#059 Kirchenstaat auf der Ostalb

#059 Kirchenstaat auf der Ostalb

#059 Kirchenstaat auf der Ostalb

Der Ellwanger Fürstprobst trohnte in früheren Tagen hoch über der Stadt in seinem imposanten Schloss. Wir erwandern uns den Kern des reichsunmittelbaren Fürstentums und entdecken wunderbare Kirchen und ein tolles Schloss in atemberaubender Landschaft.

Tour-Info

  • Ausdauer 30% 30%
  • Abenteuer 50% 50%
  • Spaß 80% 80%
  • Verpflegung 30% 30%

HINWEIS: Die Schloss-Schenke neben dem Schloss hat vom 01. Mai bis 04. November geöffnet. In den Ellwanger Gasthäusern bekommt man zwischen 14 Uhr und 17 Uhr nichts zu Essen.

Was Kinder gefällt

Die Krippen auf dem Schönenberg und in St. Vitus, die reich geschmückten Barockkirchen und der Ausblick von den Mauern des Schlosses.

Ideale Witterung

Die Tour ist nicht allzu lang und wir wandern überwiegend auf festen Wegen. Ideal für das nasse Februar-Wetter!

Verpflegung

Die Schloss-Schenke neben dem Schloss hat vom 01. Mai bis 04. November geöffnet. In den Ellwanger Gasthäusern bekommt man zwischen 14 Uhr und 17 Uhr nichts zu Essen.

An- & Abreise

Es gibt ein Parkhaus direkt am Einstieg in die Tour. Sonntags kostenlos und unter der Woche Preise wie in Gmünd vor 30 Jahren.

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Fürstpropstei Ellwangen

Die Fürstpropstei Ellwangen war ein von 1460 bis 1802 existierender Kleinstaat um Ellwangen. Er war reichsunmittelbar, also nur dem Kaiser unterstellt, der Fürstpropst besaß eine Virilstimme, durfte also bei der Wahl des Kaisers mit abstimmen. Bereits ab 764 bestand eine reichsunmittelbare Benediktinerabtei in Ellwangen, die 1460 zur Fürstpropstei erhoben wurde.

Schönenbergkirche

Herrschaftssitz der Fürstpröpste (sofern sie nicht an anderen Orten im Reich residierten) war das Schloss ob Ellwangen. Es wurde bereits um 1200 als Wehrburg der Benediktinerabtei erbaut, diente dann den Fürstpröpsten und schließlich ab 1802 dem König von Württemberg als Residenz.

Auf unserer Wanderung wollen wir das Kernland des kleinen katholischen Staates rund um Ellwangen erwandern und stoßen dabei auf Zeugen der Geschichten vom Mittelalter bis zur Neuzeit.

Schloss ob Ellwangen

Schlossweiher

Die Schlossweiher dienten ursprünglich der fürstpröpstlichen Küche als Lieferant frischen Fisches, heute sind sie das Herz eines 63 Hektar großen Naturschutzgebietes rund um das Ellwanger Schloss. Die Weiher sind nach wie vor bewirtschaftet und werden von Karpfen bewohnt. Daneben kann man in der weitläufigen Landschaft mit sanften Hügeln und Streuobstwiesen jede Menge weiterer Tiere entdecken. Unsere „Ausbeute“ (neben Regenwürmern und Käfern): Eisvogel, Eichhörnchen, Grünspecht, Buntspecht, Milan und Bussard.

Schlossweiher

Standortschießanlage

Auf der Route entlang der Weiher geht es im sanften Anstieg auf die Hochfläche, vor uns liegt das Schloss ob Ellwangen und die Schönenbergkirche. Bevor wir letztere Besuchen machen wir noch einen kleinen Schlenker durch den Wald und entdecken die aufgegebene Standortschießanlage der ehemaligen Ellwanger Reinhardt-Kaserne.

Direkt nach der Säkularisierung 1802 stationierte der württembergische König ein Infanterie-Batallion in Ellwangen, um seine neuen Untertanen im Auge zu behalten. Von da an war Ellwangen bis 2014 Garnisonsstadt. Auf die württembergische Armee folgte die Reichswehr, dann in den Zeiten des Versailler Vertrages die Ordnungspolizei, anschließend die Waffen-SS und dann kurzfristig die US-Army. Schließlich war die Kaserne Heimat der Bundeswehr, hauptsächlich der Panzer- und der Logistiktruppe und des Sanitätsdienstes. 

Schönenberg

Der Schießplatz im Wald diente der Schießausbildung, wurde nach der Schließung des Standortes und nach Anwohnerprotesten komplett geschlossen und ist heute ein Lost Place, in dem ein Landwirt Ziegen grasen lässt.

Standortschießanlage

Wallfahrtskirche Schönenberg

Nach diesem Ausflug in die neuere Geschichte geht es hinauf zum Gipfel, wo eine der schönsten Barockkirchen der Ostalb thront. Die Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau oder Schönenbergkirche ist ein prächtiges Schmuckstück, dass vielen Barockkirchen, vor allem in Oberschwaben, als Vorbild diente. 

Schönenbergkirche

Die an barocken Engeln, Heiligenfiguren und Seitenaltären reiche Kirche zu erforschen macht auch Kindern Freude. Ebenso toll ist die direkte Umgebung der Kirche. Direkt neben der Kirche steht der gewaltige Bau des Schönenberg-Hauses. Es war ursprünglich die katholisch-theologische Fakultät der Universität Tübingen, heute beherbergt es ein Tagungszentrum der Diözese Rotteburg-Stuttgart. Vom Trauf des Berges hat man eine herrliche Sicht auf Ellwangen und das Jagsttal sowie auf das gegenüberliegende Schloss.

Schönenbergkirche
Schönenbergkirche

Weihnachtskrippe

Ein besonderes Highlight der Kirche versteckt sich auf einer Galerie hinter dem Hochaltar. Dort ist das ganze Jahr über eine über 100m² große Krippe mit einer Vielzahl von Figuren aufgebaut. Die Krippe wurde vom bekannten Pfarrer und Künstler Sieger Köder im Jahre 2000 neu gestaltet. An vielen Figuren kann man die Handschrift Köders erkennen.

Weihnachtskrippe
Weihnachtskrippe

Lindenallee

Wir verlassen die Wallfahrtskirche auf dem klassischen Wallfahrtsweg zur Kirche, der Lindenallee. Der Weg wird gesäumt von 15 kleinen Rosenkranzkapellen. Auf halbem Weg finden sich zusätzlich zwei größere Kapellen, die sich gegenüber liegen. Die eine ist der Gottesmutter Maria geweiht, die andere dem Heiligen Josef.

Lindenallee Schönenberg

Schlossberg

Unten angekommen steigen wir auf der gegenüberliegenden Seite den Berg wieder hinauf zum Schloss. Zwar ist das Schloss auf dem Weg nach oben kaum zu sehen, dafür bietet der Blick über die Schulter einen tollen Ausblick auf die Schönenbergkirche. Nach wenigen Minuten Aufstieg erreichen wir das große Schloss über dem Jagsttal.

Schlossberg

Schloss ob Ellwangen

Das Schloss ob Ellwangen diente ab 1460 den Fürstpröpsten als Wohn- und Herrschaftssitz sowie von 1802 bis 1842 als kurfürstliche bzw. königliche württembergische Residenz. Ursprünglich errichtet wurde es etwa 1200 als Wehrburg des seinerzeit bereits reichsunmittelbaren Benediktinerklosters Ellwangen.

Die weitläufige Anlage bildet zusammen mit der Schönenbergkirche das weithin sichtbares Wahrzeichen Ellwangens.

Der Schlosshof und die Gärten können frei betreten werden. An zahlreichen Stellen weisen Informationstafeln auf die Historie der einzelnen Gebäude hin. Noch mehr Informationen gibt es im Museum im Schloss. Das ist aber leider noch bis Ende März geschlossen.

Trotzdem ist es spannend die Anlage zu erkunden und von den zahlreichen Aussichtstürmen der Wehrmauer hat man einen hervorragenden Blick ins Tal.

Schloss ob Ellwangen
Schloss ob Ellwangen

D

Teufelskanzel

Altstadt

Nach einer ausführlichen Erkundung der Burg geht es auf einem steilen kurzen Pfad direkt hinab nach Ellwangen. Ellwangen ist eine sehr alte Stadt, die auf ein alamannisches Dorf zurückgeht. Mehr dazu kann man im Alamannenmuseum der Stadt erfahren (siehe Ausflugstipp 52 „Alamannenmuseum“). 764 gründeten die Brüder Hariolf und Erlolf ein Benediktinerkloster auf dem Hügel neben der Siedlung. Bereits einige Jahre später schenkten sie das Kloster Kaiser Karl dem Großen, und damit war Ellwangen für rund 1.000 Jahre reichsunmittelbares Gebiet. 

Beeindruckend ist die Altstadt mit ihren barocken Stiftsherrenhäusern die vom Wohlstand der Erbauer und Bewohner zeugen. Ein wirklich schönes Städtle!

Ellwangen

Basilika St. Vitus

Von außen wirkt die Basilika mit ihrer klassischen romanischen Bauform gedungen und erdverbunden, aber mit den drei Türmen auch imposant. Tritt man durch das Portal ein ist man überrascht. Nur mit geschultem Blick erkennt man noch die romanischen Ursprünge des Gebäudes. Fürstpropst Johann Christoph von Freyberg-Eisenberg lies 1661–1662 die Kirche barockisien. Ab 1737 begann man damit die Kirche mit „modernen“ Rokokoformen nochmals komplett umzugestalten. Das Ergbnis kann sich sehen lassen: eine wunderschöne Kirche, die auch meine maulenden Kindern, warum man denn noch eine Kirche besichtigen müsse, sofort in ihren Bann zu ziehen.

Basilika St. Vitus Ellwangen

Mit vielen Seitenaltären und Kapellen ausgestattet bietet die Kirche viele Überraschungen, die man erkunden kann. An die Kirche schließt sich ein gothischer Kreuzgang mit einem kleinen Garten in der Mitte an. Eine tolle Kirche, in der man gut eine Stunde staunend zubringen kann!

Basilika St. Vitus Ellwangen

Besonders spannend ist die Krypta unter dem Hochaltar, die von Säulen in Tierformen gestützt wird. Dort findet man die zweite Krippe des Tages. Besonders daran ist, dass der Künstler den Figuren das Antlitz damals lebender Ellwanger verpasst hat. Nach der Erkundung der Kirche kehren wir in wenigen Minuten und um viele Eindrücke reicher zum Parkplatz zurück.

Basilika St. Vitus Ellwangen

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#057 An der Blinden Rot

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Das wildromantische Tal der Blinden Rot lädt mit gut ausgebauten Wanderwegen zu einer entspannten Wanderung mit guten Rastmöglichkeiten ein. Zur Abwechslung ist diese Wanderung des Ostalbwanderers kinderwagentauglich!

Tour-Info

  • Ausdauer 50% 50%
  • Abenteuer 50% 50%
  • Spaß 60% 60%
  • Verpflegung 80% 80%

HINWEIS:

Was Kinder gefällt

Ohne große Steigungen geht es immer am Bach entlang. Der Weg ist einfach zu gehen und lädt zum Rennen und Toben ein.

Ideale Witterung

Die Landschaft des Auentals hat zu jeder Jahreszeit ihren eigenen Reiz. Während im Sommer das üppige Grün fasziniert und das Blätterdach Schatten spendet, ist im Winter die Sicht auf den Bach, die kleinen Tümpel und Moore viel besser.

Verpflegung

Mit zahlreichen Bänken und Schutzhütten ist die Wanderung prädestiniert für ein Rucksackvesper. Am Start- und Zielpunkt gibt es kaltes und warmes Vesper in der Burghardsmühle (April bis Ende Oktober).

An- & Abreise

Es gibt einen kleinen Wanderparkplatz direkt am Einstieg in die Tour

GPX-Datei

Eine .gpx-Datei (GPS Exchange Format) ist ein Format zur Speicherung von Geodaten. Diese Datei enthält die Tour-Route und kann in alle gängigen Wander-Apps importiert werden. Ich empfehle die Nutzung von komoot.

Die Blinde Rot

Die Blinde Rot hat mit der weitaus bekannteren Rot nur gemeinsam, dass beide in den Kocher münden. Die bei Wüstenrot entspringende Rot nach 37km als linker Nebenfluss bei Unterrot, die Blinde Rot 28km nach der Quelle bei Frankenhardt als rechtsseitiger Nebenlauf bei Abtsgmünd.

Tal der Blinden Rot

Das kleine Flüsschen mäandert sich von Nord nach Süd, während links und rechts davon die fast parallel verlaufenden Flüsse Jagst und Bühler von Süden nach Norden fließen. Das Tal der Blinden Rot ist kaum besiedelt. Es gibt nur den kleinen Weiler Willa (Gemeinde Rosenberg) und einige, teils ehemalige Mühlen. Wir wandern daher auf einsamen, aber gut ausgebauten Wegen.

Tal der Blinden Rot

Naturschutzgebiet

Das Flusstal ist kleinräumig, die Talaue an keiner Stelle breiter als 150m. Wir wandern auf der Ostseite des Bächleins hinab und auf der Westseite wieder zurück. Saftige Wiesen wechseln sich hier mit Wäldchen ab. Die Wälder sind zum großen Teil naturbelassen, wir kommen immer wieder durch Bruchwälder, Sumpfwälder, die teilweise überflutet sind und von wasserliebenden Erlen bewachsen sind. Da im Naturschutzgebiet keine Holzentnahme erfolgt liegen umgestürzte Erlen im Wald und bilden einen wildromantischen Urwald.

Tal der Blinden Rot

Dechenberghütte

Die Route bietet einige schöne Plätze für eine Rast und ein Picknick. Wer ein Dach über dem Kopf haben möchte, kann unseren Rundweg am Dechenbergweg für einen kleinen Abstecher verlassen und kommt nach kurzer Zeit an die Dechenberghütte. Dort besteht die Möglichkeit sich auf den Bänken unter dem Vordach zu erholen.

Dechenberghütte

„Furt“ im Brenntenholz

Anschließend folgen wir weiter dem Flusslauf und wechseln dabei über eine kleine Holzbrücke für einige Minuten die Flussseite. Nachdem wir über eine breite Betonbrücke wieder auf die „richtige“ Flussseite gewechselt sind, kommt der einzige kurze Abschnitt, der mit Kinderwagen beschwerlich ist. Es geht ein kurzes Stück ca. 20 Höhenmeter bergauf und der Weg ist eher schlecht. Oben angekommen wird es aber schnell wieder besser.

Im Brenntenholz

Kurz bevor die Blinde Rot bei Abtsgmünd in den Kocher mündet, überqueren wir nochmals den Fluss und machen uns auf den Rückweg. Die Blinde Rot verzweigt sich und der Wald längs unseres Pfades ist eine urtümlich sumpfige Landschaft. Den Rückweg treten wir auf dem Rottalsträßchen an, das die Zufahrt zum Sägewerk Ölmühle darstellt. Für die nächsten Minuten sind wir also auf aspalthierten Wegen unterwegs und es kann uns ein Auto begegnen. Der Verkehr ist aber sehr überschaubar und nach der Mühle ist der Weg wieder gesperrt für Fahrzeuge.

Tal der Blinden Rot
Tal der Blinden Rot

Schutzhütte Grenzstockweg

Nach einigen hundert Metern auf dem Rückmarsch erreichen wir wieder eine Schutzhütte am Grenzstockweg. Zwar gibt es hier keinen Tisch, dafür mehr Platz sich im trockenen niederzulassen.

Schutzhütte Grenzstockweg

Abtsgmünder Öl- und Sägmühle

Das Tal der Blinden Rot ist zu mehr als der Hälfte mit Wald bedeckt. Die Wald- und Forstwirtschaft spielte hier schon immer eine bedeutende Rolle. Das geschlagene Holz wurde vor Ort in Köhlereien zu Holzkohle verarbeitet oder auf der Blinden Rot zum Kocher geflößt. Da der Wasserstand des Flusses dafür häufig nicht ausreichte, wurden „Treibseen“ angelegt. In ihnen wurde Wasser aufgestaut um beim Schnellem ablassen des Wassers das Holz bis in den Kocher zu schwemmen. Von dort wurde es zu den Salinen von Schwäbisch Hall geflößt, wo immer eine hohe Nachfrage an Brennholz herrschte.

Von den vielen Mühlen, die einst das Tal prägten und die Wasserkraft der Blinden Rot nutzten, haben sich nur wenige gehalten die heute noch die Wasserkraft nutzen. Die Sägmühle Betzenhof, die Ludwigsmühle Willa, die heute ein international tätiger Cellulosehersteller ist, und die Abtsgmünder Öl- und Sägmühle, wo heute ein mittelständischer Säge-, Zimmerei- und Holzbaubetrieb arbeitet. Letzterer liegt auf unserer Route und wir wandern an den Produktionshallen und Holzlagern vorbei.

Ölmühle Holzbau Kruger

Jugendheim Rottal

Der Rückweg führt uns mehr durch die Wiesen in der Talaue. Malerisch mäandert die Blinde Rot zu unserer rechten durch das Tal. Nach einigen hundert Metern kommen wir am Jugendheim Rottal vorbei. Der schöne Grillplatz ist leider nicht öffentlich nutzbar. 

Wiesenaue Blinde Rot

Die Rottal-Waldfee

Ein letztes Highlight auf unserem Weg zurück nach Burghardsmühle ist eine Rastmöglichkeit der „Rottal Waldfee“. Unter diesem Namen wurde Brigitta Herith aus Adelmannsfelden bekannt. Die rüstige Seniorin ärgerte sich einst, dass eine Sitzgruppe die wir am Wegesrand finden, kaputt war. Nach Vorsprache beim Revierförster wurde die Bank repariert und zum oft genutzten Ruheplatz von Frau Herith. Dort lernte sie die Natur lieben und schloss vor allem die Vögel des Rottals ins Herz. Zusammen mit ihrem Vogelschützer-Kollegen Armin Bernlöhr hängt sie in Absprache mit dem Revierförster Nistkästen im Rottal auf und pflegt diese. Auf „ihrem“ Rastplatz findet man neben liebevoller Dekoration auch ein Gästebuch mit Zeitungsberichten über sie und hat die Möglichkeit ihr Grüße zu hinterlassen. Frau Herith schaut auch an der Dechenberghütte nach dem Rechten, ein tolles Engagement für ein wunderbares Stück Heimat!

Brigitta Herith - Rottal-Waldfee

Dank Brigitta Herith (86) der schönstdekorierte Rastplatz im Ostalbkreis.

Burghardsmühle

Am Ziel unserer Reise, dem Flecken Burghardsmühle wartet von April bis Ende Oktober die „Veschbersdub“ in der Burghardsmühle auf hungrige und durstige Wanderer. Großer Biergarten, kleine Kneipe, ein Spielplatz, warme und kalte Vesper, sowie eine riesige Bierkarte bietet der Geheimtipp am Rande des Tales an. Zum Abschluss gehört eine Einkehr auf jeden Fall dazu!

Burghardsmühle Biergarten
Burghardsmühle Biergarten

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Die Alamannen

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#052 Das Alamannenmuseum

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Bereits gestern erschien ein Artikel, der euch einen Überblick gibt, wer die Alamannen waren. Wie sie um 200 n. Chr. aus der Elbe/Saale-Region nach Süddeutschland kamen, den Limes überrannten und das Land als das Ihre nahmen, bis sie schließlich von Chlodwig I und Karl Martell unterworfen wurden und ihr Stamm im Frankenreich aufging.

Das Museum

Heute gibt es den passenden Ausflugstipp dazu! Die Alamannen sind im Gegensatz zu den Römern oder den Kelten, die die Jahrhunderte zuvor die Ostalb beherrschten nicht im Fokus des öffentlichen Interesses. Umso schöner ist es, dass es in Ellwangen ein Alamannenmuseum gibt, dass uns diesen Volksstamm näher bringt!

Rieskratermuseum Nördlingen

Alltagsleben

Ein großer Teil der Ausstellung widmet sich dem Alltagsleben der Alamannen. Die Struktur alamannischer Dörfer, ihre Handwerkskunst und ihr christlicher Glaube. Dieser Teil ist noch am Ehesten für junge Kinder geeignet, da er einige hübsche Dioramen des Alltagslebens enthält. Insgesamt empfehle ich einen Besuch aber erst ab ca. 10 Jahren.

Alamannenmuseum Ellwangen

Gräberfeld Lauchheim

Im Mittelpunkt des Museums stehen die einmaligen Grabungsfunde aus dem nur wenige Kilometer jagstaufwärts gelegenen Lauchheim. Dort wurde seit 1986 nicht nur der bisher größte alamannische Friedhof Baden-Württembergs mit wertvollen Grabbeigaben, sondern auch die dazugehörige alamannische Siedlung mit Herrenhof und mehreren reich ausgestatteten Hofgrablegen ausgegraben. Viele Exponate der Ausgrabungen sind in Ellwangen ausgestellt. Ein umfangreicher Teil der Ausstellung widmet sich den Begräbnisriten und der Dokumentation der archäologischen Arbeit.

Alamannenmuseum Ellwangen

Modell der alamannischen Siedlung bei Lauchheim, direkt am Limes. Rechts oben der Standort der heutigen Kapfenburg. Auf halbem Weg zwischen Siedlung und Kapfenburg das Gräberfeld.

Das Museum bietet einen guten Überblick über die Geschichte der Alamannen auf der Ostalb, ich habe viel gelernt. Wie schon geschrieben: kleinere Kinder langweilen sich, weil die Materie nicht immer be-greifbar aufbereitet ist und das Museum sehr textlastig ist. Absolute Empfehlung für Erwachsene und ältere Kinder!

Alamannenmuseum Ellwangen

Wirst Du das Alamannenmuseum besuchen? Was hältst du davon, dass es hier nicht nur die klassischen Wanderungen sondern Ausflugstipps gibt? Schreib es in die Kommentare!

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#018 Rhododendrenwald Wört

#018 Rhododendrenwald Wört

#018 Rhododendrenwald Wört

Die Tour rund um Wört ist idyllisch. Ein Geheimtipp ist sie, wenn im Rhododendrenwald Wört der Rhododendron blüht! In der Regel ist das ein-zwei Wochen nach der Rhododendrenblüte in Schwäbisch Gmünd der Fall, also Anfang Juni.

Tour-Info

  • Ausdauer 30% 30%
  • Abenteuer 50% 50%
  • Spaß 70% 70%
  • Verpflegung 0% 0%

HINWEIS: Zwei Trampelpfade, einmal im Rhododrendrenwald und das zweite mal vom Spitalhof nach Wört sind auf manchen Karten (OSM) nicht eingezeichnet. Es gibt sie aber, und mit Komoot und meiner Tour sind sie leicht zu finden.

Was Kinder gefällt

Ruhige, einsame Wege, die riesigen blühenden Rhododendronbüsche, die Weiherkette beim Spitalhof und das malerische Dorf.

Ideale Witterung

Zur Rhododendronblüte, Anfang Juni bei gutem Wetter.

Verpflegung

Es gibt keine Einkehrmöglichkeit. Rucksackvesper einpacken und am einsamen Weiher bei der Spitalmühle eine Brotzeit machen.

An- & Abreise

Direkt am Beginn der Route befindet sich ein Einkaufs- und Geschäftszentrum mit Parkmöglichkeiten.

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Zum Rhododendrenwald Wört

Nachdem wir direkt in der Dorfmitte geparkt haben, laufen wir ein kleines Stück die Hauptstraße am Dorfmühlweiher entlang und biegen dann links ab. Rechter Hand den kleinen Weiher, dann ein kleines Stück dem Bach entlang um dann nach einer kleinen Kurve durch das Wohngebiet die Hauptstraße am Friedhof zu überqueren.

Dann geht es durch Felder und Wiesen dem Hirschhof zu. Kurz hinter dem Hirschhof laufen wir erst ein Stück am Wald entlang und durchqueren diesen dann. Am Ende des Waldes biegen wir rechts ab und laufen an dem Weiher vorbei – wir haben unser erstes Etappenziel erreicht, den Rhododendrenwald Wört!

Rhododendren-Wald Wört
Rhododendren-Wald Wört

Rhododendrenwald Wört

Die Trampelpfade durch den Rhododendrenwald Wört sind in den aktuellen OSM-Karten nicht verzeichnet. In meiner Komoot-Route habe ich sie als Offline-Abschnitt mit aufgenommen.

Kurz nach dem Weiher geht es rechts in einen Weg, der nordöstlich des Holzweihers entlang führt. Dort wollen wir nicht hin. Wir verlassen diesen Weg nach wenigen Metern wieder links in einen Trampelpfad und folgen dann einfach den Pfaden durch den Wald. 

Die blühenden Rhododendren sind ein wunderbares Naturschauspiel und man sollte ohne Hektik durch den kleinen Wald streifen. Meist begegnet man nur wenigen Menschen.

Die Trampelpfade führen uns zuerst in westlicher Richtung um dann nach Südwest abzubiegen, bevor wir wieder auf einem Feldweg stehen. Nun geht es Richtung Spitalhof, ein kleines Stück des Weges führt uns auch entlang der wenig befahrenen Hauptstraße. Meist ist aber zur Rhododendrenblüte auch die Wiese rechts der Straße gemäht und wir können dort laufen.

In Richtung Spitalhof

Wir lassen den Spitalhof rechts liegen und laufen nach Westen in den Wald hinein. Wir finden gut ausgebaute Wege, die uns flott voran bringen. Nach einiger Zeit durch den Wald finden wir links einen großen Schuppen, rechter Hand ein kleinerer Schuppen mit einer Holzbank, die zur Rast einlädt. Ich würde aber noch ein wenig warten!

Rhododendren-Wald Wört
Rhododendren-Wald Wört

Weiherkette Spitalhof

Kurz hinter den beiden Hütten biegen wir rechts ab und kommen nach kurzer Zeit an den Großtiefenweiher. Wir laufen auf dem Damm den Weiher entlang ungefähr bis zur Mitte. Dort finden wir einen Rastplatz mit Bank, der sich ganz hervorragend dafür eignet die Brotzeit aus dem Rucksack zu holen. Zur Zeit der Rhododendronblüte kann man auch Kaulquappen im See beobachten und auch die Fische zeigen sich, wenn man sich ruhig genug verhält.

Weiherkette beim Spitalhof
Weiherkette beim Spitalhof

Durch den Wald

Frisch gestärkt nehmen wir Kurs zurück Richtung Wört und laufen weiter auf dem Forstweg. Wenn wir an eine T-Kreuzung kommen endet der Weg laut OpenStreetMap/Komoot, wir gehen trotzdem gerade aus auf einem Forstweg / Trampelpfad nach Norden, überqueren den eingezeichneten Weg und schwenken dann langsam nach Nordwest ein. Nach einiger Zeit durch einen schönen Wald treten wir ins Freie und sehen schon Wört vor uns liegen. 

Über die Felder und anschließend durch den Ort laufen wir auf den Kirchturm von St. Nikolaus Wört zu. Wir laufen rechts an der Kirche vorbei und umrunden zum Abschluß den Dorfmühlweier im Uhrzeigersinn. Es gibt dort Enten und Fische zu bestaunen, an der Nordwest-Ecke überqueren wir den Zufluß Rotach und ihr kleines Autal. An der Nordseite hat man das schönste Panorama mit dem Weiher und der dahinter liegenden Kirche St. Nikolaus.

Rhododendren-Wald Wört

Geschafft!

Nach 7,5km fast ohne Steigungen sind wir wieder am Auto zurück. Wir waren beim letzten Besuch 4,5 Stunden unterwegs, haben aber über eine Stunde Pause am Großtiefenweiher gemacht und waren auch sehr langsam unterwegs.

Ich finde den Rhododendrenwald zur Blüte herrlich – unbedingt anschauen!

Rhododendren-Wald Wört
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