Furtlespass wird Spielstraße!

01. Apr. 2023 | Aktuelles, Magazin

Viele haben ihren Augen nicht getraut, als sie heute morgen die Zeitung aufgeschlagen haben. Eine Riesenüberraschung im Gmünder Rathaus und eine tolle Nachricht für Wanderer mit Kindern auf der Ostalb: OB Arnold und Franka Zanek, Leiterin des Amtes für nachhaltige Entwicklung verkündeten heute, dass der Furtlespass ab Montag zur Spielstraße wird! Der Bauhof hat die Schilder bereits aufgestellt, am Montag soll eine Fahrradkarawane von Weiler i.d.B. nach Weißenstein das neue Radler- und Wanderparadies einweihen.

Konkret soll die 8,3km lange Strecke vom Abzweig Bargau, zwischen Unterbettringen und Weiler, bis zum Ortseingang Weißenstein als Spielstraße ausgewiesen werden. Folgende Regeln gelten ab kommenden Montag:

  • maximale Geschwindigkeit 7km/h
  • Fußgänger haben grundsätzlich Vorfahrt
  • Überholverbot
Furtlespass wird Spielstraße

Konkrete Umsetzung

Der motorisierte Individualverkehr ist tot, so die Grüne Gmünder Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang, die eigens zum Pressegespräch aus Berlin eingeflogen wurde. Sie stehe „zu 100% hinter der Maßnahme mit Leuchtturmcharakter“. 

Baubürgermeister Julius Mihm rechnete vor: in einer Spielstraße ist ein LKW zukünftig 1,5 Stunden von Gmünd nach Weißenstein unterwegs, da wird das Lastenrad eine echte Alternative!

Kollege Christian Baron, für den Sport in der Stauferstadt zuständig, pflichtete bei: „Mit Blick auf den Klimawandel müssen wir uns fragen woher wir in 10 Jahren unsere Olympiasieger nehmen sollen. Aus dem Skispringen sicher nicht. Wenn die Degenfelder Kinder zukünftig über die Spielstraße mit dem Fahrrad jeden Tag über den Furtlespass in die Schule nach Gmünd fahren, dominieren wir in spätestens 10 Jahren die Tour de France.“

„Wer jeden Tag den Futlespass radelt, der lacht über den Mont Ventoux. Der Berliner Geschke kann das Bergtrikot abschreiben wenn unsere Degenfelder Buben erst mit gestählten Waden die französischen Alpen hochfliegen“ freut sich der Heubacher Präsident des Württembergischen Radsportverbandes Klaus Maier über die unverhoffte Nachwuchschance.

    Degenfelder Schanzen

    Rennrad statt Sprungski: Degenfeld sehnt sich nach dem ersten Tour-Sieger.

    Kein Widerstand erwartet

    Beim Pressegespräch, zu dem DER OSTALWANDERER als größtes Tourismusmagazin der Ostalb geladen war, sah man staunende Gesichter. Auf die Frage hin, ob die Stadtverwaltung nicht Widerstand gegen diese Maßnahme erwarte, blieb Arnold optimistisch. „Sehen Sie sich die Stadt an, wir kommen doch mit jedem Scheiß durch. Da regen sich irgendwelche Leute zwei, drei Tage bei Facebook auf, und dann ist auch wieder gut. Wir können bei der Mobilitätswende nicht auf jeden Kleingeist Rücksicht nehmen“. Als Beispiel nannte er den Umbau der Schmiedgassen zum Stauverursacher für den gesamten Bereich Klösterlesstraße, Königsturmstraße, Baldungsstraße bis zur Remsstraße. Auch mit dem Bau von fünf Meter Fahrradweg in der Paradiesstraße habe man die Leidensfähigkeit der Bevölkerung gegenüber sinnlosen Verwaltungsentscheidungen vorab geprüft.

      Kürzester Radweg der Welt

      5m Radweg inklusive Markierung und zwei Schildern am Zeiselberg. Nur ein Test der Leidensfähigkeit der Bürger?

      Nächster, logischer Schritt der Verkehrswende

      Nachdem man innerhalb des Stadtgebietes keine Straßen mehr gefunden hat, die man mit weitere 20-, 30- oder 40km/h-Einschränkungen versehen kann, um den Bürgern das Auto abzugewöhnen und ihm die Segnungen des Busfahrens näherzubringen, sei eine Ausweitung in das Umland hinein die logische Konsequenz.

      Die Nachhaltigkeitsmanagerin Zanek verwies auf das Beispiel 30er-Zone Gutenbergstraße. „Eigentlich dürfen wir das auf einer Durchgangsstraße gar nicht. Deshalb haben wir einfach behauptet, das sei gar keine Durchgangsstraße, die Bürger würden Sie nur als solche nutzen, weil sie es nicht besser wüssten. Zack, konnten wir eine 30er-Zone durchsetzen bis zur Königsturmstraße. Weil dort die Durchgangsstraße beginnt, endet die Zone dort und wir haben 5m weiter ein 30er Schild aufgestellt. Warum? Weil wir es können! Und es wirkt: wir haben schon wieder tägliche Staus wie vor dem Bau des Tunnels!“

      Auch auf die Frage, ob denn der Furtlespass als Kreisstraße überhaupt zur Spielstraße umgewidmet werden kann, wußte man im Gmünder Rathaus eine Antwort. „Die Durchgangsstraße ist die A6, die A7, die A8 und die A81, alles dazwischen wird über kurz oder lang Spielstraße oder Fahrradstraße. Den Furtlespass sehen wir als ersten Teilabschnitt der Lastenrad-Magistrale Paris – Stuttgart – München – Peking.

        Furtlespass wird Spielstraße

        Was in der Stadt gut funktioniert, die Tarnung der „Ostalbtonne“ als Mülleimer und VW Caddy wird am Furtlespass nicht funktionieren. Das Nachfolgemodell soll deshalb in einem Baumstamm eingebaut werden, der mit einem Traktor zu seinem Arbeitsplatz gefahren wird. Die Ordnungsamt-Mitarbeiter nehmen derzeit bei Bauernsohn Richard Arnold Fahrstunden um den Traktor künftig bedienen zu können.

        Alle gewinnen – auch der Tourismus und die Kultur

        Der Erste Bürgermeister Christian Baron, zuständig für das Ressort Finanzen, erläuterte die positiven finanziellen Einflüsse der Gmünder Mobilitätswende. Eine vernünftige Busanbindung der Stadtteile, um die Bürger zum Umstieg auf den ÖPNV zu bringen könne man finanziell nicht stemmen. Es sei deutlich effizienter noch ein Blitzerauto zu kaufen, die Autofahrer zu nerven und damit auch noch Einnahmen für die Stadt zu generieren. „Den Schätzungen nach werden wir mit Geschwindigkeitskontrollen auf der neuen Spielstraße so viel Geld verdienen, dass wir uns bereits im ersten Jahr ein Reiterstandbild vom Oberbürgermeister auf dem Johannisplatz leisten können. Eine deutliche Aufwertung des Innenstadtquartiers“, so Baron.

        Ein Entwurf des Standbildes von Studenten der Hochschule für Gestaltung liegt bereits vor. Sie zeigt Arnold in Husarenuniform mit blankgezogenem Säbel. „Der kämpferisch-martialische Ausdruck kann als Deutung der Rolle des OB bei der Umsetzung der Verkehrswende gesehen werden, zeitgleich zitieren wir mit dem Pferd die lange Geschichte der Stauferstadt und zeigen ein Verkehrsmittel der Zukunft“ so Rektorin Maren Schmohl.

        Arnold kann sich gut vorstellen, dass die Statue bei zukünftigen Staufersaga-Aufführungen eine zentrale Rolle im Bühnenbild spielen wird. „Die Geschichte endet ja nicht mit Konradin in Neapel, schauen sie sich mal um“, so der OB.

        Reiterstandbild des Oberbürgermeisters

        Mit Blitzereinnahmen auf der neuen Spielstraße wird die Stadt ein bronzenes Reiterstandbild ihres OB finanzieren. Hier der erste Entwurf von Studenten der HfG. Das Original wird mit einer Höhe von 38m inklusive Marmorsockel den Turm der Johanniskirche überragen und zentrales Element auf dem Johannisplatz werden. „Uns war wichtig, dass es höher ist als das Kaiser-Wilhelm-Standbild auf dem Deutschen Eck in Koblenz“, so die Stadtverwaltung.

        Für die Kritiker des mittlerweile baumlosen Platzes hat die Stadt auch eine frohe Botschaft: „wir pflanzen in den Rabatten um das Reiterstandbild im Sommer Stiefmütterchen.“

        Der Ostalbwanderer arbeitet bereits daran, die neue Spielstraße in tolle Wanderstrecken einzuarbeiten. Wie findest Du die Idee unserer Stadtverwaltung?

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