt. Daneben kann man in der weitläufigen Landschaft mit sanften Hügeln und Streuobstwiesen jede Menge weiterer Tiere entdecken. Unsere „Ausbeute“ (neben Regenwürmern und Käfern): Eisvogel, Eichhörnchen, Grünspecht, Buntspecht, Milan und Bussard.

Schlossweiher

Standortschießanlage

Auf der Route entlang der Weiher geht es im sanften Anstieg auf die Hochfläche, vor uns liegt das Schloss ob Ellwangen und die Schönenbergkirche. Bevor wir letztere Besuchen machen wir noch einen kleinen Schlenker durch den Wald und entdecken die aufgegebene Standortschießanlage der ehemaligen Ellwanger Reinhardt-Kaserne.

Direkt nach der Säkularisierung 1802 stationierte der württembergische König ein Infanterie-Batallion in Ellwangen, um seine neuen Untertanen im Auge zu behalten. Von da an war Ellwangen bis 2014 Garnisonsstadt. Auf die württembergische Armee folgte die Reichswehr, dann in den Zeiten des Versailler Vertrages die Ordnungspolizei, anschließend die Waffen-SS und dann kurzfristig die US-Army. Schließlich war die Kaserne Heimat der Bundeswehr, hauptsächlich der Panzer- und der Logistiktruppe und des Sanitätsdienstes. 

Schönenberg

Der Schießplatz im Wald diente der Schießausbildung, wurde nach der Schließung des Standortes und nach Anwohnerprotesten komplett geschlossen und ist heute ein Lost Place, in dem ein Landwirt Ziegen grasen lässt.

Standortschießanlage

Wallfahrtskirche Schönenberg

Nach diesem Ausflug in die neuere Geschichte geht es hinauf zum Gipfel, wo eine der schönsten Barockkirchen der Ostalb thront. Die Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau oder Schönenbergkirche ist ein prächtiges Schmuckstück, dass vielen Barockkirchen, vor allem in Oberschwaben, als Vorbild diente. 

Schönenbergkirche

Die an barocken Engeln, Heiligenfiguren und Seitenaltären reiche Kirche zu erforschen macht auch Kindern Freude. Ebenso toll ist die direkte Umgebung der Kirche. Direkt neben der Kirche steht der gewaltige Bau des Schönenberg-Hauses. Es war ursprünglich die katholisch-theologische Fakultät der Universität Tübingen, heute beherbergt es ein Tagungszentrum der Diözese Rotteburg-Stuttgart. Vom Trauf des Berges hat man eine herrliche Sicht auf Ellwangen und das Jagsttal sowie auf das gegenüberliegende Schloss.

Schönenbergkirche
Schönenbergkirche

Weihnachtskrippe

Ein besonderes Highlight der Kirche versteckt sich auf einer Galerie hinter dem Hochaltar. Dort ist das ganze Jahr über eine über 100m² große Krippe mit einer Vielzahl von Figuren aufgebaut. Die Krippe wurde vom bekannten Pfarrer und Künstler Sieger Köder im Jahre 2000 neu gestaltet. An vielen Figuren kann man die Handschrift Köders erkennen.

Weihnachtskrippe
Weihnachtskrippe

Lindenallee

Wir verlassen die Wallfahrtskirche auf dem klassischen Wallfahrtsweg zur Kirche, der Lindenallee. Der Weg wird gesäumt von 15 kleinen Rosenkranzkapellen. Auf halbem Weg finden sich zusätzlich zwei größere Kapellen, die sich gegenüber liegen. Die eine ist der Gottesmutter Maria geweiht, die andere dem Heiligen Josef.

Lindenallee Schönenberg

Schlossberg

Unten angekommen steigen wir auf der gegenüberliegenden Seite den Berg wieder hinauf zum Schloss. Zwar ist das Schloss auf dem Weg nach oben kaum zu sehen, dafür bietet der Blick über die Schulter einen tollen Ausblick auf die Schönenbergkirche. Nach wenigen Minuten Aufstieg erreichen wir das große Schloss über dem Jagsttal.

Schlossberg

Schloss ob Ellwangen

Das Schloss ob Ellwangen diente ab 1460 den Fürstpröpsten als Wohn- und Herrschaftssitz sowie von 1802 bis 1842 als kurfürstliche bzw. königliche württembergische Residenz. Ursprünglich errichtet wurde es etwa 1200 als Wehrburg des seinerzeit bereits reichsunmittelbaren Benediktinerklosters Ellwangen.

Die weitläufige Anlage bildet zusammen mit der Schönenbergkirche das weithin sichtbares Wahrzeichen Ellwangens.

Der Schlosshof und die Gärten können frei betreten werden. An zahlreichen Stellen weisen Informationstafeln auf die Historie der einzelnen Gebäude hin. Noch mehr Informationen gibt es im Museum im Schloss. Das ist aber leider noch bis Ende März geschlossen.

Trotzdem ist es spannend die Anlage zu erkunden und von den zahlreichen Aussichtstürmen der Wehrmauer hat man einen hervorragenden Blick ins Tal.

Schloss ob Ellwangen
Schloss ob Ellwangen

D

Teufelskanzel

Altstadt

Nach einer ausführlichen Erkundung der Burg geht es auf einem steilen kurzen Pfad direkt hinab nach Ellwangen. Ellwangen ist eine sehr alte Stadt, die auf ein alamannisches Dorf zurückgeht. Mehr dazu kann man im Alamannenmuseum der Stadt erfahren (siehe Ausflugstipp 52 „Alamannenmuseum“). 764 gründeten die Brüder Hariolf und Erlolf ein Benediktinerkloster auf dem Hügel neben der Siedlung. Bereits einige Jahre später schenkten sie das Kloster Kaiser Karl dem Großen, und damit war Ellwangen für rund 1.000 Jahre reichsunmittelbares Gebiet. 

Beeindruckend ist die Altstadt mit ihren barocken Stiftsherrenhäusern die vom Wohlstand der Erbauer und Bewohner zeugen. Ein wirklich schönes Städtle!

Ellwangen

Basilika St. Vitus

Von außen wirkt die Basilika mit ihrer klassischen romanischen Bauform gedungen und erdverbunden, aber mit den drei Türmen auch imposant. Tritt man durch das Portal ein ist man überrascht. Nur mit geschultem Blick erkennt man noch die romanischen Ursprünge des Gebäudes. Fürstpropst Johann Christoph von Freyberg-Eisenberg lies 1661–1662 die Kirche barockisien. Ab 1737 begann man damit die Kirche mit „modernen“ Rokokoformen nochmals komplett umzugestalten. Das Ergbnis kann sich sehen lassen: eine wunderschöne Kirche, die auch meine maulenden Kindern, warum man denn noch eine Kirche besichtigen müsse, sofort in ihren Bann zu ziehen.

Basilika St. Vitus Ellwangen

Mit vielen Seitenaltären und Kapellen ausgestattet bietet die Kirche viele Überraschungen, die man erkunden kann. An die Kirche schließt sich ein gothischer Kreuzgang mit einem kleinen Garten in der Mitte an. Eine tolle Kirche, in der man gut eine Stunde staunend zubringen kann!

Basilika St. Vitus Ellwangen

Besonders spannend ist die Krypta unter dem Hochaltar, die von Säulen in Tierformen gestützt wird. Dort findet man die zweite Krippe des Tages. Besonders daran ist, dass der Künstler den Figuren das Antlitz damals lebender Ellwanger verpasst hat. Nach der Erkundung der Kirche kehren wir in wenigen Minuten und um viele Eindrücke reicher zum Parkplatz zurück.

Basilika St. Vitus Ellwangen

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#058 Weiterweg & Hohen Tannen

#058 Weiterweg & Hohen Tannen

#058 Weiterweg & Hohen Tannen

Der Walderlebnispfad Weiterweg im Gschwender Ortsteil Rotenhar lädt zum Entdecken und Nachdenken ein. Der Ostalbwanderer hat den Rundkurs um den schönsten Ausblick der Frickenhofer Höhe erweitert: wir blicken von der Hohen Tannen weit hinein in den Schwäbisch-Fränkischen Wald. Zum Abschluss gibt es einen Abstecher zur bizarren Felsformation der Teufelskanzel.

Tour-Info

  • Ausdauer 30% 30%
  • Abenteuer 50% 50%
  • Spaß 60% 60%
  • Verpflegung 0% 0%

HINWEIS: Im Februar laufen im Wald die Forstarbeiten auf Hochtouren. Manche Forstwege können schlammig sein. Festes Schuhwerk und Kleidung die schmutzig werden kann sollte man anlegen.

Was Kinder gefällt

Die Felsformation der Teufelskanzel und den Walderlebnispfad spielerisch zu entdecken.

Ideale Witterung

Die Wege werden gut gepflegt und sind auch bei nassem Winterwetter toll.

Verpflegung

Die Wirtshäuser im Schwäbischen Wald sterben. Besonders bedauerlich finde ich, dass es die Schnitzelfabrik direkt an der Wanderroute nicht mehr gibt. Man sollte ein Rucksackvesper einpacken.

An- & Abreise

Es gibt einen kleinen Wanderparkplatz direkt am Einstieg in die Tour

GPX-Datei

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Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Frickenhofer Höhe

Der Höhenzug der Frickenhofer Höhe liegt im Dreieck der Städte Gaildorf im Nordwesten, Aalen im Südosten und Schwäbisch Gmünd im Südwesten. In Form eines langgestreckten Bogens erstreckt sich die Frickenhofer Höhe von Gaildorf im Norden bis Abtsgmünd im Südosten. Zu den Gemeinden innerhalb der Landschaft gehören Gschwend, Eschach, Göggingen, Ruppertshofen und Schechingen. Der höchste Punkt der Frickenhofer Höhe, die Hohen Tannen, liegt direkt am Beginn unserer Wanderung.

Frickenhofer Höhe

Hohen Tannen

Schon nach wenigen Minuten stehen wir heute am höchsten Punkt unserer Wanderung. Von hier aus hat man einen wirklich fantastischen Blick auf den Schwäbisch-Fränkischen Wald. Ganz hinten am Horizont sieht man die Hohenloher Ebene, davor die Stufenflächen des Schwäbischen Waldes und, deutlich zu erkennen, das Kochertal. 

Die Gegend war wegen der schlechten Böden und der Hügel dünn besiedelt und bildete daher auch eine natürliche Grenze. Noch heute erkennt man das an unseren Dialekten. Südlich davon wird schwäbisch gesprochen, nördlich der Frickenhofer Höhe spricht man Hohenlohisch, eine fränkische Spielart.

Hohen Tannen

Hohen Tannen ist eigentlich ein Flurname, damit der Name Programm wird, wurde eine Tanne auf dem Gipfel gepflanzt. Diese wurde mehrfach mutwillig zerstört und wieder neu  gepflanzt. Die aktuelle Tanne ist von 2010.

Hohen Tannen

Weiterweg

Der Sproß des Gaildorfer Adelsgeschlechts, Graf Gottfried von Pückler-Limpurg, und seine Gattin, Adele von Pückler und Limpurg gründeten 1950 die Graf von Pückler und Limpurg’schen Wohltätigkeitsstiftung. Nach dem Tod des Grafen floß sein gesamtes Vermögen in eine Stiftung zur Unterstützung von kirchlichen und diakonischen Projekten in Baden-Württemberg. Einen Großteil des Vermögens macht der 1.700 Hektar große gräfliche Forstbetrieb aus, durch den wir heute wandern.

Weiterweg

Die Stiftung ließ auch den durch den Tübinger Künstler realisierten Walderlebnispfad mit 10 Stationen anlegen und pflegt ihn. Jede Station besteht aus einer Kunstinstallation und zwei Tafeln. Eine mit einem biblischen Impuls, der das Thema der Station aufgreift, eine mit einem weltlich-spirituellen Text. Den Kindern genügt es oft, die Stationen zu entdecken, während sich die Erwachsenen auf die Texte einlassen können. Exemplarisch stelle ich einige Stationen vor.

Weiterweg

Durchblick 1

Gleich zu Anfang geht es darum, den Durchblickfür das Wesentliche zu bekommen. Die bunten Fenster sind verlockend. Doch der große Ausblick in der Mitte ist am allerschönsten. Wir entdecken das Wunderbare und Natürliche in all den Bäumen und Sträuchern. Durch das große Fenster bekommt man einen ungefilterten Blick auf das größte und wichtigste Kunstwerk, welches der weiterweg zu bieten hat: Die Natur.

Weiterweg

Tal der Stille

Im Tal der Stille rückt die Unruhe des Alltags in die Ferne. Sie dürfen hier zur Ruhe kommen. Hier gibt es Bäche, kleine Tümpel, Moose, Gräser und Bäume, die alles überwölben. Die Betrachtung der Natur kann in die Stille führen: Sehen Sie das was da ist! Zwei kurze Stichwege führen zu schönen Meditationsplätzen mit sieben bzw. zwölf Sitzplätzen.

Weiterweg

Friedenstisch

Die Idee hinter dem 16m langen Tisch, der aus einem einzigen Stamm hergestellt ist, ist es Gemeinschaft im gemeinsamen Mahl zu ermöglichen. Der ideale Ort für eine Brotzeit!

Weiterweg

Der enge und der weite Weg

Der enge Weg Weg ist unten breit und oben eng. Die ständige Beschäftigung mit „meinem Geld, meinem Auto, meinen Sorgen, meinem Glück“ macht uns eng. Diese Gedanken sind wie Balken in bedrohlicher Nähe des Kopfes. Sie verbarrikadieren den Blick indie große Weite des Himmels. Dies ist der Weg mit wenig Himmelsoffenheit. Wer die ganze Breite des Weges ausnutzen will, muss den Kopf einziehen und gebeugt durch das Leben gehen.

Der weite Weg ist unten schmal und oben weit. Die Balken beengen uns nicht mehr. Sie sind noch da. In gleicher Anzahl und in gleicher Größe. Sie wirken aber nicht mehr erdrückend. Sie lassen uns nun ein Gefühl der Freiheit erleben. Die Balken geleiten uns in die richtige Richtung an den Seiten unseres Lebensweges, der nun die richtige Breite hat. Er ist himmelsoffen und frei. Natürlich habe ich Geld, Auto, Nöte, Glücksgefühle, aber ich habe Abstand dazu. Der weite Weg ist der Weg himmelsoffener Gelassenheit.

Weiterweg

Der Teich

Dieser Teich ist ein Sinnbild für ein Leben in Balance. Auf der einen Seite braucht er frisches Wasser, das hereinfließt und auf der anderen Seite Wasser, das wieder abfließt. Ohne dieses Gleichgewicht von Zufluss und Abfließen kippt der Teich um. Auch wir Menschen brauchen diese Balance von Geben und Nehmen – Empfangen. Bekommen wir zu wenig, so trocknet unser kleines Lebenswasser langsam aus. Geben wir nichts her, so entsteht eine Stauung, die Lebendigkeit verhindert.

Weiterweg

Teufelskanzel

Nach allerlei nachdenklichem und einem wirklich wunderbaren Fleckchen Erde nehmen wir auf dem Heimweg noch ein letztes Highlight mit: die Teufelskanzel. Die versteckt liegende Felsformation oberhalb von Rotenhar war einst Zuflucht in Kriegszeiten und soll im Mittelalter ein Zeremonieplatz der „Täufer“- Sekte gewesen sein. Heute ist die wildromantische Teufelskanzel eines der Aushängeschilder von Gschwend. 

Teufelskanzel

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#057 An der Blinden Rot

#057 An der Blinden Rot

#057 An der Blinden Rot

Das wildromantische Tal der Blinden Rot lädt mit gut ausgebauten Wanderwegen zu einer entspannten Wanderung mit guten Rastmöglichkeiten ein. Zur Abwechslung ist diese Wanderung des Ostalbwanderers kinderwagentauglich!

Tour-Info

  • Ausdauer 50% 50%
  • Abenteuer 50% 50%
  • Spaß 60% 60%
  • Verpflegung 80% 80%

HINWEIS:

Was Kinder gefällt

Ohne große Steigungen geht es immer am Bach entlang. Der Weg ist einfach zu gehen und lädt zum Rennen und Toben ein.

Ideale Witterung

Die Landschaft des Auentals hat zu jeder Jahreszeit ihren eigenen Reiz. Während im Sommer das üppige Grün fasziniert und das Blätterdach Schatten spendet, ist im Winter die Sicht auf den Bach, die kleinen Tümpel und Moore viel besser.

Verpflegung

Mit zahlreichen Bänken und Schutzhütten ist die Wanderung prädestiniert für ein Rucksackvesper. Am Start- und Zielpunkt gibt es kaltes und warmes Vesper in der Burghardsmühle (April bis Ende Oktober).

An- & Abreise

Es gibt einen kleinen Wanderparkplatz direkt am Einstieg in die Tour

GPX-Datei

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Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Blinde Rot

Die Blinde Rot hat mit der weitaus bekannteren Rot nur gemeinsam, dass beide in den Kocher münden. Die bei Wüstenrot entspringende Rot nach 37km als linker Nebenfluss bei Unterrot, die Blinde Rot 28km nach der Quelle bei Frankenhardt als rechtsseitiger Nebenlauf bei Abtsgmünd.

Tal der Blinden Rot

Das kleine Flüsschen mäandert sich von Nord nach Süd, während links und rechts davon die fast parallel verlaufenden Flüsse Jagst und Bühler von Süden nach Norden fließen. Das Tal der Blinden Rot ist kaum besiedelt. Es gibt nur den kleinen Weiler Willa (Gemeinde Rosenberg) und einige, teils ehemalige Mühlen. Wir wandern daher auf einsamen, aber gut ausgebauten Wegen.

Tal der Blinden Rot

Naturschutzgebiet

Das Flusstal ist kleinräumig, die Talaue an keiner Stelle breiter als 150m. Wir wandern auf der Ostseite des Bächleins hinab und auf der Westseite wieder zurück. Saftige Wiesen wechseln sich hier mit Wäldchen ab. Die Wälder sind zum großen Teil naturbelassen, wir kommen immer wieder durch Bruchwälder, Sumpfwälder, die teilweise überflutet sind und von wasserliebenden Erlen bewachsen sind. Da im Naturschutzgebiet keine Holzentnahme erfolgt liegen umgestürzte Erlen im Wald und bilden einen wildromantischen Urwald.

Tal der Blinden Rot

Dechenberghütte

Die Route bietet einige schöne Plätze für eine Rast und ein Picknick. Wer ein Dach über dem Kopf haben möchte, kann unseren Rundweg am Dechenbergweg für einen kleinen Abstecher verlassen und kommt nach kurzer Zeit an die Dechenberghütte. Dort besteht die Möglichkeit sich auf den Bänken unter dem Vordach zu erholen.

Dechenberghütte

„Furt“ im Brenntenholz

Anschließend folgen wir weiter dem Flusslauf und wechseln dabei über eine kleine Holzbrücke für einige Minuten die Flussseite. Nachdem wir über eine breite Betonbrücke wieder auf die „richtige“ Flussseite gewechselt sind, kommt der einzige kurze Abschnitt, der mit Kinderwagen beschwerlich ist. Es geht ein kurzes Stück ca. 20 Höhenmeter bergauf und der Weg ist eher schlecht. Oben angekommen wird es aber schnell wieder besser.

Im Brenntenholz

Kurz bevor die Blinde Rot bei Abtsgmünd in den Kocher mündet, überqueren wir nochmals den Fluss und machen uns auf den Rückweg. Die Blinde Rot verzweigt sich und der Wald längs unseres Pfades ist eine urtümlich sumpfige Landschaft. Den Rückweg treten wir auf dem Rottalsträßchen an, das die Zufahrt zum Sägewerk Ölmühle darstellt. Für die nächsten Minuten sind wir also auf aspalthierten Wegen unterwegs und es kann uns ein Auto begegnen. Der Verkehr ist aber sehr überschaubar und nach der Mühle ist der Weg wieder gesperrt für Fahrzeuge.

Tal der Blinden Rot
Tal der Blinden Rot

Schutzhütte Grenzstockweg

Nach einigen hundert Metern auf dem Rückmarsch erreichen wir wieder eine Schutzhütte am Grenzstockweg. Zwar gibt es hier keinen Tisch, dafür mehr Platz sich im trockenen niederzulassen.

Schutzhütte Grenzstockweg

Abtsgmünder Öl- und Sägmühle

Das Tal der Blinden Rot ist zu mehr als der Hälfte mit Wald bedeckt. Die Wald- und Forstwirtschaft spielte hier schon immer eine bedeutende Rolle. Das geschlagene Holz wurde vor Ort in Köhlereien zu Holzkohle verarbeitet oder auf der Blinden Rot zum Kocher geflößt. Da der Wasserstand des Flusses dafür häufig nicht ausreichte, wurden „Treibseen“ angelegt. In ihnen wurde Wasser aufgestaut um beim Schnellem ablassen des Wassers das Holz bis in den Kocher zu schwemmen. Von dort wurde es zu den Salinen von Schwäbisch Hall geflößt, wo immer eine hohe Nachfrage an Brennholz herrschte.

Von den vielen Mühlen, die einst das Tal prägten und die Wasserkraft der Blinden Rot nutzten, haben sich nur wenige gehalten die heute noch die Wasserkraft nutzen. Die Sägmühle Betzenhof, die Ludwigsmühle Willa, die heute ein international tätiger Cellulosehersteller ist, und die Abtsgmünder Öl- und Sägmühle, wo heute ein mittelständischer Säge-, Zimmerei- und Holzbaubetrieb arbeitet. Letzterer liegt auf unserer Route und wir wandern an den Produktionshallen und Holzlagern vorbei.

Ölmühle Holzbau Kruger

Jugendheim Rottal

Der Rückweg führt uns mehr durch die Wiesen in der Talaue. Malerisch mäandert die Blinde Rot zu unserer rechten durch das Tal. Nach einigen hundert Metern kommen wir am Jugendheim Rottal vorbei. Der schöne Grillplatz ist leider nicht öffentlich nutzbar. 

Wiesenaue Blinde Rot

Die Rottal-Waldfee

Ein letztes Highlight auf unserem Weg zurück nach Burghardsmühle ist eine Rastmöglichkeit der „Rottal Waldfee“. Unter diesem Namen wurde Brigitta Herith aus Adelmannsfelden bekannt. Die rüstige Seniorin ärgerte sich einst, dass eine Sitzgruppe die wir am Wegesrand finden, kaputt war. Nach Vorsprache beim Revierförster wurde die Bank repariert und zum oft genutzten Ruheplatz von Frau Herith. Dort lernte sie die Natur lieben und schloss vor allem die Vögel des Rottals ins Herz. Zusammen mit ihrem Vogelschützer-Kollegen Armin Bernlöhr hängt sie in Absprache mit dem Revierförster Nistkästen im Rottal auf und pflegt diese. Auf „ihrem“ Rastplatz findet man neben liebevoller Dekoration auch ein Gästebuch mit Zeitungsberichten über sie und hat die Möglichkeit ihr Grüße zu hinterlassen. Frau Herith schaut auch an der Dechenberghütte nach dem Rechten, ein tolles Engagement für ein wunderbares Stück Heimat!

Brigitta Herith - Rottal-Waldfee

Dank Brigitta Herith (86) der schönstdekorierte Rastplatz im Ostalbkreis.

Burghardsmühle

Am Ziel unserer Reise, dem Flecken Burghardsmühle wartet von April bis Ende Oktober die „Veschbersdub“ in der Burghardsmühle auf hungrige und durstige Wanderer. Großer Biergarten, kleine Kneipe, ein Spielplatz, warme und kalte Vesper, sowie eine riesige Bierkarte bietet der Geheimtipp am Rande des Tales an. Zum Abschluss gehört eine Einkehr auf jeden Fall dazu!

Burghardsmühle Biergarten
Burghardsmühle Biergarten

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#056 Geislinger Steige & Burg Helfenstein

#056 Geislinger Steige & Burg Helfenstein

#056 Geislinger Steige & Burg Helfenstein

Die Geislinger Steige ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, entstanden in einer Zeit, als die Menschen zuerst das Positive und dann das Negative an Technik sahen. Der Albanstieg der Eisenbahnstrecke war ein Kraftakt, den wir bei dieser Wanderung entlangwandern. Dazu gibt es die Burgruine Helfenstein und den Ödenturm als Wahrzeichen Geislingens!

Tour-Info

  • Ausdauer 70% 70%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 60% 60%
  • Verpflegung 30% 30%

HINWEIS: Komoot markiert einen Teil der Route, vom Knoll-Denkmal bis zur Hochfläche als gefährlich. Der Teil ist nicht gefährlich. Dafür ist die Strecke oberhalb der Steige an manchen Stellen nur schmal und nicht gepflegt. Es gibt verschiedene Wege bei Komoot, ich habe sie alle getestet. Teilweise sind die 2m hoch mit Dornen zugewachsen – außerhalb der Vegetationsperiode. Meine Route ist aber gut gehbar. Festes Schuhwerk ist Pflicht, und es kann auch mal schmutzige Knie geben.

Was Kinder gefällt

Züge auf der Steige hautnah erleben, das einsame Knoll-Denkmal und dessen Geschichte, der Ödenturm und die Ruine Helfenstein. Eine tolle Wanderung!

Ideale Witterung

Bei Schnee findet man den Weg auf keinen Fall. Außerhalb der Vegetationsperiode ist die Sicht auf die Steige viel besser, dafür ist der Ödenbergturm und die Burgschenke Helfenstein geschlossen. Also am Besten einmal im Sommer und einmal im Winter laufen. Mir gefällt es im Winter besser.

Verpflegung

Die Burgschänke auf der Ruine Helfenstein hat von Ostern bis Jahresende Sonntag geöffnet. Leider keine Webseite. Ansonsten gilt: Rucksackvesper einpacken!

An- & Abreise

Es gibt einen kleinen Wanderparkplatz direkt am Einstieg in die Tour

GPX-Datei

[wpdm_package id=’5234′]

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Geislinger Steige

Die Geislinger Steige bezeichnet einen alten Handelsweg auf die Schwäbische Alb zwischen Geislingen und Amstetten und bezieht sich eigentlich auf die Straße. Parallel dazu baute man zwischen 1847 und 1850 eine Eisenbahnrampe für die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen. Die Strecke Heilbronn (Endstation der Neckarschifffahrt) – Friedrichshafen am Bodensee sollte die erste Eisenbahnstrecke werden. Größtes Problem dabei: zwischen dem Heilbronner Neckartal und dem Bodensee liegt die Schwäbische Alb mit ihrem steilen Albtrauf auf der Nordseite. 

Geislinger Steige

Die Geislinger Steige wurde nach den Standards für Geirgstrassen projektiert, die Kurvenradien gehen bis auf 278 Meter herunter und die Züge überwinden auf dem 5,6 Kilometer langen Abschnitt einen Höhenunterschied von 112 Meter. Die maximale Steigung beträgt  22,5‰. Was sich für Wanderer nicht besonders anhört, ist für Eisenbahnen eine Herausforderung. Die Steige ist die steilste Eisenbahnstrecke Deutschlands und eine der steilsten Europas. Der hohe technische Aufwand bezieht sich dabei nicht nur darauf Gleise einen Hang hinaufzulegen, es musste der ganze Hang oberhalb der Strecke aufwändig gesichert werden (siehe Foto). Was dem Autofahrer auf der B10 und dem Bahnreisenden auf der Steige verborgen bleibt wollen wir erkunden.

Geislinger Steige

Oberhalb der Bahnlinie im Outback

Ich hatte einen tollen Wanderweg erwartet, handelt es sich doch um eines der bedeutensten Industriedenkmale Württembergs. Pustekuchen. Von den Strecken die Open Street Map / Komoot kennt, ist ein Teil absolut nicht mehr zu begehen, auch nicht im Winter, zumindest nicht ohne Machete. Meterhohe Brombeerhecken haben alles zugewuchert. Nach einiger Sucherei habe ich aber einen Rundweg gefunden, der funktioniert und uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führt. Wir sehen viele Befestigungsbauwerke, teils 100m oberhalb der Gleisanlagen, stehen aber auch direkt neben der Strecke. Dazu kommen sagenhafte Ausblicke ins Filstal.

Geislinger Steige

Fußgängerbrücke über die Gleise

Ich hasse es, in eine Sackgasse zu laufen, und daher sollte der Weg eigentlich anders laufen, aber es funktioniert nur dieser Zugang zur Fußgängerbrücke. Wir steigen also einige Meter hinab, mit dem Wissen wieder hinaufsteigen zu müssen. Belohnt werden wir mit einem tollen Blick direkt auf die Gleise von der alten Fußgängerbrücke.

Geislinger Steige

Michael Knoll & das Knoll-Denkmal

Von der Brücke aus schlagen wir uns auf schmalen, dafür einsamen Pfaden oberhalb der Steige durch. Begleitet werden wir von großen Stützbauwerken längs der Steige. Nach dem (fast) anstrengendsten Teil der Wanderung kommen wir genau an der Mitte der Steige an. Hier machten die Arbeiter beim Bau der Steige ihre Brotzeitpause und errichteten nach der Fertigstellung ein Denkmal für den Oberbaurat Michael Knoll (1805-1852). Knoll war für den Bau des Abschnitts Plochingen-Ulm der Filstalbahn, also auch der Geislinger Steige, verantwortlich. Im Winter ist der große Springbrunnen in der Mitte des Denkmals leider abgeschaltet.

Knoll-Denkmal

Knoll war gebürtiger Geislinger, sein Vater war Elfenbeindrechsler und Feldvermesser. Das Handwerk der „Boidrecher“ (Knochendrechsler) war damals weit verbreitet auf der Ostalb. Seine Mutter, eine geborene Straub, stammte von der Straubmühle (Schimmelmühle), die wir später noch im Tal unterhalb der Steige sehen werden. Er studierte in Stuttgart an der Berufsfachschule von Gottlieb Christian Eberhard von Etzel. Er baute an der Neuen Weinsteige in Stuttgart mit und erwarb dort viele praktische Kenntnisse. Danach legte er eine steile Karriere im Innenministerium hin und bekam schließlich den schwierigsten Bauabschnitt der Bahnstrecke zur Ausführung zugeteilt. Zwei Jahre nach Eröffnung der Steige starb er nach mehreren Schlaganfällen.

Oberbaurat Michael Knoll

Das Denkmal ist nur durch einen Zaun von der Bahnstrecke getrennt und so kann man von hier die Züge beim Vorbeifahren aus nächster Nähe beobachten. Da die Strecke ein Tempolimit von 60km/h hat ist das sogar vergleichsweise angenehm.

Geislinger Steige

Albaufstieg im Trockental

Es gibt zum Denkmal nur einen Weg. Da ich, siehe oben, nicht gerne Sackgassen laufe steigen wir an dieser Stelle in dem kleinen trockengefallenen Bachlauf direkt hinter dem Denkmal steil den Berg hinauf. Das ist zwar einigermaßen anstrengend, aber ansonsten angenehmer zu gehen als der Trampelpfad, den wir bisher gelaufen sind. Oben angekommen wartet dafür ein schön ausgebauter Forstweg und wir haben die Steigungen des Tages abgearbeitet!

Geislinger Steige

Galgenbergfels

Nun geht es ebenerdig dahin, wir laufen kurz unter der Traufkante im Wald und sind daher gegen den pfeifenden Wind ein wenig geschützt. Immer wieder bieten sich tolle Ausblicke ins Tal der Fils hinab. Den spektakulärsten davon gibt es auf dem Galgenbergfelsen.

Wer sich auf den schmalen Grat auf dem Fels nach vorne wagt wird mit einem grandiosen Ausblick über Geislingen das Filstal hinab nach Kuchen und Süßen belohnt.

Ödenturm

Einsam steht er da oben auf seinem Bergsporn, ein riesiger Turm. Der Ödenturm (öde geht auf das Wort einsam zurück). Der Zweck des Bauwerks ist nicht abschließend erforscht, man vermutet, dass mit dem Turm verhindert werden sollte, dass vom Bergsporn aus die benachbarte Burg Helfenstein beschossen werden konnte. Der Ödenturm ist von Mai bis Oktober an allen Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Aber auch vom Fuße des Berges aus hat man einen tollen Ausblick.

Burgruine Helfenstein

Die Grafen von Helfenstein sind ein altes schwäbisches Adelsgeschlecht mit weitreichenden Besitztümern im Filstal, auf der Schwäbischen Alb, in Heidenheim, in Blaubeuren sowie um Sigmaringen. Die Burg wurde vom Stammvater der Helfensteiner, Graf Eberhard von Helfenstein, um 1100 herum erbaut. 1382 fiel sie als Pfand an die Freie Reichsstadt Ulm. Im Zweiten Markgrafenkrieg eroberte Markgraf Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach 1552 die Burg. Noch im gleichen Jahr gelang es den Ulmern durch mehrtägigen Beschuss mit schweren Steinkugeln die Eroberer zu vertreiben, anschließend schleiften die Ulmer ihre eigene Festung.

Die Ruine ist weitläufig und durch mehrere Brücken erschlossen. Es gibt viele Sitzbänke und einen herrlichen Ausblick auf Geislingen. Der schwere Geschützturm kann bestiegen werden. Weht dort oben eine Fahne, die bereits von Geislingen aus zu sehen ist, dann ist die Burgschenke geöffnet (Ostern bis Silvester an allen Sonntagen)

Burgruine Helfenstein

Abstieg

Nach dem letzten Highlight des Tages geht es nur noch abwärts! Wir verlassen die Ruine über einen kurzen Tunnel und kehren in wenigen Minuten über steile Serpentinenpfade zu unserem Parkplatz zurück.

Burgruine Helfenstein

Aussichtspunkt Lindle

Auch auf dem Weg nach unten ist uns noch einmal eine tolle Aussicht vergönnt. Auf dem Bild sehen wir einen Teil der weitläufigen Gleisanlagen am Geislinger Bahnhof. Aufgrund der steilen Steigung ist es nach wie vor notwendig bei Bergfahrten Güterzüge zusätzlich zu schieben. Personenzüge fahren seit der Einführung des ICE ohne Unterstützung auf der Steige. Daher werden in Geislingen Schiebelokomotiven vorgehalten und daher sind die Bahnhöfe Amstetten und Geislingen ungewöhnlich groß. Auf dem Bild sehen wir eine Schiebelokomotive der Baureihe BR 185 (Bombardier Traxx, rot) auf einem Abstellgleis und daneben einen Regionalexpress von GoAhead (Stadtler Flirt 3XL, gelb) bei der Bergfahrt auf der Steige.

Geislingen Bahnhof

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#055 Volkmarsberg & Kocherursprung

#055 Volkmarsberg & Kocherursprung

#055 Volkmarsberg & Kocherursprung

Eine tolle Wanderung rund um Oberkochen mit den beiden großen Highlights des Ortes. Es geht vom Kocherursprung, einer beeindruckenden Karstquelle auf den Albtrauf hinauf zum Volkmarsberg. Dort oben erwartet uns die Schutzhütte des Schwäbischen Albvereins, die Volkmarsberghütte und ein ebenfalls vom SAV Oberkochen betriebener Aussichtsturm mit herrlichem Rundblick.

Tour-Info

  • Ausdauer 50% 50%
  • Abenteuer 80% 80%
  • Spaß 60% 60%
  • Verpflegung 70% 70%

HINWEIS: Unbedingt vorab die Öffnungszeit der Volkmarsberghütte beim SAV Oberkochen prüfen.

Was Kinder gefällt

Die Kocherquelle ist eine der schönsten Quellen der Region, der Volkmarsbergturm ist natürlich die Sensation des Ausflugs.

Ideale Witterung

Bei schönem Wetter ist der Volkmarsberg sehr gut besucht. Wir waren im November bei Regenwetter fast alleine unterwegs, haben die ersten (und einzigen) Menschen auf unserer Wanderung am Volkmarsbergturm getroffen. Prinzipiell geht die Tour bei jedem Wetter.

Verpflegung

Die Volkmarsberghütte und der Aussichtsturm werden vom SAV Oberkochen betrieben und sind an den Wochenenden meist geöffnet. Informationen dazu auf deren Webseite.

An- & Abreise

Wir parken am Wanderparkplatz beim Kocherursprung in Oberkochen.

GPX-Datei

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Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Kocherursprung

Vom Parkplatz sind es nur wenige Schritte bis zum Kocherursprung. Der Kocherursprung liegt sehr nahe an der Europäischen Wasserscheide. Zwei Kilometer entfernt entspringt der Ziegelbach, der über die Brenz in die Donau fließt. 

Der Schwarze Kocher, der hier entspringt vereinigt sich wenige Kilometer weiter mit dem Weißen Kocher zum Kocher. Die Quelle des Weißen Kochers haben wir bereits bei der Wanderung #053 Kocherburg & Härtsfeldbahn besucht.

Kocherursprung

Die Quelle des Schwarzen Kochers ist die beeindruckendste Quelle auf der Ostalb. Auf einer recht großen Fläche strömen im Mittel 680L/s Wasser aus den Schichten der Wohlgeschichteten Kalke des Weißen Jura. Von 1551 bis 1644 stand hier direkt am Kocherursprung ein Eisenhüttenwerk, bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurde noch eine Schlackenwäsche betrieben. Dessen Rückstände im Flussbett sollen dem Fluss den Namen „Schwarzer Kocher“ gegeben haben.

Kocherursprung

Aufstieg Brunnenebene (713m)

Direkt hinter der Karstquelle beginnen wir den Aufstieg zur Brunnenebene. Die langgezogene Hochebene bildet die westliche Traufseite des jungen Kochertals. Der erste Teil des Aufstieges ist ein wenig beschwerlich, danach geht es auf gut ausgebauten Wirtschaftswegen nach Norden an der Traufkante entlang.

Aufstieg Brunnenhalde
Brunnenhalde

Schmiedestein (Schmiede-Stoile)

Auf unserem Weg entlang der Traufkante erreichen wir das Schmied-Stoile, ein markanter Felsvorsprung in Form eines Amboss mit guter Sicht hinunter nach Oberkochen. Am Fuß des Felsen befindet sich eine kleine Höhle, man muss ein wenig kraxeln um dorthin zu gelangen.

Schmiedestoile

Brunnensturz

Nach kurzer Zeit erreichen wir den Brunnensturz. Hier ist ein Stück Wald am sonst dicht bewaldeten Berg gerodet um einen Startplatz für Gleitschirmflieger zu schaffen. Dadurch hat man von hier einen wirklich beeindruckenden Blick nach Oberkochen und auf die gegenüberliegende Bergseite mit Kahlenbühl und Zwerenberg

Brunnensturz

Skihütte Oberkochen

Nach einem kurzen Marsch geht es nun mit einem kurzen Anstieg hinauf zum Volkmarsberg. Auf halber Höhe erreichen wir die Oberkochener Skihütte am Wegesrand. Die Hütte ist außerhalb der Saison geschlossen, das Vordach bietet aber Schutz und Rastmöglichkeit bevor wir das letzte Stück auf den Volkmarsberg steigen.

Skihütte Oberkochen

Volkmarsberghütte

Auf dem Volkmarsberg betreibt der Schwäbische Albverein, Ortsgruppe Oberkochen, seit 1923 eine bewirtschaftete Schutzhütte. Die Hütte wurde 1962 abgebrochen und neu erbaut, brannte aber schon 1974 ab und musste nochmals neu aufgebaut werden. 

Volkmarsberg

Die Schutzhütte ist geräumig und verfügt über einen gemütlichen Kachelofen an dem man nasse Kleider trocknen kann während man sich an den kalten und warmen Speisen der Küche stärkt.

Volkmarsberg

Volkmarsbergturm

Ab 1912 stand auf dem Volkmarsbergturm ein zur Aussichtsplattform umgebautes Vermessungsgerüst. Der heutige Betonturm wurde 1930 erbaut. Im Inneren des Betonturms führen breite Treppen auf die Aussichtsplattform, die einen Blick in alle Himmelsrichtungen ermöglicht. Die umliegenden Berge sind komplett bewaldet und dieses Meer aus Bäumen kann man von dort oben bestaunen. Am imposantesten ist der Ausblick im Herbst, wenn die Wälder bunt sind. Auch bei guter Fernsicht ist der Weg zum Turm besonders lohnenswert, hat man doch bei guter Sicht sogar die Möglichkeit die Alpen am Horizont zu sehen.

Volkmarsberg
Volkmarsberg
Volkmarsberg

Hochfläche am Volkmarsberg (738m)

Nach der Einkehr in der Hütte und der Besteigung des Turmes lädt die Wacholderheide auf der Kuppe des Volkmarsberges zum Verweilen ein. Eine herrliche Landschaft, wie sie für die Ostalb urtümlich und typisch ist.

Volkmarsberg

Zick-Zack-Weg

Zurück laufen wir über den Zick-Zack-Weg auf relativ direktem Weg den Berg hinunter. Beim Einstieg sollte man genau die Karte prüfen, damit man den richtigen Weg erwischt, weil an der Stelle drei oder vier Wege abgehen.

Zick-Zack-Weg Oberkochen

Durch Oberkochen

Unten angekommen laufen wir über lange Treppen durch Oberkochen bis zum Schwarzen Kocher und folgen dem jungen Fluss stromaufwärts bis zum Parkplatz. Kurz vor dem Ziel kommen wir linker Hand an der Forellenzucht Oberkochen vorbei und können uns noch direkt mit frischen Forellen eindecken.

Schwarzer Kocher

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